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Full text : Berliner Baupolizeiliche Vorschriften für die Be- und Entwässerung von Grundstücken mit einem Anhang von einschlägigen technischen Vorschriften aus der Reichsverdingungsordnung, wichtigen behördlichen Adressen und sonstigen Angaben für das Installationsgewerbe (Public Domain)

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herliner Ilustrirte Zeitung

Nr. 24

Der große Frauenkongreß in Berlin
3 Ioel— ——

—X gegenwärtig in Berlin tagende
Weltfrauenbund ist die größte
Irganisation der Welt. Er ver—
ritt 7 bis 8 Millionen Frauen
es ganzen Erdkreises, von
danada bis Schweden, von
»olland bis Neuseeland,
on Finnland bis Argen—
inien. Er wurde anläß—
ich des Internationa—
en Frauenkongresses in
Chicago 1893 begrün⸗
det, und es ist sein Zweck, die nationalen Frauenverbände
der ganzen Welt in einer Zentralorganisation zusammen—
ufassen, die alle fünf Jahre ihre Generalversammlung
1ibhält. An der Spitze des Weltbundes steht gegen—
värtig Mrs. Wright-Sewall, die augenblickliche Schatzneisterin
 ist Frl. Helene Lange-Berlin. Selbstverstaänd⸗
lich kann der Weltfrauen⸗
bund nur solche Pro—
zrammpunkte aufstellen,
die allgemein Mensch—
liches betreffen und für
alle Länder in Betracht
kommen, gleichviel wel⸗
hen Stand die Gesamt⸗
ultur und speziell die
Kultur der Frau in den
erschiedenen Ländern
erreicht hat. So sind
denn die Hauptpunkte
die Ausgestaltung der
rechtlichen Stellung der
Frau als Gattin und
Mutter und das Ein—
reten für die Friedens⸗
bestrebungen. Die ein⸗
zelnen Nationalverbände aber,
die dem Bunde angehören,
saben natürlich ihrerseits die
verschiedensten, den Bedürf—
nissen ihrer Länder angepaß—
ten Arbeitsgebiete. Der Ber—⸗
iner Internationale Frauen—
ongreß ist keine direkt vom
Frauenweltbund ausgehende
beranstaltung, es steht viel—
mehr dem National-Bunde
ienes Landes, wo die Ge⸗
eralversammlung stattfindet,
rei, aus diesem Anlasse einen
ynternationalen Kongreß ein⸗
uberufen. Selbstverständlich
aber wird die Anwesen⸗
jeit so vieler inter—
essanter Gäste benützt,
uim auch dem großen
Publikum ein Bild
om Frauenstreben der
zanzen Erde zu geben
ind so berief der Bund
eutscher Frauen-Ver⸗
eine, an dessen Spitze
Frau Marie Stritt—
Dresden steht, diesen
Kongreß ein. Das
omplizierte lokale Ar—
angement hat ein viel⸗
zliedriges Lokal-Ko—
nitee, unter dem Vor⸗
itz von Frau Hedwig
heyl, übernommen.
das überreiche Pro—
ramm der Veranstal⸗
ung enthält ohne die

unvorhergesehenen Diskussionsredne—
rinnen 274 Referate und Korreferate
für eine sechstägige Tagesord—
nung. Kein wichtiges Gebiet,
zu dem die Frauen in irgend
einer Begiehung stehen,
sollte vernachlässigt werden,
aber da solch eine Mate—
rialfülle sonst einen
votlen Monat bean—
ipruchen würde, sind
12g.eichzeitig tagende
Sektionen gebildet worden. Die erste Sektion, unter dem
Borsitz von Helene Lange und Gertrud Bäumer, be⸗
handelt die Frauenbildung vom Kindergarten bis zum
Universitätsstudium; von den Referaten können unter
inderen als besonders interessant bezeichnet werden das
der Lady Aberdeen, der Vorsitzenden des letzten Londoner
dongresses über die Frau
als sogziale Erzieberin
ind von Mrs. Wright⸗
Zewall über die körper—
iche Erziehung der Mäd⸗
hen in den Vereinigten
Ztaaten. Die zweite
Sektion unter dem Vor—
itz von Alice Salomon
und Else Lüders ist
»em Frauenerwerb und—
Frauenberufen gewid—
net. Ueber die Frau
in der Landwirtschaft
pricht daselbst die Gräfin
Warwick, die Vorsitzende
der Londoner landwirt⸗
chaftlichen Gesellschaft,
on besonderer Eigenart
ȟrfte der Vortrag einer
Negerin Mrs. Mary Church⸗
Terrell, der Ehrenpräsidentin
des Nationalvereins farbiger
Frauen über die farbigen
Dienstboten sein. Miß Terrell
ist Professorin an einer Mäd—
chenschule und eine ausge—
zeichnete Rednerin. Erwähnt
eien noch Mrs. Smith Merrill
dorne, eine Mormonin, aus
Zalt⸗Lake Cith, die im Reichs⸗
age von Utah Abgeordnete
var und die ausgezeichnete
Predigerin, Reverend Anna
Shaw, die auch wohl als erste
Frau in Deutschland
auf der Kanzel er—
scheinen wird, um in
der englischen Kirche
um Nollendorfplatz zu
»redigen. In der drit—
en Sektion für soziale
xinrichtungen und Be—
trebungen Vorsitzende
Frau Anna Edinger
ind Frau Katharina
Scheven) sei besonders
oerwiesen auf die Ver—
handlungen über Ar—
men⸗, Kranken⸗ und
Kinderfürsorge und auf
die Bestrebungen zur
Hebung der Sittlich—
keit, zu welch letzteren
nna Pappritz nebst
vielen bemerkens—
verten Ausländerinnen

Cady Battersee (Condon)
vird auf dem Berliner Kongreß das Thema: „Gefangenen—
—Fürsorge“ erörtern.

ẽrau Mariane hainisch (Vien),
Vorsitzende des Bundes öster⸗
reichischer Franen-Vereine.

Fräulein Dr. Elisabeth Gottheiner
GBerlin),
kannt durch ihre Studien auf
aationalökonomischem Gebiet.

Cady Warwick (Condon).
Korsitzende der landwirtschaftlichen Gesellschaft in London, wird
as Thema: „Die Frau in der Landwirtschaft“ besprechen.

Frau Marie Michelet
¶hristiania)
wird die „Sittlichkeitsbewegung in
Norwegen“ behandeln.
            
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