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19. Die ILA 1909

Full text: Aus 34 Jahren Luftfahrt / Tschudi, Georg von (Public Domain)

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20. MIT DEM GRAFEN ZEPPELIN 
Den Fliegern brachte die ILA den Betrag von mehr als 
100 000 Mark an Preisen ein, die innerhalb acht Tagen aus- 
geflogen wurden. Erwähnenswert dürfte sein, daß unter den 
Wettbewerbern auch solche für motorlosen Flug waren. 
In Anbetracht dessen, daß nur ein niedriger Abhang hierfür 
zur Verfügung stand, konnten die Gleitflugleistungen nur 
geringe sein. Der weiteste Flug betrug 44,5 Meter, die 
längste Flugdauer 8,5 Sekunden. 
Was 19 Jahre, die seit der ersten ILA vergangen sind, auf 
dem Gebiete der Luftfahrt geschaffen haben, das wird die 
zweite ILA, die im Herbst dieses Jahres, diesmal in Berlin, 
stattfinden wird, zeigen. Aber auch sie wird den Beweis 
noch nicht erbringen, daß wir in der Beherrschung der Luft 
an einem Ziele angekommen sind, das uns ein Austuhen ge- 
stattet. Zweierlei muß noch erreicht werden: Motoren, welche 
die Brandgefahr völlig ausschließen und Veranlassung zu 
Notlandungen nur in so seltenen Fällen geben, daß sie in 
Kauf genommen werden können und müssen, wie Schiffs- 
und Eisenbahnkatastrophen; und Landungen von Flug- 
zeugen in ähnlicher Weise wie von Luftschiffen, d. h. mit 
noch in der Luft: stark verminderter Geschwindigkeit. 
Wenn dann noch der Führer in absehbarer Zukunft auch im 
Nebel stets über seinen Ort und die Nähe des Erdbodens 
und von Hindernissen im Bilde sein wird, dann werden wir 
wirklich im Zeitalter der Luftfahrt sein. 
20. Mit dem Grafen Zeppelin ins Kaisermanöver 1909 
Der Kommandierende General des 18. Armeekorps, Ex- 
zellenz von Eichhorn — der später im großen Kriege in 
Kiew ermordet wurde —, bzw. sein Chef des Stabes, Oberst 
Ilse, hatten dem Grafen Zeppelin den Vorschlag gemacht, 
eine Fahrt im Luftschiff in das in Südwestdeutschland statt- 
findende Kaisermanöver zu machen. Mich bat man, als Be- 
obachter an der Fahrt teilzunehmen. Der Graf war einver-
	        
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