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Berliner Jugendwohlfahrtspflege

Full text: Fünf Jahre Landesjugendamt Berlin 1925-1930 (Public Domain)

innerhalb einer Deputation in die Erscheinung treten, 
als wenn darüber zwei einander „fremde‘ Verwal- 
‚ungen und Deputationen in eine der ebenso bekannten 
wie berüchtigten „Ressort‘“-Streitigkeiten geraten, die 
Haus der Jugend, Luisenstraße: 
Schlafraum für durchreisende Jugendgruppen 
arst durch eine übergeordnete, aber deshalb mei 
stens nicht gerade für die Belange der Wohlfahrts- 
pflege sachverständigere Instanz geschlichtet werden 
kann. Vor allem aber darf man nicht vergessen, daß 
der größte Fortschritt, den uns das Reichsjugendwohl 
[ahrtsgesetz, die Fürsorgepflichtverordnung und die 
dazugehörigen Reichsgrundsätze über Voraussetzung. 
Art und Maß der öffentlichen Fürsorge gebracht haben, 
ja gerade darin. besteht, daß die „Armenpflege‘‘ im 
alten und schlechten Sinne beseitigt ist, daß vorbeu- 
gende und durchgreifend heilende Fürsorge — nicht 
aur und nicht einmal in erster Linie durch Geldunter- 
stützungen — in den Vordergrund gerückt ist und daß 
die Gesunderhaltung und Sanierung der Familien das 
Ziel jeder Art von moderner Fürsorge ist. Wenn man 
die Dinge unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, sieh! 
man, daß bei aller notwendigen Differenzierung in der 
Arbeit die verschiedenen Zweige Öffentlicher Wohl: 
[ahrtspflege doch so eng miteinander verbunden sind, 
daß ihre zusammengefaßte Verwaltung einem natür- 
lichen Bedürfnis entspricht. Daß die Vereinheitlichung 
ler Wohlfahrtspflege in ein Amt und eine Depu- 
:ation nicht etwa die ungeordnete Häufung von Auf- 
zaben aller Art bedeutet, sondern daß sie einen in sich 
sorgfältig gegliederten Aufbau geradezu zur Voraus- 
setzung hat, bedarf keiner weiteren Erörterung. Ent- 
sprechend der fortschreitenden Erkenntnis von der 
Richtigkeit dieser Gedankengänge hat auch die 
Satzung von 1925 inneres Leben gewonnen. 
IV. 
Die Entwicklung des Aufbaus des Landes-Wohl: 
"ahrts- und -Jugendamts, dessen größte Abteilung die 
Jugendwohlfahrt bearbeitet, ist dafür ein beredtes 
Beispiel. Nachdem zunächst die vorher selbständigen 
Aemter lediglich räumlich vereinigt worden waren, 
wurde durch eine einheitliche Büroleitung der erste 
Schritt zu einer verwaltungsmäßigen Zusammenfas- 
zung getan. Sehr bald stellte es sich heraus, daß es 
für das Landesjugendamt und entsprechend auch für 
die anderen Abteilungen des Landes-Wohlfahrts- und 
Jugendamts eine beträchliche Entlastung bedeuten 
würde, wenn sie von der Fülle verwaltungstechnischer 
Arbeiten entlastet werden könnte, die ein umfang- 
reicher Dienstbetrieb nun einmal zwangsläufig mit 
sich bringt. Erst durch die Abgabe dieser Geschäfts- 
zweige konnte sich das Landesjugendamt zu einer 
ceinen Spezialabteilung für die Aufgaben der Jugend- 
wohlfahrt entwickeln, deren Stoßkraft durch die Ver- 
ainigung der gesamten Wohlfahrtspflege in ein Amt 
nicht nur nicht verringert wurde, sondern beträchtlich 
an Bedeutung gewann. Im. „Deputationsbüro‘, seit 
einiger Zeit „Zentralstelle“ genannt, wurden aus den 
angegebenen Gründen nach und nach zur einheitlichen 
Beratung u. a. zusammengefaßt: Die Personalange- 
legenheiten aller Beamten und Angestellten, soweit sie 
Werkjugendheim Charlottenburg: Buchbinderei
	        
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