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Band 6 Das Berliner Verbrechertum

Full text: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung / Friedländer, Hugo (Public Domain) Ausgabe 6 Band 6 (Public Domain)

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von gewaltsam fortgenommen. — Nitter: Als er noch Detek- 
tiv war, habe er die Bethge im Aultrag von Knitelius obser- 
viert, Er habe die Bethge in Gesellschaft mit v. P. am An- 
halter Bahnhof gesehen und das Knitelius gemeldet. — Am 
sechsten Verhandlungstage wurde zunächst nochmals Fräu- 
leim Elisabeth Betihge vernommen. Vors.: Nitter sagte 
gestern: Knitelius hätte zu ihm geäußert: Sage Fräulein 
Bethge, ich sei mit dir in Magdeburg gewesen, damit sie 
nicht Argwohn hat, daß ich mit einem andern Mädchen ver- 
reist war. Hätten Sie Argwohn gehabt, wenn Knitelius an 
zwei Abenden nicht in Berlin gewesen wäre? — Zeugin: 
Nein. Knitelius ist oftmals von Berlin fortgelahren, ohne 
daß ich etwas davon wußte. Knitelius ist auch oftmals mit 
anderen Mädchen ausgegangen und gereist. — Vors.: Es 
wäre Ihnen also nicht aulgelallen, wenn Knitelius an zwei 
Abenden nicht in Berlin gewesen wäre? — Zeugin: Keines- 
wegs. — Vors.: Sie hatten auch ein Verhältnis mit einem 
Friseur? — Zeugin: Ja. — Vors.:! Der hieß? — Zeugin: 
Walter Andreas. — Vors.: Hatte sich dieser Walter Andreas 
einen Auslandspaß verschafft? — Zeugin: Ich glaube; es 
wollte einmal eine ganze Gesellschalt nach Argentinien 
gehen; ich sollte auch mitkommen. — Vors.: Hat sich da die 
ganze Gesellschaft Auslandspässe besorgt? — Zeugin: Ich 
glaube; bestimmt kann ich es nicht sagen. — Der Vor- 
sitzende ersuchte darauf den Kriminalkommissar Kling- 
hammer, bei dem Berliner Paßbureau telephonisch anzu- 
iragen, ob und wann auf den Namen Walter Andreas ein 
Auslandspaß ausgestellt worden und ob dieser Paß ihm etwa 
gestohlen worden sei. — Knitelius hat sich nämlich unter 
dem Namen Andreas Walter in Brasilien aufgehalten. — 
Auf Beiragen eines Geschworenen bemerkte Fräulein 
Bethge: Knitelius habe ihr von den ihr von P. geschenkten 
1000 Mark 600 MarR aus ihrem unverschlossenen Koffer 
genommen. Sie habe deshalb sehr geschimpit. Knitelius 
ärgerte sich augenscheinlich, daß v. P. ihr die 1000 Mark 
geschenkt hatte. Knitelius habe ihr die entwendeten 
600 Mark nach einiger Zeit in Berlin wiedergegeben. — Der 
tolgende Zeuge war Kriminalwachtmeister Richter (Berlin): 
Am 28. Oktober 1908 erhielt ich von. dem Kriminalkom-:
	        
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