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Sechster Abschnitt. Der Feldzug gegen Frankreich 1870/71. Die Mobilmachung und der Eisenbahn-Transport

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

Der Feldzug gegen Frankreich 1870/71. 
1638 
und 4. Kompagnie der bereits vorgeschickten 1. Kompagnie folgten, diese 
aber gleich von der Pudrette aus den Vormarsch antrat. 
Die 1. Kompagnie ließ einen Halbzug links seitwärts der Chaussee 
zur Sicherung gegen die in der Richtung auf Drancy stehenden Kolonnen 
ausschwärmen. 200 Schritt vor dem Dorfe bekam die Kompagnie Feuer 
von der rechten Seite aus der Richtung des Gartens bei A (Plan 5). 
Premier⸗-Lieutenant Graf Keller ließ die letzte Strecke in Laufschritt 
zurücklegen, erreichte gegen 10 Uhr das Dorf und warf sich mit 2 Zügen 
in das ersie Gehöft () rechts der Hauptstraße, während er den 1. Zug 
(Lieutenant der Reserve Wilke) mit Teilen des Zuges der 9. Kompagnie 
des Regiments Alexander links der Hauptstraße vorgehen ließ. Das 
erste Gehöft rechts war von den früher vorgegangenen 2 Zügen der 
9. Kompagnie Regiments Alexander (Premier-Lieutenant von der 
Lancken) besetzt. Die beiden Züge unserer J1. Kompagnie säuberten die 
nächsten Gehöfte rechts bis zur ersten kleinen Seitengasse und besetzten die 
Lisiere gegen Dugny, da die Frauzosen nicht nur den Garten bei 4. be— 
setzt hatten und von dort ein lebhaftes Feuer unterhielten, sondern auch 
mit Kolonnen in der Stärke einer Brigade hinter demselben zur weiteren 
Offensive bereit standen. 
Im dritten der erreichten Gehöfte hatte Premier-Lieutenant Graf 
Keller den Führer des Besatzungs-Bataillons, Hauptmann von Alt— 
rock vom Regiment Elisabeth, getroffen, welcher hier über eine kleine, 
etwa 40 Mann starke Abteilung verfügte und der ihn über die Ver— 
hältnisse in le Bourget, soweit er es vermochte, orientierte. Machen auch 
wir uns die augenblickliche Lage klar. Die Besatzung war die gewöhnliche. 
Zwei Kompagnien des 1. Bataillons Elisabeth, jede nur elwa 2 Züge 
stark, und eine Garde⸗Schützen-Kompagnie hatten den vorderen (südlichen) 
Abschnitt (Gas-Anstalt, Barrikade, Pomadenfabrik, Bahnhof) besetzt 
und war es ihnen gelungen, alle Angriffe des sehr überlegenen Feindes 
— 7 französische Bataillone — mit anerkennenswerter Entschlossenheit 
zurückzuweisen. Diese Leistung war um so größer, als der Feind von 
zahlreichen Batterien, auch von Geschützen auf gepanzerten Eisenbahn— 
wagen, unterstützt wurde, die die Unsern mit Geschossen überschütteten. 
Der Rest jener beiden Kompagnien des Elisabeth-Regiments, welcher 
die Wachen in dem Kirchhof und dem Park resp. in der Parkspitze der 
Glasfabrik (b) inne hatte, kämpfte mit der Replis-Kompagnie zusammen. 
Die Kämpfer des vorderen Abschnittes hatten keine Verbindung mit dem 
hinteren Teile des Dorfes, wo man über ihre Lage durchaus nichts wußte. 
Mit den Angriffen des Feindes auf die Südseite zugleich hatte eine 
andere 5 Bataillone starke Abteilung desselben, unter dem Kommando des 
Fregatten-Kapitän Lamothe-Tenot, sich gegen die Westseite des Dorfes 
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