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Siebenter Abschnitt. Schluß

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

Schluß. 
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Ihrer Führung einen so entscheidenden Teil an dem ewig denkwürdigen 
Siege nahm, aber denselben mit schweren und blutigen Opfern nur 
erringen konnte. Ich spreche Ihnen und dem Garde-Korps heute daher 
erneut Meinen Königlichen Dank für die hingebende Tapferkeit und 
Ausdauer aus, die so große Erfolge erzielte. 
Wilhelm.“ 
Das Regiment, dem der 18. August ein doppelter Feier- und Ehren⸗ 
tag ist durch den Geburtstag Seines Allerhöchsten Chefs, sowie durch die 
Erinnerung an den harten Kampf, bei dem das Regiment über den dritten 
Teil der Mannschaft und den größten Teil der Offiziere tot oder ver⸗ 
wundet auf dem Platze ließ und doch im Angriff nicht erlahmte, beging 
diesen Tag in besonders festlicher Weise. 
Morgens um 8!/4 Uhr standen die Bataillone im Exerzieranzug ohne 
Gepäck in Kompagnie-Front-Kolonne mit entblößten Fahnen in einem 
nach der Füsilierkaserne zu offenen Viereck zum Regiments-Appell. Der 
Kommandeur, Oberst von Arnim, gedachte in der ihm eigenen kernigen 
Art der Bedeutung des Tages und schloß mit einem dreifachen Hurrah auf 
Se. Majestät den Allerhöchsten Kriegsherrn und Se. Majestät den Aller⸗ 
höchsten Chef des Regiments. Es folgte ein Parademarsch in Kompagnie— 
Front. Um 10 Uhr fand ein Preisschießen der Unteroffiziere und der 
besten Schützen unter den Mannschaften statt. 
Nachmittags um 4 Uhr begann für die Mannschaften ein Tanzfest 
auf dem Kasernenhof, wozu auf demselben 3 Tanzplätze hergerichtet und 
durch Laub und Fahnen festlich geschmückt waren. Das Offizierkorps 
versammelte sich um 5*/8 Uhr im Kasino zu einem Liebesmahl, bei welcher 
Gelegenheit die Reserve-Offiziere des Regiments dem Offizierkorps einen 
äußerst geschmackvollen, künstlerisch ausgestatteten silbernen Humpen über— 
reichten, der lange Jahre hindurch das einzige Schmuckstück der Tafel bei 
festlichen Gelegenheiten bildete. 
Am 1. September, dem 10jährigen Gedenktage der Schlacht bei 
Sedan, richtete Se. Majestät der Kaiser folgende Ansprache an die Armee: 
„Soldaten des deutschen Heeres! 
Es ist Mir heute ein tiefempfundenes Bedürfnis, Mich mit Euch 
in der Feier des Tages zu vereinigen, an welchem vor zehn Jahren 
des allmächtigen Gottes Gnade den deutschen Waffen einen der glor— 
reichsten Siege der Weltgeschichte verliehen hat. 
Ich rufe denen, welche in jener Zeit schon der Armee angehörten, 
die ernsten Empfindungen in die Erinnerung zurück, mit denen wir in 
diesen Krieg gegen eine uns in ihren ausgezeichneten Eigenschaften be— 
kannte Armee gingen, ebenso aber auch die allgemeine Begeisterung und 
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