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Siebenter Abschnitt. Schluß

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

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Siebenter Abschnitt. 
Auch in den höheren Dienststellungen vergaß er seines alten Regi— 
ments nicht. 
Er bewies stets die gleichbleibende Fürsorge und Anhänglichkeit und 
fehlte, namentlich, nachdem er nach seinem im Jahre 1889 erfolgten Rück— 
tritt vom Kommando des VI. Armeekorps à la suite des Regiments 
gestellt war und nachdem er seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt hatte, 
bei keiner feierlichen Gelegenheit. 
Ehre seinem Andenken! 
Bei der Beisetzung auf dem Invaliden-Kirchhof in Berlin stand das 
gesamte Regiment in der Leichenparade und konnte so seinem alten 
Kommandeur die letzten Ehren erweisen. Auf Befehl Sr. Majestät des 
Kaisers hatte das Offizierkorps des Regiments auf drei Tage Trauer 
(Flor um den linken Unterarm) anzulegen. Durch letztwillige Verfügung 
hatte General von Böhn den Waffenrock, den er beim Sturm auf 
St. Privat getragen, dem Regiment vermacht. Derselbe wird in der 
Offizier-⸗Speiseanstalt aufbewahrt. 
Im Laufe des Sommers fand der Umbau des Offizier-Kasinos statt. 
Der Eingang wurde in das Mittelportal des Füsilier-Bataillons verlegt, 
durch einen Anbau und durch Niederlegung von Mauern größere Räume 
geschaffen. Gleichzeitig wurde eine Neueinrichtung sämtlicher Zimmer 
vorgenommen und dadurch dem Offizierkorps ein vornehm, gediegenes, 
aber auch behagliches Heim bereitet. Am 14. Oktober, gelegentlich der 
Feier des 85 jährigen Bestehens des Regiments, zu der zahlreiche alte 
Herren erschienen waren, konnte die Einweihung der neuen Räume 
erfolgen. 
Im November gelang es den Bemühungen des Obersten von Schwartz⸗ 
koppen, die seit langem angestrebte Vereinigung der beiden bisher ge— 
trennten Franzer-Vereine herbeizuführen. Die Vereinigung geschah in 
feierlicher Weise in Kellers Festsälen im Beisein des gesamten Offizier— 
korps und Abordnungen der Unteroffiziere und Mannschaften. Der Verein, 
der über 400 Mitglieder zählt, führt den Namen „Verein ehemaliger 
Kameraden des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2“. Möge 
er auch in Zukunft, wie bisher, seinem Grundsatz treu bleiben: die Liebe 
und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei seinen 
Mitgliedern zu pflegen, zu bethätigen und stärken und die Anhänglichkeit 
an die Kriegs- und Soldatenzeit im Sinne kameradschaftlicher Treue und 
nationaler Gesinnung aufrecht zu erhalten. 
1900. 
Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers sollte auch das Heer den Jahr— 
hundertanfang festlich begehen. Mit einer Parade „Unter den Linden“
	        
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