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20. Predigt, gehalten bei der Zweihunder[t]jahrfeier der Luisenkirche am 12. Juli 1916

Full text: Erinnerungsblätter und -bilder aus dem Leben der Luisengemeinde in Charlottenburg / Riemann, Otto (Public Domain)

weist ihnen auch besser die rechten Wirkungsstätten an und macht 
ihnen dieselben sicherer zu Segensstätten für sie selbst und für andere 
als diese Dankbarkeit, wie ich sie eben gekennzeichnet habe. Kurz: 
Nichts hilft uns allen, den Platz, wohin unser Gott uns gestellt 
hat, auch im Gemeindeleben besser ausfüllen und Heil gewinnen 
und Heil verbreiten, glücklich werden und glücklich machen im Voll⸗ 
sinn des Wortes als sie. 
Meine lieben Brüder und Schwestern, jeder Einzelgemeinde 
wie unserer ganzen deutschen Volksgemeinde werden in den kom— 
menden Tagen so große Aufgaben gestellt werden. Wenn der ehren⸗ 
volle Friede da sein wird, den wir so heiß ersehnen, dann soll unser 
deutsches Christenwolk ja der Kulturträger einer wahren christlichen 
Kultur für die Völker werden, und jede Einzelgemeinde erhält 
dabei ihre Teilaufgabe, unsere Gemeinde hier auch. Die Dank⸗ 
barkeit ist die Voraussetzung und der Weg, das von uns Verlangte 
dann zu leisten und die Erfüllung der an sie geknüpften Verheißung 
zu erleben. 
Soll ich euch aber zum Schluß für die Erfüllung der großen 
Verheißung, die der Dankbarkeit gegeben ist, noch das allersicherste 
Unterpfand nennen? Es ist kein anderes als unser Heiland, der 
Hochgelobte, und Sein Heilandsgeschick. Der dankte Gott für alles 
und immer, bei der Arbeit und beim Ausruhn, wenn Er unter dem 
Volke wirkte und wenn Er einsam vor Seinem Vater im Gebet 
verweilte, auf Taborhöhen, wenn Er Seine Jünger etwas ohnen 
ließ von Seiner Gottessohnesherrlichkeit, und in den Tiefen der 
Kreuzesnot, als Er Sein Erlöserwerk mit Seinem letzten Dank—⸗ 
gebet krönte „Es ist vollbracht!“ „Darum hat Ihn auch Gott er⸗— 
höhet und hat Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, 
daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im 
Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen 
bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes 
des Vaters.“ Ja, in Ihm haben wir das vollkommene Unter— 
pfand für die Erfüllung der Verheißung: „Wer Dank opfert, der 
preiset Mich und da ist der Weg, daß Ich ihm zeige das Heil Gottes!“ 
Was sage ich, nur das vollkommene Anterpfand für die Erfüllung? 
Nein, die vollkommene Erfüllung selber! Amen. 
—DV 
F
	        
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