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In der Werkstatt des Fälschers

Full text: Tartarin in Berlin / Wolff, Max Josef (Public Domain)

diesem edlen Mann, diesem aufrichtigen Freunde Frank⸗ 
reichs, zusammengeführt hatte. 
Bamberg saß gerade an seinem Schreibtisch und 
arbeitete im Schweiße seines Angesichts für Frankreich. 
Die Kusine half ihm. Beide hatten es sich bequem gemacht. 
Der elegante Ooktor saß in Schlappschuhen und Hemd- 
ärmeln da, und die vollen korsettbefreiten Formen der 
ehemaligen königlich großbritannischen Mätresse wurden 
nur durch eine lose Nachtjacke verhüllt, die ebenso viel 
Schmutzflecke wie Spitzen aufwies. Sie rauchte und 
blätterte im Adreßbuch. 
„Eins, zwei, drei, vier, fünf Müller,“ zählte der Doktor 
in der Liste, mit deren Aufstellung er beschäftigt war. 
„Mehr Müller dürfen wir nicht aufnehmen. Sonst klingt 
es unwahrscheinlich.“ 
Die Kusine wies mit dem Finger in den unförmigen, 
enggedruckten Band. „Hier steht noch einer mit einem so 
drolligen Vornamen. Zkonoklast... Zkonoklast Müller. 
Wie das klingt! Oen dürfen wir nicht weglassen. 
„Meinetwegen Müller Nr. 6 Fkonoklast. Machen wir 
ihn zum Unteroffizier. Er hat's durch seinen Vornamen 
verdient. Nun ein paar Namen auf N. Oie Hälfte des 
Alphabets haben wir hinter uns.“ 
Die Kusine suchte Namen auf Naus dem Abdreßbuch, 
dann auf O, dann auf P. Oer Ooktor schrieb sie in seine 
Liste. Es war eine langweilige Tätigkeit. Er hatte es satt, 
sprang auf und warf den Federhalter hin, daß die Tinte 
über das Papier spritzte. 
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