Da, wo jetzt das Haus des Tischlers Trückmann, NAr. 73,
steht, befand sich eine „Alte Klosterzelle“, wie sie im Jahre 1536 ge—
nannt wurde, die wahrscheinlich vor der Erbauung des Klosters den
Mönchen schon im Jahre 1257 als Lectorium und später als Woh—
nung gedient hatte.
Auf diesem Terrain wurde zuerst an der Stadtmauer, wo jetzt
an der Neuen Friedrichstraße das Wohnhaus der Gymnasiallehrer
steht, das eigentliche Wohngebäude der Mönche, und hinter dem jetzi⸗
gen Directorialgebäude, neben der Kirche, die Wohnung des Priors
erbaut.
Um aber einen für den Gottesdienst nothwendigen Raum zu
haben, wurde im Anschlusse an die Wohnung des Priors, da, wo
jetzt das Quergebäude mit der Säulenhalle steht, eine Kapelle her⸗
gestellt, die, obgleich sie später gänzlich umgebaut wurde und eine
andere Bestimmung erhielt, wie die gedachte Handzeichnung ergiebt,
die Benennung der „Alten Kapelle“ beibehalten hatte.
Nachdem die Mönche im Jahre 1290 die schon gedachte Ziegelei
erhalten hatten, wurden von denselben größere Bauwerke unternom⸗
men. Es erfolgte insbesondere die Erbauung der Klosterkirche. Die
große Kapelle, welche dadurch entbehrlich geworden, wurde umgebaut
und im Erdgeschosse derselben das Resectorium, im oberen Stockwerk
der Kapitelsaal hergestellt, Räume, welche später die Landesherren bei
Huldigungen und Landtagen der Stände der Mark Brandenburg zu
benutzen pflegten.
Dieses Gebäude wurde im Jahre 1471 fast gänzlich nieder⸗
gebrochen und neu aufgebaut. Es ist dies das der Straße zugekehrte
Gebäude, welches den ersten Hof abschließt, in dem sich der noch jetzt
vorhandene, 65 Fuß lange und 32 Fuß tiefe Säulensaal mit 10Kreuz-—
gewölben auf 4 Säulen befindet. Diese bestehen aus Backsteinen,
welche mit erhabenen, eingebrannten Inschriften versehen sind, von
welchen folgende, welche sich auf diesen Bau beziehen, hervorzu—⸗
heben sind:
Auf der ersten Säule steht oberhalb:
Anno domini millesimo CCCCLXXII columna ista est
incisa in die crucis.
(Im Jahre des Herrn 1472, am Kreuzestage, ist diese
Säule mit Inschrift versehen worden.)
der zweiten Säule steht oberhalhb:
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