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III. Wie helfen wir uns? f) Die Stellung der Selbstverwaltung im Wiederaufbau

Full text: Wie helfen wir uns? / Böß, Gustav (Public Domain)

Öffentliche Sparkassen und Banken 
Ein kurzes Wort zu den Angriffen des Reichsverbandes 
der deutschen Industrie auf die öffentlichen Sparkassen 
und Banken. 
Zu unrecht wird von einer Übersetzung der öffent- 
lichen Kreditanstalten gesprochen. Gegenüber einer Ver- 
mehrung von 2500 auf 5000 Unternehmungen im pri- 
vaten Bankwesen sind die öffentlichen Stellen gegenüber 
der Vorkriegszeit um nur 50 vermehrt worden. Die im 
ganzen erfreuliche Erweiterung ihres Tätigkeitsgebietes 
beruht auf der glücklichen Vereinigung des gemeinnützi- 
gen Prinzips mit wirtschaftlichen Grundsätzen, die die 
öffentlichen Stellen befähigt hat, im Wettbewerb mit den 
privaten Banken zum Nutzen von Industrie und 
Handel zu bestehen. Warum sich gerade der Reichs- 
verband der deutschen Industrie die Angriffe gegen die 
Kommunalbanken zu eigen macht, ist nicht klar. Es 
entspricht nicht den Tatsachen, daß die Sparkassen ur- 
teilslos hohe Haben-Zinsen gewähren, um Einlagen heran- 
zuziehen. Auf Anregung der Berliner Stempelvereinigung 
wurde im Jahre 1924 ein Abkommen der Spitzenverbände 
der Banken mit dem Deutschen Giroverband geschlossen, 
wonach beide Teile bei ihren Mitgliedern auf gleiche Höhe 
der Haben-Zinsen hinwirken. Dies Abkommen wird über- 
wiegend gehalten. Die Berliner Stadtbank und Sparkasse 
zahlt zurzeit die gleichen Haben-Zinsen, wie die Berliner 
Privatbanken. Die Soll-Zinsen sind allerdings günstiger. 
Aber es steht den Verfechtern freien Wettbewerbs schlecht 
an, deswegen eine Zwangsbewirtschaftung des öffentlichen 
Bankwesens zu fordern. 
An der Entwicklung öffentlicher Bankanstalten von 
Ersparnisstellen und Hypothekarkreditinstituten zu Kon- 
kurrenten der privaten Banken sind diese nicht ohne 
Schuld. Die teilweise rigorose Ablösung der Kleinkonten
	        
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