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Baubeschreibung

Full text: Das neue Stadtbad des Verwaltungsbezirks Berlin-Mitte (Public Domain)

BAUBESCHREIBUNG 
Der Verwaltungsbezirk Berlin-Mitte hatte die Aufgabe, mit der Errichtung einer 
neuen Badestätte eine Anlage zu schaffen, die in ihrer Gestaltung und Einrichtung allen 
2euzeitlich technischen, sozialen, sanitären und sportlichen Forderungen Geltung 
schaffen sollte. 
Bei der sehr ausgedehnten Anlage war die Wahl des notwendig sehr großen Bau- 
platzes inmitten eines dichtbevölkerten Stadtviertels von Alt-Berlin besonders schwierig, 
zumal auch zwecks guten Besuches die Nähe einer Laufgegend, einer Grün- oder Park- 
anlage und günstige Fahrverbindungen erwünscht schienen. Diese Vorzüge eines Bau- 
platzes bot der im städtischen Eigentum befindliche Sophienpark in der Gartenstraße. 
Bei einer Bautiefe von etwa 62 m verblieb der größere Teil der rd. 175 m tiefen Park- 
anlage mit gutem, altem Baumbestand der Bevölkerung als Erholungsstätte. 
Bei den Erfordernissen und der Eigenart der Anlage wurde besonders bedacht, 
allen Räumen und Besuchern ein hohes Maß von Licht, Luft und Sonne zuzuführen. 
Ilieraus ergab sich die Baugruppierung um eine Reihe luftiger Binnenhöfe, wodurch bei 
allen wichtigen und vielbenutzten Räumen auch Querlüftung erreicht wurde. 
Es sind, für Männer und Frauen getrennt, vorgesehen causebäder, Wannen- 
bäder, medizinische und russisch-römische Bäder sowie ein gemeinsames Schwimmbad 
von 50 X 15 m und ein Sonnenbad. 
Die Grundgedanken der baulichen Gliederung sind folgende: 
Gleichlaufend mit der Straßenfront gruppieren sich etwa in Nord-Süd-Richtung 
drei große Bautrakte, die seitlich und in der Mitte untereinander verbunden sind. Der 
an der Gartenstraße gelegene vordere Bauteil mit zwei Flügelbauten nimmt im Keller- 
yeschoß auf: Wäschetrockenräume, Wäschemagazin, Materialienräume, Transformatoren- 
und Schwachstromanlage, Lufterhitzer, Wassermesser, Kellerräume der Dienstwohnungen, 
Rohrleitungsstränge und Lagerräume. 
Der Auslauf eines durch fünf Geschosse führenden Fahrstuhls in diesem Kellerteil 
bedingt die Lagerung möglichst aller in den oberen Geschossen dieses Bautraktes ver- 
wandten Materialien, insonderheit der Wäsche sowie der in den Medizinalbädern 
benötigten Zusatzteilen an Salzen und Chemikalien. 
Im Geschoß zu ebener Erde sind angeordnet: die Kassenhalle mit Vor- 
raum, Fahrstuhl, 2 Kassenräume, Friseurraum, Räume für die Verwaltung, 2 Warte- 
räume und eine nach Männern und Frauen getrennte Brausebadanlage von insgesamt 
16 Brausezellen. 
Neben lokalen Heizkörpern wird der Eingangshalle durch eine Warmdruckluft- 
anlage Frischluft zugeführt, wobei zugleich bei dem entstehenden Überdruck Zug- 
arscheinungen herabgyemindert werden.
	        
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