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Beileidskundgebungen

Full text: Zum Gedächtnis an Walther Rathenau / Rathenau, Walther (Public Domain)

Karlsruhe i. B., den 24. Juni 1922. 
Tieferschüttert von der furchtbaren Mordtat, der das Leben Ihres Sohnes 
zum Opfer gefallen ist, spreche ich Ihnen mein tiefgefühltes Beileid aus. Möge 
2s Ihnen ein Trost sein, daß Ihr Sohn als ein Kämpfer im Dienste des Vaterlandes 
gefallen ist. 
Staatspräsident Hummel. 
Der Staatspräsident 
des Volksstaates Hessen. 
Darmstadt, den 25, Juni 1922. 
Sehr geehrte gnädige Frau! 
Anläßlich der ruchlosen Tat, der Ihr Herr Sohn zum Opfer gefallen ist, be- 
ehre ich mich, Ihnen und Ihrer werten Familie, zugleich im Namen der gesamten 
Hessischen Regierung, mein tiefempfundenes, aufrichtiges Beileid auszusprechen. 
Möge das so furchtbar getroffene Herz der schwer geprüften Mutter wenigstens 
in etwas einen Trost finden, in der allgemeinen Teilnahme, die das fluchwürdige 
Attentat bei allen auslösen wird, welche unvoreingenommen die großen Fähig- 
keiten Ihres Sohnes und sein Streben, dem Vaterland in schwerster Zeit sein ganzes 
Können zur Verfügung zu stellen, zu würdigen wissen. 
Genehmigen Sie, sehr verehrte gnädige Frau, den Ausdruck meiner aus- 
gezeichneten Hochachtung. 
Ulrich, Staatspräsident, 
Rom, den 26. Juni 1922, 
Sehr geehrte gnädige Frau! 
Gestatten Sie mir, daß ich Ihnen anläßlich des Todes Ihres von der Hand 
verblendeter Mordbuben gefallenen Bruders meine herzlichste Teilnahme ausspreche. 
Die sechs Wochen, welche ich in gemeinsamer Arbeit mit Ihrem Bruder im April 
und Mai in Genua verbrachte, haben mich seine großen Fähigkeiten, seine Hin- 
gabe an die übernommenen schweren Pflichten ganz besonders schätzen lernen. 
Als wir uns vor Monatsfrist trennten, versprach er mir, mich bald in Rom zu be- 
suchen. Das Schicksal hat es anders bestimmt. 
Wenn Sie etwas in Ihrem Schmerz trösten kann, so ist es die allgemeine 
Teilnahme, die sein Tod in der ganzen Welt hervorruft, und ich schicke Ihnen 
anbei einen Brief meines ‚hiesigen amerikanischen Kollegen, den ich neben vielen 
anderen Beileidskundgebungen soeben erhalten habe. 
Mit der Bitte, Ihnen die Hand küssen zu dürfen, bin ich, sehr verehrte gnädige 
Frau, Ihr sehr ergebener 
Deutsche Botschaft. 
yv. Neurath.
	        
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