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Volume Die Museumsinsel

Full text: Die Denkmäler Berlins und der Volkswitz / Laverrenz, Victor (Public Domain) Ausgabe [2].NF (Public Domain)

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unziert durch den ganz überflüssigen Punkt hinter der 
obgedachten Inschrift. Jedermann sähe doch, daß ein 
neuer Satz nicht begönne, und so könne der Einsender 
nur dringendst raten, den nichtssagenden und nicht not— 
wendigen Punkt wieder zu beseitigen. 
Die Herren Baumeister stutzten ob dieser un— 
erwarteten Kritik und traten in Beratung, was zu 
thun sei. Die Notwendigkeit des Punktes wurde mehr— 
fach verneint, der Tadler hatte in der That Recht. Aber 
den Punkt beseitigen zum Triumph für den Kritiker? 
Nein! Das durfte man nicht. Es hätte eine Blamage 
bedeutet. Ehe man offen und ehrlich einen Fehler, den 
man gemacht hatte, eingestand, beging man lieber — 
noch einen zweiten. Das eben ist der Fluch der bösen 
That, daß sie fortzeugend Böses muß gebären. Man 
stellte sihh also auf den Standpunkt der Symmetrie 
und beschloß, nunmehr auch vor dem Worte „Reichs— 
bank“ einen Punkt anzubringen. Dies geschah, und 
infolge jenes Monitums prangt nun die Inschrift 
o 
REICEBSBAS.. 
bis auf den heutigen Tag an dem Berliner Civil— 
Juliusturm. Nur wenigen, welche das Reichsbank— 
Gebäude betrachten, dürfte bekannt sein, welchem Vor— 
gange dieser vordere Punkt an der Inschrift seine Ent— 
stehung verdankt. 
In dem großen Postgebäude an der Ecke der 
Leipziger⸗ und Mauerstraße ist im Jahre 1899 ein
	        
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