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Neue Gefahren

Full text: Tartarin in Berlin / Wolff, Max Josef (Public Domain)

er hatte nicht mit Tartarin gerechnet. Kaum daß er die 
Hand ausstreckte, fuhr ihm die Reitpeitsche des Helden 
durch das Gesicht. Oie gerechte Strafe ereilte ihn. — 
Der Geprügelte war ein amerikanischer Major in 
Zivil! Aber war das Tartarins Schuld? Er hatte nur 
einen frechen Oeutschen züchtigen wollen und hatte durch 
einen unglücklichen Zufall einen Freund und Bundes- 
genossen Frankreichs getroffen. Wegen eines geschlagenen 
Boche hätte kein Hahn gekräht, aber wegen eines Ameri— 
kaners!... Die Hetze ging los, gegen Frankreich, gegen 
seine edlen Offiziere, gegen die Kontrollkommission und 
gegen Tartarin. Engländer und Amerikaner überboten 
sich an Gehässigkeiten, sie verlangten die Auflösung der 
angeblich überflüssigen Kommission, sie forderten die Ab- 
berufung Tartarins. 
In Paris war man bereit, ihnen Zugeständnisse zu 
machen, aber der General hielt treu zu dem Helden. 
„Sie können doch nichts dafür, daß der Fremde ein 
Amerikaner war.“ 
„Er sah ganz aus wie ein Deutscher.“ 
„Man kann Ihnen nicht den geringsten Vorwurf 
machen.“ 
„Ich danke Zhnen, mein General.“ 
„Ich lasse Sie nicht gehen. Ich gebe meinen verdiente⸗ 
sten Offizier nicht her. Nach dem, was Sie für Frank- 
reich getan, wäre es ein unverzeihlicher Undank. Nein, 
ich stehe und falle mit Tartarin!“ 
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