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Sechster Abschnitt. Der Feldzug gegen Frankreich 1870/71. Die Mobilmachung und der Eisenbahn-Transport

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

Der Feldzug gegen Frankreich 187071. 
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Regiment mit großem Jubel und lautem „Hurrah“ begrüßt!). Gegen Abend 
wurden Alarmquartiere bezogen und Vorposten gegen Paris vorgeschoben. 
Da gemeldet war, daß das unmittelbar vor der Vorpostenlinie des 
Korps liegende Dorf le Bourget vom Feind besetzt sei, hatte die Division 
den Befehl erhalten, dasselbe mit Tagesanbruch zu nehmen. 
Das 1. und Füsilier-Bataillon blieben in Aulnay und hielten die 
Vorposten besetzt. Das 2. Bataillon marschierte um 831/ Uhr morgens, 
am 20. von Vorposten abgelöst, nach Blanc Mesnil, wo sich die Truppen 
der Division sammelten. 
Die schwache Besatzung von le Bourget räumte beim Herannahen 
der Avantgarde das Dorf, welches von uns ohne Kampf besetzt wurde. 
Das 2. Bataillon kehrte mittags nach Aulnay zurück. 
Bis zum 11. Oktober wurde Aulnay?), wenigstens von Teilen des 
Regiments, dauernd besetzt gehalten und in dieser Zeit nach den Direktiven 
der Division fortifikatorisch verstärkt. Diese Arbeiten, sowie diejenigen zur 
Ausführung einer Inundation, welche durch Anstauung des Moleret- 
Baches bei Dugny und Ableitung des Ourcq-Kanals bei Sevran zur Ver— 
stärkung der Verteidigungslinie des Garde-Korps angelegt wurde, nahmen 
einen großen Teil der Zeit in Anspruch, welche der Vorpostendienst übrig 
ließ. Zu letzterem wurden täglich zwei Kompagnien verwandt. Die eine 
Kompagnie stellte zwei Feldwachen vor le Blanc Mesnil gegen Drancy 
aus. Der Rest bildete ein dahinter liegendes Replis. 
Die andere Kompagnie stellte drei Feldwachen vor Aulnay aus und 
lag mit dem Rest in einem Alarmhause in Aulnay. Die rechte Flügel— 
Kompagnie hatte Verbindung mit den Vorposten des Regiments Königin 
vor le Blanc Mesnil, die linke Flügel-Kompagnie mit den Königlich 
Sächsischen Feldwachen vor Sevran im Fordt de Bondy. 
Die Eisenbahn (Soissons-Laon) bildete im allgemeinen die Linie für 
die Postenkette. Für die Feldwachen und das Replis wurden Stroh— 
hütten erbaut. Vom Feinde war in dieser Zeit wenig zu bemerken. Die 
Patrouillen fanden die Dörfer Drancy, Bobigny und Bondy abwechselnd 
besetzt und frei. Am 1. Oktober fand bei Drancy ein leichtes Patrouillen— 
Gefecht statt, bei welchem ein Grenadier der 6. Kompagnie schwer ver— 
wundet wurde. 
) Seine Majestät der König ließ sich bei dieser Gelegenheit durch Hauptmann 
von Chappuis den Jungen Albert Häsner vorstellen und beauftragte den an— 
wesenden Kriegsminister von Roon, nach dem Frieden für die Aufnahme des Jungen 
in eine Unteroffiziervorschule Sorge zu tragen. 
2) Es ist dies derselbe Ort, bei welchem das Schlesische Grenadier-Bataillon am 
Tage vor der Schlacht von Paris (80. März 1814) biwakierte.
	        
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