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2. Teil Die Vorteile der Verzollung in den Zollämtern der Berliner Häfen

Full text: Hafenanlagen, Wasserstrassen (Public Domain)

Schein verzeichneten Güter verpfändet hat — darf sie dem Vorzeiger des Scheins 
das Gut nicht aushändigen, denn dann ist anzunehmen, daß der Schein nicht recht- 
mäßig an den Vorzeiger gekommen ist. Diese Ausgestaltung des Niederlagescheins 
zu einem sogenannten „Hinkenden Inhaberpapier“ ermöglicht dem Kaufmann 
durch einfache Weitergabe des Scheines tatsächlich das Eigentum an dem in ihm 
verzeichneten Zollgut zu übertragen. Damit wird der Umlauf des Zollgutes durch 
verschiedene Hände erleichtert und beschleunigt. 
Der Zollspeicher im Westhafen. 
Für die Zollniederlage im Westhafen ist ein besonderes Gebäude errichtet, 
der sogenannte Zollspeicher. Dieser ist das neueste und modernste Gebäude die- 
ser Art in Berlin. Der Zollspeicher, der zwecks eines bequemen Zollabschlusses 
auf der Spitze der von zwei Hafenbecken gebildeten Halbinsel liegt, grenzt mit 
drei Fronten an das Wasser und ist auf denselben Seiten mit Gleisen umgeben. 
Er steht also in unmittelbarer Verbindung mit Schiffahrt und Bahn. Drei Krane 
dienen dem Umschlag der Zollgüter. Es sind alle vier Fronten des Zollspeichers 
mit breiten Rampen in Höhe der Wagenböden versehen. In diesen Rampen 
befinden sich aufklappbare Luken zur Beförderung der Güter nach den Keller- 
räumen. Es sind somit alle Vorkehrungen getroffen, um die denkbar schnellste 
Entladung der ankommenden Zollgüter zu ermöglichen. 
Privat-Teilungsläger. 
In dem Zollspeicher ist ferner die Möglichkeit gegeben, Privatteilungsläger 
einzurichten. Für solche Privatteilungsläger werden den Kunden besondere 
Räume zur Verfügung gestellt. Diese Räume sind von der öffentlichen Nieder- 
lage völlig getrennt und besonders verschlossen; einen Schlüssel hat der Zoll, 
einen der Inhaber des Teilungslagers. Das Öffnen und Verschließen kann nur 
durch beide Teile gemeinsam erfolgen. Diese Privat-Teilungsläger bieten den 
zroßen Vorzug, daß in einem völlig abgeschlossenem Raum die Ware getrennt 
von den anderen Waren lagert. Ferner kann der Inhaber des Teilungslagers 
nicht nur die Arbeiten an den Waren vornehmen, die in der öffentlichen 
Niederlage ausgeführt werden können, wie: reinigen, sortieren, teilen und um- 
packen, sondern er kann an der Ware alle Anderungen vornehmen, die im 
Interesse seines Unternehmens liegen. Auch braucht er Behandlung, Teilung, 
Umpacken des Zollgutes nicht vorher beim Zollamt anzumelden, wie dies bei 
Waren, die in allgemeinen öffentlichen Niederlagen liegen, vorgeschrieben ist. 
Der größte Vorteil der Privat-Teilungsläger liegt aber in folgendem: 
Bei der Einlagerung in die öffentliche Niederlage muß die Identität des 
Zollgutes gewahrt bleiben. Diese Beschränkung fällt beim Privat-Teilungslager 
fort. Es werden nur die Warenmengen laufend zu- und abgeschrieben, ohne 
daß die Identität maßgebend ist und der Zoll wird im ganzen abgerechnet. 
Ähnlich wie im Westhafen liegen die Verhältnisse im Osthafen. Bei diesem 
liegen allerdings die Zollräume nicht in einem besonderen Gebäude. 
Wir können nochmals die Anregung wiederholen, daß mit Rücksicht auf die 
zroßen Vorteile, die die Verzollung in Berlin für die Empfänger von Zollgut 
bietet, diese im eigensten Interesse ihre Absender veranlassen, daß Verzollung 
im Westhafen oder Osthafen vorgeschrieben wird und daß ihre Waren in den 
Zollniederlagen dieser Häfen eingelagert werden.
	        
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