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3. Finanzierung des Projektes

Full text: Denkschrift über Erbauung eines Warmwasser-Hallenschwimmbades mit Kunsteisbahn / Krecke, Hans (Public Domain)

burg andererseits in Frage kommen. Die Gesellschaft wird unter der Firma 
„Humboldtbad-Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ 
errichtet. Gegenstand des Unternehmens ist der Bau und Betrieb eines 
Hallenschwimmbades und einer geschlossenen Kunsteislaufbahn nebst Er— 
frischungsgßräumen. Die Gesellschaft bezweckt die gemeinnützige 
Förderung der Gesundheitspflege und der sportlichen Be— 
tätigung aller Volkskreise. Die Geschäftsführung jedoch erfolgt nach 
kaufmännischen Grundsätzen. 
Ferner ist von Wichtigkeit, daß das Stammkapital der Gesellschaft 
300 000. — M. beträgt, wovon 400 000. — M. von der Stadt Berlin und je 
100 000. - M. von den Herren Rohrbeck und Wolff übernommen werden, 
so daß die Stadtgemeinde die Mehrheit der Anteile besitzt. 
Es sind jedoch von der Stadt Berlin vorläufig nur 200 000. — MW. einzuzahlen, 
während weitere 200 000. — M. ein Jahr später fällig sind. Herr Vohrbeck 
zringt sein Grundstück mit einem Gesamtflächeninhalt von 35 997 qm in die 
Gesellschaft für den Preis von 180 000. — M. ein, die auf die Stammeinlagen 
der beiden Herren Vohrbeck und Wolff angerechnet werden, so daß diese noch 
20 000.- M. bar einzulegen haben. Die Vertreter des Bezirksamts haben 
hei den Verhandlungen besonderen Wert darauf gelegt, daß das Grundstück, 
auf dem der Bau errichtet wird, sofort zu einem angemessenen Preise in 
die Hände der Gesellschaft übergeht. Die weiteren 88 7 und 8 betreffen die 
Geschäftsführung, während 8 9 Bestimmungen über Befugnisse der Gesell— 
schafterversammlung enthält. Es ist für bestimmte Fälle, wie Bestellung der 
Geschäftsführer, Erlaß von Dienstanweisungen und Feststellung der Jahres— 
bilanz Dreiviertelmajorität vorgeschrieben. 8 10 trifft Bestimmungen über das 
Geschäftsjahr, 8 11 über die Verteilung des Reingewinns und 8 12 über 
die Bekanntmachungspflicht, während 8 13 bestimmt, daß der Vertrag seine 
Gültigkeit verliert, soffern die im 8 1 vorgesehene Genehmigung der zu— 
ständigen städtischen Körperschaften nicht bis zum 31. Januar 106 erklärt 
wird oder die zum Bau des Unternehmens erforderliche Summe bis zu 
diesem Zeitpunkt nicht beschafft wird. 
Es sind dies die wesentlichsten Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages. 
Hierbei mag noch die Frage aufgeworfen werden, ob es überhaupt 
zweckmäßig war, das Unternehmen als gemischt⸗-wirtschaftlichen Betrieb zu 
gründen, d. h. Privatpersonen als Gesellschafter hinzuzuziehen. Auch diese 
Frage ist vom Bezirksamt eingehend erwogen worden. Es hätte ja auch 
die Möglichkeit vorgelegen, das Hallenschwimmbad als rein städtisches Unter— 
nehmen in Form einer G.m.b. H. zu errichten und mit Herrn Rohrbeck 
lediglich einen Lieferungsvertrag zu schließen. Nach reiflicher Erwägung und, 
nachdem es uns gelungen war, Herrn Vohrbeck zu einer erheblichen Beteiligung 
zu veranlassen, sind wir zu der Äberzeugung gekommen, daß eine Beteiligung 
des Besitzers der Eisfabrik an dem Unternehmen nur von Vorteil sein und das 
Unternehmen nur gewinnen könne, wenn der Lieferant auch mit seinem eigenen 
Vermögen am Unternehmen interessiert und zugleich genötigt sei, um seiner 
Lieferpflicht genügen zu können, noch erhebliche eigene Kapitalien in seinen 
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