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Das Geheimnis des Erfinders

Full text: Tartarin in Berlin / Wolff, Max Josef (Public Domain)

„Ha, ha, ha! Meine Erfindung! Bruder Franzose, 
du bist köstlich. Meine Erfindung ...“ 
„Halte den Mund,“ fuhr der Ooktor dazwischen, „oder 
ich schlage dir alle Knochen im Leibe entzwei. Wenn du 
noch ein Wort sagst ... Steh auf, komm sofort mit nach 
Hause !“ 
„Glaubst du, du kannst mich tyrannisieren, weil du 
mir einen neuen Anzug gekauft hast? Ich weiß, ich bin 
ein armer alter Mann, aber von dir lass' ich mir nichts 
gefallen.“ Oer Kandidat kriegte das heulende Elend. 
„Meine Erfindung! ... Ach Gott, meine Herren, wenn 
ich je eine Erfindung gemacht hätte! Ich brauchte auf meine 
alten Tage nicht ...“ Er hatte sich den Rest des Kognaks 
in ein Weinglas gegossen und trank es in einem Zuge 
aus. „Es ist ja alles Schwindel. Oas ganze Leben ist 
Schwindel, und meine Erfindung ist auch Schwindel.“ 
Oer Ooktor hatte mit der Kusine schon während der 
letzten Rede seines Erfinders das Zimmer verlassen. Hier 
war nichts mehr zu retten. Das große Geheimnis war 
verraten. 
„Ich hatte dich gewarnt,“ sagte sie. 
„Halt den Mund! Willst du mir Vorwürfe machen? 
Ich hätte den Franzosen und den Polen unter den Tisch 
saufen sollen, statt ihnen die Vorhand zu lassen. Wieber 
eine verpaßte Million!“ 
Schwindel! Tartarin übersah die Sachlage noch nicht 
völlig. Oie halb deutsch, halb französisch geführte Unter- 
haltung verstand er nur zum Teil. Oer Pole war ihm über. 
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