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Tartarin übernimmt den Geheimdienst

Full text: Tartarin in Berlin / Wolff, Max Josef (Public Domain)

dafür? Bei dem Gedanken zittere ich und ganz Frankreich 
mit mir.“ 
Da der Vorgesetzte zitterte, zitterte Tartarin auch, und 
zwar so heftig, daß die Medaillen auf seiner Brust klapperten. 
Nur der Adjutant zitterte nicht. Er hatte am Tage vorher 
eine sehr ernste Auseinandersetzung mit einem englischen 
Kameraden gehabt. Oer Engländer trank dabei Whisky 
in ungemessenen Mengen, der Adjutant haßte Whisky, 
aber er mußte beweisen, daß ein Franzose nicht weniger 
vertragen konnte. Er hatte seine Pflicht glänzend erfüllt, 
er hatte den Engländer in seinem Nationalgetränk besiegt, 
er hatte sich für Frankreich geopfert und konnte daher heute 
nicht für sein Vaterland zittern. 
„Sie sind ergriffen, mein edler Freund,“ wandte sich 
der General zu Tartarin. „Aber keine Schwäche!“ Oer 
Adjutant seufzte und faßte sich an den Kopf. „Wir müssen 
Männer sein! Ich habe Vertrauen zu Ihnen. Sie werden 
die Listen der Feinde zuschanden machen. Ich stelle 
Sie an die Spitze unseres geheimen Uberwachungs⸗ 
dienstes. Greifen Sie durch, greifen Sie energisch durch!“ 
„Mein General, ich werde Zhr Bertrauen zu recht 
fertigen versuchen.“ Tartarins Brust schwoll bei dem 
Gedanken an die Größe seiner Aufgabe, aber er fühlte, 
daß er ihr gewachsen war. Klar lag seine Rolle vor 
seinen Augen. „Ich war bisher ein rauher Krieger, ich 
habe nur den Oegen geführt, aber das Vaterland will es, 
und ich werde mich in einen Oiplomaten verwandeln. Die 
Deutschen sollen ihren Mann in mir finden. Ich weiß 
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