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Wir haben mit dieser Erwähnung des englischen Blat—
tes den Ereignissen allerdings etwas vorgegriffen. Noch
hatte man den Hauptmann von Cöpenick nicht. Aber man
fand feine Spuren. Diese Spur reichte zunächst bis zum
Bahnhof Cöpenick, wo der Hauptmann ein Billett zweiter
Klafse nach dem Schlesischen Bahnhofe genommen hatte. Man
erfuhr aber bald, daß er schon in Kietze Rummelsburg den
Zug verlassen hatte, weil ihm wahrscheinlich das Passieren
des Schlefischen Bahnhofes zu unsicher schien. Man fand
auf dem Tempelhofer Felde einen Teil der Uniformstücke
zerstreut, und zwar am südöstlichen, zu Rirdorf gehörigen
RKande des Tempelhofer Feldes. Man entdeckte den Degen,
den der Täter getragen, im Bahnhofe der Kleinbahn nach
Mittenwalde in Rixdorf. Man ermittelte die Stelle, wo
der falsche Hauptmann seine Uniformstücke vor der Tat auf⸗
gekauft hatte. Mon stellte fest, daß er nach der Tat in der
Möckernstraße ein Paar neue Schuhe und in der Friedrich⸗
flraße einen neuen Zivilanzug für sich gekauft hatte. Dann
aber verschwand jede Spur.
Die Regieruͤng von Potsdam setzte 2000 Mark Be⸗
lohnung auf die Entdeckung, des Täters aus, die Stadtver⸗
waltung von Cöpenick schrieb eine Belohnung von 500,
spaäter von 1000 Mark für die Ergreifung des falschen
Hauptmann aus. Es gingen bei der Polizei Tausende von
Nachrichten ein, die sich jedoch ohne jede Ausnahme als voll⸗
ständig wertlos erwiesen.
Die Annahme, daß der Täter aus Verbrecherkreisen
stamme, schien unberechtigt, denn aus Berliner Verbrecher⸗
kreisen kam trotz der hohen Belohnung nicht die geringste
Anzeige. Der Grund hat sich ja, später ergeben: Voigt
flammte eben nicht aus Berliner Verbrecherkreisen.
Wahrend seines Aufenthaltes in Rixdorf und Berlin hatte
er niemals Fuühlung mit diesen Kreisen gewonnen, und des⸗
halb war er hier auch nicht bekannt,
Wie schon gesagt, wird durch eine außergewöhnliche ver⸗
brecherische Tat ein außergewöhnliches Interesse aller Be—
hörden und auch des Privatpublikums wachgerufen, welches
schließlich verhängnisvoll für den Verbrecher werden muß.
Man kounte bei diesem Falle wirklich von der „fieberhaften
Aufregung“ sprechen, von der sonst immer nach Verübung
eines Verdrechens die Berichterstatter zu melden wissen. In
ganz Deutschland und im Auslande machte man Jagd auf
den Verbrecher. Man fand angeblich Spuren in Dres⸗
den, in Schweidnitz, in Landanu, in Pairmasens,
in Frankfurt g. M. in Hamburg, in Düssel,
dor'f, in Rothfürben bei Breslau, ja in Budapest.
Man bverhaftete verschiedene Persönlichkeiten, mußte sie gber
später laufen lassen. Selbst einem Berliner reisenden Sän⸗