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Siebenter Abschnitt. Schluß

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

Schluß. 
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lassen und am Schluß der Vereidigung zu ihnen gesprochen. Für den 
jungen Soldaten ist das ein packender Augenblick, der ihm sein ganzes 
Leben über im Gedächtnis bleiben und Früchte tragen wird weit über 
seine militärische Dienstzeit hinaus. 
In diesem Jahre stiftete der Regiments-Kommandeur, Seine Hoheit 
der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, eine Büste Sr. Majestät 
des Kaisers dem Regiment als Wanderpreis mit der Bestimmung, daß 
dieser Preis auf ein Jahr der Kompagnie bleiben solle, welche bei einem 
gegen Ende des Sommers vom Regiment zu veranstaltenden Schießen 
gegen die Kaiserscheibe auf 150 Meter mit ihren 20 besten Schützen — 
je 5 Schuß stehend freihändig — die meisten Ringe erziele, dauerndes 
Eigentum einer Kompagnie aber werden solle, wenn dieselbe diesen Preis 
Jahr hintereinander erschossen. Den ersten Wanderpreis erwarb 1891 
die J. Kompagnie als dauerndes Eigentum. Der darauf von Sr. Hoheit 
gestiftete zweite Wanderpreis, ein silberner Pokal, ist noch nicht definitiv 
in den Besitz einer Kompagnie übergegangen. 
1889. 
Am 19. Januar erfolgte die Übergabe des durch A. K.-O. der 
Fahne des 1. Bataillons verliehenen Säkular-Fahnenbandes mit der 
Säkular-⸗Schleife durch Se. Majestät den Kaiser. 
Das Regiment stand hierzu um 4 Uhr nachmittags auf dem 
Kasernenhof in einem nach dem Denkmal zu offenen Viereck im Parade— 
anzug, die Bataillone in Breitkolonne. Se. Majestät der Kaiser er— 
schien in Begleitung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich und 
übergab die neu dekorierte Fahne dem Regiment unter präsentiertem 
Gewehr, indem Allerhöchstderselbe in Seiner Ansprache hervorhob, 
daß die Fahne aus den letzten Jahren der glorreichen Regierung des 
Großen Kurfürsten stamme, später an allen Feldzügen teilgenommen 
habe und stets mit Treue zum Hohenzollernhause geführt sei. Se. 
Majestät knüpfte daran die Erwartung, daß die neue Auszeichnung der 
Fahne dem Bataillon ein Ansporn sein möge, auch in aller Zukunft seinem 
Hause treu zu dienen. Der Regiments-Kommandeur, Se. Hoheit der 
Erbprinz von Sachsen-Meiningen, sprach für diesen dem Regiment 
zu teil gewordenen neuen Gnadenbeweis seinen Dank aus, der in einem 
dreifachen Hurrah auf Se. Majestät den Kaiser gipfelte. Nachdem Se. 
Majestät den Parademarsch des Regiments abgenommen hatte, beehrte 
Allerhöchstderselbe ebenso wie Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich 
das Offizierkorps zur Mittagstafel. 
Am Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers, dem 27. Januar, 
wurden die Fahnen und Standarten des Garde-Korps durch eine Kompagnie
	        
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