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Full text: Abrechnung der bezirklichen Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf / Moncorps, Kerstin (Rights reserved)

ABRECHNUNG DER BEZIRKLICHEN ALTENPLANUNG für die laufende Legislaturperiode der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf 2016 - 2021 Anlage zur BA-Vorlage 1368/V Abrechnung der bezirklichen Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf Berichtszeitraum 2016 -2021 Seite Vorwort 2 Kapitel 1 - Einführung 3     Berichtsauftrag und Zielsetzung Adressaten Zielgruppen Handlungsfelder Kapitel 2 - Leitlinien und Strategien      4 Altersberichte der Bundesregierung Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik Nationales Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ Berliner Gesundheitsziel „Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten“ Kommunale lebensphasenübergreifende Gesundheitsstrategie „Gesund leben in Marzahn-Hellersdorf“ Kapitel 3 – Strukturen     7 Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Netzwerk im Alter Seniorenvertretung Schnittstellen Kapitel 4 - Soziodemografische Entwicklung   Entwicklung der älteren Bevölkerung im Berichtszeitraum 2016-2020 Soziale Situation älterer Menschen Kapitel 5 - Berichterstattung 2017-2021     11 16 Netzwerk im Alter: Berichterstattung der Interessenverbünde und des Beirats zur Umsetzung der Altenplanung Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf Kapitel 6 – Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 1|S e i t e 60 Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren, in Auswertung der Zuarbeiten zur abschließenden Abrechnung der Aktivitäten im Rahmen der bezirklichen Altenplanung für den Berichtszeitraum 2017 - 2021 und dem Abgleich mit den für die Fortschreibung benannten Arbeitsschwerpunkten zeigt sich deutlich: Es wurde unter Berücksichtigung vorliegender Handlungsempfehlungen und Leitlinien und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen – bezogen auf die bezirkliche Altenplanung in der laufenden Legislaturperiode – ein Umsetzungsprozess in erheblicher Breite, Vielfalt und Qualität geleistet. Dabei wurden die Vorhaben in unterschiedlicher Intensität bearbeitet und realisiert. Das Geschehen um die seit März 2020 vorkommende CoronavirusPandemie hat die Arbeit in den Gremien und Netzwerken sowie die Aktivitäten unmittelbar beeinflusst. Damit verbunden waren Einschränkungen z. B. bei der Umsetzung von Maßnahmen und in der Gremienarbeit sowie die situationsbezogene Suche nach Lösungen unter Beachtung der jeweils gültigen Eindämmungsmaßnahmen und die Entwicklung von Hygienekonzepten u. v. a. m. Digitalisierung hat in diesem Zusammenhang einen vielfältigen und wesentlichen Zuspruch erfahren. Die im Kapitel 4 dargestellten Aussagen zur sozio-demografischen Entwicklung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bilden die Datengrundlage für die Fortschreibung der Altenplanung. Basierend auf den im Kapitel 5 vorgelegten Ergebnissen und unter Berücksichtigung der jeweils vereinbarten Realisierungszeiträume, werden im Kapitel 6 Empfehlungen für die Diskussion und Meinungsbildung zur Fortschreibung in dem dafür zuständigen Beirat zur Umsetzung der bezirklichen Altenplanung und im Bezirksamt abgeleitet. Die vorliegende Abrechnung der bezirklichen Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf ist Ausdruck des Zusammenwirkens unterschiedlicher Akteure, Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen in den Gremien des Netzwerkes im Alter und in gemeinsam entwickelten und umgesetzten Angeboten. Ziel ist es, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter zu erhalten und zu fördern. Hiermit möchte ich allen Beteiligten recht herzlich für die geleistete Arbeit danken und meine Anerkennung aussprechen! Juliane Witt Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Soziales und Facility Management 2|S e i t e Kapitel 1 - Einführung Grundlagen für die Abrechnung der Altenplanung für den Berichtszeitraum 2017 – 2021 sind die Bezirksamtsvorlage Nr. 1229/V (April 2016) in Bezug auf den strukturellen Aufbau und die Bezirksamtsvorlage Nr. 0360/V (11.07.2018) für die inhaltliche Fortschreibung (s. Maßnahmentabelle: Fortschreibung der Altenplanung Marzahn-Hellersdorf 2017-2021) mit Nennung der Arbeitsschwerpunkte. Bei einer ressortübergreifenden Federführung erfolgt ein Verweis zum jeweils anderen Kapitel am Ende des betreffenden Absatzes. Arbeitsschwerpunkt:  Konstituierende Beiratssitzung am 11.01.2018: Erteilung Arbeitsauftrag „Fortschreibung bez. Altenplanung bis 2021“ an die Bezirksverwaltung  Beratung und Genehmigung des Entwurfs hierfür in erster Folgesitzung am 30.05.2018  Zwischenberichterstattungen zur Umsetzung bez. Altenplanung bis 2021: lfd., zu allen Sitzungsterminen nach dem 30.05.2018  Abschließende Berichterstattung zur Umsetzung bez. Altenplanung bis 2021: Mai 2021 1.1 Berichtsauftrag und Zielsetzung „Die Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung Marzahn-Hellersdorf für die laufende Legislaturperiode der BVV bis 2021, bestehend aus dem Exposé „Erläuternde Darstellung von aktuellen Strukturen sowie Handlungsschwerpunkten und Handlungsempfehlungen aus der Sozialstudie „50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“ sowie der Anlage „Arbeitsschwerpunkte der Fachressorts und Kooperationspartner*innen im bezirklichen Netzwerk im Alter“, wurde unter enger Mitwirkung des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung, aller Interessenverbünde im bezirklichen Netzwerk im Alter, der bezirklichen Seniorenvertretung als gewählter Interessenvertretung der Seniorinnen und Senioren im Bezirk sowie aller Ressorts, ausgenommen der Abt. Bürgerdienste und Wohnen, der Bezirksverwaltung erarbeitet. Der Beirat zur Umsetzung der Altenplanung hat die ihm vorgelegte Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung Marzahn-Hellersdorf für die Jahre 2017-2021 in seiner Sitzung am 30.05.2018 einstimmig beschlossen und dem Bezirksamt die Beschlussfassung und die Weiterleitung an die BVV zur Kenntnisnahme empfohlen. Die Berichterstattung zur Umsetzung der Altenplanung soll in Form einer Zwischenberichterstattung im Jahr 2019 und abschließend zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2021 im Altenbeirat erfolgen.“ (Begründung zum Beschluss des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf von Berlin Nr. 0360/V vom 11.07.2018) 1.2 Adressaten Als Teil der Sozialplanung richtet sich die Altenplanung an alle Akteure aus dem Bezirk MarzahnHellersdorf, welche direkten oder indirekten Einfluss auf den Lebensverlauf und die Lebenswelt älterer Menschen haben. Dies betrifft insbesondere relevante Fachplanung(en) und Steuerungsstrukturen, Leistungserbringer und Leistungsträger. Auf kommunalpolitischer Ebene sind alle Mitglieder des Bezirksamtes Adressaten, wobei dem für Soziales zuständigen Mitglied, gemäß Geschäftsordnung für den Beirat zur Umsetzung der Altenplanung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die Federführung obliegt.1 Weitere Mitglieder des o. g. Beirates und damit zugleich Adressaten sind Vertretungen der Wohlfahrtsverbände, der Seniorenvertretung, der Interessenverbünde des Netzwerkes im Alter, zuständiger Ausschüsse der Bezirksverordnetenversammlung sowie die Beauftragten für Gleichstellung, Integration und Menschen mit Behinderungen (s. Punkt 2. Mitgliedschaft der Geschäftsordnung). 1 Geschäftsordnung für den Beirat zur Umsetzung der Altenplanung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin Quelle: https://www.berlin.de/projekte-mh/netzwerke/netzwerk-im-alter/beirat-zur-umsetzung/ Zugriff: 07.04.2021 3|S e i t e 1.3 Zielgruppen Die Fortschreibung der Altenplanung bezieht sich auf eine repräsentative Befragung von 10.000 ab 50jährigen Einwohnerinnen und Einwohnern des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Deren Erkenntnisse wurden in der Sozialstudie „50 und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“ zusammengefasst und sind zudem Ausdruck der unmittelbaren Beteiligung der Zielgruppe an sie betreffenden kommunalen Planungsprozessen (S. 16).2 1.4 Handlungsfelder Aus der Sozialstudie „50 und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“ wurden für die Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung bis 2021 vier für die bezirkliche Seniorenpolitik relevante Entwicklungen als Handlungsfelder definert. 1. anhaltendender demografischer Wandel im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und der daraus resultierende Anstieg der Gruppe der Seniorinnen und Senioren 2. Veränderungen bei der Erwerbsbeteiligung, Einkommen, materielle Absicherung 3. Wandel der Bedingungen für soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe 4. Prävention vor sozialer Isolierung im Kontext wachsender Altersarmut (S. 17)2 Die daraus resultierenden und beschlossenen Arbeitsschwerpunkte2 (Anlage S. 1-41) orientieren sich an den Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik und beziehen sich auf die Entwicklung und Gestaltung von:    Strukturen zur interdisziplären und ressortübergreifenden Zusammenarbeit incl. deren Rahmenbedingungen, zielgruppenspezifischen und thematischen Strategien und (Modell)Projekten, konkreten Maßnahmen und Angeboten und benennen federführende Abteilungen, Ämter, Organisationseinheiten des Bezirksamtes, Arbeitsgruppen oder externe Partnerinnen und Partner, in deren Veranwtortung die Umsetzung und Begleitung der jeweiligen Arbeitsschwerpunkte liegt. Kapitel 2 - Leitlinien und Strategien Zentrale Leitlinien und Strategien unterstützen die fachpolitische Diskussion auf bezirklicher Ebene bei der Erarbeitung bezirklicher Schwerpunkte. Die in diesem Kapitel aufgeführten Beispiele beziehen sich dabei auf Altersberichte der Bundesregierung, auf Leitlinien der Seniorenpolitik, Gesundheitszieleprozesse auf nationaler, Berliner und kommunaler Ebene. 2.1 Altersberichte der Bundesregierung Seit 1993 erscheint in jeder Legislaturperiode ein Altersbericht zu einem seniorenpolitischen Thema. Die Altersberichte sind eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Seniorenpolitik des Bundes. Die Bundesregierung will mit ihrer Seniorenpolitik Menschen darin unterstützen, im Alter selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben zu können.3 2 Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung BA Vorlage Nr. 0360/V, Juli 2018 Quelle: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministerium/berichte-der-bundesregierung/achter-altersbericht/altersberichte-der-bundesregierung/altersberichterstattung/77138 (Zugriff: 12.01.2021) 3 4|S e i t e Tab. 1: Übersicht zu bisher veröffentlichten Altenberichten der Bundesregierung Jahr 2020 1998 Bericht Achter Altenbericht „Digitalisierung als Chance für ein selbstbestimmtes Leben“ Siebter Altenbericht "Sorge und Mitverantwortung in der Kommune - Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften" Sechster Altenbericht "Altersbilder in der Gesellschaft" Fünfter Altenbericht "Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft - Der Beitrag älterer Menschen zum Zusammenhalt der Generationen" Vierter Altenbericht "Risiken, Lebensqualität und Versorgung Hochaltriger - unter besonderer Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen" Dritter Altenbericht "Alter und Gesellschaft" Zweiter Altenbericht "Wohnen im Alter" 1993 Erster Altenbericht zur "Lebenssituation älterer Menschen" 2016 2010 2006 2002 2001 2.2 BT-Drs.4 BT-Drs. 19/21650 BT-Drs. 18/10210 BT-Drs. 17/3815 BT-Drs. 16/2190 BT-Drs. 14/8822 BT-Drs. 14/5130 BT-Drs. 13/9750 BT-Drs. 12/5897 Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik Die am 4. Mai 2021 verabschiedeten Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik spiegeln die Vielfalt an Lebensformen und Bedürfnissen der Generation 60plus wieder und orientieren sich an der aktuellen Situation älterer Menschen. „Die neuen Leitlinien lösen die im Jahr 2013 vom Berliner Senat beschlossenen Leitlinien ab. Sie formulieren politische Ziele und nennen Handlungsfelder für Politik und Verwaltung, damit Zugehörigkeit und Teilhabe im Alter möglich ist. Durch die Zusammenfassung von Themenfeldern sollen Querschnittsthemen besser als bisher berücksichtigt und die Zusammenarbeit der Verwaltungen gefördert werden. Zudem hat der Senat einen Maßnahmenkatalog zu den Leitlinien verabschiedet. Darin stehen mehr als 60 konkrete Maßnahmen für ältere Menschen, zum Beispiel Maßnahmen zur Verhinderung von Altersdiskriminierung, zur Stärkung der Vielfalt innerhalb der bezirklichen Seniorenvertretungen, zum barrierefreien Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen und zur Stärkung der ambulanten Pflegestrukturen. Die Leitlinien und insbesondere die Maßnahmen wurden in einem partizipativen Prozess entwickelt. Daran wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Senatsverwaltungen mit, der Bezirksämter und der Seniorenmitwirkungsgremien. Diese Akteure werden auch zukünftig eng zusammenarbeiten und in regelmäßigen Abständen die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen prüfen und bei Bedarf neue Maßnahmen formulieren.“ 5 2.3 Nationales Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ Das Gesundheitsziel Gesund älter werden beschreibt in den Handlungsfeldern „Gesundheitsförderung und Prävention“, „Medizinische, psychosoziale und pflegerische Versorgung“ und „Besondere Herausforderungen“ sowie in zugeordneten Teilzielen Maßnahmen, die ergriffen werden können (und sollen), um die Gesundheit der älter werdenden Gesellschaft zu erhalten oder zu verbessern. Startermaßnahmen beziehen sich u.a. auf die Vermittlung eines realistischen Altersbildes, die Weiterentwicklung und den Ausbau wohnortnaher Strukturen für ältere Menschen unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Lebenswelten benachteiligter Personen und einem Modell von Wohnraumanpassungen, z. B. durch eine öffentliche Wohnungsbaugesellschaft, mit denen der Eintritt von Pflegebedarf gemindert 4 5 BT-Drs.: Bundestag-Drucksache Quelle: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1081959.php Zugriff: 10.05.2021 5|S e i t e wird sowie die Wertschätzung der Arbeit pflegender Angehörige, z. B. durch die Umsetzung eines „Tages der pflegenden Angehörigen“.6 2.4 Berliner Gesundheitsziel „Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten“ Die steigende Lebenserwartung und die sich durch den demografischen Wandel verändernde Bevölkerungsstruktur stellen Berlin vor große gesundheitspolitische Herausforderungen. Im Rahmen des seit dem Jahr 2009 laufenden Diskussionsprozesses zu Altern und Gesundheit beschloss die LGK im Juni 2011 das Gesundheitsziel “Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten”. Seitdem wurden weitere Ziele verabschiedet, zuletzt im Handlungsfeld “Mundgesundheit im Alter” (2017) und für die Zielgruppe der älteren Menschen in stationären Einrichtungen (2018). Folgende Ziele werden aktuell verfolgt (Stand Ende 2018):      2.5 Strategien und Maßnahmen der sozialraumorientierten Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe ausbauen. Maßnahmen der Bewegungsförderung ausbauen und ältere Menschen motivieren und fördern, sich regelmäßig zu bewegen. Die gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranker, älterer Menschen und ihrer Angehörigen fördern und adäquate Versorgungsstrukturen weiterentwickeln. Sucht im Alter vorbeugen. Die zahnmedizinische Prävention und Versorgung bei älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf ist gestärkt.7 Kommunale lebensphasenübergreifende Gesundheitsstrategie „Gesund leben in Marzahn-Hellersdorf“ „Kommunale, lebensübergreifende Gesundheitsstrategien, auch „Präventionsketten“ genannt, sollen die Voraussetzungen für ein möglichst langes und gesundes Leben für alle Menschen der Kommune verbessern, unabhängig von der jeweiligen sozialen Lage.8“ Zielsetzung der Marzahn-Hellersdorfer Gesundheitsstrategie ist es, Hilfesysteme so zu strukturieren, dass allen sozialen Gruppen Lebens- und Teilhabebedingungen eröffnet werden. Dabei wird Gesundheitsförderung als Prozess verstanden, welcher allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglicht und sie dadurch zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigt. Ein besonderes Augenmerk kommt der gesellschaftlichen Mitverantwortung für die Gesundheit zu, wobei der Gesundheitssektor dafür nicht alleine die Verantwortung trägt, sondern diese bei allen Politikbereichen liegt.9 6 Quelle: https://gesundheitsziele.de/nationale_gz/gesund_aelter (Zugriff: 12.01.2021) Quelle: https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsfoerderung-und-praevention/landesgesundheitskonferenz-berlin/gesundheitsziele/ (Zugriff: 12.01.2021) 8 Quelle: Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“ (2013) 9 Quelle: https://www.berlin.de/projekte-mh/netzwerke/gesund-leben/struktur/ (Zugriff: 28.01.2021) 7 6|S e i t e Kapitel 3 – Strukturen Kommunale Altenhilfe ist als „Sollbestimmung“ im „§ 71 Altenhilfe“ im SGB XII10 geregelt. „Die Altenhilfe soll dazu beitragen, Schwierigkeiten, die durch das Alter entstehen, zu verhüten, zu überwinden oder zu mildern und alten Menschen die Möglichkeit zu erhalten, selbstbestimmt am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen und ihre Fähigkeit zur Selbsthilfe zu stärken.“ Für die Altenhilfeplanung gibt es keine bundesgesetzliche Verankerung. Sie gehört wie die Altenhilfe zu den freiwilligen Selbstverwaltungsangelegenheiten.11 Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin wird in der Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der BVV bis 2021 Altenplanung als ein Element der Sozialplanung und als abteilungsübergreifende Aufgabe definiert. Schwerpunkte sind: • • • 3.1 soziodemographische und gesundheitliche Entwicklungen in der Altersgruppe „50 Jahre und älter“, unterschiedliche Lebenssituationen von Frauen und Männern, Erfassung, Bedarfsfeststellung und Planung geschlechtergerechter Angebote für ältere Menschen.12 Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Arbeitsschwerpunkt:  Implementierung der Aufgabengebiete „Bezirkliche Altenplanung“ und „Bezirkliche Altenhilfekoordination“ beim Amt für Soziales/SeniorenServiceBüro (SSB) bis Jahresende 2018  Implementierung der Stelle „Bez. Gesundheitsplanung/Geriatrieplanung“ bei der OE QPK bis Jahresende 2018  Praxisstelle für Bachelor- und Master-Studiengänge „Soziale Gerontologie“ u.a. Die Aufgabenstellung der bezirklichen Altenplanung wurde im Jahresverlauf 2018 aus der Organisationseinheit „Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes“ (OE QPK) herausgelöst und am 1. März 2020 im SeniorenServiceBüro des Amtes für Soziales neu etabliert. Aufgabenbereiche sind gemäß Basisanforderungsprofil die ressortübergreifende Altenplanung und die damit verbundene Netzwerk-, Öffentlichkeits- und Informationsarbeit. In das Arbeitsgebiet der Leitung der OE QPK sind die Gesundheitsplanung sowie die Geriatrieplanung eingebettet worden. Die Stelle ist seit dem 1. Mai 2019 neu besetzt. Eine Praktikumsstelle für Student*innen Soziale Arbeit / Soziale Gerontologie wird bei der OE QPK vorgehalten (Arbeitsplatz vorhanden) und wurde im Berichtszeitraum zwei Mal besetzt. Tab. 2: „Altenplanung“ im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf (Zuständigkeiten und Arbeitsgebiete) sowie gesetzliche Grundlagen und Produkte im Produktkatalog der Berliner Bezirke Zuständigkeit Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Abteilungsleitung mit Zuständigkeit für Abteilungsleitung mit Zuständigkeit für Soziales Gesundheit Amt für Soziales OE Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen GesundSeniorenServiceBüro heitsdienstes 10 Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__71.html Zugriff: 31.03.2020 Braeseke G, Naegele G, Engelmann F, Lingott N, Inkrot S (2019): Handlungsempfehlungen zur Altenplanung. IGES Institut im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration 12 Quelle: https://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/senioren-sozialkommissionen/ Zugriff: 31.03.2020 11 7|S e i t e Arbeitsgebiete     Koordination Altenplanung Koordination Altenhilfe Koordination regionale Seniorenarbeit Koordination Ehrenamt (Soko´s) gesetzliche Grundlage Sozialgesetzbuch (SGB) XII § 71 Altenhilfe Hinweis: ohne direkte Nennung der Altenplanung Produkt 80962 Altenhilfeplanung und -koordination (Rechtsgrundlage: SGB I, II, IX, X, XI, XII, GGO, LHO, VwVfG)  Gesundheitsplanung und Geriatrieplanung  Gesundheits- und Sozialberichterstattung  Koordination Gesundheitsförderung  Psychiatriekoordination  Suchthilfekoordination und -planung Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst – Gesundheitsdienstgesetz (GDG) vom 25. Mai 2006 § 1 (3) Hinweis: ohne direkte Nennung der Geriatrieplanung 80938 Maßnahmen der Gesundheitsplanung, Koordination und Qualitätsentwicklung (Rechtsgrundlage: GDG, Datenschutzgesetz; PsychKG, BezVwG, PEP) Hinweis: ohne direkte Nennung der Geriatrieplanung Stand: April 2021 Arbeitsschwerpunkt: Vernetzung auf Ebene der Planung u. Steuerung: Zusammenarbeit zwischen Altenplanung/Altenhilfekoordination, Gesundheitsplanung / Geriatrieplanung, Psychiatriekoordination / Suchthilfekoordination gewährleisten und optimieren. Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung) ist eine Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für die bezirkliche Schwerpunktsetzung. Die planerische Gesamtverantwortung obliegt dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und ist dort dem Amt für Soziales der Koordination für Altenhilfe und Altenplanung zugeordnet. Der Planungsprozess ist partizipativ und konstruktiv unter Beteiligung von Kommunalpolitik, Verwaltung, Akteuren und Bürger*innen angelegt. Strukturelle Bindeglieder sind das „Netzwerk im Alter“ und hier insbesondere der Beirat zur Umsetzung der Altenplanung und die bezirkliche Gesundheitsstrategie „Gesund leben in Marzahn-Hellersdorf“. Schnittstellen ergeben sich zur Geriatrieplanung sowie zur Psychiatrie- und Suchthilfeplanung mit dem Schwerpunkt Gerontopsychiatrie, welche im Verantwortungsbereich der OE QPK liegen. Die fachliche Schwerpunktsetzung liegt dabei auf der Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Rehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten. Für die Beschreibung der Bevölkerungsstruktur (Demografie und Sozialstruktur) und zur Definierung von Schwerpunkten werden Daten und Ergebnisse der Integrierte Gesundheits- und Sozialberichterstattung der OE QPK genutzt.15 3.2 Netzwerk im Alter Planerische Prozesse rund um die Altenplanung des Bezirkes werden aus dem übergreifenden Netzwerk im Alter Marzahn-Hellersdorf heraus gesichert. Es besteht aus dem Beirat zur Umsetzung der Altenplanung als fachpolitischer Ebene der Altenplanung bzw. deren Schnittstelle zur Kommunalpolitik, und aus den drei Interessenverbünden „Wohnen im Alter“, „Aktiv im Alter“ und „Gesundheit im Alter“ als fachlicher Ebene der Altenplanung. Die Altenhilfekoordination dient dem Netzwerk im Alter - aus dem SeniorenServiceBüro heraus - als dessen Geschäftsstelle. (Auszug aus dem Flyer „Netzwerk im Alter Marzahn-Hellersdorf“)13 13 Quelle: https://www.berlin.de/projekte-mh/netzwerke/netzwerk-im-alter/ Zugriff: 08.04.2021 8|S e i t e Abb. 1: Netzwerk im Alter – Struktur und Aufgaben Netzwerk im Alter kommunalpolitische Ebene fachpolitische Ebene Bezirksamt Beirat zur Umsetzung der Altenplanung … begleitet, lenkt und kontrolliert die Umsetzung der bezirklichen Altenplanung Empfehlungen für die fachliche Arbeit und beauftragt die Bearbeitung bestimmter Themenbereiche Beschlussentwürfe bzw. -empfehlungen Interessenverbund WOHNEN IM ALTER Interessenverbund AKTIV IM ALTER … befasst sich mit Aufgabenstellungen von grundsätzlicher Bedeutung für die Entwicklung altersgerechten Wohnens … befasst sich mit Themen rund um die körperliche und geistige Aktivierung der Seniorinnen und Senioren mit dem Anspruch, deren soziale Kontakte und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern und zu unterstützen fachliche Ebene Interessenverbund GESUNDHEIT IM ALTER (GGV) … hat das Ziel, die Behandlungs , Betreuungs- und Pflegesituation und damit die Lebensqualität psychisch und somatisch kranker älterer Menschen zu verbessern Das Netzwerk im Alter ist über den Interessenverbund „Gesundheit im Alter“ an der Entwicklung der Marzahn-Hellersdorfer „Präventionskette“ beteiligt und fungiert hier als Ansprechpartner für die Lebensphase „Ruhestand nach dem Erwerbsleben“ (s. a. Kapitel 2.5 und Bericht des Interessenverbundes „Aktiv im Alter“ im Kapitel 5.1.3). Weiterführende Informationen zum Netzwerk im Alter: Link Abb. 2: Einbindung des Netzwerkes im Alter in die Marzahn-Hellersdorfer Gesundheitsstrategie9 Weiterführende Informationen zu Gesund leben-Marzahn-Hellersdorfer Gesundheitsstrategie: Link 9|S e i t e 3.3 Seniorenvertretung Arbeitsschwerpunkt:  Regelmäßige Präsenz der Bezirksverwaltung/SSB im Auftrag der Bezirkspolitik zu den Sitzungsterminen der bez. Seniorenvertretung zwecks Informationssicherung auf Gegenseitigkeit, Bearbeitung von Klärungsbedarfen und Absprachen  Sicherstellung regelmäßiger Berichterstattung der bez. Seniorenvertretung im Beirat zur Umsetzung bez. Altenplanung, Einbindung der bez. Seniorenvertretung in die Auf-stellung jährliche Arbeitsplanungen/Festlegung thematischer Schwerpunkte des Altenbeirates  Rechtzeitige gemeinsame inhaltlich-organisatorische Vorbereitung der Wahlen zur bez. Seniorenvertretung 2021/2022 und Anregung dringend notwendiger, zeitnaher Novellierung zugehöriger Rechtsvorschriften Berliner (Seniorenmitwirkungsgesetz und VV Berufungsvorschläge) zur Vereinfachung der Wahlverfahrensabläufe sowie Minimierung des personellen und finanziellen Verwaltungsaufwandes Im Gesetz zur Stärkung der Mitwirkungsrechte der Seniorinnen und Senioren am gesellschaftlichen Leben im Land Berlin (Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz – BerlSenG) vom 4. August 201614 sind im § 4 die Struktur, Aufgaben und Arbeitsweise der bezirklichen Seniorenvertretungen geregelt. Grundsätzliches Ziel ist es, die aktive Beteiligung der Berliner Senioreninnen und Senioren am sozialen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben zu fördern. Dabei sollen Erfahrungen und Fähigkeiten genutzt, Beziehungen zwischen den Generationen verbessert und die Solidargemeinschaft weiterentwickelt werden (§ 1). „Seniorinnen und Senioren im Sinne des Gesetztes sind, alle Personen, die im Land Berlin mit Hauptwohnsitz gemeldet sind und das 60. Lebensjahr vollendet haben.“ (§ 2). Die Wahlen zur Seniorenvertretung wurden, gemäß der Verwaltungsvorschrift zur Wahl der Vorschlagslisten und Berufung der Mitglieder der bezirklichen Seniorenvertretungen vom 2. November 2016, in 2017 durchgeführt (S. 15).2 Im Auftrag der für Soziales zuständigen Bezirksstadträtin nimmt aus dem SeniorenServiceBüro die Koordinatorin für Altenhilfe an den Sitzungen der Seniorenvertretung teil und kommuniziert die Ergebnisse in das Bezirksamt. Eine weitere Schnittstelle ergibt sich zur Koordination für die regionale Seniorenarbeit. Hier wird der quartalsweise erscheinende Veranstaltungskalender für Informationen aus der Seniorenvertretung genutzt. Zudem ist die Seniorenvertretung gem. Geschäftsordnung des Beirats zur Umsetzung der Altenplanung1 Mitglied des Gremiums. Für die aktive Mitwirkung verfügt die Seniorenvertretung über ein Rederecht vor der BVV und in deren Ausschüssen (s. a. Kapitel 5.2). Die Wahlen zur bezirklichen Seniorenvertretung werden gemäß § 4a des BerlSenG in 2021 vorbereitet und vom 14. bis 18. März 2022 durchgeführt. Weiterführende Informationen zur Marzahn-Hellersdorfer Seniorenvertretung: Link 3.4 Schnittstellen15 Arbeitsschwerpunkt: Vernetzung auf Ebene der Planung u. Steuerung s. a. Kapitel 3.1 Die Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination (OE SPK) ist verantwortlich für die Umsetzung der Sozialraumorientierung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Um innerhalb der einzelnen Bezirksregionen effektiv planen und handeln zu können, werden durch die OE SPK in fachübergreifender Zusammenarbeit die Bezirksregionenprofile erstellt. Diese geben unter anderem Auskunft über statistische Daten sowie den Zielen und Strategien zur Weiterentwicklung der Bezirksregionen. Damit bilden die Bezirksregionenprofile eine umfassende Arbeitsgrundlage für die Bezirksverwaltung, um den regionalen Herausforderungen zu begegnen. Weiterführende Informationen zur OE SPK: Link 14 weitere Informationen unter https://www.berlin.de/sen/soziales/besondere-lebenssituationen/seniorinnen-und-senioren/ Zugriff: 8.04.2021 15 Rahmenkonzept „Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung)“ BA Vorlage Nr. 1199/V (2021) 10 | S e i t e Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) wird alle zwei Jahre durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf Grundlage der Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet. Es beobachtet die sozialstrukturelle Entwicklung in den 447 Planungsräumen (PLR) von Berlin. Dabei werden Gebiete identifiziert, die im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlich stark sozial benachteiligt sind. Die Aufarbeitung der Daten erfolgt im Rahmen der Beiträge zur integrierten Gesundheits- und Sozialberichterstattung durch die OE QPK.16 Weiterführende Informationen zum MSS: Link Zentrale Akteure für partizipative und sozialraumorientierte Planungsprozesse sind die Sozialen Stadtteilzentren deren Aufgabe die Sicherung und Gestaltung von Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit in Marzahn-Hellersdorf ist. Im Rahmenkonzept werden Grundsätze, Ziele und Leistungsbereiche für eine bedarfsorientierte Stadtteilarbeit beschrieben und verbindlich geregelt. Die Sozialen Stadtteilzentren organisieren sich zur inhaltlichen Abstimmung und Weiterentwicklung der Arbeit im „Verbund der Sozialen Stadtteilzentren“. Strukturell erfolgt die Anbindung an die Stadtteilkoordination im Amt für Soziales. s. a. Kapitel 5.3.7 S. 55 Weiterführende Informationen zu den sozialen Stadtteilzentren: Link Kapitel 4 - Soziodemografische Entwicklung Marion Augustin, Gesundheits- und Sozialberichterstatterin 4.1 Entwicklung der älteren Bevölkerung im Berichtszeitraum 2016 – 2020 Am 31.12.2020 lebten 273.731 Einwohner*innen in Marzahn-Hellersdorf. Die bezirkliche Altenplanung bezieht das Altersspektrum ab 50 Jahre ein, so dass auch in der Analyse der Bevölkerungsentwicklung diese Altersgruppe betrachtet wird. Besonderheit der demografischen Entwicklung im Bezirk Die Altersstruktur im Bezirk weicht deutlich von den altersstrukturellen Proportionen der Gesamtstadt ab, da die demografische Situation durch die Großsiedlung geprägt ist (hier leben 71 % der Gesamtbevölkerung). Die Großsiedlung wurde in den 1980er Jahren erbaut und bezogen. Solch eine Erstbesiedlung geht mit demografischen Disproportionen einher. Anfangs war der Bezirk einerseits durch junge Familien und ihre Kinder charakterisiert („demografische Wellen“ der Kinder- und Elterngeneration) und andererseits wohnten wenig alte Menschen hier. Abb. 3: Altersstruktur in Marzahn-Hellersdorf und Berlin 2020 (je 1.000 der Bevölkerung) Der frühere Elternberg ist mittlerweile im Alter zwischen Mitte 50 und 70 Jahre, er ist zu einem „Großelternberg“ geworden. Der ehemalige „Kinderberg“ ist jetzt zwischen 30 und 40 Jahre. Zwischen beiden „Bergen“ gibt es eine defizitär besetzte Altersgruppe, deren tiefste „Delle“ im Alter von Mitte 40 Jahren liegt. 16 Quelle: https://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-des-oeffentlichen-gesundheitsdienstes/downloads/mss-2019-fuer-mh-endfassung.pdf Zugriff: 05.05.2021 11 | S e i t e Diese Altersstruktur hat zur Folge, dass der Bezirk schneller altert als andere Berliner Bezirke. Das Durchschnittsalter ist in Marzahn-Hellersdorf von 1991 - 2009 fast viermal stärker gestiegen als im Berliner Durchschnitt. Lag es 1991 noch fast 10 Jahre unter dem Berliner Durchschnitt, so liegt es heute ein Jahr über dem Berliner Durchschnitt. In den letzten 10 Jahren war dieses Wachstum etwas abgeschwächt. Dennoch stieg das Durchschnittsalter in diesem Zeitraum um 1,4 Jahre und damit so viel wie in keinem anderen Berliner Bezirk. Entwicklung der älteren Bevölkerung seit 2016 Die Zahl der ab 50-Jährigen hat seit 2016 kontinuierlich zugenommen. Heute leben gut 3.000 Personen dieser Altersgruppe mehr im Bezirk als noch 2016. Das ist eine Zunahme um 3,1 %. Abb. 4: Entwicklung der älteren Menschen ab 50 Jahre seit 2016 nach Altersgruppen 120.000 100.000 80.000 116.145 117.583 118.571 119.257 119.765 11.387 12.186 13.105 13.955 14.893 38.274 39.585 40.717 41.962 42.993 66.484 65.812 64.749 63.340 61.879 2016 2017 2018 2019 2020 80+ 50+ gesamt 60.000 40.000 20.000 0 50 < 65 65 < 80 Dabei ist die Zahl der 50 < 65-Jährigen um 7 % zurückgegangen, das sind über 4.600 Personen. Demgegenüber stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Menschen ab 65 Jahre um über 8.000 Personen an. Bei den 65 < 80-Jährigen um fast 4.800 Personen (+ 12 %), bei den über 80Jährigen um mehr als 3.500, was eine Zunahme um 31 % bedeutet. Bevölkerungsprognose bis 2030 Gemäß der aktuellen Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen17 für die Jahre 2018 - 2030 wird sich diese Entwicklung weiter fortsetzen. So wird in Marzahn-Hellersdorf die Zahl der 50 < 65-Jährigen weiter zurückgehen. In dieser Altersgruppe wird mit einem Rückgang von 26 % gerechnet (fast 17.000 Personen). Bei den über 65-Jährigen werden die unter 85-Jährigen um knapp 13.000 Personen zunehmen, aber auch die Hochbetagten über 85 Jahre werden um über 3.000 Personen ansteigen. Die ehemaligen „Eltern- und Kinderberge“ verschieben sich weiter in die höheren Altersgruppen, das „Tal“ dazwischen bleibt. Geschlechterverteilung nach Altersgruppen Altersabhängig gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Es werden mehr Jungen als Mädchen geboren und bis 50 Jahre gibt es stets einen leichten Männerüberschuss (52 %). Abb. 5: Geschlechterdifferenzierung der ab 50-Jährigen Mit zunehmendem Alter sinkt der Männeranteil. Zwischen 50 und 80 Jahren sinkt der Männeranteil kontinuierlich auf zunächst 47 % und ab 80 Jahre noch etwas stärker bis auf 38 %, d.h. bei den über 80-Jährigen sind 62 % weiblich. 17 Quelle: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/bevoelkerungsprognose/download/2018-2030/Bericht_Bevprog2018-2030.pdf Zugriff: 17.3.03.2020 12 | S e i t e Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Alter Der Migrationshintergrund ist kein festes Merkmal aus dem Einwohnerregister, sondern wird an Hand von verschiedenen Merkmalen abgeleitet. Die Ableitung orientiert sich an den bundesweiten Richtlinien zur Definition des Migrationshintergrundes in der amtlichen Statistik und wird den Möglichkeiten der Merkmalsauswahl des Melderegisters angepasst (Berliner Verfahren). Für ältere Personen werden in der Einwohnerregisterstatistik Ausländer ausgewiesen sowie Deutsche mit Migrationshintergrund, wenn sie außerhalb Deutschlands geboren wurden, eine zweite Staatsangehörigkeit besitzen oder über ein Einbürgerungskennzeichen verfügen. Letzteres trifft vor allem auf die Russlanddeutschen zu, die in den höheren Altersgruppen sehr häufig vertreten sind. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im Bezirk ist generell geringer als in den anderen Berliner Bezirken, mit Ausnahme von Köpenick. Er beträgt in Marzahn-Hellersdorf 22 %, in Berlin insgesamt liegt er bei 36 %. Mit zunehmendem Alter wird er noch geringer. In der Altersgruppe ab 50 Jahre ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund mit knapp 11 % nur halb so hoch wie in der Gesamtbevölkerung des Bezirkes. Es leben insgesamt 12.563 über 50-Jährige mit Migrationshintergrund im Bezirk, darunter 7.463 Deutsche mit Migrationshintergrund und 5.100 Ausländer*innen. Besonders in der Altersgruppe der 50 < 65-Jährigen Migrant*innen sind Ausländer*innen im Vergleich zu Deutschen mit Migrationshintergrund stark vertreten. Sie machen mehr als die Hälfte (56 %) aller Menschen mit Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe aus. Ihre Zahl ist seit 2016 um fast 1.500 Personen gestiegen, während die Zahl der 50 < 65-Jährigen Deutschen mit Migrationshintergrund im gleichen Zeitraum leicht gesunken ist (-142 Personen). Abb. 6: Entwicklung der Menschen mit Migrationshintergrund seit 2016 nach Altersgruppen und Staatsangehörigkeit Im gleichen Zeitraum ist die Zahl älterer Deutscher mit Migrationshintergrund deutlich gestiegen. Bei den 65 < 80-Jährigen haben sich die Zahlen fast verdoppelt, bei den ab 80-Jährigen sogar verdreifacht. Familienstand der älteren Bevölkerung Mehr als die Hälfte (55 %) aller über 65-Jährigen im Bezirk ist verheiratet. Das entspricht dem Berliner Durchschnitt. Die übrigen 45 % sind ledig, geschieden oder verwitwet. Bei den 45 < 65-Jährigen ist der Anteil der Verheirateten mit 61 % etwas höher. 39 % dieser Altersgruppe sind ledig, geschieden oder verwitwet. Pflegebedürftige ab 65 Jahre in Pflegeeinrichtungen Daten zur Zahl der Pflegebedürftigen liegen nur für Berlin insgesamt vor und nicht differenziert nach Bezirken. In Berlin gab es am 15.12.2019 insgesamt 158.482 Pflegebedürftige. Für Pflegebedürftige, die durch Pflege- oder Betreuungsdienste bzw. in Pflegeeinrichtungen betreut und gepflegt werden, 13 | S e i t e gibt es jedoch bezirkliche Daten. In Marzahn-Hellersdorf lebten Ende 2019 insgesamt 5.367 Pflegedürftige ab 65 Jahre, die in Pflegeeinrichtungen gepflegt wurden oder Pflege- oder Betreuungsdienste in Anspruch nahmen. Das waren knapp 5 % aller Einwohner*innen dieser Altersgruppe. Darunter wurden 3.140 Personen (58 %) durch Pflege- und Betreuungsdienste versorgt, weitere 2.227 in Pflegeeinrichtungen. Die Mehrheit davon (90 %) in vollstationärer Dauer- oder Kurzzeitpflege. 4.2 Soziale Situation älterer Menschen Die soziale Situation im Sinne von Einkommensarmut lässt sich für ältere Menschen anhand von Arbeitslosigkeit, des Bezuges von Grundsicherung für Arbeitssuchende und der Grundsicherung im Alter darstellen. Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit im Bezirk ist seit Jahren zurückgegangen, nicht nur in Marzahn-Hellersdorf. Seit Beginn der Corona-Pandemie steigt sie deutlich an, bei den über 50-Jährigen nicht ganz so stark wie bei Jugendlichen, aber die Zahlen sprechen für sich. Abb. 7: Anzahl der Arbeitslosen ab 50 Jahre seit 2016 Im Dezember 2020 gab es fast 1.500 Arbeitslose ab 50 Jahre mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe beträgt 5,7 %. Damit liegt sie unter der Arbeitslosenquote in der Gesamtbevölkerung, die im Dezember 2020 8,2 % betrug. Grundsicherung für Arbeitssuchende Die Grundsicherung für Arbeitsuchende wurde zum 1.1.2005 durch das SGB II (sog. „Hartz-IV“-Gesetz) eingeführt. Es fasst die frühere Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe auf Leistungsniveau des soziokulturellen Existenzminimums zusammen. Sie umfasst das Arbeitslosengeld II (ALG II) für erwerbsfähige Leistungsberechtigte sowie das Sozialgeld für nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Arbeitslosengeld II ist die grundlegende Sozialleistung für erwerbsfähige Menschen, die den notwendigen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können. Auch ergänzend zum Erwerbseinkommen oder zum Arbeitslosengeld I. Sozialgeld erhalten nicht erwerbsfähige Angehörige, die mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Grundsicherungsleistungen werden bis zum Beginn des Renteneintrittsalters gewährt. Seit 2012 wird das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf SGB II-Leistungsberechtigte im Alter ab 50 Jahre bis zur Regelaltersgrenze. Diese lag am 31.12.2019 bei 65,8 Jahren. in Marzahn-Hellersdorf waren zu diesem Stichtag 55.917 Personen 65 Jahre alt. Unter ihnen waren 3.152 Personen unterhalb der Regelaltersgrenze. Menschen ab 50 Jahre im SGB II-Bezug Bei der älteren Bevölkerung sind – wie in allen Altersgruppen - die Zahl und der Anteil von SGB IILeistungsberechtigten in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die letzten Daten liegen aus dem Jahr 2019 vor. 2019 waren 6.011 Personen ab 50 Jahre im SGB II-Leistungsbezug. Das waren 9 % aller 14 | S e i t e Personen dieser Altersgruppe. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der über 50-Jährigen SGB IILeistungsberechtigten um 504 Personen. Abb. 8: Anzahl der über 50-Jährigen SGB II-Leistungsbe-rechtigten und Anteil an allen über 50-Jährigen bis zur Regelaltersgrenze (RAG) 2015 - 2019 (absolut und in %) Von 2015 bis 2019 sank damit die Zahl der älteren SGB-Leistungsbe-rechtigten um über 2.000 Personen. Grundsicherung im Alter Personen, die die Regelaltersgrenze 18 erreicht haben und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Einkommen bestreiten können, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter (SGB XII). Die finanzielle Höhe bewegt sich auf dem Niveau der Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe). Auch bei der Grundsicherung im Alter liegen derzeit nur Daten bis 2019 vor. Abb. 9: Anzahl der Personen im Rentenalter mit Leistungen der Grundsicherung seit 20015 Seit 2016 steigt die Zahl der Menschen außerhalb von Einrichtungen, die Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter haben (s. Abb). 2019 bezogen im Bezirk 2.264 Altersrentner*innen Grundsicherungs-leistungen, da ihre Rente nicht zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichte. Das sind 4 % aller Altersrenter*innen im Bezirk. Im Vergleich zu den anderen Berliner Bezirken sind das vergleichsweise wenig Personen, die auf diese Sozialleistungen angewiesen sind. Im Berliner Durchschnitt erhalten 6 % der Altersrentner*innen Grundsicherungsleistungen im Alter. Dabei reicht die Spanne von 2 % in Treptow-Köpenick bis 13 % in Friedrichshain-Kreuzberg. 18 Die Regelaltersgrenze bestimmt das Alter, ab dem Anspruche auf Altersrente besteht. Geburtsjahrgänge vor dem 1. Januar 1947 erreichen die Altersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für die Jahrgänge 1947 bis 1958 erhöht sich diese Altersgrenze je Jahrgang um je einen Monat und für die Jahrgänge 1959 bis 1964 um je zwei Monate. Ab dem Jahrgang 1964 liegt Altersgrenze bei 67 Jahren. 15 | S e i t e Kapitel 5 - Berichterstattung 2017-2021 5.1 Netzwerk im Alter: Berichterstattung der Interessenverbünde und des Beirats zur Umsetzung der Altenplanung 5.1.1 Interessenverbund „Gesundheit im Alter“ / Gerontopsychiatrisch-Geriatrischer Verbund (GGV) Gründung 25. April 1997 Link Grundlage Kooperationsvertrag über das Zusammenwirken folgender Träger im Interessenverbund Gesundheit im Alter / Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen Verbund des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf von Berlin in der Fassung vom 24. April 2007/ Aktualisiert 01. April 2019 sowie der Geschäftsordnung in der Fassung vom 08.02.2006 Aufgaben Der Verbund arbeitet daran, die im Verbundsystem bereits regional vorhandenen und noch zu schaffenden Angebote verschiedener Träger der Gerontopsychiatrie und Altenhilfe so zu vernetzen und transparent zu machen, dass Patientinnen und Patienten mit gerontopsychiatrischem oder geriatrischem Krankheitsbild entsprechend ihrer jeweiligen Betreuungsbedürftigkeit gut versorgt werden. In den Betreuungsprozess sind alle an der Versorgung Beteiligten einschließlich der Angehörigen einzubeziehen. Ziele Der Interessenverbund „Gesundheit im Alter“ hat das Ziel, Behandlungs-, Betreuungs- und Pflegesituation und damit die Lebensqualität psychisch und somatisch kranker älterer Menschen in der Region zu verbessern. Der Interessenverbund umfasst den Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen Verbund (GGV) und weitere Mitglieder, die eine Arbeitsvereinbarung mit dem Verbund haben. Koordinierungsgremium Vorbereitung der Trägerkonferenzen, laufende Geschäftsführung Durch das Koordinierungsgremium wurden die Verbundsitzungen vorbereitet und die regelmäßige Teilnahme am Beirat zur Umsetzung der Altenplanung mit der damit verbundenen regelmäßigen Berichterstattung über die Arbeit des Verbundes sowie die abschließende Berichterstattung zur Umsetzung der Altenplanung in der laufenden Legislaturperiode bis 2021 abgesichert. Sprecherinnen: Susan Hellfach Marlen Podszun Hannah Karrmann Geschäftsführerin Susan Hellfach GmbH/ Häusliche Krankenpflege (HKP) E-Mail: s.hellfach@krankenpflegehellfach.de Leitung / Sozialarbeiterin M.A. Albatros gGmbH / Pflegestützpunkt Berlin E-Mail: psp.marzahn-hellersdorf@albatrosggmbh.de Koordinatorin für Altenhilfe / Geschäftsstelle Netzwerk im Alter BA Marzahn- Hellersdorf von Berlin / Amt für Soziales E-Mail: netzwerk.alter@ba-mh.berlin.de Mitglieder im Interessenverbund Gesundheit im Alter (Stand: 31.12.2020) 1. Albatros gGmbH/ Pflegestützpunkt Berlin Marzahn 2. ALLOHEIM Senioren-Residenz POLIMAR/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung 3. Alpenland Pflegeheime Berlin GmbH/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung/ betreutes Wohnen 4. Alten- & Krankenpflege Eisenmenger Pflege des Vertrauens GmbH/ Ambulanter Pflegedienst 5. Ambulanter Theodorus-Hospizdienst/ Ambulante Pflegeeinrichtung Hospiz 6. AWO gemn. Pflegegesellschaft mbH/ Ambulante Pflegeeinrichtung 7. Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin/ Fachbereiche Gesundheit und Soziales 16 | S e i t e 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. Caritasverband Berlin e.V./ Ambulante Pflegeeinrichtung Diakonie-Sozialstation Hellersdorf/Marzahn gGmbH/ Ambulanter Pflegedienst Diakonie-Stationen Steglitz und Lankwitz gGmbH/ Mobilitätshilfedienst FSE Pflegeeinrichtung gGmbH/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung Gemein. Heimbetriebsgesell. der Graf Schwerin Forschungsgesell. in der Diakonie mbH Vollstationäre Pflegeeinrichtung Gesundheitspflege Helle Mitte GmbH/ Ambulanter Pflegedienst/ Palliativ Pflege gfp Gesellschaft für Pflege- und Sozialberufe gGmbH/ Bildungsdienstleister HKP Meißner & Walter GmbH/ Ambulanter Pflegedienst HKP Susan Hellfach GmbH/ Ambulanter Pflegedienst KIS Krankenpflege Initiative Süd GmbH/ Ambulanter Pflegedienst Kursana Domizil Berlin-Marzahn/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung Kursana Domizil Landsberger Tor/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung/ betreutes Wohnen Lebensnähe gGmbH/ Angebote im psychosozialen Bereich/ Brücke zwischen Psychiatrie und Geriatrie Pflegedienst am Treptower Park GmbH/ Ambulanter Pflegedienst Pflegeheim Riemeisterstraße GmbH/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung Pflegewerk Berlin – Ambulante Pflege/ Ambulante Pflegeeinrichtung/ betreutes Wohnen Pflegewerk Berlin Senioren Centrum Haus Pappelhof gGmbH/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung Pflegewohnzentrum Kaulsdorf-Nord gGmbH/ Vollstationäre Pflegeeinrichtung/ Tagespflege/ betreutes Wohnen PRO SANA Ambulante Pflege GmbH/ Ambulanter Pflegedienst Seniorenvertretung Marzahn – Hellersdorf Sozialdienste der Volkssolidarität Berlin gGmbH/ Ambulanter Pflegedienst Tagespflege Lebenslust GbR/ Ambulante Pflegeeinrichtung / Tagespflege Therapiezentrum Maack /Physiotherapie Ergotherapie VIA Pflege gGmbH/ Ambulanter Pflegedienst Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH/ Krankenhaus Volkssolidarität Landesverband Berlin e.V./ Vollstationäre Pflegeeinrichtung Wuhletal Psychosoziales Zentrum gGmbH Fachthemen der Trägerkonferenzen  Vorstellung des neuen Konzeptes im Klinikum Kaulsdorf mit Schwerpunkten  Gesetze und Veränderungen in 2017 - 2021  Weiterbildungsmöglichkeiten in den Pflegeberufen  Vorstellung der Bauplanung der arona Klinik für Altersmedizin Berlin-Marzahn  Psychosoziale Versorgung in den Flüchtlingsunterkünften des Bezirks  Kultursensible Pflege und möglich Betreuung von Flüchtlingen durch HKP  Ereignislage Notunterbringung für Pflegeeinrichtungen  Wie geht es weiter mit der Netzwerkarbeit Strukturen – Arbeitsweisen - Probleme  Wahl des Koordinierungsgremiums  Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland  Der Interessenverbund Gesundheit im Alter ist der Charta am 10.04.2018 einstimmig beigetreten.  (drohende) Obdachlosigkeit – Was kann getan werden  Vorstellung des Projektes „Lebensort Vielfalt Qualitätssiegel“ und „Haus der Parität“ in Biesdorf Süd  offener Diskurs "Pflege zurück zu satt & sauber? Was kann Pflege noch leisten?  regelmäßige Berichterstattung 17 | S e i t e        o Amt für Soziales o Beirat für Menschen mit psychischen Erkrankungen o berlinweite AG Demenzfreundliche Initiativen Berlin Sozialstudie 50 und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015 - Fortführung der Sozialanalyse 2020? Krankenhausbeförderung aus Sicht der Krankenkasse VERSORGUNGSINITIATIVE PSY – CARE stellt sich vor offene Diskussionsrunde zu Leasingfirmen Demografiebericht 2018 Marzahn-Hellersdorf Austausch über die Herausforderung während der Corona Pandemie Vorstellung des Projekts „Cities Changing Diabetes“ Die Basisarbeit wird in den sieben Arbeitskreisen des Interessenverbundes „Gesundheit im Alter“ geleistet. Dort werden fachspezifische Themen und Probleme bearbeitet und die Ergebnisse anschließend der Trägerkonferenz vorgestellt. Seit März 2020 konnten auf Grund der Corona-Pandemie viele Arbeitsgruppentreffen sowie Trägerkonferenzen nicht als Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. Die Suche nach anderen geeigneten Medien (Telefonkonferenzen; Videokonferenzen u.ä.) gestaltete sich sehr schwierig, da einige Träger/Dienstleister nicht in der Lage sind die erforderliche Technik zur Verfügung zu stellen. Durch die Geschäftsstelle des Netzwerks im Alter wurden regelmäßig Informationen an alle Verbundmitglieder weitergeleitet. Arbeitskreis „Klientenorientierte Zusammenarbeit“ Sprecherinnen: Evelyn Thiele Jana Rohland AWO gemn. Pflegegesellschaft mbH Sozialstation Marzahn/Hellersdorf Albatros gGmbH Pflegestützpunkt Marzahner Promenade     Kurzzeitparkplätze: Parkplätze für die ambulanten Pflegedienste (PD). Ordnungsamt ist nicht kooperativ. Anfrage wird an die Vermieter gerichtet. PD haben keine Kapazitäten für Entlastungsleistungen. Das Thema „Schutzräume“ wurde angesprochen und wird zur vollständigen Klärung bzgl. der Einstellung dazu der Polizei, vom Koordinierungsgremium mitgenommen Themen: o Obdachlosigkeit o Kinderbeauftragte der Pflegestützpunkte des Bezirkes o BTHG und SGB XI o AUA Anbieter und deren Angebote im Bezirk, Austausch zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Ergänzung / Zusammenarbeit mit den ambulanten Pflegediensten. Vorstellung der Mitarbeiterinnen vom Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpD) und dem regionalen Allgemeinen Sozialdienst (rASD) Arbeitskreis „Klientenorientierte Zusammenarbeit stationär“ (ab Juni 2017) Sprecherin: Jenny Kopka stellv. Sprecherin: Helma Keding Pflegeheim Pollimar Albatros gGmbH Pflegestützpunkt Marzahner Promenade 18 | S e i t e       Themen: o „Schutzräume“, o Elternunterhalt im Heim, o Krankenhausentlassungsmanagement, o Heime und deren spezielle Bereiche o Wohnungslosigkeit Digitalisierung der Überleitungen bzw. Anfragen aus den Krankenhäusern. KEH, Sanaklinikum und ukb praktizieren das bereits. Personal in der Pflege und die Herausforderungen, z.B. der Generationenmix im Kollegium Zunahme von Menschen mit Demenz und psychischen Erkrankungen Wo geht es mit dem Arbeitskreis hin? Ziele werden definiert und Themen gesammelt. Betreuungsbehörde hat zum Fachthema rechtliche Betreuung informiert Arbeitskreis „Beratungskoordination Rund um die Pflege“ Sprecherin: Marlen Podszun Albatros gGmbH Pflegestützpunkt Marzahner Promenade   Broschüre „Wegweiser Pflege“ wird aktualisiert Arbeitskreis ruht seit Juni 2017. Die Broschüre wird in unregelmäßigen Abständen von Frau Podszun in Zusammenarbeit mit den Anbietern in der Broschüre aktualisiert. Zuletzt im April 2020. Arbeitskreis „Planung und Öffentlichkeitsarbeit“ Sprecherinnen: Hannah Karrmann BA Marzahn-Hellersdorf von Berlin SeniorenServiceBüro           Susan Hellfach Häusliche Krankenpflege Susan Hellfach GmbH Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit wurden erstellt. Es geht um das Layout zweier RollUps sowie der Neugestaltung der Flyer. Die Mittel dazu werden durch viele Mitglieder des Interessenverbundes gespendet. Präsentation zu den jährlich stattfindenden Sozialtagen im EASTGATE Beteiligung am Abschlussfest der bezirklichen Gesundheitskonferenz Stand beim „Seniorenaktivtag“ Dialogforum „Gute Pflege in Marzahn-Hellersdorf “ im Rahmen der 5. Woche der pflegenden Angehörigen 2019 „Spaziergang durch die Gärten der Welt“ Pflegedialog 2030 Slogan "Marzahn-Hellersdorf unterstützt Pflege!" wird in die Arbeit eingebunden „Aktivtag der Generationen – Marzahn-Hellersdorf bewegt sich!“ es wird an der Anschaulichkeit des Briefbogens des Netzwerkes gearbeitet Arbeitskreis „Mobilitätshilfedienste“ Sprecher: Matthias Flender (bis 2019) Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Behindertenbeauftragter 2017/2018 waren im AK Mobilitätshilfedienste die fünf Träger - GUT Consult GmbH, Jahresringe e.V., BALL e.V., Volkssolidarität und Diakonie-Pflege Verbund Berlin gGmbH - mit 97 Mitarbeitenden, im 19 | S e i t e senatsgeförderten Projekt (Diakonie) sowie in der öffentlich geförderten Beschäftigung in der Mobilitätshilfe. Monatlich wurden zwischen 378 und 392 Klienten betreut. Der Bedarf wurde auf Grund der wachsenden älterwerdenden Bevölkerung als steigend eingeschätzt. 2018 wurde durch das Jobcenter vorrübergehend die Förderung im Bereich der öffentlich geförderten Beschäftigung (ÖGB) für die Träger GUT Consult GmbH, Volkssolidarität, Jahresringe e.V. und BALL e.V. kurzzeitig unterbrochen, um unter anderen Voraussetzungen (§ 16i SGB II, AGH-MAE und dem Solidarischen Grundeinkommen/ SGE) wieder neu zu starten. Ein Besuchs- und Begleitdienst für Ältere wird z.Zt. durch eine Sonder-Sozialkommission beim Amt für Soziales angeboten. Zurzeit sind im Bezirk 65 Mobilitätshelfer*innen und Alltagsbegleiter*innen aktiv. Tab.3: Mobilitätshelfer*innen und Alltagsbegleiter*innen – Träger und Finanzierung (Stand: April 2021) Träger AGH-MAE GUT Consult GmbH Jahresringe e.V. BALL e.V. Diakonie Amt für Soziales SGE 6 § 16i SGB II 4 2 5 festangestellte MA Ehrenamtliche 2 13 22 5 6 Die Mobilitätshilfedienste waren im AK Mobilitätshilfe des Interessenverbunds Gesundheit im Alter integriert. Da die senatsgeförderten Dienste eine eigene Koordinierungsrunde haben, nahm die Diakonie als der senatsgeförderte Mobilitätshilfedienst in Marzahn-Hellersdorf an den bezirklichen Runden nur sehr selten teil. Durch den Behindertenbeauftragten wurden die Beratungen im AK Mobilitätshilfedienste ausgesetzt, so dass die Arbeit in diesem Arbeitskreis seit 2018 ruht. Die 3 Träger die weiterhin in der Mobilitätshilfe tätig sind (GUT Consult GmbH, Jahresringe e.V. und BALL e.V.) führten den Austausch auf Arbeitsebene fort. Ziel soll es sein den Arbeitskreis mit allen im Bezirk aktiven Mobilitätshilfedienste wieder zu aktivieren. Arbeitskreis „Ambulante Hilfe zur Pflege“ (bis Ende 2017: AK Ambulant betreute Wohngemeinschaften) Sprecherinnen: Susan Hellfach Häusliche Krankenpflege Susan Hellfach GmbH      Jana Rohland Albatros gGmbH Pflegestützpunkt Marzahner Promenade Verbesserung der Kommunikation zum Bezirksamt Der IAP (Individuelle ambulante Pflegegesamtplanung) Bogen wurde vorgestellt. Weiter geht es im Wesentlichen um unklare Abrechnungsmodalitäten zwischen den ambulanten Diensten und dem Bezirksamt. Der AK ist sehr problemorientiert Inhaltlich beschäftigte sich der AK damit, zu erläutern, was die Pflegedienste und was das Bezirksamt unter den Leistungskomplexen versteht. Die Verständigung zum Datenschutz konkrete Fallbesprechungen Arbeitsgruppe Pflege bei geflüchteten Menschen (Gründung Oktober 2020) Mitglieder: Kerstin Moncorps BA Marzahn-Hellersdorf Koordination Altenplanung Yvonne Rosendahl BA Marzahn-Hellersdorf Behindertenbeauftragte 20 | S e i t e Francisco Jose Cardenas Ruiz BA Marzahn-Hellersdorf Beauftragter für Flüchtlingsfragen Thomas Knorr BA Marzahn-Hellersdorf Koordination gesundheitlicher/psychosozialer Fragen geflüchteter Menschen Marlen Podszun Albatros gGmbH Koordinatorin Pflegestützpunkt und Bindeglied zum IV Gesundheit im Alter Der AK berät zur Unterstützung und Befähigung von in Gemeinschaftsunterkünften (GU) lebenden Menschen mit Pflegebedarf oder in Pflegeverantwortung. Drei Schwerpunkte werden bearbeitet: 1. Gewährleistung von Pflege in der GU 2. Unterstützung und Befähigung von pflegenden Angehörigen/Vermittlung der Angebote (Kurse und Pflichtberatungsgespräche) an GU 3. Ausbildung: Gewährleistung von Pflege durch Qualifizierung von geflüchteten Menschen/ Menschen mit Migrationshintergrund 5.1.2 Interessenverbund „Wohnen im Alter“ Gründung: 26.10.2000 Link Grundlage Gemeinsame Kooperationsvereinbarung Wohnen im Alter in der Fassung vom April 2007, aktualisiert im Juli 2018 Aufgaben  von strategischer/grundsätzlicher Art für die Entwicklung des Wohnens im Alter im Bezirk  Sensibilisierung der Vermieter im Bezirk für die Belange des Wohnens im Alter  Empfehlungen an Kommunalpolitik, Vermieterinnen und Vermieter  Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Befragungen und Studien zum Thema Alter und Wohnen  Öffentlichkeitsarbeit Ziele  durch den gemeinsamen Erfahrungsaustausch der Mitglieder und die regelmäßigen Informationen das Wohnen im Alter im Bezirk qualitativ verbessern  Vielfalt an Wohn- und Betreuungsformen aufzeigen Koordinierungsgremium Vorbereitung der Trägerkonferenzen/Verbundsitzungen, laufende Geschäftsführung, Durch das Koordinierungsgremium wurden die Verbundsitzungen vorbereitet und die regelmäßige Teilnahme am Beirat zur Umsetzung der Altenplanung mit der damit verbundenen regelmäßigen Berichterstattung über die Arbeit des Verbundes sowie die Zwischen- und abschließende Berichterstattung zur Umsetzung der Altenplanung in der laufenden Legislaturperiode bis 2021 abgesichert. Sprecherinnen (seit 2013): Sabine Wnuk Sylvia Mühlmann Seniorenbeauftragte der STADT UND LAND Wohnbauten Gesellschaft mbH E-Mail: Sabine.Wnuk@stadtundland.de Mitarbeiterin Soziales Management Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor eG E-Mail: muehlmann@marzahner-tor.de Melanie Rosliwek- Hollering Hannah Karrmann Geschäftsführerin SOPHIA Berlin GmbH E-Mail: rosliwek-hollering@sophia-berlin.de Koordinatorin für Altenhilfe / Geschäftsstelle Netzwerk im Alter Bezirksamt Marzahn- Hellersdorf von Berlin E-Mail: netzwerk.alter@ba-mh.berlin.de 21 | S e i t e Mitglieder im Interessenverbund Wohnen im Alter (Stand: 31.12.2020) 1. Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin, Fachbereiche Gesundheit und Soziales 2. Albatros gGmbH / Pflegestützpunkt Marzahn-Hellersdorf 3. ALLOHEIM Senioren -Residenz POLIMAR 4. AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V. 5. Berlin Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft eG 6. Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. 7. degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft mbH 8. Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. 9. erste marzahner wohnungsgenossenschaft eG 10. Fortuna Wohnungsunternehmen eG 11. FSE Pflegeeinrichtung gGmbH Pflegeeinrichtung Marzahn 12. Pflegewohnzentrum Kaulsdorf-Nord gGmbH / SWP "Berliner Spatzen" 13. Seniorenvertretung Marzahn - Hellersdorf 14. Stadt und Land Wohnbauten- Gesellschaft mbH 15. SOPHIA Berlin GmbH 16. Volkssolidarität LV Berlin e.V. 17. Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal eG 18. Wohnungsgenossenschaft FRIEDENSHORT eG 19. Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor eG Austritt aus dem Interessenverbund Wohnen im Alter zum II. Quartal 2018  Wohnungsgenossenschaft „Grüne Mitte“ Hellersdorf eG  Wohnungsgenossenschaft DPF eG Berichterstattung für die Jahre 2017-2021 2017-2019 fanden je 2 Verbundtreffen statt. 2020 konnte, bedingt durch die Pandemie, nur ein Verbundtreffen durchgeführt werden. Die für 2021 am 28.04.2021 geplante digitale Verbundsitzung wurde auf Grund der Themenspezifik „Vorstellung der Projektidee des Gartens der Begegnungen und des gemeinsamen Gärtnerns“ durch den Gartenrat, auf den 21.07.2021 verschoben und wird vor Ort durchgeführt. Arbeitsschwerpunkte der Verbundtreffen:  Regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch über neue unterstützende technische Assistenzsysteme und Schaffung von baulichen Lösungen (Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen), die einen längeren Verbleib in der eigenen Wohnung bzw. die Verbesserung der Selbstständigkeit gewährleisten und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen/ fördern  Information über die verschiedensten Neubauprojekte der Wohnungsbaugesellschaften und Wohnungsbaugenossenschaften, insbesondere unter dem Blickwinkel der Schaffung von barrierearmen und barrierefreien Wohnraum für die Zielgruppe Senior*innen und behinderte Menschen  Vorstellung von neuen Betreiberkonzepten einschließlich der Schaffung von Begegnungs- und Freizeitstätten von Mitgliedern des Interessenverbundes und von Nichtmitgliedern  Wahl des Koordinierungsgremiums  Regelmäßige Informationen aus den Interessenverbünden „Gesundheit im Alter“ und „Aktiv im Alter Die für April 2018 geplante Wahl des Koordinierungsgremiums konnte erst im Oktober 2018 durchgeführt werden, da die gemäß Geschäftsordnung geforderte Anwesenheit von 2/3 der Mitglieder des Verbundes auf der vorangegangenen Verbundsitzung nicht erreicht wurde. 22 | S e i t e Im Ergebnis der Verbundsitzung im April 2019 wurde Frau Melanie Rosliwek-Hollering von der SOPHIA Berlin GmbH gemäß Kooperationsvereinbarung Pkt. 3.1.7 zur Stärkung in das Koordinierungsgremium des Interessenverbunds Wohnen im Alter kooptiert und beteiligt sich als stimmberechtigte Vertretung für die Sprecherin des Interessenverbunds Frau Wnuk an den Beiratssitzungen zur Umsetzung der Altenplanung. Alle Verbundtreffen wurden regelmäßig dafür genutzt, die anwesenden Mitglieder auf bestehende Schulungsangebote u.a. zum Thema „Demenz und Umgang mit demenziell erkrankten Mietern“ hinzuweisen. Gleichzeitig erhielten die Mitglieder Informationen u.a. auch über die Möglichkeiten der Teilnahme an Fachtagungen, dem Seniorenaktivtag und Gesundheitskonferenzen im Berichtszeitraum. Aktuelles Informationsmaterial – Flyer und Broschüren- zu fachspezifischen Themen konnte an die Mitglieder übergeben werden. Einen wesentlichen Schwerpunkt in den Verbundsitzungen im Berichtszeitraum bildete die Vorstellung von interessanten Neubauprojekten der Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsbaugenossenschaften und anderen Trägern bei denen die Schaffung von barrierearmen und barrierefreien Wohnraum insbesondere für die Zielgruppe Senioreninnen und Senioren im Vordergrund standen. Diese Vorträge waren in den Verbundsitzungen die Basis für einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer*innen. Gleichzeitig stehen diese Informationen für die im Bezirk tätigen Beratungsstellen bereit und dienen als Grundlage, um Interessenten zielgerichtet auf diese spezifischen Wohnmöglichkeiten hinzuweisen. Beispielhaft soll auf nachfolgende, zwischenzeitlich erfolgreich umgesetzte Projekte, verwiesen werden: „Haus am Beerenpfuhl - Wohnen und Pflege unter einem Dach“ Der Träger das „Pflegewohnzentrum Kaulsdorf Nord gGmbH“ hat weitere drei Einrichtungen im Bezirk. Im genannten Haus entstanden neben Tagespflege, Kurzeitpflege, Service durch Umbau eines ehemaligen Wohngruppenbereiches 9 weitere Wohnungen. In diesen Wohnungen wohnen vorzugsweise Paare, von denen ein Partner pflegebedürftig ist. So kann ein breites Hilfe- und Unterstützungssystem im nahen Wohnumfeld genutzt werden. Die Kita im Objekt wird durch das „Jugendaufbauwerk Ost“ geführt. Zusammenkünfte zwischen Jung und Alt werden organisiert oder die Bewohnerinnen und Bewohner gehen als Besucher in die Kita. Des Weiteren konnte das Bauvorhaben der GESOBAU AG in der Lion-Feuchtwanger-Straße /Gadebuscher Straße (157 Wohnungen-ca. 45 %- speziell für die Zielgruppe Seniorinnen/Senioren) und in der Tangermünder Straße/ Lion- Feuchtwanger Straße (149- ca. 34%- speziell für die Zielgruppe Seniorinnen/Senioren) vorgestellt werden. Hier entstanden neben den altersgerechten Wohnungen u.a. Gemeinschaftseinrichtungen (Nachbarschaftstreffs)und Gewerbeeinheiten mit seniorenbezogenen Dienstleistungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Informationen zum Thema Assistenzsysteme. Die Erhaltung der Selbstständigkeit weiter zu gewährleisten und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen bzw. zu fördern, wurde wiederholt thematisiert. Durch die SOPHIA Berlin GmbH, selbst Mitglied im Interessenverbund Wohnen im Alter, wurden die Mitglieder in regelmäßigen Abständen über die Neuentwicklungen, ob analog, digital, für unterwegs oder zu Hause- auf diesem Gebiet informiert. Das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen“, ein Gemeinschaftsprojekt der SOPHIA, von Krankenkassen und der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, wurde vorgestellt sowie das Projekt BeHome, für ein selbstbestimmtes und sicheres Wohnen. Neben der Darstellung der Möglichkeiten der technischen Aufwertung der Wohnung mit Assistenzsystemen gab es auch den regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch für ein längeres und 23 | S e i t e selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung durch individuelle Wohnraumanpassungs-maßnahmen. Auch wenn der Neubau von barrierearmen und barrierefreien Wohnungen im Berichtszeitraum erheblich forciert wurde und weiter anhält, kann der Bedarf und damit die Nachfrage bei Weitem nicht gedeckt werden. Deshalb kommt der Wohnraumanpassung nach wie vor große Bedeutung zu und es galt die Mitglieder u.a. durch den Pflegestützpunkt Marzahn- Hellersdorf weiter für die Umbau- und Finanzierungsmöglichkeiten zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Besuch der Verbundmitglieder und die Vorstellung des Beratungszentrums, Berlin-Biesdorf, Irmastraße 22 mit Musterausstattung für pflegegerechtes Wohnen des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer e.V. (VDGN) hingewiesen, In diesem Musterhaus finden sich viele technische Lösungen, um Handicaps auszugleichen und ein würdevolles Leben in den eigenen vier Wänden ein Leben lang führen zu können und das auch bei Schwerbehinderung und Pflegebedürftigkeit. Immer wieder nachgefragt durch die Mitglieder war auch das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Verbesserung der Mobilität im Alter. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Mobilitätsverbessernden Hilfsmitteln für mobilitätseingeschränkte Menschen. Größere Hilfsmittel z.B. Rollatoren, Rollstühle für den Außenbereich, die nicht in der Wohnung Platz finden bzw. wenn kein barrierefreier Zugang zur Wohnung möglich ist, benötigen, ob von der Pflegekasse finanziert oder durch die Senioren selbst, eine sichere, vor Diebstahl und Vandalismus geschützte, Unterstellmöglichkeit. Im Rahmen eines Verbundtreffens konnten sich die Mitglieder über die zwischenzeitlich bestehende Angebotspalette informieren u.a. von der Firma Kiwabo. Diese produziert in Behindertenwerkstätten ihre Produkte u.a. auch in den Werkstätten in Berlin-Neukölln und Berlin-Steglitz und bietet unterschiedliche Boxenmodelle in verschiedenen Größen für u.a. Rollatoren, Rollstühle und E-Scooter an. Mittlerweile wurde das Angebot auf die Bedürfnisse und Bedarfe der Zielgruppe angepasst und so gibt es die Abstellboxen nicht nur zum Kauf, sondern auch zur Miete. Im Berichtszeitraum nahmen 82% Mitglieder (Wohnungsunternehmen/ Wohnungsbaugenossenschaften/andere Vermieter) des Verbundes auch an der Befragung „Altenfreundliche Wohnformen in Marzahn-Hellersdorf im Bestand und Planung bis 2022“ teil. Dabei handelte es sich um ein Projekt des Bezirkes zur Stärkung der Altenhilfe-/ Geriatriekoordination finanziert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung im Rahmen der „Auftragsweisen Bewirtschaftung zur Umsetzung der 80plus-Rahmenstrategie“. Mit ihrer Zuarbeit unterstützten die Mitglieder das Ziel dieses Projektes der Schaffung einer verlässlichen Datenbasis als Arbeitsgrundlage für die Altenhilfekoordination und die Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung. Gleichzeitig ist die im Rahmen des Projektes entstandene Broschüre ein Mittel der Unterstützung bei der Wohnraumberatung der Seniorinnen und Senioren. Gleichwohl ist mit dieser Broschüre auch eine gute Ausgangsbasis für die weitere Netzwerkarbeit im Interessenverbund im Alter geschaffen worden. 5.1.3 Interessenverbund „Aktiv im Alter“ Gründung 8. November 2011 Link Grundlage Kooperationsvereinbarung für den Interessenverbund „Aktiv im Alter“ des Bezirks Marzahn-Hellersdorf von Berlin in der Fassung vom 18. April 2007 / aktualisiert Oktober 2018 Aufgaben  von strategischer / grundsätzlicher Art für die Entwicklung von Aktivität im Alter im Bezirk  Zusammenführung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Arbeitskreisen  Empfehlungen an die Kommunalpolitik / Vermieter  Öffentlichkeitsarbeit  Vorbereitung / Durchführung von Fachveranstaltungen 24 | S e i t e   Jahresplanung von Großveranstaltungen im Bezirk Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen Ziele Möglichkeiten der Aktivität im Alter im Bezirk Marzahn-Hellersdorf qualitativ zu verbessern und eine größere Vielfalt für Senioren und Seniorinnen zu bieten, um individuellen Ansprüchen gerecht zu werden und damit die Lebensqualität für ältere Bürger*innen zu erhöhen Koordinierungsgremium Vorbereitung der Verbundsitzungen, laufende Geschäftsführung Durch das Koordinierungsgremium wurden die Verbundsitzungen vorbereitet und die regelmäßige Teilnahme am Beirat zur Umsetzung der Altenplanung mit der damit verbundenen regelmäßigen Berichterstattung über die Arbeit des Verbundes sowie die Zwischen- und abschließende Berichterstattung zur Umsetzung der Altenplanung in der laufenden Legislaturperiode bis 2021 abgesichert. Sprecher und Sprecherinnen: Frank Holzmann Iljana Blum BALL e.V. E-Mail: frank.holzmann@ball-ev-berlin.de AWO – Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V. E-Mail: m-h@awo-spree-wuhle.de Ute Fenk Hannah Karrmann RBO – Rehabilitationszentrum Berlin-Ost gGmbH E-Mail: info@rbo-inmitten.berlin (seit Ende 2018 keine Teilnahme an den Verbundsitzungen) Koordinatorin für Altenhilfe / Geschäftsstelle Netzwerk im Alter Bezirksamt Marzahn- Hellersdorf von Berlin E-Mail: netzwerk.alter@ba-mh.berlin.de Mitglieder im Interessenverbund „Aktiv im Alter“ (Stand 31.12.2020) 1. ABU gGmbH 2. AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V. 3. BALL e. V. 4. Bezirkssportbund Marzahn-Hellersdorf BSB e.V. 5. Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e. V. 6. Humanistischer Verband Deutschlands/Berlin-Brandenburg 7. Jahresringe Gesellschaft für Arbeit und Bildung e. V. 8. Kiek in e. V. 9. Klub 74 Nachbarschaftszentrum Hellersdorf e.V. 10. Kulturring in Berlin e. V. 11. Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin 12. Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein (MHSPV) 13. pad gGmbH 14. RBO – Rehabilitationszentrum Berlin-Ost gGmbH 15. Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf 16. Sozialwerk des dfb (Dachverband), Frauentreff „HELLMA“ 17. VOLKSSOLIDARITÄT – Landesverband Berlin e. V. Stadtteilzentrum (STZ) Marzahn-Mitte 18. Wuhletal Psychosoziales Zentrum gGmbH STZ MOSAIK Bericht Jedes Jahr fanden vier Verbundtreffen statt. Die Verbundtreffen dienten dem Fachaustausch, schafften Raum um neue Erkenntnisse in die Arbeit des Interessenverbundes einfließen zu lassen, dienten der Förderung vernetzter Arbeit und der Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Höhepunkten wie dem Seniorenaktivtag, den Sozialtagen, den Tag der Generationen oder den Gesundheitswochen. Aktiv wurde die Synergie mit der Bezirklichen Koordinierungsstelle Inklusion gesucht, welche 25 | S e i t e sich mit speziellen Thementischen ebenfalls an die aktiven Lebensälteren wandte. Regelmäßig gab es von der Gesundheits- und Sozialberichterstatterin des Bezirksamtes einen sozialdemographischen Input, die Präsentationen der SPK im Altenbeirat zu den einzelnen Bezirksregionen fanden im Verbund eine Nachauswertung (Einwohnerstand/Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf (Bezirksregion, Planungsraum); Altersstruktur, Bevölkerungsprognose -2030, Haushaltsstruktur der Senioren, Altersarmut, Soziale Infrastruktur etc.) Im Verbund erfolgte ein Austausch zu den Leitlinien der Seniorenpolitik 2020. Der Fokus richtete sich hier insbesondere auf Zugehörigkeit (zentrales Ziel des Sozialstaatsprinzips, welches auf die erfahrbare Wertschätzung älterer Menschen zielt) und Teilhabe (Recht des Einzelnen am gemeinschaftlichen/gesellschaftlichen Leben teilzunehmen). In den Bemühungen der Verbundmitglieder ging es schwerpunktmäßig darum, Bedingungen für eine umfassende Teilhabe zu schaffen, damit die Lebensälteren in die Lage versetzt werden, ein eigenverantwortliches Leben in der Gemeinschaft zu führen. Zielgerichtet wurde die gesellschaftliche und politische Teilhabe gefördert, Lebensältere darin bestärkt, sich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu engagieren, zu beteiligen und einzubringen. Thema war hierbei auch der diskriminierungsfreie Zugang zu Teilhabemöglichkeiten und der Ausgleich ungleicher Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeiten als Grundvoraussetzung für ein Altern in großer Diversität. Mit der Leiterin der Antidiskriminierungsberatung Alter oder Behinderung, holte sich der Verbund externen Sachverstand. Frau Witkowska berichtete von ihrer Unterstützung und Beratung der Bürger*innen bei Diskriminierung und den gewährten Hilfen bei der Wahrnehmung und Durchsetzung von Bürgerrechten. Großen Raum im Berichtszeitraum nahm das Bemühen um eine gleichberechtigte Partizipation der Lebensälteren von der Digitalisierung ein. So wurde die Kursvielfalt zu digitalen Themen in den Einrichtungen deutlich erweitert, es fanden Bedarfsabfragen statt und auf der Grundlage des in einer Studie der Seniorenvertretung abgebildeten Nutzerverhaltens erfolgte eine Nachjustierung bestehender Angebote. Die Lebensälteren wurden darüber hinaus über digitale Hilfen im Alltag informiert. Letztlich gewann der Prozess der Digitalisierung durch die pandemiebedingten Einschränkungen währen der Corona-Krise enorm an Dynamik. Der Verbund widmete sich sehr ausführlich der Auswertung des 8. Altenberichts „Ältere Menschen und Digitalisierung“ und leitete für seine Mitglieder daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Unterstützung der älteren Menschen in der Digitalen Welt ab. Schnell war klar, dass Digitalisierung große Chancen für die soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben im hohen Alter, auch unter schwierigen Bedingungen, eröffnet. Unter den Pandemie-Bedingungen nahm der Druck auf die Nutzung digitaler Hilfsmittel rasant zu, Einrichtungen waren gefordert neue digitale Angebote, z.B. Videokonferenzen, Chats zu etablieren. In der Not wurde der Beweis erbracht: Mit Hilfe von digitalen Angeboten können auch ältere Menschen bei der Nutzung des Internet unterstützt werden. Durch die Einrichtungen wird hierfür eine einfache und vor allem kleinteilige Einführung in die Nutzung bereitgestellt. Im Verbund wurden verschiedene Projekte und Angebote vorgestellt. Am Beispiel des Projektes Digitaler Engel, welches in Deutschland ältere Menschen bei der Nutzung digitaler Angebote im Netz alltagsnah, persönlich und vor Ort unterstützt (https://www.digitaler-engel.org/) wurde exemplarisch die Möglichkeit der Nutzung von Lernvideos dargestellt. Denkbar wäre es bspw., sich 5-6 der verfügbaren Themen herausnehmen, diese zeitlich über den Tag zu planen und dann zur Information der Interessenten das dazugehörige Erklär/Lernvideo abspielen und danach ggf. Fragen zu beantworten. Videotelefonie wurde am Beispiel von Skype vorgestellt. Ebenfalls vorgestellt wurde der Verein Wege aus der Einsamkeit e.V. https://www.wegeausdereinsamkeit.de/, welcher auch mit Erklär-Videos auf Youtube arbeitet und sich vorrangig der Altersgruppe 65+ widmet. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im Verbund war die Stärkung der Nachbarschaftshilfe angesichts einer sich permanent verändernden Altersstruktur der Nutzer in Stadtteilzentren und NBE. Die damit im Zusammenhang stehenden veränderten Bedarfe und deren Entsprechung standen hierbei im Fokus. In einigen Einrichtungen wurden die sich aus dem Pflegestärkungsgesetz ergebenden Möglichkeiten 26 | S e i t e des Umgangs mit dem Entlastungsbetrag (Möglichkeit des Ansparens, Einsatz zur Streckung von Kurzzeit- und Verhinderungspflege, § 45a SGB XI Angebote zur Unterstützung im Alltag) in die zielgruppenorientierte Arbeit mit eingebunden. Hier ging es insbesondere um die Bereitstellung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag, welche die Übernahme von Betreuung und allgemeiner Beaufsichtigung, eine die vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten stärkende oder stabilisierende Alltagsbegleitung, Unterstützungsleistungen für Angehörige und vergleichbar Nahestehende in ihrer Eigenschaft als Pflegende zur besseren Bewältigung des Pflegealltags, die Erbringung von Dienstleistungen, organisatorische Hilfestellungen oder andere geeignete Maßnahmen, beinhalteten. Mit der in 12/2020 beschlossenen Neufassung der Pflegeunterstützungsverordnung, erfuhr dieser Ansatz der Nachbarschaftshilfe eine weitere Aufwertung. Ein anderer Ansatz war im Verbund die direkte Ansprache an die ältere Bevölkerung. Hier wurde im Verbund ein Fragebogen erarbeitet, in welchem Gründe für soziales Engagement im Kiez ebenso abgefragt wurden, wie Interessen. Für die Lebensälteren wurde ein Vorsorgeratgeber entwickelt und vorgehalten, der nicht erst im Alter, sondern frühzeitig ausgefüllt und ständig aktualisiert werden kann. Nicht zuletzt startete der Verbund in Zusammenarbeit mit der Bezirklichen Koordinierungsstelle Inklusion eine Werbung für die Notfalldose, in welcher lebenswichtige Informationen über den Lebensälteren bspw. für Rettungssanitäter im Ernstfall problemlos zugänglich gemacht werden können. Zu dieser Thematik gehörend, aber dann auch darüberhinausgehend, waren die Anstrengungen des Verbundes, an der Einbindung des Netzwerks im Alter in die lebensphasenorientierte Gesundheitsstrategie des Bezirkes mitzuwirken. Dazu bearbeiteten die Mitglieder des Verbundes die Matrix als gemeinsames Arbeitsinstrument der Verbünde, waren dabei bestrebt, alle verfügbaren Unterstützungsangebote zusammenzuführen und diese über alle Altersgruppen und Lebensphasen hinweg aufeinander abzustimmen. Letztlich galt es daraus Handlungsbedarfe abzuleiten und diese Angebote dann in der Gesundheitsstrategie abzubilden. Eine Gesamtübersicht mit allen Angeboten im Bezirk gibt, war und ist von allen Mitgliedern des Verbundes zwar gewünscht, aber das eigene Einbringen in die Erfassung war dann doch ernüchternd. Auch die eingeräumte Möglichkeit, für die Angebotsstruktur das Portal www.hilfsangebote.de zu nutzen, wurde befürwortet und dennoch nicht wahrgenommen. Gerade dieses Portal mit seiner Möglichkeit, dass Träger das Portal auf der AnbieterSeite/Angebot-Seite selber administrieren können, dass Nutzer verschiedene Möglichkeiten zur Strukturierung ihrer Suche haben (nach präferiertem Träger, nach Kategorien, nach Zielgruppen, nach Stadtteilen und über die Eingabe der eigenen Wohnadresse begrenzt auf das direkte Umfeld) scheint durchaus geeignet zu sein, bezüglich der Transparenz der Angebotsstruktur im Bezirk einen Durchbruch zu erzielen, allein ohne jede Datenerfassung wird aber auch das nicht möglich sein. Ein weiterer Vorteil des Portals, da alle Angebote mit einem Zeitstempel versehen sind, werden abgelaufene Angebote bei der Suche auch nicht mehr gezeigt, d.h. der Nutzer findet nur existente Angebote. Fast das gesamte Jahr 2020 war durch pandemiebedingte Einschränkungen geprägt. Immer wieder erfolgte ein Austausch zu den aktuellen Gegebenheiten im Corona-Lockdown und eventuelle Unterstützung bei Handlungsbedarfen. Unterstützungsangebote erfolgten von den Mitgliedern des Verbundes von Anbeginn der Pandemie. Ehren- und Hauptamtliche realisierten und realisieren konkrete Nachbarschaftsarbeit vor Ort, machten Alltagserledigungen, halfen beim Einkauf, stellten die Abholung notwendiger Medikamente sicher und orientierten in ihrem konkreten Tun immer auf das Machbare. Sie sind täglich mit den konkreten Risikogruppen im Kontakt, kamen und kommen aber selbst in der aktuellen Teststrategie nicht vor. Vielfach gelang dieser Kontakt zu Bürger*innen. Den Mitgliedern des Verbundes war es dabei wichtig, bei allen Entscheidungen immer zuerst die bestehenden Möglichkeiten zu prüfen, statt aufgrund der vielen Regeln und Anweisungen Veranstaltungen für Bürger*innen nicht durchzuführen bzw. gar nicht erst zu organisieren. Nachbarschaftshilfen wurden schnell organisiert, Beratungen wurden in den meisten Einrichtungen 1:1 und 1:2 durchgeführt. Veranstaltungen wurden je nach geltender Einschränkung mit geringer Besucheranzahl, dafür zwei bis drei Mal 27 | S e i t e durchgeführt, Einrichtungen mit Außenanlagen nutzten diese für Klein-Konzerte; Filmvorführungen, über Essen zur Abholung aus der Feldküche wurden Lebensältere aktiviert und Höhepunkte im Kiez gesetzt. In 2020 sind die Beratungen und die Hilfe zum Ausfüllen von Anträgen gestiegen, Alltagsmasken werden nun kaum noch genäht, dafür werden medizinische Mund- und Nasenschutzmasken ausgeteilt, die Corona-Hotline unterstützt, es wird telefonisch Kontakte zu den Besucherinnen und Besuchern gehalten oder es wurden Bastelsets für häusliche Kinderbetreuung bereitgestellt, digitale Angebote für Seniorinnen und Senioren und Spaziergehgruppen, digitale Konzerte (Livestream) unterbreitet. Immer wieder wurde und wird versucht, mit den Bürgerinnen und Bürgern kurz ins Gespräch zu kommen. Hier wurde deutlich, dass Kontaktverzicht der Älteren zu einer angespannten Stimmung unter der Altersgruppe führt und Online für Ältere nicht das Mittel der Begegnung ist! Im neuen Berichtszeitraum werden die bereits bestehenden Arbeitsfelder fortgeführt und um weitere Themen ergänzt. Vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Erfahrungen wird das Thema „Einsamkeit“ eine verstärkte Einbindung in die Verbundarbeit erfahren. Es besteht die Notwendigkeit die Information zur Angebotsstruktur im Bezirk zu optimieren. Dazu wird das Portal www.hilfsangebote.de überarbeitet und in diesem Zusammenhang ist sehr breit im Bezirk dafür zu werben, diese Möglichkeiten auch nutzbar zu machen. Den Aufschwung der Digitalisierung/Tools aus der Pandemie in den Stadtteilzentren/Nachbarschaftseinrichtungen (STZ/NBE) gilt es aufzunehmen und darauf aufbauend digitale Angebote weiter ausbauen (dazu Etablierung konkreter EDV-Bürgerportale in den NBE/STZ). Der Verbund wird die Seniorenvertretung bei der Erarbeitung des Entwurfs eines Altenhilfestrukturgesetzes mit dem Ziel, die Altenhilfe entsprechend §71 SGB XII zur gesetzlichen kommunalen Pflichtaufgabe zu machen, unterstützen. Auch die Schnittstelle des Verbundes zu den Inklusionsberatern ist weiter auszugestalten. Die Inklusionsberater*innen werden die Stärken der Sozialräume in Bezug auf Inklusion analysieren Ressourcen und Möglichkeiten nichtprofessioneller Hilfen im Sozialraum für Menschen mit Behinderungen ermitteln und auf diese Angebote hinweisen. Dabei werden natürlich auch die Schwächen der Sozialräume in Bezug auf Inklusion offensichtlich, was sich insbesondere in fehlenden Angeboten und Teilhabebarrieren zeigt. Da die Inklusionsberater*innen zum Ausbau fehlender Angebote für Menschen mit Behinderungen anregen bzw. Anstrengungen zur möglichen Nutzung bestehender Angebote für diesen Personenkreis im Rahmen des Gesprächs mit den Anbietern unternehmen, sind sie für den Verbund direkte Arbeitspartner. Auch wird der Verbund sich zumindest partiell an der Erstellung des Aktions- und Maßnahmenplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bezirk beteiligen und hier insbesondere in Bezug auf Barrierefreiheit und Umsetzung des Designs für Alle aktiv werden. Termine und Themen der Verbundsitzungen: 08.02.2017 IV „Aktiv im Alter“/ Pflegestärkungsgesetz und Möglichkeiten des Umgangs mit dem Entlastungsbetrag (Möglichkeit des Ansparens, Einsatz zur Streckung von Kurzzeit- und Verhinderungspflege, § 45a SGB XI Angebote zur Unterstützung im Alltag, Umwandlung des ambulanten Sachleistungsbetrags (Umwandlungsanspruch), Verordnungsermächtigung (Angebote zur Unterstützung im Alltag beinhalten die Übernahme von Betreuung und allgemeiner Beaufsichtigung, eine die vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten stärkende oder stabilisierende Alltagsbegleitung, Unterstützungsleistungen für Angehörige und vergleichbar Nahestehende in ihrer Eigenschaft als Pflegende zur besseren Bewältigung des Pflegealltags, die Erbringung von Dienstleistungen, organisatorische Hilfestellungen oder andere geeignete Maßnahmen.); Sozialtage im Eastgate; Vorbereitung Wahl Seniorenvertretung; Abschlussfest Gesundheitswoche) 28 | S e i t e 24.05.2017 IV „Aktiv im Alter“/ Vorstellung HVD Fundraising Silbernetz, Vorstellung des STZ Hellersdorf Ost; Vorbereitung und Ideenfindung Seniorenaktivtag 2018 und Abschlussfest der Gesundheitswoche 2017 20.09.2017 IV „Aktiv im Alter“/ Sozialstudie "50 und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015" Aus den Handlungsempfehlungen der Sozialstudie „50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf“ lassen sich Prioritäten für die nächsten Jahre der Arbeit im „Netzwerk im Alter“ ableiten. Überlegung des Veranstaltungsortes Seniorenaktivtag 2018 in Marzahn NordWest oder Kienberg. Es wird eine temporäre Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Seniorenaktivtag 2018 gebildet. 14.11.2017 IV „Aktiv im Alter“/ Handlungsempfehlungen der Sozialstudie „50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf“ Schwerpunkte für die Arbeitsplanung für das nächste Jahr herausgearbeitet:  Ehrenamt unter den Gesichtspunkten, wie gewinnen wir ehrenamtliche Mitarbeiter, Anerkennungskultur und Aufwandsentschädigung,  Nachbarschaftsbeziehungen sind unsere Ressourcen,  passgerechte Hilfen, was braucht der Bürger wirklich in unserer Nachbarschaft, wie kann das finanziert werden, wie kann die Arbeit der Einrichtungen gestärkt werden. Die IV „Aktiv im Alter“/ geplante Wahl des Koordinierungsgremiums musste aus Mangel an anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern verschoben werden. Der Seniorenaktivtag 2018 wurde auf den 08.08.2018 im Kiez-Treff West, Ahrensfelder Chaussee 148 festgelegt. 07.03.2018 IV „Aktiv im Alter“/ Wahl des Koordinierungsgremiums; Zusammenlegung der drei Veranstaltungen Seniorenaktivtag, Gesundheitstag für ALLE und Seniorenwandertag als gemeinsame Veranstaltung mit dem Titel: Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“; Vorstellung des Projekts „Mehrgenerationenhaus“ im „Haus am Akaziengrund“ des pad gGmbH, welches im September 2017 startet 06.06.2018 IV „Aktiv im Alter“/ Neue Erfahrungen in der Gewinnung von Ehrenamtlichen - FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf; Wegfall von vier Fördermaßnahmen im Bereich der Mobilitätshilfe; durch Initiative des Bezirkes entstanden die Sonder-Sokos „Besuchs- und Begleitdienst“, angesiedelt werden diese Sonder-Sokos bei G.U.T. Consult, Ball e.V. und Volkssolidarität, durch die Ehrenamtlichen werden niedrigschwellige Angebote wie Gespräche oder Spaziergänge umgesetzt, mobilitätseingeschränkte, ab 60 Jahren, können dieses Angebot kostenfrei nutzen. 08.08.2018 Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ rund um den Kieztreff Marzahn-West (38°C im Schatten) 10.10.2018 IV „Aktiv im Alter“/ Aufnahme von pad gGmbH in den Interessenverbund; Nachbarschaftsbeziehungen als Ressourcen, passgerecht Hilfen, Stärkung der Arbeit in den Einrichtungen, entlang der Internetplattform www.hilfsangebote.de; Auswertung des Aktivtages der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ 2018 29 | S e i t e 13.02.2019 IV „Aktiv im Alter“/ Gesunde Städte-Netzwerk Deutschlands – Mitglied Marzahn-Hellersdorf; Gesund leben - Marzahn-Hellersdorfer Gesundheitsstrategie (Präventionskette). Das Netzwerk im Alter bringt sich mit seinen Verbünden seit 2018 in die Kommunale, lebensübergreifende Gesundheitsstrategien ein. Einstimmig wurde dem Vorschlag zugestimmt, alle zwei Jahre den Seniorenaktivtag, im Rahmen der Veranstaltung der Marzahn-Hellersdorfer Mitgliedschaft im Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland sich an der Vorbereitung und Durchführung aktiv zu beteiligen. Die aktuellen Bürgerhaushalts-Vorschläge mit Ausweisung einer Relevanz in Bezug auf Barrierefreiheit und sonstige Problemlagen der Lebensälteren 08.05.2019 IV „Aktiv im Alter“/ Umfrage zum Engagement von Senioreninnen und Senioren / Sozialstudie 50 und älter (2015) ⇨ Fortschreibung der Studie ist fraglich, es sind aber neue Erkenntnisse notwendig, Hr. Holzmann bereitet einen Umfrage-Entwurf vor; Konzeptvorschlag der Durchführung des Aktivtages der Generationen wird einstimmig angenommen. Mobilitätshilfedienste im Bezirk - zurzeit besteht über die Diakonie (Senatsgeförderte Mobilitätshilfe), dem G.U.T. Consult GmbH, Jahresringe e.V., Ball e.V. und durch zwei Sonder-Sozialkommissionen des Sozialamts die Möglichkeit einen Mobilitätsdienst in Anspruch zu nehmen. Auf- und Ausbau von „Berliner Spaziergangsgruppen“ 14.08.2019 IV „Aktiv im Alter“/ Demografiebericht 2018 Marzahn-Hellersdorf Einwohnerstand/Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf (Bezirksregion, Planungsraum); Altersstruktur, Bevölkerungsprognose -2030, Haushaltsstruktur der Senioren, Altersarmut; neues Finanzierungsmodell für die Stadtteilzentren; Planungsanfang: Seniorenaktivtag 2020 / Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ Info; durch den Senat die Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik überarbeitet 13.11.2019 IV „Aktiv im Alter“/ Altersstruktur der Nutzer*innen in Stadtteilzentren und Nachbarschaftseinrichtungen ändert sich (Stark angestiegener Altersdurchschnitte), daraus resultieren veränderte Bedarfe. BALL e.V. stellte einen Fragebogen zum Engagement im Kiez vor, mittels der direkten Ansprache an die ältere Bevölkerung werden so in den Einrichtungen von BALL e.V. anonyme Daten erhoben. Fragebogen wurde allen Mitgliedern des IV zur Eigennutzung überlassen; Vorstellung Vorsorgeratgeber durch Herrn Holzmann (Geschäftsführer BALL e.V.) - Vorsorge ist Fürsorge, enthält die persönlichen Daten der Seniorinnen und Senioren. Durch die Bezirkliche Koordinierungsstelle Inklusion wurde auf eine Notfalldose www.notfalldose.de hingewiesen, diese kann im Ernstfall der Retter in der Not sein, da die Rettungskräfte den Aufbewahrungsort im Kühlschrank kennen und somit Zugang zu lebenswichtigen Informationen über den Patienten haben. Bildung einer temporären Arbeitsgruppe: Seniorenaktivtag 2020 / Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ 19.02.2020 IV „Aktiv im Alter“/ Entwicklung Teilhabeplaner und Sozialraumorientierung im Bundesteilhabegesetz (BTHG); durch das BTHG werden die Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben, der Teilhabe an Bildung und der sozialen Teilhabe verbessert; im Gespräch Pilotprojekt Inklusionsberater; Ergebnistransfer des Workshop 22.11.2019 in das Koordinierungsgremium des Netzwerks im Alter; Einbindung des Netzwerks im Alter in die lebensphasenorientierte Gesundheitsstrategie des Bezirkes – Erstellung 30 | S e i t e einer Matrix als gemeinsames Arbeitsinstrument der Verbünde; Vorbereitung Aktivtag der Generationen am 19.08.2020 unter dem Motto „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ wird der Alice-Salomon-Platz thematisch in verschiedene Bereiche geteilt 13.05.2020 IV „Aktiv im Alter“/ auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt 12.08.2020 IV „Aktiv im Alter“/ Antidiskriminierungsberatung ⇨ Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung bei Alter oder Behinderung; Sozialbericht 2018; Austausch über die Herausforderungen während der Pandemie; Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“ auf 2021 verschoben 02.12.2020 IV „Aktiv im Alter“/ Auswertung des 8. Altenbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“, die Forderung nach Unterstützung der älteren Menschen in der Digitalen Welt; Vorstellung der Internetplattform www.hilfsangebote.de Welche Hilfen können präventiv aufgebaut werden? Aktuelles zur Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des SARS-CoV-2 in Berlin, Austausch zu Erfahrungen und Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie unter Einhaltung der erforderlichen Einschränkungen. Dabei lag der Fokus auf dem Machbaren! In vier Stadtteilzentren (Mittendrin leben e.V.; BALL e.V.; Volkssolidarität; Nachbarschaftszentrum Hellersdorf e.V.) werden Inklusionsberater*innen ihre Arbeit aufnehmen und Aufgaben im Zusammenwirken mit Teilhabe-Manager realisieren. Aktivtag der Generation im Jahr 2021 in Vorbereitung. 17.02.2021 IV „Aktiv im Alter“/ Videokonferenz, Austausch über die aktuellen Gegebenheiten im Corona-Lockdown und eventuelle Unterstützung bei Handlungsbedarfen (die Beratungen und die Hilfe zum Ausfüllen von Anträgen sind gestiegen, es werden medizinische Mund- und Nasenschutzmasken ausgeteilt, Unterstützung der Corona-Hotline und Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfegruppen treffen sich im kleineren Rahmen, Telefonisch Kontakte zu den Besucher*innen, digitale Angebote für Seniorinnen und Senioren und Spaziergehgruppen, digitale Konzerte (Livestream), Eisbeinessen zum Abholen war ein großer Erfolg und zugleich eine Möglichkeit mit den Bürger*innen kurz ins Gespräch zu kommen, über die Plattform www.albatros-direkt.de erhalten Bürger*innen eine vertrauliche, kostenlose und einfache Zugangsmöglichkeit zu einer Videoberatung; Aktivtag der Generationen „Marzahn-Hellersdorf bewegt sich“: wird sich über eine Woche vom 09. – 13.08.2021 erstrecken, es werden dezentrale Veranstaltungen, an dem die Einrichtungen an einem selbst gewählten Ort und Zeitpunkt ihr Angebot vorhalten, geplant; der Seniorenwandertag könnte in kleineren Gruppen zu den Veranstaltungen wandern; Information zum „Telefonischen Hausbesuch" (Angebot der Sonder-Sozialkommission ab 01.02.2021, um der Vereinsamung älterer Menschen entgegen zu wirken, montags bis freitags in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr unter der Nummer 030 – 76 23 65 03 erreichbar); Information zur Kooperation des Bezirkes mit Firma Novo Nordisk und dem Programm Cities Changing Diabetes, ein globales Partnerschaftsprogramm, in der Diabetesprävention (Beratung für Zielgruppen, Förderung von Bewegung, Verbesserung der ärztlichen Versorgung, thematische Vorträge) weitere geplante Sitzungen 12.05.2021; 18.08.2021 sowie 17.11.2021 5.1.4 Beirat zur Umsetzung der Altenplanung Am 11. Januar 2018 fand die konstituierende Sitzung zur Umsetzung der Altenplanung der VIII. Legislaturperiode der BVV statt. Dort wurde die Geschäftsordnung des Beirates einstimmig beschlossen. 31 | S e i t e Mitglieder im Beirat zur Umsetzung der Altenplanung 2016 – 2021 - VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf von Berlin – Die Mitglieder des Bezirksamtes gehörten dem Beirat „per se“ an. In den Beirat berufen wurden die Beauftragten für Gleichstellung, für Integration und für Menschen mit Behinderung, Vertreter*innen der zuständigen BVV-Ausschüsse sowie der bezirklichen Seniorenvertretung, die Sprecher*innen der drei Interessenverbünde im bezirklichen Netzwerk im Alter, Vertreter*innen der in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren erfahrenen und im Bezirk wirkenden Wohlfahrtsverbände, ferner externe Sachverständige für Institution. Stimmberechtigte Mitglieder  Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Gesundheit, Personal und Finanzen, Frau Dagmar Pohle  Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Soziales und Facility Management, Frau Juliane Witt  Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Wohnen, Herr Thomas Braun (Mitarbeit im Beirat wurde abgelehnt)  Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Jugend und Familie, Herr Gordon Lemm  Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Frau Nadja Zivkovic  Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Frau Maja Loeffler  Integrationsbeauftragter, Herr Dr. Thomas Bryant  Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Frau Yvonne Rosendahl  Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, Ausschuss für Gesundheit, Inklusion, Menschen mit Behinderungen, Frau Sylvia Losensky  Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, Ausschuss für Soziales und Stadtteilarbeit, Herr Klaus-Jürgen Dahler  Fraktion DIE LINKE, Herr Klaus-Jürgen Dahler  Fraktion der AfD, Herr Dieter Pomierski  Fraktion der CDU, Frau Sylvia Losensky  Fraktion der SPD, Frau Jennifer Hübner  Netzwerk im Alter o Interessenverbund „Gesundheit im Alter“ (GGV), Sprecherin Frau Susan Hellfach, Häusliche Krankenpflege Susan Hellfach GmbH o Interessenverbund „Aktiv im Alter“, Sprecher Herr Frank Holzmann, BALL e.V. o Interessenverbund „Wohnen im Alter“, Sprecherin Frau Sabine Wnuk, Stadt und Land Wohnbautengesellschaft mbH  Diakonisches Werk Berlin Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO) Diakonie-Pflege Verbund Berlin, Frau Jutta Berger-Knapp  DRK – Kreisverband Berlin-Nordost e.V., Herr Rainer Oetting  AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V., Herr Detlef Klemm  PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin e.V., Herr Markus Pleyer  Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf, Frau Petra Ritter, Vorsitzende  ALBATROS gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleitungen mbh, Pflegestützpunkt Marzahn-Hellersdorf, Frau Marlen Podszun  Evang. Kirchengemeinde Berlin Kaulsdorf, Frau Steffi Jawer, Pfarrerin  Katholische Pfarrei Sankt Martin Kaulsdorf, Frau Elisabeth Zawacki Laut Geschäftsordnung für den Beirat zur Umsetzung der Altenplanung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin tagt der Beirat zwei- bis dreimal jährlich. Während dieser Legislatur wurde alle vier Monate eine Sitzung durchgeführt. In 2020 konnten die Sitzungen in der Coronavirus-Pandemie unter 32 | S e i t e Einhaltung der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen noch als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Im Januar 2021 wurde die erste Sitzung als Telefonkonferenz mit massiven technischen Problemen durchgeführt. Im Mai 2021 soll die 11. Beiratssitzung als Videokonferenz erfolgen. Als ständig wiederkehrende Punkte auf der Tagesordnung sind die Berichte aus den Interessenverbünden im Netzwerk im Alter sowie der Bericht der Seniorenvertretung zu nennen. Auf der zweiten Sitzung des Beirates wurde sich zu den Themen  Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland  Mobilitätshilfsdienste im Bezirk sowie der  Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung 2017 – 2021 ausgetauscht. Die Fortschreibung wurde zur Abstimmung gebracht, einstimmig angenommen und über das Bezirksamt der BVV zur Kenntnis gegeben. Ab der 4. Sitzung des Beirates wurden die einzelnen Bezirksregionen (BZR) mit ihren Rahmenbedingungen, der vorhandenen und geplanten Infrastruktur durch die Mitarbeiter*innen der OE Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) sowie der dort verorteten Stadtteilzentren (STZ) vorgestellt. Tab. 4: Sitzungen des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung - Vorstellung der BZR und STZ 4. Sitzung, 30.01.2019 Bezirksregion Hellersdorf Nord STZ Hellersdorf Nord   5. Sitzung, 29. 05.2019 Bezirksregion Mahlsdorf STZ Mahlsdorf   6. Sitzung, 23. 10.2019 Bezirksregion Marzahn Nord  Bezirksregion Hellersdorf Süd Bezirksregion Marzahn-Mitte 9. Sitzung, 21.10.2020 10. Sitzung, 20.01.2021 Bezirksregion Kaulsdorf Bezirksregion Marzahn-Süd 11. Sitzung, 19.05.2021 (geplant als Videokonferenz) Bezirksregion Hellersdorf Ost Nachbarschafts- und Familienzentrum „Kiek in“ Kieztreff West STZ Hellersdorf Süd   8. Sitzung, 01.07.2020 AWO – Stadtteiltreff Mahlsdorf Süd STZ „PestalozziTreff“ STZ Marzahn Nord  7. Sitzung, 29.01.2020 AWO – Stadtteiltreff SOS- Familienzentrum KOMPASS – Haus im Stadtteil Klub 74 STZ Kieztreff / Volkssolidarität LV Berlin e.V. STZ Kaulsdorf / MITTENDRIN leben e.V. STZ MOSAIK / Wuhletal-Psychosoziales Zentrum gGmbH STZ Hellersdorf Ost / MITTENDRIN leben e.V. Ab der 8. Sitzung kam ein weiterer Schwerpunkt in der Berichterstattung dazu: Auswirkungen auf die Arbeit unter Bedingungen der Coronavirus-Pandemie mit den Themenschwerpunkten Nachbarschaftshilfen, Kontaktverzicht der Älteren, Vereinsamung auch in den Pflegeeinrichtungen, Quarantäne, unzureichende Ausstattung mit Schutzkleidungen in den Hauskrankenpflegen usw. 5.2 Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf Petra Ritter, Vorsitzende der Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf Von Anfang an thematisierte die Seniorenvertretung das Problem der Verkehrssicherheit für Seniorinnen und Senioren und die Durchsetzung der Barrierefreiheit. Handlungserfordernisse, Arbeitsschwerpunkte und Erreichtes: 33 | S e i t e       Defekte Bürgersteige, Bordsteinabsenkungen, Gefahrenstellen an Baustellen für Menschen mit Behinderungen, Probleme im Winter wegen schlechter Schneebeseitigung und hier insbesondere Fußwege an Kreuzungen werden kontinuierlich auf die Agenda gesetzt. Infolge einer Eingabe wurde der Eingangsbereich des „Pflegewohnzentrums Wuhlepark“ so instandgesetzt, dass man das Haus auch bei anhaltendem Regen mit trockenen Füßen erreichen kann. Auf Vorschlag der Seniorenvertretung, aus dem Bürgerhaushalt die unmittelbare Umgebung des „Pflegewohnzentrums Wuhlepark“ instand zu bringen, damit dessen Bewohner unfallfrei ihre Spaziergänge unternehmen können, wurde infolge der Beteiligung am Bürgerhaushalt diese in den Investitionsplan 2020/2021 des Bezirkes aufgenommen. Nach Kritik der Seniorenvertretung, sich an die Verkehrslenkung Berlin betreffs nicht funktionierender akustischer Signale an Verkehrsampeln zu wenden, verabschiedete die BVV einen entsprechenden Beschluss um Abhilfe zu schaffen. Nach langer Zeit funktioniert auch das Signal im Kreuzungsbereich Lion-Feuchtwanger-Straße - Gülzower Straße - Gutenbergstraße wieder. Auch das Problem der Pendeltüren im „Spree Center Hellersdorf“, welches im Jahr 2017 kritisiert wurde, konnte gelöst werden, indem Automatik-Türen eingebaut wurden. Seit dem Besuch der ARONA-Klinik im April 2019 wird darauf aufmerksam gemacht, dass hier eine Bushaltestelle zur besseren Erreichbarkeit fehlt. Diesem Thema hat jetzt die AfD aufgegriffen. Das Senioren-Forum 2019 (erstmalig statt Senioren-BVV) hat sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt. Fazit war: Digitalisierung betrifft uns alle! Wie gehen unsere Seniorinnen und Senioren mit der digitalen Welt um, was geht gut und was nicht waren im Ergebnis Fragestellen, mit der sich eine im Anschluss gebildete Projektgruppe beschäftigt hat. Zudem wurden digitale Dienstleistungsangebote des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf und des Landes Berlin hinsichtlich der besonderen Eignung für Seniorinnen und Senioren genauer betrachtet. Das Ergebnis des Projektes DigiSenio liegt in Form eines Abschlussberichtes19 vor, welcher auch einigen mit dieser Problematik befassten Senatsmitarbeiter*innen und Politiker*innen zugesandt wurde. Die aufschlussreichen Ergebnisse verstehen sich als ein Diskussionsbeitrag für die weitere Qualifizierung der Digitalisierung von Verwaltungsverfahren unter besonderer Berücksichtigung der Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten der von uns vertretenen Seniorinnen und Senioren. Zudem sollen politische und gesellschaftliche Gremien auf eine stärkere Beachtung und Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse dieser Mitbürgerinnen und Mitbürger im Digitalisierungsprozess aufmerksam gemacht werden. Leider fand der Bericht bisher wenig Aufmerksamkeit und Resonanz. Der Seniorenvertretung stehen für ihre Arbeit ein Büro mit technischer Ausstattung (1 PC-Arbeitsplatz mit Internetanschluss) sowie die Nutzung des Postraumes im Bürodienstgebäude (BDG) Riesaer Straße zur Verfügung (§ 3.b BerlSenG). Durch die örtliche Anbindung an die für Soziales zuständige Abteilungsleitung und das SeniorenServiceBüro im Amt für Soziales (ebenfalls ansässig im o. g. BDG) sowie der dort verorteten Geschäftsstelle des Netzwerkes im Alter ergeben sich direkte Kommunikationswege und Möglichkeiten des Zusammenarbeitens. Für Sitzungen der Seniorenvertretung werden Räumlichkeiten der Stadtteilzentren und des Bezirksamtes (z. B. Beratungs- und Informationszentrum) genutzt. Auf Grund der Corona-Pandemie wurden alternativ zu Präsenzsitzungen Videokonferenzen durchgeführt. Daran haben sich 11 von 13 Mitgliedern beteiligt. Die für die Arbeit zur Verfügung stehenden Mittel dürfen nicht für Informationstechnik ausgeben werden. Damit wird stillschweigend vorausgesetzt, dass private Technik für die ehrenamtliche Arbeit genutzt wird einschl. notwendiger Reparaturen 19 Projekt DigiSenio „Teilhabe der Seniorinnen und Senioren am allgemeinen Prozess der Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben–beispielhaft untersucht an den digitalen Dienstleistungen des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf“ Quelle: https://www.berlin.de/ba-marzahnhellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/senioren-sozialkommissionen/artikel.336948.php Zugriff: 08.04.2021 34 | S e i t e oder (Ersatz-)Beschaffungen von Hard- und Software. Dies betrifft insbesondere die Vorstandsmitglieder und erschwert deren Zusammenarbeit erheblich. Für die aktive Mitwirkung verfügt die Seniorenvertretung über ein Rederecht vor der BVV und in deren Ausschüssen (§ 4.3.1 BerlSenG). Dies ist grundsätzlich nicht in allen Berliner Bezirken üblich und ein wesentlicher Vorteil für die Gestaltung der seniorenpolitischen Arbeit. Die Seniorenvertretung setzt sich für eine Gleichbehandlung analog zu den Ausschüssen der BVV ein. Damit verbunden sind auch Aufwandsentschädigungen für deren Mitglieder. An der Diskussion um das Seniorenmitwirkungsgesetz auf Berliner Ebene ist die Marzahn-Hellersdorfer Seniorenvertretung beteiligt. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen zur Seniorenvertretung in 2022 ist die Seniorenvertretung um die Gewinnung weiterer Mitglieder bemüht. Dazu wird die Zusammenarbeit mit den Stadtteilzentren intensiviert, um interessierte Seniorinnen und Senioren aus allen Marzahn-Hellersdorfer Stadtteilen zu erreichen. Aktuell sind bis auf zwei Mitglieder alle aus Hellersdorf (Hellersdorf, Kaulsdorf /Nord, Mahlsdorf). Die Bewerberinnen und Bewerber müssen formal ihren Hauptwohnsitz im Land Berlin und das 60. Lebensjahr vollendet haben (§2 BerlSenG). Sie müssen keine geübten Redner sein, sollten aber in der Lage sein, Anliegen der bezirklichen Seniorenvertretung unabhängig, parteipolitisch neutral und nicht konfessionell gebunden (§ 3 BerlSenG) in die Ausschüsse der BVV zu tragen und die dort erhaltenen Informationen in die Seniorenvertretung zurückzugeben. Berufstätige Bewerberinnen und Bewerber sollten dabei berücksichtigen, dass viele Gremien innerhalb der Berufszeiten stattfinden. 5.3 Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin 5.3.1 Behindertenbeauftragte (Behind B) Yvonne Rosendahl Hinweis: Aufgrund der Neubesetzung der Personalstelle der Behindertenbeauftragten im Mai 2020 können nur bedingt Aussagen über den Zeitraum vom 2017 bis Mai 2020 getroffen werden. Arbeitsschwerpunkt: Barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen Die Behindertenbeauftragte wird seit Mai 2020 in die Bauvorhaben im Bezirk einbezogen und berät in dieser Funktion auf Grundlage der aktuellen Rechtsvorschriften (insb. DIN 18040). Zusätzlich wird das Bezirksamt im Jahr 2021 eine*n „Sachverständige*n für barrierefreies Bauen“ einstellen (Bereich: Stadtentwicklungsamt – FB Bauaufsicht, Wohnungsaufsicht UD). Der*die Sachverständige erarbeitet Stellungnahmen zur Barrierefreiheit für überwiegend besonders schwierige Bauvorhaben und zu Abweichungen, Ausnahmen, Befreiungen von baurechtlichen Vorschriften. Dies erfolgt ggf. in Zusammenarbeit mit der Behindertenbeauftragten. Arbeitsschwerpunkt: Unterstützung von Teilhabe an der Gesellschaft für alle behinderten und von Behinderung bedrohten, häufig alten Menschen im Bezirk durch Mitarbeit im bezirklichen Netzwerk im Alter - Beirat zur Umsetzung der bezirklichen Altenplanung, Interessenverbünde „Gesundheit im Alter“/AK Mobilitätshilfe“ und „Wohnen im Alter“ sowie im bezirklichen Behindertenbeirat Die Mitarbeit der Behindertenbeauftragten in den genannten Gremien fand statt und wird fortgeführt. Arbeitsschwerpunkt: Kontinuierliche Beratung von Ämtern und Organisationseinheiten des Bezirksamtes im Hinblick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Damit die Interessen von Menschen mit Behinderung(en) bei der Planung und Realisierung von Maßnahmen im Bezirk berücksichtigt werden, berät und unterstützt die Behindertenbeauftragte das Bezirksamt auf der Grundlage des Landesgleichberechtigungsgesetzes (LGBG). Ebenfalls wird die Behindertenbeauftragte die Mitarbeitenden der einzelnen Ämter, Service- und Organisationseinheiten bei der Erarbeitung eines Aktions- und Maßnahmenplans zur Umsetzung der UNBRK im Bezirk inhaltlich und organisatorisch unterstützen. Aufgrund der Komplexität der UN35 | S e i t e Behindertenrechtskonvention ist die Erarbeitung des Aktions- und Maßnahmenplans als mehrjähriger Prozess geplant, der im Jahr 2021 beginnt. Arbeitsschwerpunkt: Mitarbeit und Steuerung innerhalb der bezirklichen Koordinierungsstelle für Inklusion Marzahn-Hellersdorf beim Träger BALL e.V.: Ortsbegehungen, Erhebungen und datentechnische Auswertungen zu noch vorhandenen Barrieren im öffentlichen Raum. Die Mitarbeit in und die Steuerung der Koordinierungsstelle Inklusion durch die Behindertenbeauftragte fand statt und wird fortgeführt. Arbeitsschwerpunkt: AG „Teilhabe am Erwerbsleben für Menschen jeden Alters – mit und ohne Handicap“ mit dem Schwerpunkt „Arbeit bis ins Alter“ (Arbeitsbegriff), angebunden beim BBWA und koordiniert durch den Behindertenbeauftragten Die AG „Teilhabe am Erwerbsleben für Menschen jeden Alters – mit und ohne Handicap“ (mit dem Schwerpunkt „Arbeit bis ins Alter“) - angebunden beim Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit MH (BBWA MH) - sollte auf Initiative und in Federführung vom damaligen Behind B realisiert werden. Dies ist nicht erfolgt. Aufgrund personeller, struktureller und arbeitsorganisatorischer Veränderungen ist für die neue Legislaturperiode ab 2022 vorgesehen, das Thema „Altersgerechte Arbeit“ (als eine der Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik) mit dem Schwerpunkt „Beschäftigungsförderung, Arbeitsmarktintegration, Beibehaltung der Beschäftigungsfähigkeit sowie Beschäftigungsmöglichkeiten von älteren Menschen mit und ohne Behinderung“ zu bearbeiten. Dazu wird die Behindertenbeauftragte die Europabeauftragte in eine diesbezügliche bzw. das Thema bearbeitende Arbeitsgruppe einbeziehen. Einmal jährlich könnte das Thema auch im Rahmen einer Berichterstattung und Diskussion in der Steuerungsrunde des BBWA MH aufgerufen werden. analog dazu s. S. 48 EU-B 5.3.2 Frauen und Gleichstellungsbeauftragte (Gleich B) Maja Loeffler Arbeitsschwerpunkt: Unterstützung der Teilhabe an der Gesellschaft für alle Seniorinnen, insbesondere auch für alleinlebende, von Armut und Einsamkeit bedrohte/betroffene Seniorinnen (und Senioren) im Bezirk durch Mitarbeit im Beirat zur Umsetzung bezirklicher Altenplanung, Frauenbeirat Marzahn-Hellersdorf, in Frauenprojekten/im Frauen-Netz im Bezirk Aus geschlechtsspezifischer Perspektive sind für die bezirkliche Altenplanung zwei Herausforderungen besonders zu beachten, sowohl im Land Berlin als auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf: 1. Altersarmut: Die Prognose für die Alterssicherung in Deutschland ist für Männer und Frauen in den künftigen Jahren negativ. Schon jetzt sind die Renten derjenigen, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, niedriger als die Renten derer, die bereits Rente beziehen. Frauen sind von dieser negativen Entwicklung besonders betroffen. Die Konsequenzen aus der drohenden Altersarmut werden für künftige Generationen der Rentnerinnen und Rentner einerseits und für die Öffentliche Hand andererseits zur besonderen Herausforderung. Hierzu zählen Fragen rund um die Sicherung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an gesundheitlicher Versorgung und Mobilität, sowie drohende soziale Isolation, der entgegenzuwirken ist. 2. Singularisierung und Feminisierung im höheren Lebensalter: Der Anteil der Frauen in der Gruppe der Hochbetagten (ab 85 Jahre) und im fortgeschrittenen Alter (ab 75 Jahre) nimmt stark zu. Dies bedeutet, dass Frauen viel öfter allein alt werden als Männer. Zusätzlich sind familiale und verwandtschaftliche Beziehungen oft nicht wohnortnah vorhanden. In Marzahn-Hellersdorf - mit der bereits stärksten Alterung Berlins - wird sich dieser Effekt noch zusätzlich verstärken, d.h. der Anteil an alleinstehenden Frauen wird weiter stark ansteigen. Die größten Herausforderungen sind und werden diesbezüglich sein: Entgegenwirken der sozialen Isolation, Erhalt der Mobilität und ein gendersensibler Umgang der steigenden gesundheitlichen und pflegerischen Anforderungen. 36 | S e i t e Diese Herausforderungen können durch die zunehmend häufig fehlende finanzielle Absicherung (Altersarmut) noch potenziert werden. Aus den genannten Herausforderungen ergeben sich folgende Bedarfe: nachbarschaftliche Vernetzung, wohnortnahe Anlaufstellen, gendersensible Angebote für Ältere und Angebote der gendersensiblen Pflege. Zusätzlich zu den Stadtteilzentren und Frauenprojekten gibt es einen großen weiteren Bedarf an aufsuchenden niedrigschwelligen und gendersensiblen Hilfen, wie z. B. ehrenamtliche Besuchsdienste von Frauen für Frauen und ebenso von Männern für Männer und gendersensible Nachbarschaftshilfe. Angebote für Frauen im Bezirk: Frauen der Altersgruppe 50 Jahre und älter sind bereits eine Hauptzielgruppe der Projekte und Träger der Fraueninfrastruktur im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Arbeit: Bei der Gruppe der arbeitslosen, arbeitssuchenden oder prekär beschäftigten Frauen der Gruppe 50plus bis zum Renteneintritt liegt der Schwerpunkt auf der Arbeitsmarktorientierung und Beratung zu allen Themen der sozialen Sicherung und Orientierung auf Arbeit. Hier bietet das Frauenzentrum Marie e.V. in Marzahn Nord ein spezifisches gendersensibles Beratungsangebot. Im Frauenzentrum Matilde e.V. und im Frauentreff HellMa des MiM e.V. werden besonders ältere Frauen in Stellen der Förderung von Beschäftigungsverhältnissen eingesetzt (MAE, Soziale Teilhabe, §16i SGB II). Teilhabe an der Gesellschaft, Beratungs- und Freizeitangebote: Die Frauenprojekte im Bezirk sind zentrale Anlauf- und Beratungsstellen für Frauen jeder Altersstufe, besonders für Seniorinnen und bereits hochbetagte Frauen, solange sie mobil sind und die Anlaufstellen auch besuchen können. Die Frauenprojekte leisten hier einen sehr wichtigen Beitrag zur wohnortnahen, kiezorientierten Vernetzung und Unterstützung für die Zielgruppe. Die Träger arbeiten bedarfsorientiert und stellen ihre Angebote auf den wachsenden Bedarf gerade für die beschriebene Zielgruppe ein. Allerdings stoßen sie auch an Kapazitätsgrenzen. Nachfragen nach Mobilitätshilfen, Begleitung und Haushaltshilfen, wie z.B. bei Begleitung zu Arztbesuchen, unentgeltlichen Aushilfsarbeiten in der Wohnung, Besuchen und Unterstützung in der eigenen Häuslichkeit etc., können die Projekte nicht leisten. Im Frauenzentrum Matilde e.V. in Hellersdorf sind ca. 1/3 der Besucherinnen ältere Frauen und Seniorinnen und nutzen das Beratungs- und Freizeitangebot. Folgende Angebote werden vorrangig von Seniorinnen wahrgenommen: das 14tägige Frauenfrühstück, das wöchentliche Angebot der Rheumaliga (wöchentlich montags), die monatliche Seniorinnengruppe und die Rückengymnastik. Weiterhin tagen monatlich die Sozialkommissionen mit jeweils 4-5 Frauen in der Matilde, welche sich besonders mit Themen älterer Menschen in den Sozialräumen 16/17 und 18/19 beschäftigten. Der Frauentreff HellMa in der Marzahner Promenade wird zu ca. 70% von älteren Frauen, Seniorinnen und hochaltrigen Frauen genutzt. Der Treff hat für ältere Frauen eine große Bedeutung. Neben der nötigen Beratung zu Themen wie Konflikte in der Nachbarschaft und /oder in der Familie, Unterstützung bei behördlichen Anliegen und Schreiben, Unterstützung bei der Pflegesituation (des Partners oder der eigenen) und Hilfebedarfe in diesem Zusammenhang, gesundheitliche Probleme und damit zusammenhängende Ängste. Ein sehr großes Thema bei den Frauen ist Einsamkeit. Das HellMa bietet daher einen Ort der Kommunikation und der Kontaktpflege und kann so zur besseren Alltagsstrukturierung beitragen und eine Art Familienersatz bilden. Die Angebote für ältere Frauen im HellMa sind sehr vielfältig und breit angelegt: Sport und Bewegung, Gesundheitsangebote, Freizeit und Kultur, Beratung und Gespräche, Selbsthilfe, Gruppen und Ehrenamt. Der Nachbarinnentreff Louise in Marzahn Nordwest ist ebenfalls eine wichtige Anlaufstelle für ältere Frauen. Seit der Eröffnung der Louise 2018 gehören Seniorinnen zu den Besucherinnen und sind ein fester Bestandteil der Arbeit des Nachbarinnentreffs und nehmen regelmäßig die Angebote wahr. Die 37 | S e i t e Pandemiesituation führt zu einer Verstärkung der Einsamkeit und der sozialen Isolation. Daher liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf Einzeltreffen und Gesprächen. Ältere Frauen nehmen vor allem am Frauenfrühstück, an den thematischen Kaffeenachmittagen, an der Frauengymnastik und an der Rentenberatung teil. Der Bedarf älterer Menschen nach mehr Freizeitangeboten und weiteren Informationen und Austausch zu Gesundheitsthemen und Ernährung ist groß. Das seit 2020 bestehende Beratungs- und Freizeitangebot des Projektes „Lesben stärken in MarzahnHellersdorf“ von LesLe Fam e.V. wird auch von älteren lesbischen Frauen genutzt. Dabei wird deutlich, dass älteren lesbischen Frauen eine Anlaufstelle oder ein Treffpunkt mit Gleichgesinnten bisher fehlt. Alte Lesben haben ähnliche Problemlagen (wie Einsamkeit, soziale Isolation, geringe oder fehlende Mobilität und Teilhabe), die sich aufgrund der Homosexualität und einem anderen Lebensverlauf (keine eigenen Kinder, geringe familiäre Einbindung) noch verstärken können. Angebote für ältere Menschen müssen daher die Vielfalt der Lebensentwürfe und Identitäten der Menschen im Blick haben und zielgruppenspezifische Angebote bereithalten. Förderung von Sport und Bewegung älterer Menschen: Die Frauensporthalle Marzahn-Hellersdorf im Freizeitforum Marzahn (FFM) hält ein generationsübergreifendes interkulturelles und inklusives Sport- und Bewegungsangebot für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche vor. Ein Hauptziel der Frauensporthalle ist ein bedarfsgerechtes bezirkliches Sportangebot für Frauen ab der Lebensmitte. In der Mitgliederstruktur der Frauen im FFM e.V. in der Frauensporthalle wird deutlich, dass – neben den Kindern und Jugendlichen – die Hauptnutzerinnen der Halle Frauen ab 40 Jahre sind. Die Gruppe der Frauen ab 61 Jahre ist dort besonders stark vertreten und stellt ca. ¼ aller Mitglieder dar. Es gibt unterschiedliche Sportangebote, die von dieser Altersklasse sehr gut angenommen werden: Beweglichkeit im Alter, orientalischer Tanz, Tischtennis, Gesundes für den Rücken, Yoga und verschiedene Gymnastikangebote. Viele dieser Angebote finden zu Tageszeiten statt, die gerade dieser Altersgruppe entgegenkommen. Der integrative Charakter der Frauensporthalle ist neben den sportlichen und gesundheitsfördernden Aspekten besonders hervorzuheben. Über die sportlichen Aktivitäten hinaus entwickeln sich gemeinsame Treffen und Freundschaften unter den Frauen. Mit der Fertigstellung des Extrafitbereiches eröffnen sich vor allem für ältere Menschen weitere Möglichkeiten der sportlichen Betätigung und der Gesundheitsförderung. Mit der Frauensporthalle fördert der Bezirk eine bezirkliche Einrichtung, die Sport und Bewegung älterer Menschen und hier besonders von Frauen fördert. Die Träger der Fraueninfrastruktur arbeiten im FrauenNetz Marzahn-Hellersdorf mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zusammen und tauschen sich hier auch zu der Arbeit mit älteren Frauen aus. Weiterhin arbeiten die Träger zum Teil im bezirklichen Netzwerk im Alter/ Interessenverbund „Aktiv im Alter“ mit, kooperieren mit der bezirklichen Altenhilfekoordinatorin und bringen kontinuierlich Inhalte für die Umsetzung der bezirklichen Altenplanung ein. Weiterhin beteiligen sie sich am Seniorenaktivtag und an der Seniorenwoche. Die bezirkliche Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte ist Mitglied des Beirates zur Umsetzung der bezirklichen Altenplanung. Sowohl im FrauenNetz Marzahn-Hellersdorf als auch im Frauenbeirat Marzahn-Hellersdorf wird das Thema „Ältere Frauen im Bezirk“ regelmäßig beraten. Alter wird dabei als ein Querschnittsthema angesehen, welches in den Gremien auch bei anderen Schwerpunktthemen wie z.B. Armut mitgedacht wird. Der Frauenbeirat ermöglicht darüber hinaus auch älteren Frauen ein ehrenamtliches Engagement im Bezirk. 38 | S e i t e 5.3.3 Integrationsbeauftragter (Int B) Dr. Thomas Bryant Arbeitsschwerpunkt: Stärkung der interkulturellen Kompetenz bei der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund (insbes. in sensiblen Lebensbereichen, wie z.B. Pflegedienstleistungen bei Geflüchteten). Mitarbeit im Beirat zur Umsetzung der bezirklichen Altenplanung und dessen Bindeglied zum Integrationsbeirat.  Die Mitarbeit des Integrationsbeauftragten im Beirat zur Umsetzung der bezirklichen Altenplanung ist gewährleistet. Im Verhinderungsfall wird der Integrationsbeauftragte durch den Koordinator für Flüchtlingsfragen im Beirat vertreten. Der Integrationsbeauftragte fungiert als Bindeglied zum Integrationsbeirat, dessen Geschäftsführung er gleichzeitig innehat. In beiden Gremien nimmt er die Aufgabe wahr, die Diskussion um die Belange von Migrantinnen und Migranten bzw. Menschen mit Migrationshintergrund im Seniorenalter im Bezirk zu befördern. Flüchtlingsrelevante Fragen werden insbesondere durch den Koordinator für Flüchtlingsfragen (im Integrationsbeirat ebenso durch die Koordinatorin für Flüchtlingsfragen) bearbeitet.  Im Berichtszeitraum ist die Anzahl der Unterkünfte für Geflüchtete und Asylsuchende quantitativ unverändert geblieben; verändert hat sich hingegen der Funktionstyp: Mitte 2017 gab es sechs Gemeinschafts- und drei Notunterkünfte. Anfang 2021 gibt es insgesamt sieben Gemeinschaftsunterkünfte, eine Erstaufnahmeeinrichtung und eine temporäre Quarantäneunterkunft. Genauere statistische Angaben darüber, wie viele der insgesamt rund 2.987 Personen mit Fluchterfahrung sich im Seniorenalter befinden, liegen nicht vor. Angesichts der Tatsache, dass der Großteil der Menschen dieses Personenkreises erfahrungsgemäß im Alter zwischen ca. 20 und 50 Jahren ist und es auch zahlreiche geflüchtete Kinder und Jugendliche gibt, macht der Anteil derjenigen, die älter als 60 oder 65 Jahre alt sind, augenscheinlich nur einen sehr geringen Prozentsatz aus. Dies könnte zur Folge haben, dass diese Altersgruppe im Unterkunftsbetrieb tendenziell vernachlässigt wird, da sich die sozialarbeiterischen Anstrengungen auf die Personen deutlich jüngeren Alters konzentrieren. Konkrete Defizite – abgesehen von nicht-barrierearmen bzw. nicht-barrierefreien Bedingungen und z.T. längerfristig defekten Aufzügen – sind bei Heimbegehungen und Gesprächen zwischen der Flüchtlingskoordination des Bezirksamtes und den jeweiligen Unterkunftsleitungen indes nicht zutage getreten. Zur Förderung einer kultursensiblen Pflege haben der Koordinator für Flüchtlingsfragen, der Koordinator für die medizinische Versorgung geflüchteter Menschen im Gesundheitsamt, die Koordinatorin für Altenplanung im Amt für Soziales, die Beauftragte für Menschen mit Behinderung und die Koordinatorin eines bezirklichen Pflegestützpunktes im Herbst 2020 die Arbeitsgemeinschaft Pflege für geflüchtete Menschen gegründet. Die Ziele der Arbeitsgemeinschaft bestehen u.a. darin, geflüchteten Menschen die Zugänge zu Unterstützungsleistungen in der Pflege von unterschiedlichen Leistungsträgern zu erleichtern, Pflege in den Familien zu unterstützen sowie die Fachöffentlichkeit, Pflegefachkräfte und Leistungserbringer stärker für die Thematik zu sensibilisieren (s. a. Kapitel 5.1.1).  Arbeitsschwerpunkt: Vorschläge zur Seniorinnen- und Seniorenarbeit seitens der Migrantenselbstorganisation „Reistrommel e.V.“: Muttersprachliches Beratungsangebot in den Pflegestützpunkten fortführen / Gründung einer AG „Migration und Alter“ durch das Bezirksamt Zwecks Austausch, Vernetzung und Evaluierung / Erstellung einer Explorationsstatistik zur Situation älterer vietnamesischer Migrantinnen und Migranten im Bezirk (inkl. der Entwicklung entsprechender Indikatoren). Vernetzungen mit verschiedenen Trägern der Altenhilfe sowie Krankenhäusern zur Entwicklung kultursensibler Pflegeangebote / Workshops zu verschiedenen Themen im Bereich Recht bzw. Gesundheit und Alter (z.B. Vorsorge, Patientenverfügung).  Die Eingliederung von älteren Menschen mit Migrationshintergrund erfolgt über die bezirklichen Infrastruktureinrichtungen, wie z.B. die Stadtteilzentren. Veranstaltungen, die insbesondere auf diese Zielgruppe ausgerichtet sind bzw. von dieser Personengruppe eigenständig initiiert und umgesetzt werden, finden über den gesamten Jahresverlauf statt. Wichtig sind hierbei insbesondere 39 | S e i t e die Migrantenorganisationen bzw. Migrantenselbstorganisationen als Stützpfeiler einer zielgruppenorientierten und bedarfsgerechten Migrationssozialarbeit. Aus integrationspolitischer Sicht besonders wichtig sind dabei v.a. herkunftsübergreifende Angebote, die an keinen speziellen Migrationshintergrund bzw. an das Vorhandensein eines Migrationshintergrundes geknüpft sind, sondern vielmehr Menschen mit unterschiedlichen Herkünften (z.B. Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler einerseits sowie Deutsche ohne Migrationshintergrund andererseits) miteinander in Kontakt bringen und auf diese – meist niedrigschwellige – Art und Weise bei allen Beteiligten gemeinhin sehr beliebte Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Letztere wiederum können ein wichtiger Anstoß für die gemeinsame Gestaltung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens insgesamt sein.  Die Migrantenselbstorganisation „Reistrommel e.V.“ hat innerhalb des Berichtszeitraums ein Projekt für Seniorinnen und Senioren sowie schwerkranke Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund auf den Weg gebracht, welches aus dem Budget des Integrationsbeauftragten gefördert wird. Das Projekt, das sich an Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf richtet, verfolgt das Ziel, älteren vietnamesischen Migrantinnen und Migranten die Orientierung im Hilfesystem zu erleichtern und ihnen dadurch die gleichberechtigte Teilhabe innerhalb dieses Systems zu ermöglichen. Um die entsprechenden Zugänge zu optimieren, werden verschiedene Netzwerke, Gremien und Kooperationen sowie eine sozialpädagogische Beratung und Betreuung genutzt. Dadurch soll u.a. auch der Informations- und Beratungsbedarf von älteren vietnamesischen Migrantinnen und Migranten besser gedeckt werden. Zur Erfassung und Bearbeitung des aktuellen Bedarfes und der Mitwirkung am Aufbau kultursensibler Angebote für diese Zielgruppe wird die Vernetzung zu den bereits vorhandenen Angeboten erweitert bzw. – sofern noch nicht erfolgt – erstmalig hergestellt. Dabei kann u.a. auf die Expertise der „AG Vietnam“ sowie insbesondere der „AG Vietnamesen und Alter“ zurückgegriffen werden. Beide Arbeitsgruppen werden durch die Migrantenselbstorganisation „Reistrommel e.V.“ koordiniert, welche darüber hinaus auch eine sozialpädagogische Sprechstunde eingerichtet hat und diverse muttersprachliche Informationsmaterialien zur Verfügung stellt. Um die Entwicklung von Empowermentstrukturen zur Sicherstellung einer selbstbestimmten Lebensführung im Alter (unter Berücksichtigung der individuellen Vorstellung eines guten Lebens) zu befördern, bietet „Reistrommel e.V.“ Selbsthilfegruppen mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlicher Zusammensetzung die Möglichkeit, sich in den Vereinsräumen zu treffen sowie entsprechend ihrer jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse eigenständig zu organisieren. Da bspw. immer öfter Angehörige vietnamesischer Migrantinnen und Migranten mit der Bewältigung von Trauerfällen konfrontiert sind, hat sich „Reistrommel e.V.“ auch dieses Themas angenommen und dazu eine Selbsthilfegruppe für Angehörige aufgebaut. Gruppen wie diese wirken der Vereinsamung entgegen und ermöglichen den Aufbau von weiteren sozialen Kontakten sowie den Informationsaustausch, so dass eine gute Lebensqualität auch im hohen Alter gewährleistet ist. 5.3.4 Abteilung Stadtentwicklung, Gesundheit, Finanzen und Personal Stadtentwicklung - Stadtentwicklungsamt Marina Dreßler, Fachbereichsleiterin Stadtplanung Arbeitsschwerpunkt: Weitere Gewährleistung qualifizierter Beratung zum seniorengerechten Wohnen sowie zu Möglichkeiten der Wohnraumanpassung, des Wohnungstausches, barrierefreien Zugangs zur Wohnung, Ansiedlung von Dienstleister/innen im Wohnumfeld, wohnortnahen Versorgungsmöglichkeiten, Aufbau wohnortnaher Begegnungs- und Kulturangebote (Gewerbe) In Umsetzung des Zentrenkonzeptes wurden durch das Stadtentwicklungsamt, den Fachbereich Stadtplanung, die Bebauungspläne zur Sicherung der Nahversorgungszentren weitergeführt. Ziel ist die Sicherung der Nahversorgung im fußläufigen Einzugsbereich. In diesen Nahversorgungszentren sollen 40 | S e i t e auch vorrangig die sozialen und kulturellen Einrichtungen eingeordnet werden. Auch hierzu werden mit den laufenden Bebauungsplanverfahren durch die Festsetzung von Gemeinbedarfsflächen die Voraussetzungen geschaffen. Im Rahmen von laufenden Neu- und Umbaumaßnahmen von Einzelhandelseinrichtungen setzt sich das Stadtentwicklungsamt regelmäßig für die Einrichtung temporärer Verkaufseinrichtungen während der Bauzeit gegenüber den Investoren und Investorinnen ein. Im April 2019 wurde durch die Bezirksbürgermeisterin im Rahmen des Runden Tisches der Wohnwirtschaft angesprochen, dass die Notwendigkeit der Bereitstellung geeigneten Wohnraums für besondere Gruppen (körperlich eingeschränkte, seelisch behinderte Menschen; ambulantes betreutes Wohnen, Senior/innen; Wohngruppen) besteht. Es wurde dargelegt, dass eine hohe Nachfrage seitens der sozial tätigen Träger/innen am Wohnungsmarkt besteht. Für Wohnungssuchende gibt es lange Wartelisten. Die Bezirksbürgermeisterin regte an, im Rahmen der Neubauaktivitäten insbesondere auch ein solches Wohnungsangebot mitzudenken und bei Neubauplanungen mit ansässigen Trägern zu kooperieren. Arbeitsschwerpunkt: Fußverkehrsstrategie für Berlin „Barrierefreie öffentliche Räume“ Grundsätzlich ermöglichen die Planungen des Fachbereiches Stadtplanung die Umsetzung dieser Zielstellungen. Hierbei handelt es sich jedoch um die Umsetzungen von Maßnahmen durch die zuständigen Fachabteilungen. Die Maßnahmen stehen in Übereinstimmung mit dem neuen Mobilitätsgesetz. s. S. 49 Straßen- und Grünflächenamt Stadtentwicklung – Städtebauförderung und Quartiersentwicklung Sabine Antony, Leiterin AG Städtebauförderung Arbeitsschwerpunkt: Städtebauförderung ist bemüht, in den Gebieten des Programms Soziale Stadt den Vereinsamungstendenzen der alternden Bevölkerung durch soziokulturelle Projekte (z.B. „Gemeinsam statt einsam“, Angebote im „Garten der Begegnung“, etc.…) entgegenzuwirken und auch den Austausch zwischen den Generationen zu befördern. In den Jahren 2017 bis Mitte 2021 wurden durch die Städtebauförderung in den Gebieten des Förderprogramms Sozialer Zusammenhalt (ehemals Soziale Stadt) 15 Projekte über Mittel des Projektfonds erfolgreich realisiert, welche die Ziele verfolgen, intergenerativen Austausch zu befördern und den Vereinsamungstendenzen bei älteren Bürgerinnen und Bürgern entgegenzuwirken. In dem zum Ende 2020 verstetigten Quartiersmanagement-Gebiet Marzahn-NordWest sind dies die Projekte „BLiQ kommt an“ mit dem Ziel der bezirklichen Verankerung der entwickelten BLiQ-Vernetzungsstruktur sowie „Älter und mittendrin statt nur dabei“, welches ein Beteiligungskonzept für Ältere im Quartier entwickelte und die Vernetzungsrunde „Gemeinsam statt EINSAM“ auch über das Ende der Förderung hinaus etablieren konnte. In dem ebenfalls zum Ende 2020 verstetigten Quartiersmanagement-Gebiet Mehrower Allee konnten in dem Zeitraum drei Mehrgenerationen-Projekte im Garten der Begegnung über den Projektfonds realisiert werden. Aktuell wird die Vereinsgründung vorangetrieben, damit der Garten langfristig bestehen bleiben und als intergenerativer Begegnungsort fungieren kann. Zudem wurde das Projekt „‘NACHBAR.SCHAFFT!‘ - Nachhaltige Entwicklung des Familienzentrums DRehKreuz zum Nachbarschaftszentrum“ realisiert, in welchem dauerhaft Angebote für die hinzugenommene Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren eingerichtet werden. In dem Projekt „Austausch zwischen den Generationen“ konnten nachhaltig Ältere als Patinnen und Paten für Kitas in dem Gebiet gewonnen werden. Das bezirkliche Projekt „Netzwerk Sport und Bewegung im Quartier“ bildete 2016 bis 2018 den Vorlauf zu dem derzeitigen Netzwerkfonds-Projekt „Da 41 | S e i t e kommt Bewegung ins Quartier“, in dessen Rahmen der erweiterte bezirkliche Lenkungskreis sowie das Bewegungsnetzwerk etabliert werden. Weiterhin Bestandteil der Förderkulisse ist das Quartiersmanagement-Gebiet Boulevard Kastanienallee. Dort werden aktuell mit dem Projekt „Move it - Bewegung im Quartier“ gezielt Bewegungsangebote für Männer über 50 geschaffen, welches nach Möglichkeit eine Fortführung erhält, sowie mit dem Projekt „‘Boulevard ist Trumpf‘ - ein Skatblatt für das Quartier“ ein Angebot gegen Vereinsamung bei Seniorinnen und Senioren gestaltet. Ebenfalls fortgeführt wird das Quartiersmanagement-Gebiet Hellersdorfer Promenade. In dem Projekt „Nachbarschaft wachsen lassen - für Vielfalt und Respekt“ wurde ein intergenerativer gärtnerisch-genutzter Begegnungsort geschaffen. In dem Projekt „Lebendige Nachbarschaft – Kiezangebote und Nachbarschaftstreffs“ und dem noch bis Ende 2021 laufenden Folgeprojekt „Lebendige Nachbarschaft – Aktiv und Selbstorganisiert“ werden Angebote von, mit und für Seniorinnen und Senioren entwickelt und begleitet. Im Rahmen des Projektes „Sicher durch das Quartier - Barrierefrei, sauber und hell“ wurde eine Bestandsanalyse zur Barrierefreiheit, Sauberkeit und Sicherheit im Quartier erstellt. Das daran anknüpfende Projekt „Sicher, sauber, hell – Stammtisch Grün“ etabliert noch bis Ende 2022 einen Stammtisch für Anwohnende sowie die „Grüne Runde“, bestehend aus Wohnungswirtschaft, zuständigen Fachämtern sowie weiteren wichtigen Akteur/innen, um für das Thema zu sensibilisieren und die erhobenen Mängel dauerhaft zu beseitigen. Im Rahmen des Integrationsmanagements "BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften", aus Mitteln der Städtebauförderung und des Investitionspakts "Soziale Integration im Quartier", konnten im Umfeld von Unterkünften für Geflüchtete Projekte entwickelt werden, die mittels Etablierung ehrenamtlicher Strukturen und Gewinnung langfristig engagierter älterer Anwohnender einer Vereinsamung entgegenwirken und gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten für diese Bevölkerungsgruppe schaffen. Gemeinsam mit der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen wird die Erstellung des „Handlungskonzeptes für ein barrierearmes und inklusives Quartier Marzahn–Springpfuhl/Südspitze“ begleitet. Diese externe Leistungsausführung wird bis zum 31.03.2021 abgeschlossen. Mit diesem Handlungskonzept wird ein prototypisches integriertes Konzept erarbeitet, welches vorbildhaft für den gesamten Bezirk steht. Dabei wird ein integrierter Ansatz in den Bereichen Wohnen, öffentlicher Raum, soziale Infrastruktur und Inklusion verfolgt. Das Handlungskonzept kann so als Leitfaden für alle Fachämter in den kommenden Jahren dienen. Gesundheit - Organisationseinheit Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes (OE QPK) Hilmar Ransch, Leiter der OE QPK und zuständig für Gesundheits- und Geriatrieplanung Arbeitsschwerpunkt: Implementierung der Aufgabengebiete „Bezirkliche Altenplanung“ und „Bezirkliche Altenhilfekoordination“ beim Amt für Soziales/SeniorenServiceBüro (SSB) bis Jahresende 2018 / Implementierung der Stelle „Bez. Gesundheitsplanung/Geriatrie-planung“ bei der OE QPK bis Jahresende 2018 / Praxisstelle für Bachelor- und Master-Studiengänge „Soziale Gerontologie“ u.a. (s. a. Kapitel 3) In das Arbeitsgebiet der Leitung der Organisationseinheit „Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes“ (OE QPK) sind die Gesundheitsplanung sowie die Geriatrieplanung eingebettet worden. Die Stelle ist seit dem 1. Mai 2019 neu besetzt. Eine Praktikumsstelle für Studentinnen und Studenten Soziale Arbeit / Soziale Gerontologie wird bei der QPK vorgehalten (Arbeitsplatz vorhanden) und wurde im Berichtszeitraum zwei Mal besetzt. Arbeitsschwerpunkt: Bezirkliche Präventionskonferenz als strategisches, ressortübergreifendes Steuerungsinstrument zur Implementierung von Gesundheitszielen in Kombination mit dem 42 | S e i t e Arbeitsschwerpunkt: Deutlich ausbaufähig ist die Zusammenarbeit der Sportvereine im Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit Senioreneinrichtungen, die bislang kaum bzw. noch nicht stattfindet, u. a. mittels verstärkter Werbemaßnahmen in den Einrichtungen. Zukünftige sportpolitische Handlungsfelder aus Vereinssicht sind u.a. die stetige Verbesserung der Qualifikation ehrenamtlicher Mitarbeiter, der Ausbau senioren- und gesundheitsorientierter Angebotsstrukturen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander. Dies ist eine gute Arbeitsgrundlage für die im Sportressort nun folgende kooperative Planungsphase, auch hinsichtlich einer Stärkung der Angebote des Vereinssports für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren. Die für 2018 geplante Präventionskonferenz fand statt. Im Juni 2021 wird eine Gesundheitskonferenz stattfinden, die auch die Zielgruppe der älteren Menschen im Focus haben wird. Über ein Public-Private-Partnership Projekt mit der Firma Novo Nordisk wird der Bezirk neue Akzente bei der Prävention sowie der Behandlung von Krankheitsbildern im Diagnosekreis Diabetes setzen. Bewegungsfördernde Maßnahmen und Ernährungsberatungen werden ab 2021 entsprechend der ermittelten regionalen Bedarfe verstärkt. Ein von 2020-2022 laufendes Netzwerkfondsprojekt (ESF) mit dem Titel „Da kommt Bewegung ins Quartier“ ermittelt und vernetzt Angebote zur Bewegungsförderung für die ältere Generation. Es werden Synergieeffekte geschaffen und neue Angebote entsprechend den Bedarfen entwickelt. In einem speziellen Lenkungskreis sind die Verwaltungsbereiche Altenplanung, Sport und Tourismusförderung sowie der Bezirksportbund, Sport-Vereine und die AOK zusammengeführt. Arbeitsschwerpunkt: Vernetzung auf Ebene der Planung u. Steuerung: Zusammenarbeit zwischen Altenplanung/Altenhilfekoordination, Gesundheitsplanung / Geriatrieplanung, Psychiatriekoordination / Suchthilfekoordination gewährleisten und optimieren (s.a. Kapitel 3.1) Der Leiter der OE QPK arbeitet im Beirat zur Umsetzung der Altenhilfeplanung als stimmberechtigte Vertretung für die Bezirksbürgermeisterin und für Gesundheit zuständige Bezirksstadträtin mit. Das Kernteam zur Umsetzung der bezirklichen lebensphasenübergreifenden Gesundheitsstrategie als Bestandteil der Integrierten kommunalen Strategie (IKS) (BA-Beschluss 1271/IV) arbeitet in enger Kooperation mit der Stelle der bezirklichen Altenplanung. Es tagte im Berichtszeitraum mindestens zwei Mal jährlich (s. a. Kapitel 2.5). Der Abgleich zur Psychiatrie- und Suchthilfekoordination des Bezirkes findet in direkter Zusammenarbeit mit dem Bereich Altenhilfe/Altenplanung statt. Ebenso ist die OE QPK im Interessenverbund Gesundheit im Alter vertreten. Gesundheit - Gesundheitsamt Juan Carlos Ramirez Henao, Amtsarzt (komm.) Arbeitsschwerpunktmit Bezug zur Beratungsstelle für behinderte und krebskranke Menschen (BfB): Beratung und Hilfevermittlung zur Sicherung des Lebensunterhaltes bei niedrigen Altersbezügen / Beratung zu selbstbestimmtem Wohnen bis ins hohe Alte und zu bedarfsgerechtem Wohnraum bei gesundheitlichen Einschränkungen / Beratung und Einleitung von Maßnahmen rund um die Pflege / Beratung zur Versorgung am Lebensende Die Beratungsstelle für behinderte und krebskranke Menschen des Gesundheitsamtes ist in die regionale Versorgung integriert und hat dabei eine koordinierende, steuernde und beratende Funktion. Die Arbeitsschwerpunkte der BfB sind konstante, individuelle und umfassende Beratungs- und Hilfsangebote sowie die Einleitungen von Hilfen für chronisch kranke, behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen sowohl in Sprechstunden, in der Beratungsstelle als auch bei aufsuchenden Hausbesuchen. Die Realisierung der unter 26 benannten Arbeitsschwerpunkte erfolgt ständig. Die Beratungs- und Hilfsangebote umfassen folgende Bereiche:  Unterstützung bei der Antragstellung  Beratung zum Schwerbehindertenrecht (Nachteilsausgleiche, Sonderfahrdienst) 43 | S e i t e                 Eingliederungshilfe für körperbehinderte Menschen (Teilhabeberatung nach SGB IX) Unterstützung bei der materiellen Existenzsicherung (Anträge nach dem SGB, Wohngeld, Rundfunkgebühr-Befreiung, Sozialtarif der Telekom) Beratung zu behindertengerechtem Wohnen und WBS Beratung zu selbstbestimmtem Wohnen bis ins hohe Alter und zu bedarfsgerechtem Wohnraum bei gesundheitlichen Einschränkungen Beratung zur Versorgung am Lebensende psychosoziale und psychoonkologische Beratung Beratung und Einleitung von Pflegemaßnahmen sowie Unterstützung bei der Antragstellung von Pflegeleistungen (Pflegegeld), Pflegehilfsmittel sowie Hauspflege Hilfsmittelberatung und Vermittlung von Mobilitätshilfen Bearbeitung von Stiftungsanträgen (z. B. Bundespräsidialamt, Härtefond der Dt. Krebshilfe oder Berliner Krebsgesellschaft) Hilfe bei der Bewältigung von Konflikt- und Krisensituationen Informationen für Verbände, Selbsthilfegruppen, Sport und Reisen für Behinderte Unterstützung im Umgang mit Behörden und Ämtern Kur- / Rehabilitationsmaßnahmen Vermittlung von Gruppenangeboten Vermittlung zu anderen Helfenden, Institutionen und niedrigschwellige Hilfen Beratung von anderen an der Versorgung beteiligten Helfern und Institutionen Die Unterstützung von Teilhabe an der Gesellschaft für alle behinderten und von Behinderung bedrohten und häufig alten Menschen im Bezirk wird durch Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie in enger Absprache mit u. a. folgenden Institutionen realisiert.  Landesamt für Gesundheit und Soziales  Pflegestützpunkte  Leistungsträger (Amt für Soziales, Amt für Bürgerdienste, Jobcenter, Agentur für Arbeit, …)  Sozialpsychiatrischer Dienst  regionaler Allgemeiner Sozialdienst  Deutsche Krebshilfe  Berliner Krebsgesellschaft  Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften  bezirkliche Schuldnerberatungsstellen  Behindertenbeauftragte des Bezirksamtes  ambulante Pflegedienste, Hospizeinrichtungen  Netzwerk im Alter  Stadtteilzentren und regionale Träger  Betreuungsbehörde  Kassenärztliche Vereinigung Berlin  Stiftungen  Rententräger  Krankenkassen und Pflegekassen Wissenswertes: In der folgenden Darstellung von Vergleichszahlen wurden die beratenen Personen exemplarisch ab dem Alter von 50 Jahren aus den Jahren 2016 und 2019 gegenübergestellt. Da nicht bei allen 44 | S e i t e (Telefon)Beratungen das exakte Geburtsdatum in Erfahrung gebracht werden konnte, sind die Zahlen als Näherungswerte zu betrachten. Tab. 5: Anzahl der beratenen Personen in der BfB in 2016, 2019 und 2020 insgesamt (Personen ab 18 Jahre) davon Personen ü50 Jahre 2016 1.087 914 (84,1%) 2019 1.112 948 (85,3%) 2020 823 717 (87,1%) Im Jahr 2016 wurden in der BfB 1.087 Personen ab 18 Jahren beraten, davon waren 914 Personen über 50 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von über-50-Jährigen in Höhe von 84,1 %. Im Jahr 2019 wurden in der BfB 1.112 Personen ab 18 Jahren beraten, davon waren 948 Personen über 50 Jahren alt. Das entspricht einem Anteil von über-50-Jährigen in Höhe von 85,3 %. Im Jahr 2020 wurden in der BfB 823 Personen ab 18 Jahren beraten, davon waren 717 Personen über 50 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von über-50-Jährigen in Höhe von 87,1 %. Handlungserfordernis: Im Rahmen der Arbeit mit der Zielgruppe der Personen ab einem Alter von 50 Jahren fällt auf, dass die Barrieren bei der Wohnraumanmietung durch Onlineverfahren mit notwendiger E-Mailadresse für viele Bürgerinnen und Bürger zu hoch sind und sie dadurch vom Bewerberverfahren ausgeschlossen werden. Hier wird ein zwingendes Handlungserfordernis im Dialog mit den Wohnungsunternehmen gesehen. Arbeitsschwerpunkte mit Bezug zum Sozialpsychiatrischen Dienst (SpD): Zeitnahe Besetzung freiwerdender Stellen Minimierung gesundheitlicher Belastungen durch gestörtes Arbeitsklima sowie Forderung nach weiterem Ausbau wohnortnaher, fußläufig erreichbarer Tagesfreizeitangebote für gesundheitlich eingeschränkte Seniorinnen und Senioren Der Sozialpsychiatrische Dienst als Bestandteil des Gesundheitsamtes ist in die regionale Versorgung integriert und hat dabei eine koordinierende, steuernde und beratende Funktion. Die Arbeitsschwerpunkte des SpD sind konstante, individuelle und umfassende Beratungs- und Hilfsangebote sowie die Einleitungen von Hilfen für chronisch kranke, behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen sowohl in Sprechstunden als auch bei aufsuchenden Hausbesuchen. Zudem ist der SpD für die Gewährleistung der PsychKG-Unterbringungen im Bezirk zuständig und verfasst diverse gutachterliche Stellungnahmen nach BGB, PsychKG und SGB. Die Realisierung der Arbeitsschwerpunkte erfolgt ständig. Die Beratungs- und Hilfsangebote umfassen u.a. folgende Bereiche:  Unterstützung bei der Antragstellung  Psychosoziale und sozialmedizinische und psychologisch-psychiatrische Beratung und Diagnostik  Eingliederungshilfe für seelisch und geistig behinderte Menschen (Teilhabeberatung nach SGB IX)  Unterstützung bei der materiellen Existenzsicherung (Anträge nach dem SGB, Wohngeld, Rundfunkgebühr-Befreiung, Sozialtarif der Telekom)  Beratung zur Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben  Beratung zu selbstbestimmtem Wohnen  Vermittlung zu bezirklichen und überregionalen Hilfeträgern  Beratung und Einleitung von Pflegemaßnahmen sowie Unterstützung bei der Antragstellung von Pflegeleistungen (Pflegegeld), Pflegehilfsmittel sowie Hauspflege  Kriseninterventionen und Unterbringungen nach PsychKG  Beratung, Anregung und gutachterliche Stellungnahmen bezüglich gesetzlicher Betreuung  Vermittlung zu Gruppenangeboten  Hilfe bei der Bewältigung von Konflikt- und Krisensituationen 45 | S e i t e        Informationen für Verbände, Selbsthilfegruppen, Sport und Reisen für Behinderte Unterstützung im Umgang mit Behörden und Ämtern Kur- / Rehabilitationsmaßnahmen Vermittlung zu anderen Helfenden, Institutionen und niedrigschwellige Hilfen Beratung von anderen an der Versorgung beteiligten Helfern und Institutionen Angehörigenberatungen Supervisionen Die Leistungen werden in Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen realisiert:  Landesamt für Gesundheit und Soziales  Pflegestützpunkte  zuständige Leistungsträger (Amt für Soziales, Amt für Wohnen, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Jugendamt, Soziale Wohnhilfe)  Kliniken  regionaler allgemeiner Sozialdienst  Träger der Unterkünfte für Flüchtlinge  Berliner Krisendienst  Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften  bezirkliche Schuldnerberatungsstellen  Behindertenbeauftragte des Bezirksamtes  ambulanten Pflegediensten, Hospizeinrichtungen  Netzwerk im Alter  Stadtteilzentren und regionale Träger (KBS)  Betreuungsbehörde  KV Berlin  Polizei und Feuerwehr  Rententräger  Suchtberatungsstellen Der SpD hat Bezug zu den Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik in den Punkten 4 (Wohnen im Alter), 5 (Verkehr und Mobilität im Alter), 8 (Ältere Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI), 10 (Altersgerechte Arbeit), 11 (Teilhabe an Kultur in der Stadt), 12 (Sport und Bewegung älterer Menschen), 13 (Ältere Migrantinnen und Migranten), 14 (Die Gesundheit älter werdender Menschen), 15 (Pflege im Alter) und 17 (Altersarmut/Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabechancen in Berlin). Wissenswertes: In der folgenden Darstellung von Vergleichszahlen wurden die beratenen und in Krisen aufgesuchten Personen exemplarisch ab dem Alter von 50 Jahren aus den Jahren 2016 und 2019 gegenübergestellt. Da nicht bei allen (Telefon)Beratungen das exakte Geburtsdatum in Erfahrung gebracht werden konnte, sind die Zahlen als Näherungswerte zu betrachten. Tab. 6: Anzahl der beratenen Personen und aufsuchende Krisensituationen im SpD in 2016 und 2019 Beratungen, insgesamt (Personen ab 18 Jahre)  davon Personen ü50 Jahre aufsuchende Krisensituationen, insgesamt (Personen ab 18 Jahre)  davon Personen ü50 Jahre 46 | S e i t e 2016 2.233 767 484 195 2019 1.956 685 420 179 Im Jahr 2016 wurden im SpD 2.233 Personen ab 18 Jahren beraten, davon waren 767 Personen über 50 Jahre alt. 484 Personen wurden gesamthaft in Krisensituationen aufgesucht, davon waren 195 über 50 Jahre alt. Im Jahr 2019 wurden im SpD 1.956 Personen ab 18 Jahren beraten, davon waren 685 Personen über 50 Jahren alt. 420 Personen wurden gesamthaft in Krisensituationen aufgesucht, davon waren 179 über 50 Jahre alt. Handlungserfordernis: In Bezug auf die Altenplanung sei erwähnt, dass das Amtsgericht in den letzten Monaten vermehrt Gutachtenaufträge zur Errichtung einer gesetzlichen Betreuung für ältere Menschen an uns richtete, da es dort offenbar schwieriger wird, externe Gutachter zeitnah zu beauftragen. Den Anliegen möchte der SpD gerne nachkommen. Wie auch schon in anderen Zusammenhängen mehrfach ausgeführt und in der Altenplanung deutlich benannt, ist die rasche Besetzung der noch freien Stellen im SpD dringend geboten. Aufgrund der Tatsache, dass sich trotz Dauerausschreibung auf ausgeschriebene Arzt-/Ärztinnenstellen niemand beworben hat, werden diese Stellen zu Psychologen-/Psychologinnenstellen umgewidmet, damit die gesetzlichen Vorgaben des BTHG eingehalten werden können und auch anderen Dienstpflichten adäquat nachgekommen werden kann. 5.3.5 Abteilung Schule, Sport, Jugend und Familie Schul- und Sportamt – Fachbereich Sport und Baukoordination Frank Kolbe, Gruppenleiter Baukoordination, Immobilienangelegenheiten der Sportstätten des Fachvermögens Sport und Sportförderung Arbeitsschwerpunkt: Deutlich ausbaufähig ist die Zusammenarbeit der Sportvereine im Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit Senioreneinrichtungen, die bislang kaum bzw. noch nicht stattfindet, u. a. mittels verstärkter Werbemaßnahmen in den Einrichtungen. Zukünftige sportpolitische Handlungsfelder aus Vereinssicht sind u.a. die stetige Verbesserung der Qualifikation ehrenamtlicher Mitarbeiter, der Ausbau senioren- und gesundheitsorientierter Angebotsstrukturen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander. Dies ist eine gute Arbeitsgrundlage für die im Sportressort nun folgende kooperative Planungsphase, auch hinsichtlich einer Stärkung der Angebote des Vereinssports für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren. Als Instrument der bezirklichen Fachplanung wurde 2016 die Sportverhaltens- und Sportkonzeptstudie für Berlin Marzahn-Hellersdorf veröffentlicht und in einem anschließenden Diskussionsprozess Handlungsschwerpunkte benannt. Eine Fortschreibung ist terminlich noch nicht festgelegt. Die Finanzierung erfolgt über die für Sport zuständige Senatsverwaltung. Die koordinative Begleitung durch das Sportamt ist aufgrund der derzeitigen personellen Situation ausgeschlossen. In den letzten Jahren wurden gedeckte und ungedeckte Sportanlagen des Schul- und Sportamtes durch die Serviceeinheit Facility Management (SE FM) bzw. das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) saniert. In diesem Zusammenhang wurde auch die Barrierefreiheit beachtet. Die Nutzungsmodalitäten der Berliner Sportstätten sind durch das Sportförderungsgesetz und die Ausführungsvorschriften über die Nutzung öffentlicher Sportanlagen Berlins und für die Vermietung und Verpachtung landeseigener Grundstücke an Sportorganisationen (Sportanlagen-Nutzungsvorschriften–SPAN) reglementiert. Die Vereine stellen Anträge auf Nutzung von Sportstätten für gewisse Tage/ Stunden, für Sportarten und eine oder mehrere Altersgruppen. Eine Vielzahl von Sportvereinen stellt Anträge altersgruppenübergreifend. Eine Auswertung bzw. Datenerhebung, welche Altersgruppen dann trainierten, liegt nicht vor. Für die kommende Sportstättenvergabe 2021/22 werden die Vereine um genauere Angaben im Antragsverfahren gebeten. Somit sind in erster Linie die Vorstände der Sportvereine zu befragen bzw. die Internetseiten zu besuchen. 47 | S e i t e Der Bezirkssportbund Marzahn-Hellersdorf e.V. ist die Interessenvertretung bezirklicher Sportvereine. In seinem Handeln, und das betrifft auch mögliche Kooperationen mit Nachbarschaftseinrichtungen und Stadtteilzentren, ist jedoch jeder Träger/Verein im Rahmen seiner Satzung autark. Das betrifft auch die Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen. Übungsleiter*innenmangel in Marzahn-Hellersdorfer Sportvereinen: Am 20.03.2019 hat sich die Vorsteherin der Marzahn-Hellersdorfer BVV mit einem Brief an die Sportvereine zwecks Übungsleiter*innenmangel gewandt. Rückmeldungen dazu liegen dem Sportamt nicht vor. Der für Sport zuständige Bezirksstadtrat, Gordon Lemm hat gemeinsam mit dem Bezirkssportbund und dem Landessportbund das Thema auf der Agenda und wünscht sich auch einen Ausbildungsort in Marzahn-Hellersdorf für Aus- und Weiterbildungen von Übungsleiter*innen. Informationen zu Sport- und Bewegungsangeboten:  Netzwerkfondsprojekt "Da kommt Bewegung ins Quartier" in Zusammenarbeit mit und unter Federführung der OE QPK s. S. 43 OE QPK und Link: Bewegungsnetzwerk Marzahn-Hellersdorf  Broschüre (2018) des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf e.V. zu bezirklichen Angeboten im Seniorensport  Landessportbund Berlin – Angebote: "Sport der Älteren" und "Gesundheitssport" Jugendamt Holger Jacobsen, Jugendhilfeplaner Arbeitsschwerpunkt: Mischnutzung/Mitnutzung in Gebäuden der Abteilung, die freien Trägern mit der Zielgruppe Seniorinnen und Senioren zur Nutzung überlassen werden, exemplarisch: Jugendfreizeiteinrichtung „Kompass“, Freizeithaus Balzerplatz und Jugendfreizeiteinrichtung M3 Die Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) „Kompass“, das Freizeithaus Balzerplatz und die Jugendfreizeiteinrichtung M3 stehen Seniorinnen und Senioren zur Nutzung zur Verfügung. Beispielhaft ist die Mischnutzung am Standort der JFE „Kompass“ in Trägerschaft des FiPP e.V. mit dem Stadtteilzentrum für Hellersdorf-Süd in Trägerschaft des Klub 74 e. V. Der Arbeitsschwerpunkt findet kontinuierlich Beachtung und wird fortgeführt. 5.3.6 Abteilung Wirtschaft, Straßen und Grünflächen Europabeauftragte / Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit MH (EU-B) Sandra Brumm Arbeitsschwerpunkt: AG „Teilhabe am Erwerbsleben für Menschen jeden Alters – mit und ohne Handicap“ mit dem Schwerpunkt „Arbeit bis ins Alter“ (Arbeitsbegriff), angebunden beim BBWA und koordiniert durch den Behindertenbeauftragten Die AG „Teilhabe am Erwerbsleben für Menschen jeden Alters – mit und ohne Handicap“ (mit dem Schwerpunkt „Arbeit bis ins Alter“) - angebunden beim Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit MH (BBWA MH) - sollte auf Initiative und in Federführung vom damaligen Behindertenbeauftragten realisiert werden. Dies ist nicht erfolgt. Aufgrund personeller, struktureller und arbeitsorganisatorischer Veränderungen ist für die neue Legislaturperiode ab 2022 vorgesehen, das Thema „Altersgerechte Arbeit“ (als eine der Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik) mit dem Schwerpunkt „Beschäftigungsförderung, Arbeitsmarktintegration, Beibehaltung der Beschäftigungsfähigkeit sowie Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung jeden Alters“ zu bearbeiten. Dazu wird die Behindertenbeauftragte die Europabeauftragte in eine diesbezügliche bzw. das Thema bearbeitende Arbeitsgruppe einbeziehen. Einmal jährlich könnte das Thema auch im Rahmen einer Berichterstattung und Diskussion in der Steuerungsrunde des BBWA MH aufgerufen werden. analog dazu s. S. 36 Behind B 48 | S e i t e Straßen- und Grünflächenamt Petra Rieth, Hauptsachbearbeiterin Allgemeine Angelegenheiten (SGA 1) Arbeitsschwerpunkt: Fußverkehrsstrategie für Berlin „Barrierefreie öffentliche Räume“ In den letzten Jahren wurde viel in die Verbesserung wesentlicher Fußverkehrsverbindungen investiert. s. S. 41 Stadtentwicklung - Stadtentwicklungsamt Maßnahmen in den letzten 5 Jahren: Herstellung von Fußgängerüberwegen (FGÜ) bzw. Mittelinseln (Auswahl):  Rahnsdorfer Straße / Pilgramer Straße  Mädewalder Weg / Georgstraße  Glauchauer Straße / Boulevard Kastanienallee  Köpenicker Straße / Habichtshorst Herstellung von behindertengerechten Bushaltestellen:  Gutenbergstraße (2x)  Hellersdorfer Straße / Gülzower Straße (2x)  Bitterfelder / Wolfener Straße  Boxberger Straße  S-Bhf. Kaulsdorf (3x)  Myslowitzer Straße / Vivantes Klinikum Kaulsdorf (2x)  Pilgramer Straße / Gewerbegebiet  Blumberger Damm / Rudolf-Leonhard-Straße Bau von Gehwegen (Auswahl):  Greifswalder Straße von Hönower Straße bis Taxusweg  Klingenthaler Straße von Schneeberger Straße bis Peter-Huchel-Straße  Kranoldstraße zwischen Heinrich-Grüber-Straße bis Stöwestraße  Markgrafenstraße von Florastraße bis Melanchthonstraße  Uckermarkstraße von Heinrich-Grüber-Straße bis Am Baltenring  Clara-Zetkin-Weg Höhe Schwimmhalle  Terwestenstraße 100 – Anbindung Dahlwitzer Straße  Ridbacher Straße 39 - 43  Linderhofstraße 11  Bredereckstraße 2  Stöwestraße von Doßstraße bis Bausorfstraße  Maisweg zwischen Rapsweg und Hirseweg  Allee der Kosmonauten 189-197  Franz-Stenzer-Straße 53-55  Alt-Marzahn 70  Blenheimstraße 67  Raoul-Wallenberg-Straße 40 – 42  Maratstraße von Ketschendorfer Weg bis Eitelstraße  Köpenicker Straße von Dankratstraße bis Balzerplatz (Westseite)  Hultschiner Damm Gehweg Westseite Lückenschlüsse in mehreren Abschnitten  Heerstraße-Eschenstraße von Chemnitzer Straße bis Birkenstraße  Akazienallee von Summter Straße bis Mirower Straße  Bütower Straße von Pilgramer Straße bis Mirower Straße 49 | S e i t e Bordabsenkungen: div. Bordabsenkungen bzw. mobilitätsfördernde Maßnahmen für Rollstuhlfahrer*innen ohne Bordabsenkungs-Sonderprogramm (Auswahl):  Kranoldstraße / Stöwestraße  Karlshafener Straße / Briesener Weg  Melanchthonstraße / Markgrafenstraße  Hirtschulzstraße / Lehnestraße  Kranoldstraße / Hosemannstraße  Kranoldstraße / Hannsdorfer Straße  Hosemannstraße / Rahnestraße  Peter-Huchel-Straße  Gadebuscher Straße / Boizenburger Straße  Teterower Ring 79 Hirtschulzstraße / Nentwigstraße Kastanienallee 57-66  Stöwestraße / Doßstr.  Giesestraße / Hosemannstraße  Landsberger Straße / Lübecker Straße  Louis-Lewin-Straße / Adele-Sandrock- Straße  Gravensteiner Steg 36  Althansweg 17  Märkische Allee 274  Raoul-Wallenberg-Straße / Märkische Allee  Wittenberger Straße 33/35  Lea-Grundig-Straße Nr. 70  Märkische Allee 226  Raoul-Wallenberg-Straße 2  Otto-Nagel- Straße / Eitelstraße  Köpenickerstraße - Elsenallee  Briesener Weg 113 / Lübzer Straße  Köpenicker Straße / Irmastraße  Köpenicker Straße / Balzerplatz  Köpenicker Straße / Alfelder Straße  Weißenhöher Straße /Gladauer Straße  Köpenicker Straße / Balzer Straße  Blumberger Damm 29  Blenheimstraße/Manksweg  Pekrunstraße- Grundschule an der Geißenweide  Walter-Felsenstein-Straße 15 Höhe Sportplatz Tagore Gymnasium  Allee der Kosmonauten 169  Wittenberger Straße 55  Wilhelm-Blos- Straße / Kastanienallee  Wilhelm-Blos-Straße / Kiekemaler Straße  Erich-Baron-Weg / Kastanienallee  Wildenbruchstraße / Seestraße  Pilgramer Straße / Kastanienallee  Pilgramer Straße / Ebereschenallee 50 | S e i t e          Pilgramer Straße / Kiekemaler Straße Winkler Straße / Hultschiner Damm Winkler Straße / Wildenbruchstraße Winkler Straße / Lessingstr. Winkler Straße / Kloppstockstr. Winkler Straße / Kohlisstr. Winkler Straße / Seestr. Winkler Straße / Mechthildstr. Winkler Straße / Wielandstr. 5.3.7 Abteilung Weiterbildung, Kultur, Soziales und Facility Management Amt für Weiterbildung und Kultur – Volkshochschule Maik Neudorf, stellv. Direktor VHS und Programmbereichsleitung Kultur/ Politik/ Umwelt Arbeitsschwerpunkte: Bildungsangebote sowie Veranstaltungen für Seniorinnen und Senioren, pflegende Angehörige sowie Lebenslanges Lernen - Angebote der Volkshochschule nutzen und vernetzen Entsprechend der Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik, Punkte 9. Lebenslanges Lernen, 12. Sport und Bewegung älterer Menschen und 13. Ältere Migrantinnen und Migranten hat die Volkshochschule (VHS) Marzahn-Hellersdorf im Zeitraum von 2017 bis 2021 fast 200 Fremdsprachkurse für ältere Bürgerinnen und Bürger mit fast 1.500 Teilnehmenden durchgeführt. Darüber hinaus haben stattgefunden, 11 Gymnastikkurse für Ältere mit fast 150 Teilnehmenden und 5 Senioren-Computerkurse mit 18 Teilnehmenden. Neben diesen Zielgruppenspezifischen Angeboten hat die VHS Marzahn-Hellersdorf offene Angebote für Bildungsinteressierte aller Altersgruppen, darunter die Zielgruppe der Menschen ab 50 Jahren, durchgeführt. In den Bereichen Politik-Gesellschaft-Umwelt, Kulturelle Bildung, Gesundheitsbildung, Fremdsprachen, Arbeit und Beruf konnten jährlich ca. 12.000 Teilnehmende in ca. 1.500 Kursen mit ca. 40.000 Unterrichtseinheiten erreicht werden. Amt für Soziales – regionaler Allgemeiner Sozialdienst Link Melanie Rubach, Leiterin des Amtes für Soziales Arbeitsschwerpunkt: Beratung und Begleitung, Aufsuchende Sozialarbeit unter den Prinzipien „ambulant vor stationär“ Hilfe zur Selbsthilfe zum Erhalt längerer Selbstständigkeit, für ältere Menschen in Überforderungssituationen, in Krisen- und Konfliktsituationen. Beratung und Hilfe bei der Sicherstellung des Lebensunterhalts, Sozialleistungen der Grundsicherung (Kap. III/V SGB XII), Bestattung § 74, Wohngeld, zur Pflege, Hauswirtschaftlichen Hilfen und Hilfsmitteln, Schulden, Schwerbehinderung, Vorsorgevollmachten und Betreuung. Der regionale Allgemeine Sozialdienst (rASD) im Amt für Soziales bietet Informationen, Beratung und Vermittlung rund um das SGB XII und angrenzende Themen für im Bezirk gemeldete Bürgerinnen und Bürger. Zielgruppen sind insbesondere Seniorinnen und Senioren, Erwerbsunfähige ab 18 Jahren und Angehörige. Ziel ist es, Menschen Beratung, Begleitung und Unterstützung anzubieten. Für die Region Marzahn und Biesdorf sowie die Region Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf ist aktuell je eine Sozialarbeiterin zuständig. Das Angebot kann telefonisch und / oder nach Terminvereinbarung vor Ort (Amt für Soziales, Stadtteilzentren und Nachbarschaftseinrichtungen) in Anspruch genommen werden. Dabei versteht sich der rASD zum einen als Beratungsstelle für Bürgerinnen und Bürger und zum anderen als Vermittlungsstelle zu u. a. den Leistungsbereichen im Amt für Soziales und im Gesundheitsamt sowie den Pflegestützpunkten. Bei Bedarf werden unterschiedliche Unterstützungs- und 51 | S e i t e Beratungsleistungen begleitet und koordiniert. Zudem ist der rASD mit seinem Beratungsangebot am Modellprojekt „vor Ort“ im Pflegestützpunkt beteiligt. Leistungsspektrum des regionalen Allgemeinen Sozialdienstes:  Beratung, Unterstützung und Aktivierung der Leistungsberechtigen nach §§ 11, 71 (Altenhilfe) SGB XII und AsylbLG,  Erstberatung von Bürgern*innen bei Notlagen außerhalb von Wohnungsangelegenheiten und Vermittlung an die entsprechenden Hilfestellen, inkl. Beratung zur Wohnumfeldverbesserung  Unterstützung und Beratung bei der Aufnahme von Sozialhilfeanträgen (§ 11 SGB XII und AsylbLG), sowie die Weiterleitung dieser Anträge an das zuständige Team,  Hilfebedarfsermittlung bei Anträgen auf Hauswirtschaftshilfen nach § 27 SGB XII  Beratung bei Anträgen auf Bestattungen gemäß § 74 SGB XII Amt für Soziales – Fachbereich Materielle Hilfen Gabriele Schatte, Fachbereichsleiterin Materielle Hilfen Arbeitsschwerpunkt: Gender-Budgeting-Projekt = Fallmanagement Teilhabe im Alter Zusammentragung von sozialen Angeboten für die Zielgruppe Vereinfachung an Unterstützungen, wenn Bedarf erkennbar Gezielte Beratung bzw. Weitergabe von Adressen Im Amt für Soziales werden im Team I Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung sowie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bewilligt. In Beratungsgesprächen haben die Mitarbeiter*innen Kontakt zu Klienten, die von einem Existenzminimum leben müssen. Die finanzielle Situation macht es fast unmöglich, am sozialen Leben teilzuhaben. In den Beratungsgesprächen wurde wahrgenommen, dass zu der finanziellen Einschränkung deshalb häufig die soziale Isolation kommt. Vor diesem Zusammenhang wurde das Gender-Budgeting-Projekt ins Leben gerufen. Das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e. V. hat in digitaler Form und als Broschüre soziale Angebote für die betroffene Zielgruppe zusammengetragen, die einen finanziell niedrigschwelligen Zugang ermöglichen. Dadurch sollte den Mitarbeiter*innen des Amtes für Soziales im Beratungsgespräch die Möglichkeit gegeben werden, leichter individuell passende Angebote anzubieten bzw. die Weitergabe von Adressen durchzuführen, wenn ein Bedarf erkennbar wurde. Den Klienten sollte ein vereinfachter Zugang zur Teilhabe im Alter ermöglicht werden. Die direkte Vermittlung von Angeboten wurde insbesondere als förderlich angesehen, da eine Mehrheit der Vorsprechenden von Defiziten hinsichtlich digitaler Kompetenzen berichtete. Inhalte der Zusammenstellung waren Angebote zur Teilhabe an Kultur in der Stadt, an Sport und Bewegung älterer Menschen, an ältere Migrantinnen und Migranten, zur Gesunderhaltung älterer Menschen und zu Möglichkeiten der Pflege im Alter. Nach Zusammenstellung der Angebote wurden die Broschüren in einer Auflage von 50 Stück seit 01/2017 den Mitarbeiter*innen im Bereich Materielle Hilfen und im Sozialdienst zur Verfügung gestellt. In der laufenden Anwendung zeigte sich jedoch relativ schnell, dass die Unterstützung nicht in dem Maße wie erhofft angenommen wurde. Als Ursache dafür wurden vor allem praktischen Barrieren wie Kommunikationsschwierigkeiten, Kosten und eingeschränkte Mobilität angeführt. Auch funktionelle Beeinträchtigungen wie eingeschränktes Leistungsvermögen oder Schwerhörigkeit wurden als problematisch für die Teilnahme an 52 | S e i t e Aktivitäten empfunden. Zum Teil war auch der Wunsch nach Geselligkeit mit „unbekannten“ Menschen nicht vorhanden. Bei vielen der Klienten lagen multiple Problemlagen vor, wie Schicksalsschläge, Erkrankungen, abnehmende körperliche Mobilität, mangelnde Mobilitätsangebote, zunehmende Altersarmut oder Migrationshintergrund. Die Inanspruchnahme der Angebote war im Ergebnis deshalb trotz Beratung sehr gering. Zunächst sollte in der Folge eine jährliche Aktualisierung der Datenbank erfolgen. Dies hätte einen erneuten Einsatz von Mitteln bedeutet. Aufgrund der geringen Wirksamkeit hätte der Aufwand dieser Mittel in keinem Verhältnis zum erbrachten Nutzen gestanden. Auf ein jährliches Update wurde deshalb verzichtet. Die Datenbank findet heute kaum noch Berücksichtigung bei der Beratung der Klienten. Mitunter werden auf Anfrage der Klienten Angebote in der Broschüre recherchiert und mit dem aktuellen Stand aus dem Internet abgeglichen. Im Wesentlichen ist festzustellen, dass sich die Beratungstätigkeit durch die Mitarbeiter*innen des Fachbereiches materielle Hilfen wieder in der Weise gestaltet, wie sie vor Beginn des Gender-Budgeting-Projektes etabliert war. Jede Sachbearbeiterin und jeder Sachbearbeiter verfügt über einen freien Zugang zum Internet Webdienst und ist somit in der Lage, bei konkreten Bedarfen über dortige Suchdienste Angebote oder Beratungsstellen für den Nachfragenden zu ermitteln. Diese sind entsprechend aktuell und entsprechen der von einer Leistungsstelle zu erwartenden Qualität. Amt für Soziales – Modellprojekt „vor Ort“ im Pflegestützpunkt Arbeitsschwerpunkt: Modellprojekt „vor Ort“ im Pflegestützpunkt  Nutzung der spezifischen Beratungsschwerpunkte und Professionen an einem Standort  Beratung unter den Prinzipien „ambulant vor stationär“ Hilfe zur Selbsthilfe zum Erhalt längerer Selbständigkeit, für ältere Menschen in Überforderungssituationen,- in Krisen -und Konfliktsituationen. Beratung und Hilfe bei der Sicherstellung des Lebensunterhalts, Sozialleistungen d. Grundsicherung (Kap III/IV SGB XII) Bestattung § 74, Wohngeld, zur Pflege, Hauswirtschaftlichen Hilfen und Hilfsmitteln, Schulden, Schwerbehinderung, Vorsorgevollmachten und Betreuung Melanie Rubach, Leiterin des Amtes für Soziales Im Modellprojekt eines ersten gemischten Pflegestützpunktes in Berlin sind abweichend von der bisherigen Berliner Pflegestützpunktstruktur mit Pflegestützpunkten in der geschäftsführenden Trägerschaft der Kranken- und Pflegekassenverbände einerseits und den Pflegestützpunkten in der geschäftsführenden Trägerschaft des Landes Berlin andererseits beide Träger unter einem Dach. Gemischt bedeutet, gemeinsame Verantwortung der Träger für den Pflegestützpunkt und Mischung der Professionen des Beratungspersonals. Das sind bei den kassenseitig finanzierten Pflegestützpunkten tätige Pflegeberater*innen und bei den landesseitig finanzierten Pflegestützpunkten überwiegend tätige Sozialarbeiter*innen. Damit wurde eine Anlaufstelle im Bezirk geschaffen, wie sie im Gesetz für Pflegestützpunkte vorgesehen ist, mit Beratungsangeboten zu den Themen Alter und Pflegebedürftigkeit sowie Lotsenfunktion durch die Systeme und Angebote. Zudem wurde das eigentliche Angebot der Pflegestützpunkte um weitere Partner bereichert. Die sind die Kontaktstelle PflegeEngagement in Trägerschaft der Wuhletal gGmbH und der regionale Allgemeine Sozialdienst (rASD) des Amtes für Soziales im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Als weitere mögliche Kooperationspartner wurden in der Kooperationsvereinbarung die Rentenberatung und Seniorenvertretung mit monatlichen Sprechzeiten benannt. 53 | S e i t e Als Laufzeit für die modellhafte Erprobung wurden drei Jahre (1. Juli 2016 – 30. Juni 2019), mit Möglichkeit zur anschließenden regelhaften Fortführung, vereinbart. Das in der Nähe des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb) geplante „Haus der Zukunft am ukb“ wurde als Standort ausgewählt. Bis zur Fertigstellung und dem Bezug des Gebäudes im April 2021 wurden bis Ende 2020 barrierefreie Räume im Gesundheitszentrum des ukb genutzt. Im Rahmen des Modellprojektes wurden für projektbezogene gemeinsame Entscheidungen ein Lenkungsgremium und für die Gestaltung der Zusammenarbeit eine Beratungszentrumsrunde gebildet. Nach der modellhaften Erprobung wurde von allen Kooperationspartnern die Zusammenarbeit fortgeführt. Aktueller Schwerpunkt ist die Gestaltung einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung für ein Beratungszentrum Pflege und Soziales. Damit verbunden sind, die weitere Ausgestaltung der Strukturen und Schnittstellen sowie die Evaluation. Ines Wellhöfer-Timm, Sozialarbeiterin im regionalen Allgemeinen Sozialdienst Im Rahmen des berlinweit einzigartigen Beratungsmodellprojektes war der regionale Allgemeine Sozialdienst im „gemischten“ Pflegestützpunkt Warener Str. 1 mit einer Sozialarbeiterstelle vom 01.09.2018 bis 30.11.2020 vertreten. Ratsuchende wurden umfassend zu den Themen Alter und Pflegebedürftigkeit beraten und durch die gebündelte Beratungskompetenz auf kurzen Wegen durch die Systeme und Angebote gelotst. Gemeinsames Ziel war und ist es, zum Wohle der Betroffenen, die Informationen an einem Ort zu bündeln, interdisziplinär zu handeln, Unterstützungsangebote zielführend, zügig und wohnortnah zu vermitteln. Tab. 7: Anzahl der Beratungsangebote des rASD - insgesamt und im Modellprojekt (Außenstelle) Jahr insgesamt davon in der Außenstelle 2018 1.149 Personen 2019 1.623 Personen 398 Personen 2020 1.190 Personen 281 Personen 98 Personen (September – Dezember 20218) Amt für Soziales – SeniorenServiceBüro Kerstin Moncorps, Koordination Altenplanung Arbeitsschwerpunkt: Steigende Hilfebedarfe, die dem Einsetzen von Pflege vorgelagert sind, verlangen qualifizierte Beratungsangebote (Ernährungsberatung, Sturzprävention, Mundhygiene, Impfungen im Alter), die Erschließung von Selbsthilfepotenzialen, die Entwicklung von Service – Angeboten und den Ausbau einer sozialen Infrastruktur, die für Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter - insbesondere auch bei Einschränkung ihrer Mobilität - notwendig ist Zur Information und Vermittlung von präventiven Beratungs- und Unterstützungsangeboten stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Bedingt durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben digitale Angebote einen höheren Stellenwert bekommen und wurden in das Spektrum integriert. Die Bereitstellung und Inanspruchnahme der digitalen Angebote ist abhängig von den technischen Voraussetzungen und den individuellen Möglichkeiten zu deren Nutzung. Sprechstunden des regionalen Allgemeinen Sozialdienstes (rASD) finden im Amt für Soziales und in den Stadtteilzentren statt. Ist aus gesundheitlichen Gründen der Besuch einer Sprechstunde nicht möglich, kann ein Hausbesuch vereinbart werden (s. a. Seite 51 regionaler Allgemeiner Sozialdienst). Mit den sozialen Stadtteilzentren stehen auf sozialräumlicher Ebene Nachbarschaftseinrichtungen zur Verfügung, die in jedem der neun Stadtteile des Bezirkes Angebote zur kulturellen, kreativen und sportlichen Freizeitgestaltung sowie Gesundheitsaufklärung bereithalten. Dazu zählen auch Angebote der Selbsthilfe und des Ehrenamtes (s. a. Seite 55 Soziale Stadtteilzentren). 54 | S e i t e Der Ehrenamtliche Dienst im sozialen Bereich reagiert auf aktuelle Bedarfe und entwickelt Angebote welche über Sozialkommissionen (temporär) angeboten werden. Beispiele hierfür sind der „Telefonische Hausbesuch“ und die Sondersozialkommission „Besuchs- und Begleitdienst“. Das „JOURNAL 55 PLUS“ enthält umfängliche Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten und stellt Angebote sowie Leistungsanbieter vor. Die Broschüre erscheint jährlich als Printmedium und steht im Internet beim Herausgeber der apercu Verlagsgesellschaft mbH zur Verfügung. Der „Wegweiser zu Fragen rund um die Pflege“ beinhaltet Beratungs- und Anlaufstellen für pflegende Angehörige, für selbst von Pflege betroffene Menschen und für am Thema Pflege Interessierte. Die Broschüre steht als Printmedium und im Internet unter dem Link zur Verfügung. Amt für Soziales – SeniorenServiceBüro Hannah Karrmann, Koordination Altenhilfe Arbeitsschwerpunkt: Arbeitskreis Lesbische & Schwule alte Menschen/ BALSAM und, auf bez. Ebene, Unterstützung bez. Schwul-Lesbischer Initiativen mit dem Ziel, Politik, Verwaltung und Leistungsanbieter/innen im Netzwerk im Alter für die Belange dieser Menschen weiter zu sensibilisieren „BALSAM – Berliner Arbeitskreis ältere lesbisch, schwule und trans Menschen“ ist ein Arbeitskreis, der sich aus Vertreter*innen von Lesben- und Schwulenprojekten, von verschiedenen Bezirksämtern, unterschiedlicher Selbsthilfegruppen sowie engagierten Einzelpersonen zusammensetzt. BALSAM sammelt und bündelt Informationen über Angebote zur Freizeitgestaltung, Beratung, Wohnen und Pflege für ältere und alte Lesben und Schwule. Die Koordinatorin für Altenhilfe arbeitet im Auftrag des Bezirksamtes dort mit. In Marzahn-Hellersdorf trifft sich die Schwul-Lesbische-Initiative-Marzahn (SLIM) einmal wöchentlich im Stadtteilzentrum Marzahn-Mitte. SLIM ist eine offene Gesprächsgruppe, die über verschiedene Themen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle redet. Durch die Corona-Pandemie ist der Kontakt zurzeit auf Telefongespräche begrenzt. Weiterführende Informationen zu BALSAM: Link Amt für Soziales – Soziale Stadtteilzentrum Doreen Junggebauer, Koordination Stadtteilzentren Arbeitsschwerpunkt: Angebote für künftige Seniorinnen und Senioren und junge Alte wohnortnah erhalten und bedarfsgerecht gestalten, wobei den Stadtteilzentren (STZ) besondere Bedeutung zukommt / Ausgestaltung STZ–Vertrag zur Sicherung von generationsübergreifenden und auch spezifischen Angeboten für die Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren  Erhalt von bereits vorgehaltenen kulturellen sozialräumlichen Angeboten für Seniorinnen, Senioren in den Stadtteilzentren - laufend durch Weiterfinanzierung der Stadtteilzentren  Förderung und Aktivierung des lebenslangen Lernens als Bildungsauftrag Die Sozialen Stadtteilzentren sind offen für alle im Bezirk Marzahn–Hellersdorf wohnenden Bürgerinnen und Bürger, fördern die Entfaltung von bürgerschaftlichem Engagement, Eigeninitiative, Selbsthilfe sowie die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am Stadtteilleben und bieten Rat und Hilfestellung. Durch eine generationsübergreifende, interkulturelle, geschlechtergerechte und bedarfsorientierte Angebotsgestaltung wirken die Sozialen Stadtteilzentren als kompetente Ansprechpartner in allen Angelegenheiten des freiwilligen sozialen Engagements integrativ, motivierend, koordinierend und sozial-gestalterisch im Stadtteilleben. In Sozialen Stadtteilzentren werden gemäß den jeweiligen Ressourcen und Schwerpunktsetzungen generationsübergreifende, zielgruppenspezifische, interkulturelle und geschlechtergerechte Angebote zusammengeführt, die die Möglichkeit der gemeinsamen Freizeitgestaltung schaffen, soziale Dienste ermöglichen, Integration, Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit begünstigen sowie Nachbarschaftshilfe initiieren. Damit werden die Menschen darin unterstützt, ihre eigene Lebenswirklichkeit bewusst gestalten zu können. Mit Hilfe der Entwicklung von sozialer Verantwortung beim Einzelnen kann das 55 | S e i t e friedliche, gleichberechtigte und demokratische Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Generationen, Geschlechter, Weltanschauungen, Herkunft und sozialer Lage gefördert werden. Den Bürgerinnen und Bürgern wird ermöglicht, die eigene Kompetenz und Kreativität für das Leben im Stadtteil nutzbar zu machen und Verantwortung für das Gemeinwesen zu entwickeln, indem sie in Entscheidungsprozesse im Kiez, im Stadtteil und im Bezirk einbezogen werden. Leistungen und Angebote:  Förderung von Ehrenamt, Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe und Diversität o Information, Beratung und Vermittlung zu o.g. Themen o Anregung und praktische Unterstützung bei der Gründung von Selbsthilfe-gruppen/Interessengruppen o Anregung, Gewinnung, Beratung, Vermittlung und Qualifizierung ehren-amtlicher Tätigkeit o Motivierung zu und Unterstützung von freiwilliger Betätigung zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil o Vermittlung von Nachbarschaftshilfe und Bereitstellung gemeinschaftlich nutzbarer Infrastruktur o Mobilisierung/Einbeziehung der Bewohnerinnen und Bewohner in die Stadtteilarbeit, Partizipation bei Entscheidungen o Unterstützung bei Überwindung von Konflikten  Generationsübergreifende und interkulturelle Leistungen, Freizeitangebote o Generationsübergreifende Angebote o Interkulturelle Angebote o Zielgruppenspezifische Angebote für Kinder, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderungen, Frauen und Männer, Migrantinnen und Migranten o Unterstützung der sozialkulturellen Selbstorganisation und kultureller und kreativer Eigenbeteiligung von Bürgerinnen und Bürgern  Angebote zur Unterstützung der Familie o Beratung/Hilfen im Konfliktfall o Beratung und Vermittlung in Partnerschafts- und er Erziehungsfragen o Vermittlung von Nachbarschaftshilfe zur Familienunterstützung o Informationsveranstaltungen/Kurse o Unterstützung des Erfahrungsaustausches zwischen jungen und älteren Familien zur Bewältigung des Alltagslebens o Angebote zur Sicherung der Familie und weitere familienunterstützende Maßnahmen o Angebote für Alleinerziehende  Beratung, Unterstützung und Vermittlung o Niedrigschwelliges soziales Beratungsangebot o Vermittlung an Fachberatungsstellen (Suchtberatung, Schuldnerberatung, Jugendamt, Sozialdienst, Beratungsstelle für Behinderte, Sozialpsychiatrischer Dienst, Migrationssozialdienst, Anti-Gewalt-Projekte/Fachberatungsstellen zu häuslicher Gewalt usw.) o Niedrigschwellige Unterstützung Hilfesuchender in Zusammenarbeit mit Fachämtern des Bezirksamtes (Gesundheit, Soziales, Jugend), mit dem Jobcenter sowie mit den Beauftragten im Bezirksamt (Gleichstellung, Integration, Behinderte)  Geschlechterspezifische Angebote o Sensibilisierung, Bewusstseinsförderung und politische Bildung zu Frauen- und Geschlechtergerechtigkeit o Angebote zur Aufklärung zu Sexismus, sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt 56 | S e i t e o o o Beratung und Weitervermittlung zu frauen- und geschlechtsspezifischen Themen (Genderkompetenz) Sichtbarkeit von Frauen stärken (z.B. historische Frauenpersönlichkeiten / Referentinnen / weibliche Führungskräfte / etc.) Niedrigschwellige Angebot angepasst an die spezifischen Lebenslagen von Frauen und Männern in den unterschiedlichen Lebensphasen (z.B. Mütter und Väter, Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren) Amt für Soziales – Inklusionsberatung im Stadtteilzentrum Anja Duhnsen, Standortkoordination für den Teilhabefachdienst Mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderung die Sozialraumorientierung voranzubringen startete im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 1.10.2020 das Pilotprojekt „Inklusionsberater*in im Stadtteilzentrum“. Inzwischen ist in jedem der 4 Prognoseräume eine Inklusionsberatung tätig:  Ball e.V. (Biesdorf)  Volkssolidarität e.V. (Marzahn)  Mittendrin leben e.V. (Kaulsdorf/Mahlsdorf)  Klub 74 e.V. (Hellersdorf) Vorrangige Aufgabe der Inklusionsberatung im Stadtteilzentrum ist die Erschließung und Entwicklung der Ressourcen und Möglichkeiten der Sozialräume anhand der Bedarfe der Menschen mit Behinderungen in Zusammenarbeit mit den Trägern, den Teilhabefach-diensten und der Umweltfaktoren (lokale Wirtschaft, Wohnungswirtschaft, Bildungseinrichtungen, kirchlichen Gemeinden, religiösen und zivilgesellschaftlichen Initiativen). Die Interessen und Bedürfnisse der dort wohnenden Menschen mit Behinderungen stehen dabei im Vordergrund. Teilhabebarrieren sollen aufgezeigt werden. Tab. 8: Inklusionsberatung - Berater*innen, Standorte und Kontakte Name Beate Marquardt Nils Paganetti Jutta Stelbrink Yvonne Full STZ KOMPASS - Haus im Stadtteil c/o Klub74 Nachbarschaftszentrum Hellersdorf e.V. Kummerower Ring 42 12619 Berlin (Hellersdorf) Volkssolidarität Landesverband Berlin e.V. Marzahner Promenade 38, 12679 Berlin (Marzahn) Mittendrin leben e.V. Brodauer Str. 27-29, 12621 Berlin (Kaulsdorf/Mahlsdorf) Ball e.V. STZ Biesdorf Alt-Biesdorf 15, 12683 Berlin (Biesdorf) Telefon 030 56497401 Email-Adresse marquardt@klub74.de 0163 1321567 030 9989502 nils.paganetti@volkssolidaritaet.de 030 56588762 STZ-kaulsdorf@ev-mittendrin.de 030 526784593 inklusionsberater@ball-evberlin.de Amt für Soziales – RESPEKT + HALT Allgemeine und unabhängige Sozialberatung Melanie Rubach, Leiterin des Amtes für Soziales Die Sozialberatungsstelle Respekt + Halt ist seit April 2018 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und schwerpunktmäßig in der Otto-Rosenberg-Straße (Marzahn) tätig. Es handelt sich um eine allgemeine Sozialberatung, die zu sämtlichen möglichen sozialen Problemlagen Hilfe, Beratung und Weitervermittlung 57 | S e i t e an Fachstellen anbietet. Schwerpunkt der Beratung sind Menschen in multikomplexen Problemlagen, sowie insbesondere von Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit betroffene Menschen. Respekt + Halt ist ein niedrigschwelliges Hilfsangebot an Menschen aller Altersgruppen und demzufolge auch an die zunehmende Gruppe der älteren Menschen in den ASOG20-Obdachloseneinrichtungen. Insgesamt besuchten im Jahr 2020 100 Klient*innen das Beratungsangebot, zuzüglich zu einigen bereits im Vorjahresbericht verzeichneten Klient*innen, die auch im Jahr 2020 weiterhin intensiv beraten und begleitet werden mussten. Davon ist gleichbleibend zum Vorjahr das Segment der Erwachsenen zwischen 25 und 60 Jahre als dominantestes Altersspektrum zu nennen (67,1%). Mit 17,1 % folgen Seniorinnen und Senioren als zweitrelevanteste Beratungsgruppe. Weiterführende Informationen unter: Wuhletal - Psychosoziales Zentrum gGmbH Amt für Soziales – Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung in Marzahn-Hellersdorf Melanie Rubach, Leiterin des Amtes für Soziales Die Beratungsstelle bietet an zwei Standorten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (Hellersdorf: Ernst-BlochStraße 43 und Marzahn: Wörlitzer Straße 1a) Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung nach §§ 1, 6, 16 SGB II, § 11 SGB XII sowie nach § 305 InsO in Verbindung mit § 3 Berliner Gesetz zur Ausführung der Insolvenzordnung an. Das Beratungsangebot richtet sich an alle Bürger*innen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf und ist unabhängig vom Geschlecht, Alter, Religion oder Nationalität. Insbesondere angesprochen sind:  Betroffene in akuten Krisensituationen,  Klientinnen und Klienten der klassischen Schuldnerberatung - Personen in besonderen Lebenslagen mit sozialen und finanziellen Schwierigkeiten,  Klientinnen und Klienten, die das Verbraucherinsolvenzverfahren nutzen wollen und deshalb auf Hilfe angewiesen sind. Das Beratungs- und Hilfeangebot zu Schulden umfasst u. a. die Sicherung der Existenz, Ratenzahlungsvereinbarungen, Ratenvergleiche, Vergleiche und Stundungen. Zielstellung ist es, die elementaren Bedürfnisse der Ratsuchenden und Ihrer Angehörigen (z. B. Wohnraum, Lebensunterhalt, Strom) zeitnah zu sichern und perspektivisch eine vollständige Regulierung der Schulden zu erreichen. Das Verbraucherinsolvenzverfahren setzt dort an, wo man mit den Methoden der klassischen Schuldnerberatung nicht weiterkommt. Ziel des Verfahrens ist die Erlangung der Restschuldbefreiung. Weiterführende Informationen unter: Julateg Finsolv Marzahn/ Hellersdorf e.V. 5.4. Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf Meike Klüger, Leiterin in der Geschäftsführungsebene Arbeitsschwerpunkt: Betreuung von 6.400 Langzeitleistungsbezieher/innen 50 Jahre und älter (= ca. 30% aller Langzeitleistungs-bezieher/innen) durch Jobcenter Marzahn-Hellersdorf zum Januar 2018. Betreuung von 2.319 langzeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden durch Jobcenter Marzahn-Hellersdorf, davon über 46% 50 Jahre und älter zum Jahresende 2017. Diesbezüglich wird das am 01.04.2016 begonnene Sonderprojekt „Netzwerk ABC 50+“ zunächst bis Jahresende 2018 fortgesetzt. Dabei legen insgesamt 10 Integrationsfachkräfte den besonderen Fokus auf Aktivierung (A), Beratung (B) und Chancenerarbeitung (C) arbeitsloser Kundinnen und Kunden im Alter über 50 Jahre. Entscheidung über Fortsetzung des o. g. Sonderprojektes im Jahr 2019 werden im Herbst 2018 getroffen. Arbeitsschwerpunkt: Eröffnung und laufender Betrieb eines eigenen JobCafés im Jobcenter Marzahn-Hellersdorf im Erdgeschoss des Dienstgebäudes Rhinstraße 88, 12681 Berlin (kostenfreie Nutzung) zur Unterstützung aller, insbesondere auch älterer Kundinnen und Kunden ab dem Frühjahr 2017. Das Job-Café ist frei zugänglich für alle arbeits-suchenden/arbeitslosen Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Marzahn-Hellersdorf 20 ASOG Allgemeines Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz - ASOG) 58 | S e i t e Durch die Arbeit des ABC-Netzwerks mit der Zielgruppe über 50 Jahre und langzeitarbeitslos bzw. von Langzeitarbeitslosigkeit (LZA) bedroht, konnte in den letzten Jahren durch das Jobcenter ein wichtiger Beitrag zur Verringerung von LZA im Bezirk Marzahn-Hellersdorf geleistet werden. Durch die gute Integrationsarbeit im ABC-Netzwerk konnte im Jahr 2017 für 539, im Jahr 2018 für 541 und im Jahr 2019 für 509 Kund*innen LZA beendet oder vermieden werden. In Summe konnte damit 1.589 Marzahn-Hellersdorfer*innen eine neue Chance gegeben und/oder berufliche Perspektiven eröffnet werden. Die internen Zielsetzungen für das Projekt konnten regelmäßig erreicht werden. Durch die Öffnung der Zielgruppe auf alle LZA über 25 Jahre im Jahr 2020, sind hier keine konkreten Aussagen zu älteren Kund*innen mehr möglich. Rund 25 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (ELB) in Betreuung des Jobcenters Berlin Marzahn-Hellersdorf sind über 50 Jahre alt (Stand 3. Quartal 2020). Die Beendigung des Langzeitleistungsbezugs ist für das Jobcenter ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt, in dem in den letzten Jahren gute Ergebnisse erzielt werden konnten. Der Anteil der Langzeitleistungsbezieher (LZB) über 50 Jahren an allen LZB hat sich bis Ende 2019 im Jahresdurchschnitt auf 28,3% reduziert (Anfang 2017: 30 %). Absolut haben sich die LZB über 50 Jahren während dieser Zeit um -1.200 Kunden (bzw. -18,1 %) im Jahresdurchschnitt reduziert. Das Ergebnis liegt überproportional gegenüber dem Abbau der LZB insgesamt mit -13,3 %. Der Anteil der ELB mit Kundenstatus LZA, über 50 Jahre an allen ELB mit Kundenstatus LZA hat sich bis Ende 2019 auf 37,8 % im Jahresdurchschnitt reduziert (Anfang 2017: 39,5 %). Absolut haben sich die ELB mit Kundenstatus LZA, über 50 Jahren in diesem Zeitraum um -426 Kunden (bzw. -38,9 %) reduziert. Das Ergebnis liegt überproportional gegenüber dem Abbau der ELB mit Kundenstatus LZA insgesamt mit -36,2 %. Im Jahr 2020 konnte trotz der Corona-Pandemie eine Reduzierung des Langzeitleistungsbezugs im Bezirk erreicht werden. Der Anteil der Langzeitleistungsbezieher (LZB) über 50 Jahren an allen LZB hat sich bis zum 3. Quartal 2020 im Jahresdurchschnitt auf 27,5 % reduziert. Absolut haben sich die LZB über 50 Jahren während dieser Zeit um -386 Kunden (bzw. -7,1 %) im Jahresdurchschnitt reduziert. Das Ergebnis in diesem Alterssegment liegt weiterhin überproportional gegenüber dem Abbau der LZB insgesamt mit - 4,4 %. Auch wenn sich das Netzwerk ABC nicht mehr ausschließlich für die Zielgruppe über 50 Jahre und langzeitarbeitslos bzw. von Langzeitarbeitslosigkeit (LZA) bedroht fokussiert, so ist die Zielgruppe weiterhin durch das Jobcenter in verschiedenste Aktivierungs- und Integrationsaktivitäten eingebunden. Hervorzuheben ist hierbei auch das 2019 neu eingeführte Arbeitsmarktinstrument zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsmarkt (§16i SGB II), durch das Arbeitgeber für die Beschäftigung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten aus dem SGB II Zuschüsse zum Arbeitsentgelt erhalten können. 439 Personen konnten mit dieser Förderung eine Beschäftigung aufnehmen, mit 292 geförderte Personen waren zwei Drittel der Geförderten dabei über 50 Jahre alt. Ältere Leistungsberechtigte profitierten zudem vom Pilotprojekt „Solidarisches Grundeinkommen (SGE)“ der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Abteilung Arbeit und Berufliche Bildung. Das Jobcafé des Jobcenters Berlin Marzahn-Hellersdorf konnte im Jahr 2017 rd. 2.500, im Jahr 2018 rd. 4.200 und im Jahr 2019 rd. 4.300 Besucher*innen verzeichnen. Der überwiegende Teil dieser Besucher*innen war aus der Erfahrung der dort tätigen Mitarbeiter*innen älter als 50 Jahre. 59 | S e i t e Die Angebote des Jobcafés haben regen Zulauf erfahren. So haben in dieser Zeit beispielsweise rd. 4.200 Kund*innen im Jobcafé eine Beratung gesucht und rd. 3.200 Kund*innen haben die dortigen Bewerber-PCs genutzt. Ältere Kund*innen haben zumeist Unterstützung bei der Stellensuche oder bei Bewerbungen in Anspruch genommen. Auch die verschiedenen Veranstaltungen im Jobcafé (u.a. vom ABC-Netzwerk) fanden großen Zuspruch bei den Kund*innen. Im Zeitraum 2017 - 2019 konnten diese rd. 4.400 Teilnehmer*innen verzeichnen. Das Jobcafé etablierte sich zusehends zu einer festen Institution für die Kund*innen des Jobcenters. Wiederkehrende Besucher*innen sind keine Seltenheit gewesen. Auf Grund der Corona-Pandemie hat das Jobcafé im März 2020 seine Arbeit einstellen müssen. Wann und in welcher Form eine Wiedereröffnung realisiert werden kann, hängt sehr von der weiteren pandemischen Entwicklung ab. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass im Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf seit Mitte Dezember ein Self-Service-Center (SB-Center) eingerichtet wurde. Die Idee kommt aus der Initiative der Zukunft der Bundesagentur für Arbeit. Das neue SB-Center ist im Empfangsbereich untergebracht. Selbstinformation, Terminierung und die Nutzung digitaler Medien (z.B. Jobcenter-App, jobcenter.digital) sollen dadurch bei den Kund*innen gestärkt werden. Häufig reichen Appelle, Flyer, Informationen nicht aus und praktische Unterstützung ist gefragt. Nicht alle Leistungsberechtigten verfügen über die notwendige Technik und/oder sind ungeübt in deren Anwendung. Dokumente können gescannt, hochgeladen, die App erklärt, Termine gebucht, Nachrichten und Anträge digital übermittelt werden, ohne das Jobcenter im eigentlichen Sinne zu betreten. Das soll dazu beitragen, mehr Kundenanliegen zu steuern und damit schnell und kompetent zu erledigen. Weiterhin sollen mit den Hilfestellungen vor Ort möglichst viele Kund*innen bei der Nutzung digitaler Kommunikationswege aktiv begleitet werden. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des Jobcenters Berlin Marzahn-Hellersdorf hat im besagten Zeitraum mit Ihren unterschiedlichen Aktivitäten, Veranstaltungen und Formaten eine nachhaltige Unterstützung speziell für Frauen und Alleinerziehende über 50 Jahre geboten. Sowohl flankierend als auch im Zusammenspiel mit dem ABC-Netzwerk und dem Jobcafé. Insgesamt wurden rund 20 Veranstaltungen durchgeführt (u.a. Wege in Arbeit, Jobs für Eltern), über die rund 1300 Kund*innen erreicht werden konnten – ein wichtiger Beitrag zur positiven Gesamtentwicklung. Diese guten Ansätze werden von der BCA fortgesetzt, sobald die Pandemiesituation dies zulässt. Kapitel 6 – Zusammenfassung und Schlussfolgerungen Als ein Bestandteil der bezirklichen Fachplanungen will „Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung)“ die Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten und fördern. Dabei gehört Altenplanung ebenso wie die Altenhilfe zu den freiwilligen Selbstverwaltungsangelegenheiten von Kommunen (s. Kapitel 3). Grundlage für bezirkliche Planungsprozesse mit dem Schwerpunkt der Alterung sind übergeordnete Leitlinien wie beispielsweise die Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik, Gesundheitsziele und Altersberichte (s. Kapitel 2). Für die Fortschreibung der Altenplanung wird empfohlen, dass der Bezirk Marzahn-Hellersdorf die im Ergebnis, der Überarbeitung der 17 Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik, angepassten Leitlinien und Handlungsfelder als Orientierungsrahmen in die Planung von Maßnahmen einbezieht. Die Diskussion zum „§ 71 Altenhilfe“ im SBG XII und dem geplanten Berliner Altenhilfestruktur-Gesetz ist für die zukünftige Ausrichtung der Altenplanung und Altenhilfe von kommunalpolitischer Bedeutung. Die für März 2022 geplanten Wahlen zur Seniorenvertretung sind in Verantwortung des Bezirksamtes vorzubereiten und durchzuführen. 60 | S e i t e Mit Stellenbesetzungen für die Aufgabengebiete der Geriatrieplanung im Mai 2019 und die Altenplanung im März 2020 stehen im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf nach Ausscheiden des Altenplaners im Mai 2018 Ansprechpartner*innen zur Verfügung (s. Kapitel 3.1). Das im Bezirksamt beschlossene Rahmenkonzept „Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung)“15 bildet die Grundlage für die Fortschreibung und Weiterentwicklung der Altenplanung. Handlungsleitend sind die Sozialraumorientierung, die Ausrichtung an den Lebenswelten und am Lebensverlauf sowie am Bedarf. Eingebunden in die kommunale Gesamtstrategie fokussiert das Konzept auf einen partizipativen und kooperativen Prozess und verfolgt einen Paradigmenwechsel hin zu einem Mehrgenerationenansatz. Dabei geht es auch um die Verknüpfung einzelner Planungsperspektiven unterschiedlicher Ämter und Abteilungen mit integrativen Ansätzen.15 Als Bestandteil der bezirklichen Fachplanung ist Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung) in die entsprechenden Strukturen des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf (AG Sozialberichterstattung und AG Soziale Infrastruktur) eingebunden und zudem verankert im „Netzwerk im Alter“ mit dem Beirat zur Umsetzung der Altenplanung als steuerndes Gremium sowie den Interessenverbünden „Gesundheit im Alter (GGV)“, „Wohnen im Alter“ und „Aktiv im Alter“ für die fachliche Bearbeitung bestimmter Themenbereiche. Mit der Betrachtung des Alterns im gesamten Lebensverlauf, den bezirklichen Entwicklungen und den benannten Bedarfen sind Schnittstellen und Strukturen zu analysieren und in die o. g. Strukturen einzubinden bzw. diese weiterzuentwickeln. Grundsätzlich ergibt sich aus der Berichterstattung, dass sich die etablierten Strukturen des „Netzwerkes im Alter“ bei der Umsetzung der Altenplanung bewährt haben. Für die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Arbeit sind entsprechende Ressourcen bereitzustellen. Für den Interessenverbund „Gesundheit im Alter (GGV)“ ergeben sich Schnittstellen zu den Strukturen und Gremien der psychiatrischen Versorgung und Suchthilfe. Die Verständigung zu bzw. Aktivierung von Arbeitskreisen innerhalb der Interessenverbünde des „Netzwerkes im Alter“, die Bearbeitung von Schnittstellen zu Gremien des Bezirksamtes (z. B. Runder Tisch der Wohnungswirtschaft und Gremien der Beauftragten des Bezirksamtes) sowie zwischen der Altenplanung und Geriatrieplanung wird für die strukturelle Weiterentwicklung empfohlen. Der Beirat zur Umsetzung der Altenplanung fungiert auf kommunalpolitischer Ebene gem. seiner Geschäftsordnung als ressortübergreifendes Steuerungs- und Kontrollgremium in der Umsetzung, Berichterstattung und Aktualisierung. Dementsprechend kommt den stimmberechtigten Mitgliedern als Vertretung ihres Ressorts bzw. ihrer Abteilung eine besondere Verantwortung zu, die wahrzunehmen ist. Die Teilnahme stimmberechtigter Mitglieder an den Sitzungen des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung ist unabdingbare Voraussetzung für die Gewährleistung der ressortübergreifenden Planung, Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen der Altenplanung sowie die Einbindung der jeweils vertretenden Ressorts bzw. Abteilungen in diesen Prozess. Mit Beendigung der Wahlperiode für die Legislatur der BVV 2016-2021 wird die Arbeit des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung mittels Online-Befragung reflektiert. Zielsetzung ist es, die aktuelle Wahlperiode zu bewerten und aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen für die Arbeit des Beirates für die neue Legislatur abzuleiten. Bezogen auf die Arbeit des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung orientiert sich die Befragung an der aktuell gültigen Geschäftsordnung (s. Anlage) und gliedert sich in die drei Komplexe: Organisation, Struktur und Gestaltung der Zusammenarbeit sowie Empfehlungen für die nächste Wahlperiode. Korrespondierend mit den Schwerpunkten in der Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der BVV bis 20212 und den Interessenverbünden des Netzwerkes im Alter (s. Kapitel 5.1) ergeben sich für die Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung) folgende Handlungsfelder: Wohnen und Wohnumfeld, Gesundheit und Pflege, Soziale Infrastruktur (Bildung, Freizeit und Kultur) sowie Verkehr und Mobilität. Übergreifend und integraler Bestandteil in allen Handlungsfeldern sind lebenslanges Lernen und Digitalisierung. Die Betrachtung des Alterns im gesamten 61 | S e i t e Lebensverlauf und in unterschiedlichen Lebenswelten sowie bürgerschaftliches Engagement, politische und gesellschaftliche Teilhabe sind übergreifende Handlungsfelder. 15 Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung) ist ein Instrument, welches nicht selbstständig eindeutige Ergebnisse hervorbringt, sondern in seiner Anwendung zu Erkenntnissen führt, aus denen Schlussfolgerungen gezogen werden müssen. 21 Demografische und sozial-strukturelle Daten bilden die Grundlage für die Beschreibung der Bevölkerung bzw. der Zielgruppen (s. Kapitel 4). Für die strukturierte Bearbeitung der Handlungsfelder und spezifischer Themen kommen quantitative und qualitative Datenerhebungen zum Einsatz. Die Methodenauswahl ist ausgerichtet an der Aufgabenstellung und den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Im Ergebnis werden für den ressortübergreifenden fachpolitischen Diskurs Handlungsempfehlungen abgleitet und Schwerpunkte aufgezeigt. Entsprechend den gesetzten Prioritäten können für die Umsetzung von Maßnahmen modellhafte Projekte recherchiert sowie Konzepte und Strategien entwickelt werden, deren Evaluation in die Ergebnissicherung und das Berichtswesen einfließen.15 Grundlage für die datenbasierte Fortschreibung der Altenplanung sind die im Kapitel 4 beschriebenen demografischen und sozialen Entwicklungen. Grundsätzliche Aussagen sind: Die im Vergleich zu Berlin überdurchschnittliche Alterung der Marzahn-Hellersdorfer Bevölkerung hält an und wird weiter zunehmen. Dies betrifft insbesondere die Altersgruppen über 65 Jahre und die Hochbetagten über 85 Jahre. Mit zunehmendem Alter sinkt der Männeranteil. Bei den über 80-Jährigen sind 62% weiblich. In der Beschreibung der sozialen Situation wird ein Anstieg der von Grundsicherung lebenden Altersrentnern*innen außerhalb von Einrichtungen auf insgesamt 2.264 Personen (Stand 2019) benannt. Das sind insgesamt 4% aller Altersrentner*innen. Die demografischen und sozialen Aussagen sind zu ergänzen um, quantitative und qualitative Daten entsprechend den Handlungsfeldern und mit Bezug zur Zielgruppe. Hierbei sind die bereits vorliegende „Befragung Altenfreundliches Wohnen“ (s. Kapitel 5.1.2) und die Sozialstudie „50 Jahre und älter in Marzahn-Hellersdorf 2015“ (s. Kapitel 5.1.3) sowie die im Kapitel 5 beschriebenen Handlungserfordernisse (z. B. ältere lesbische Frauen, älterer Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Pflegebedarf) zu berücksichtigen. Bezogen auf die, in der vorliegenden Abrechnung der bezirklichen Altenplanung für den Berichtsraum 2016 bis 2021, aufgezeigten Entwicklungen und formulierten Handlungserfordernisse werden nachfolgend für die Fortschreibung der Altenplanung Schwerpunkte mit Bezug zu den o. g. Handlungsfeldern benannt. Wohnen und Wohnumfeld Wohnraum muss bezahlbar sein und bleiben und sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse (z. B. Familienstruktur, Serviceangebote, generationsübergreifend, Wohngruppen) und Lebensentwürfe anpassen. Grundsätzlich sind Wohnraum und Wohnumfeld beginnend mit der Planung barrierearm / barrierefrei zu gestalten. Damit werden nicht nur die Bedürfnisse von besonderen Gruppen (z. B. ältere, pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen) berücksichtigt, sondern auch die Erwartungen von z. B. Familien mit Kindern. Mit Einbeziehung der Behindertenbeauftragten in Bauvorhaben und der geplanten Einrichtung einer Stelle Sachverständige*n für barrierefreies Bauen im Stadtentwicklungsamt sind dafür von Seiten des Bezirksamtes Voraussetzungen geschaffen worden. Die Anmietung von Wohnraum 21 Schubert H (2013): Kooperative Sozialplanung Gute Beispiele der Zusammenarbeit von Kommunen und Kreisen mit der Freien Wohlfahrtspflege. Dokumentation der Fachtagung Düsseldorf: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. 62 | S e i t e sollte sich an den Ressourcen und Möglichkeiten der potentiellen Mieter*innen orientieren und dabei nicht ausgrenzen (z. B. Zugang zu online-Verfahren). Die im Bereich der Städtebauförderung und Quartiersentwicklung initiierten und umgesetzte Maßnahmen und Projekte haben die ältere Generation integriert. Dies gilt insbesondere für gesundheitsförderliche und nachbarschaftliche Projekte sowie im Zusammenhang mit wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Hier gilt es die nachhaltige Verankerung zu sichern und in die Fortschreibung einzubeziehen. Gesundheit und Pflege Im Rahmen der Marzahn-Hellersdorfer Gesundheitsstrategie ist die Lebensphase „Gesund älter werden“ in Zusammenarbeit mit den Interessenverbünden des Netzwerkes im Alter zu entwickeln. Grundlage hierfür sind die Einbindung der Koordination der Altenplanung und Altenhilfe in das Kernteam und die in der laufenden Legislatur erarbeiteten Schwerpunkte. Weitere Themen sind im Zusammenhang mit den Gesundheitszielen Zahngesundheit, Impfen und Ernährung sowie mit Bezug zur Nationalen Demenzstrategie die Initiierung geeigneter Maßnahmen und Unterstützung von Angeboten. Bewegung unterstützt und fördert die Gesunderhaltung und trägt zu einem aktiven Lebensstil bei. In der Berichterstattung wurde deutlich, dass zu diesem Thema Grundlagen (Sportverhaltens- und Sportkonzeptstudie 2016) erarbeitet, vielfältige Aktivitäten initiiert und umgesetzt sowie mit dem IV „Aktiv im Alter“ und dem Netzwerk „Da kommt Bewegung ins Quartier“ Strukturen vorhanden sind bzw. entwickelt wurden. In diese sind Seniorinnen und Senioren mit ihren Bedarfen und Bedürfnissen integriert. Bei der Ausgestaltung von Maßnahmen kommen Sportvereinen mit ihren Übungsleiter*innen sowie dem Netzwerk „Da kommt Bewegung ins Quartier“ mit den vier Bewegungsnetzwerker*innen in den Lebenswelten Kita/Schule, Vereine, Betriebe und Freizeiteinrichtungen und den Kiezsportübungsleiter*innen eine zentrale Bedeutung zu. Diese Strukturen sind zu stärken (z. B. Implementierung des Netzwerkes „Da kommt Bewegung ins Quartier“ nach Projektabschluss) und zu unterstützen (z. B. Gewinnung von Übungsleiter*innen und regionale Schulungsmöglichkeiten). Dabei kann auch die Gruppe der Seniorinnen und Senioren als Akteur betrachtet und einbezogen werden. Grundlage für die Weiterentwicklung von Strukturen und Angeboten ist die Fortschreibung der Sportverhaltens- und Sportkonzeptstudie, welche abzusichern ist. Pflege ist vor dem Hintergrund der aufgezeigten demografischen Entwicklung ein für die bezirkliche Agenda zentrales Thema. Für Pflegebedürftige und zu pflegende Angehörige gibt es ein breites Spektrum an Beratungs- und Unterstützungsleistungen. Dabei kommt den Pflegestützpunkten eine wichtige Lotsenfunktion im System zu. Herausforderungen sind die steigenden und komplexer werdenden Hilfebedarfe, die Situation der Pflegekräfte (Fachkräftemangel und Anerkennung, Einstiegsmöglichkeiten in die berufliche Qualifizierung), Zugangsmöglichkeiten zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie die Situation in den Familien (z. B. Singularisierung) und Möglichkeiten ihrer und der nachbarschaftlichen Unterstützung. Dabei ist die Einflussnahme auf kommunaler Ebene begrenzt. Dem Interessenverbund „Gesundheit im Alter (GGV)“ mit seinen Arbeitskreisen zum Thema Pflege kommt bei der weiteren Bearbeitung eine wesentliche Rolle zu. Ergebnisse aus Arbeitsgruppen (z. B. zum Thema Pflege und Geflüchtete) und Projekten (z. B. Modellprojekt „vor Ort“ im Pflegestützpunkt) sowie Analysen (z.B. Datenbank SAHRA) sind in den Diskussionsverlauf und die Schwerpunktsetzung einzubeziehen. Soziale Infrastruktur (z. B. Bildung, Freizeit und Kultur) Marzahn-Hellersdorfer Stadtteilzentren sind als sozialraumorientierte Nachbarschaftseinrichtungen in jedem der neun Stadtteile offen für alle Bürger*innen, unabhängig von Geschlecht, Alter, kultureller bzw. religiöser Zugehörigkeit oder gesundheitlicher Beeinträchtigung. Dem jeweiligen Stadtteil entsprechend werden bedarfsorientierte Angebote zur kulturellen, kreativen und sportlichen 63 | S e i t e Freizeitgestaltung sowie Gesundheitsaufklärung vorgehalten. Bei sozialen, rechtlichen, rentenrechtlichen und integrationsbezogenen Problemen stehen kompetente Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Die sozialen Stadtteilzentren fördern die Entfaltung von lokalem Engagement, Eigeninitiative und Selbsthilfe. Sie bieten Austausch und Kommunikation und wirken so Ausgrenzung und Isolation entgegen. Damit sind die sozialen Stadtteilzentren wesentliche Partner und Akteure für Seniorinnen und Senioren. Insbesondere in der Coronavirus-Pandemie haben sie hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft gezeigt. Unterstützt wurden u. a. die Ausgabe von Mund-Nasen-Schutzmasken und die Vermittlung zu Impfterminen. Angebote wurden von Präsenz auf Digitalisierung umgestellt, Zugänge zu digitalen Informationen ermöglicht und Hilfsangebote initiiert, koordiniert und vermittelt. Zudem sind die Stadtteilzentren verlässliche Partner für die Gremienarbeit des Netzwerkes im Alter und die Marzahn-Hellersdorfer Seniorenvertretung. Aus der Berichterstattung ergeben sich mit Bezug zur sozialen Infrastruktur u. a. folgende Schwerpunkte:  (Weiter)Entwicklung zielgruppenspezifischer und thematische Angebote (z. B. Treff für ältere lesbische Frauen, Eingliederung älterer Menschen mit Migrationshintergrund)  Ehrenamt und nachbarschaftliches Engagement (Aktivierung, Ressource, Stärkung und Vermittlung s. a. Fragebogen des IV „Aktiv im Alter“ zum Engagement im Kiez)  Teilhabe (z. B. Pilotprojekt „Inklusionsberater*in im Stadtteilzentrum“) ermöglichen und Einsamkeit entgegenwirken (Pandemie wirkt hier als Katalysator, Telefonischer Hausbesuch der SonderSoko als Angebot)  Zugänge zu Angeboten bedarfsgerecht gestalten (Angebote vor Ort s. a. regionaler Allgemeiner Sozialdienst mit Sprechstunden in den STZ, Beratungskompetenz bündeln s. a. Modellprojekt „vor Ort“ im Pflegestützpunkt, bedarfsorientierte Weiterentwicklung s. a. Ergebnisse GenderBudgeting-Projekt = Fallmanagement Teilhabe im Alter, Zielgruppenorientierung im Jobcenter s. a. Öffnung des ABC-Center für alle Kunden sowie direkte Ansprechpartner BCA) Bildung ermöglicht ein selbstbestimmtes und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Neben den Stadtteilzentren kommt hier Bildungsträgern eine wichtige Funktion zu. Die Beispiele der Volkshochschule zeigen wie vielfältig Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren sein können. Diese gilt es zu stärken und entsprechend dem Bedarf auszubauen. Ebenso sind ältere Menschen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen potentielle Partner*innen, wenn es um deren (generationsübergreifende) Weitergabe geht. Verkehr und Mobilität Verkehrskonzepte und die Gestaltung des öffentlichen Raums berücksichtigen ebenso wie Wohnen barrierearme bzw. barrierefreie Lösungen und entsprechen damit nicht nur den Bedarfen der älteren Bevölkerung. Im Berichtszeitraum wurde entsprechend den Möglichkeiten viel in die Verbesserung wesentlicher Fußverkehrsverbindungen investiert. Bei der Fortschreibung wird empfohlen, den öffentlichen Nahverkehr ebenso wie Fußverkehrs- und Radwegeverbindungen und dazu vorliegende Konzepte einzubeziehen. Die Marzahn-Hellersdorfer Seniorenvertretung hat diese Schwerpunkte seit Jahren auf der Agenda und ist ein partizipativer Partner, wenn es um die Belange von Seniorinnen und Senioren geht. Lebenslanges Lernen, Beschäftigung und Digitalisierung Für die Fortschreibung der Altenplanung wird das Thema Digitalisierung als ressortübergreifender Schwerpunkt empfohlen. In der Berichterstattung haben sich dazu vielfältige Bezüge ergeben vgl. auch Achter Altersbericht der Bundesregierung „Digitalisierung als Chance für ein selbstbestimmtes Leben“, Projekt DigiSenio der Seniorenvertretung, IV „Wohnen im Alter“ und IV „Aktiv im Alter“ digitale Angebote und Hilfsmittel, Self-Service im Jobcenter, Angebote der Stadtteilzentren u. v. a. m. Bedingt durch die Eindämmungsmaßnahmen zur Coronavirus-Pandemie hat Digitalisierung einen wesentlichen 64 | S e i t e Zuspruch erfahren und an Bedeutung zugenommen. Dementsprechend wurden Ressourcen aktiviert und Möglichkeiten genutzt, die es abzusichern und auszubauen gilt. Dabei sind Unterschiede und ungleiche Voraussetzungen im Zugang zur Nutzung der Medien und den Kompetenzen bei der Inanspruchnahme digitaler Angebote zu berücksichtigen. Das Thema „Altersgerechte Arbeit“ wird aktiviert und mit dem Schwerpunkt „Beschäftigungsförderung, Arbeitsmarktintegration, Beibehaltung der Beschäftigungsfähigkeit sowie Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen jeden Alters“ bearbeitet. Dazu werden die Behindertenbeauftragte und die Europabeauftragte in der neuen Legislaturperiode eine das Thema bearbeitende Arbeitsgruppe einbeziehen. Für die Berichterstattung und Diskussion steht die Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit zur Verfügung. Mit dem ABC-Netzwerk leistet das Jobcenter einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung bzw. Beendigung von Langzeitarbeitslosigkeit. Dabei hat sich die ursprüngliche Zielgruppe über 50 Jahre und langzeitarbeitslose bzw. von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Kundinnen und Kunden auf die Zielgruppe aller Langzeitarbeitslosen über 25 Jahre erweitert. Das neu eingerichtete Self-Service-Center bietet digital die Möglichkeit zur Selbstinformation und Terminierung. Sowohl flankierend als auch im Zusammenspiel mit dem ABC-Netzwerk und dem Jobcafe´ steht für Frauen und Alleinerziehende über 50 Jahre mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt eine direkte Ansprechpartnerin unterstützend zur Verfügung. Unter Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitsmarktinstrumente werden damit im Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf Möglichkeiten geschaffen und vorgehalten, die die Beendigung von Langzeitarbeitslosigkeit zum Ziel haben und auf besonders vulnerable Gruppen ausgerichtet sind. Ausblick Die vorliegende Abrechnung der bezirklichen Altenplanung für die Legislaturperiode 2016 – 2021 der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf wird dem Beirat zur Umsetzung der Altenplanung zur Beschlussfassung auf der abschließenden Sitzung dieser Legislatur am 19. Mai 2021 vorgelegt. Anschließend erfolgt die Vorlage der Abrechnung an das Bezirksamt zur Beschlussfassung und zur Kenntnisnahme an die Bezirksverordnetenversammlung. Die in der Zusammenfassung benannten Schwerpunkte sind Diskussionsgrundlage für die kommunalpolitische Schwerpunktsetzung in der nachfolgenden Legislaturperiode und für die Fortschreibung der „Sozialplanung mit dem Schwerpunkt Alter(ung)“ sowie die damit verbundene Auseinandersetzung im Beirat zur Umsetzung der Altenplanung. Stand: 10. Mai 2021 Nachtrag Auszug aus dem Ergebnisprotokoll der 11. Sitzung des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung vom 19. Mai 2021 zu TOP 3 „Abrechnung der Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der BVV mit Beschlussfassung“: „Alle 12 anwesende Mitglieder des Beirates und stimmberechtigte Vertretungen stimmen dem Berichtsentwurf zu. Es gibt keine Enthaltungen und keine Ablehnungen. Von 3 weiteren Mitgliedern liegen per Email Bestätigungen vor. Damit wird die Abrechnung der Altenplanung für die laufende Legislaturperiode der BVV bestätigt.“ Stand: 20. Mai 2021 65 | S e i t e Kontakt: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Abt. für Weiterbildung, Kultur, Soziales und Facility Management Amt für Soziales FB II Soziales Dienste – SeniorenServiceBüro Kerstin Moncorps Koordination für Altenhilfe und Altenplanung Tel.: +49 - 30 - 90293-4437 E-Mail: kerstin.moncorps@ba-mh.berlin.de 66 | S e i t e
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