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Full text: Monitoring-Bericht zur Umsetzung des Masterplans Industriestadt Berlin (Rights reserved) Ausgabe 2.2019 (Rights reserved)

2. Monitoring-Bericht zur Umsetzung des Masterplans Industriestadt Berlin Stand: 22.11.2019 Inhalt 1. Einleitung ................................................................................................................................................... 3 2. Status Quo zur Umsetzung des MPI .......................................................................................................... 4 2.1 Wo stehen wir aktuell? ...................................................................................................................... 4 2.2 Gesamtschau ..................................................................................................................................... 5 2.3 Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“ ..................................................................................... 7 2.4 Handlungsfeld „Digitalisierung“ ........................................................................................................ 9 2.5 Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“ ........................................................................................... 12 2.6 Handlungsfeld „Marketing“ ............................................................................................................. 14 3. Leuchtturmprojekte ................................................................................................................................. 16 3.1 Junior1stein Akademie .................................................................................................................... 16 3.2 MINTgrün-Orientierungsstudium .................................................................................................... 17 3.3 Smart Business District .................................................................................................................... 17 3.4 Talentplattform der Berliner Zukunftsorte ..................................................................................... 18 4. Förderung durch das MPI-Budget............................................................................................................ 19 5. Ausblick .................................................................................................................................................... 21 Seite 2 | 22 1. Einleitung Die Berliner Wirtschaft wächst stärker (knapp 2% höheres BIP als im 1. Halbjahr 2018) als der Bundesdurchschnitt (0,4%). Die starke Inlandsnachfrage, die gute Beschäftigungslage, der florierende Tourismus sowie öffentliche Investitionen sorgen trotz einer international angespannten wirtschaftlichen Lage für eine positive Entwicklung in der Hauptstadt. Der Anteil der Industrie an der gesamten Berliner Wertschöpfung ist mit 8,6% geringer als im Bundesschnitt von 23,1%. Nichtsdestotrotz trägt die Berliner Industrie auch 2019 positiv zum Wirtschaftswachstum bei. In den ersten 9 Monaten 2019 sind die Umsätze der Berliner Industrieunternehmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7% auf 18,9 Mrd. EUR gestiegen. Zuwächse entstanden sowohl im Inland (+4,5%) als auch im Ausland (+6,5%).1 Im vergangenen Jahr haben sich einige schwergewichtige industrielle Player offensiv zu Berlin bekannt. Beispiele hierfür sind die Wiederbelebung und Profilierung der Siemensstadt 2.0 in Spandau, der Ausbau des Stadler-Werks in Pankow zum zweitgrößten der Unternehmensgruppe oder die jüngste Ankündigung des EMobilität-Innovationstreibers Tesla, eine Gigafabrik in Brandenburg und ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin bauen zu wollen. All dies unterstreicht die Attraktivität der Hauptstadtregion und zeigt, welch großes Potential durch die einzigartige Wissenschafts-, Innovations- und Technologielandschaft in den kommenden Jahren zu heben sein wird. Von dieser Anziehungskraft können auch andere Unternehmen profitieren. Die Berliner Wirtschaft wächst und braucht qualifizierte Arbeitskräfte. Die Zahl der offenen Stellen im Oktober 2019 lag laut der Bundesagentur für Arbeit bei 27.799. Diese Zahl zeigt, dass die Gewinnung von geeigneten Fachkräften zu einem immer drängenderen Thema in der Hauptstadt wird. Auch wenn bundesweit die Zahl der Studierenden in MINT-Fächergruppen gestiegen ist2, reichen diese potenziellen Fachkräfte nicht aus, um den deutschen und Berliner Bedarf zu decken. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zahlreiche Initiativen, die junge Menschen an MINT-Berufe heranführen wollen. Der Masterplan Industriestadt 20182021 (MPI) widmet sich aufmerksam diesem Thema, vernetzt die Akteure und unterstützt Initiativen, wie die junior1stein Akademie in Neukölln oder das MINT-Orientierungsstudium der TU Berlin, auch finanziell. Im ersten Jahr nach Verabschiedung des Masterplans sind bereits zahlreiche Projekte im Bereich „Fachkräfte und Innovation“ gestartet, abgeschlossen oder verstetigt worden. Der MPI bietet über alle zehn Themencluster hinweg Anknüpfungspunkte, sich den wichtigen Zukunftsthemen zu stellen. Er bündelt und aktiviert gleichzeitig die lösungsorientierten Instrumente, jene Fragestellungen zielgerichtet im Zusammenschluss mit Politik, Kammern, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft zu bearbeiten. Im Folgenden werden die Ergebnisse des zweiten MPI-Monitorings vorgestellt. Gleichzeitig werden die Herausforderungen und Entwicklungen aufgezeigt, die sich nach ca. einem Jahr Umsetzung herauskristallisiert haben. 1 2 Datenquellen: Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder; Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Steigende Anzahl an Masterabschlüssen in den MINT-Fächergruppen bundesweit 2008: 7.240, 2018: 64.959 (https://www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten) Seite 3 | 22 2. Status Quo zur Umsetzung des MPI 2018 Q3 Q4 Der MPI wird am 4. September vom Berliner Senat beschlossen. 2019 Q1 Die MPI-Geschäftsstelle nimmt im März ihre Arbeit auf. Kick-off mit dem Netzwerk Industriepolitik Start der 1. Förderphase 1. Monitoring Start der 2. Förderphase 1. Umsetzerkonferenz am 25.09.2019 2. Monitoring 2. Umsetzerkonferenz am 19.11.2019 Q2 Q3 Q4 2020 Q1 Q2 Q3 Q4 2021 Q1 Q2 Q3 Q4 Treffen mit dem Netzwerk Industriepolitik zur MPI-Jahresplanung am 29. Januar Evaluierung und Konsolidierung der Projekte 3. Umsetzerkonferenz 3. Monitoring Start der 3. Förderphase 4. Umsetzerkonferenz 4. Monitoring Start der 4. Förderphase Treffen mit dem Netzwerk Industriepolitik zur MPI-Jahresplanung Evaluierung und Konsolidierung der Projekte 5. Monitoring Start der 5. Förderphase 5. Umsetzerkonferenz 6. Monitoring Abschlussbericht Vorbereitung, Durchführung und Abschluss bzw. Verstetigung von Projekten zur Förderung der Berliner Industrie 2.1 Wo stehen wir aktuell? Seite 4 | 22 2.2 Gesamtschau Das zweite MPI-Monitoring mit Stichtag 15. Oktober 2019 ergab: Von den 102 geplanten MPI-Projekten liegen für 73 auswertbare Informationen zum Projektstatus vor – 18 mehr als beim letzten Monitoring im April 2019. Zu den übrigen 29 Projekten können noch keine Aussagen getroffen werden. Dazu gehören beispielsweise die Maßnahmen im Handlungsfeld Digitalisierung, die von der Digitalagentur umgesetzt werden sollen und die erst mit der Gründung der Agentur starten können oder Maßnahmen der ressortübergreifenden AG Smart City, die sich noch konstituieren muss. Den größten Schub erfuhr das Themencluster „Energie“, wo im vergangenen halben Jahr sieben Projekte aktiviert werden konnten. In den Themenclustern „Fachkräfte“ und „Finanzierung“ kamen jeweils drei Projekte hinzu. In den Clustern „Energie“ und „Finanzierung“ befinden sich nun alle geplanten Vorhaben in einem berichtsfähigen Zustand, d.h. dass jedem Projekt Ansprechpersonen der federführenden Institution zugeordnet werden konnten und eine Aussage zum Projektstatus (in Vorbereitung, in Umsetzung oder abgeschlossen) getroffen werden kann. Übersicht: Aktivierungsgrad Projekte3 3 Der MPI ist in die vier Handlungsfelder „Fachkräfte und Innovation“, Digitalisierung“, „Rahmenbedingungen“ und „Marketing“ unterteilt. Die Handlungsfelder sind wiederum in zehn Themencluster gegliedert. Der jeweils obere Balken innerhalb eines Themenclusters zeigt die Anzahl der vorgesehenen Projekte, der untere Balken die Anzahl der derzeit bereits aktivierten Projekte. Die Zahl in Klammern im unteren Balken gibt zudem an, wie viele weitere Projekte im Vergleich zum letzten Monitoring im April aktiviert wurden. Seite 5 | 22 Von den 73 aktivierten Projekten befinden sich der- Aktivierungsgrad der vorgesehenen MPI-Projekte: zeit 54 in Bearbeitung – 26 mehr als im April. Zehn Vorhaben (+3) gelten formal als abgeschlossen – fünf davon im Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“, drei bei „Digitalisierung“ und zwei bei „Fachkräfte und Innovation“. Als formal abgeschlossen gelten im Rahmen dieses Monitorings auch wiederkehrende Veranstaltungsformate, die im kommenden Jahr erneut durchgeführt werden. Neun Projekte sind in Vorbereitung, d.h. dass eine entsprechende Projektplanung vorliegt, aber noch nicht mit der Umsetzung Projektstatus der aktivierten Projekte: begonnen wurde. Das sind zwei weniger als vor einem halben Jahr. Knapp 80% der laufenden Projekte verlaufen planmäßig oder sind weitgehend im Plan. Die Abweichungen werden mit ausstehenden Entscheidungen begründet, die außerhalb des Einflussbereichs der Umsetzenden liegen, so zum Beispiel die verzögerte Gründung der Digitalagentur. Planabweichungen bei aktivierten Projekten: Voll im Plan 2 2 11 Weitgehend im Plan keine Angabe 40 18 Abweichung vom Plan Starke Abweichung vom Plan Stand: 15.10.2019 Seite 6 | 22 2.3 Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“ Mit den Themenclustern „Fachkräfte“ und „Wissens- und Technologietransfer“ Im Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“ gibt Aktivierungsgrad der vorgesehenen MPI-Projekte es 22 berichtsfähige Projekte, von denen 20 auf das im Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“: Themencluster „Fachkräfte“ und zwei auf „Wissensund Technologietransfer“ entfallen. Alle Projekte des Handlungsfeldes sind aktuell in Bearbeitung oder bereits abgeschlossen. 16 laufen voll im Plan, sechs weitere weitgehend im Plan. Bei keinem Projekt dieses Handlungsfelds liegen Abweichungen vor. Im Rahmen des letzten Monitorings im Frühjahr 2019 galten fünf Projekte unter der Federführung der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (SenIAS) formal als abgeschlossen. Durch Fortschreibungen und Verstetigungen wurden drei – nämlich „Qualifizierungsberatung für Unternehmen“, „Sammlung frei lizensierter Bildungsmaterialien / Weiterbildungsdatenbank“4 sowie „EMSA – Erfolg mit Sprache und Abschluss“ – wieder aktiviert. Somit gelten aktuell zwei Projekte als abgeschlossen. Projektstatus der aktivierten Projekte im Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“: Das Projekt zur „Schaffung von Transparenz über den Ausbildungsmarkt“ liegt weitgehend im Plan. Ein konkretes Ergebnis des ersten Treffens der am Projekt beteiligten Akteure - SenIAS, RegionaldirekPlanabweichungen bei aktivierten Projekten tion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arim Handlungsfeld „Fachkräfte und Innovation“: beit, IHK Berlin sowie UVB und DGB - ist eine neue Voll im Plan Darstellungsform der statistischen Daten zu Ausbil2 2 11 dungsbewerberInnen und Ausbildungsstellen in InWeitgehend im Plan dustrieberufen, die dem SKIP am 2.12. vorgestellt wird. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Zahl, keine Angabe der betrieblichen Ausbildungsstellen, die der Bunde40 Abweichung vom Plan sagentur für Arbeit gemeldet wurden, in den vergan18 genen fünf Jahren um rund 700 gestiegen ist, was eiStarke Abweichung vom nem Zuwachs von 35% entspricht. Ziel des Projektes Plan ist es, eine informative und gut strukturierte ÜberStand: 15.10.2019 sicht von Daten und Fakten zusammenzustellen, die es ermöglicht, situative sowie prognostische Einschätzungen abzugeben und auf dieser Basis für Entscheidungsträger Handlungsempfehlungen aufzubereiten. 4 Dies waren ursprünglich separierte Themen, die im Zuge der Projektentwicklung ineinander integriert wurden. Seite 7 | 22 Das Landesprogramm „Berliner Programm vertiefte Berufsorientierung (BVBO 2.0)“ wird in gemeinsamer Verantwortung von SenIAS und der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt und finanziert. Es ist in das Landeskonzept „Berufs- und Studienorientierung (BSO)“ eingeordnet und liegt voll im Plan. Die Module und Angebote erfüllen die veröffentlichten Qualitätskriterien für Berufsorientierungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit und die förderrechtlichen Voraussetzungen des § 48 SGB III. Ebenfalls plangemäß verläuft das Projekt „Queraufstieg Berlin“, in dessen Rahmen zahlreiche Veranstaltungen5 durchgeführt wurden: • • • • • • • • • eine Fachtagung sieben Berufs- und Betriebserkundungen6 neun Workshops und Fachgespräche, z.B. zu Beratungsstandards, Blended Counseling, Selbständigkeit im Handwerk eine Veranstaltung für StudienzweiflerInnen und -aussteigerInnen Beteiligung an 27 Messen, z.B. Studienaussteigermesse, Stuzubi, Jobmesse Berlin Erprobung neuer Formate: „Fuckup Night: Studienabbruch“ eine Veranstaltung für Betriebe das Fachgespräch „Rekrutieren und Binden neuer Zielgruppen“ Gremien- und Netzwerkarbeit, z. B. Netzwerk „Runder Tisch Studienabbruch“ Die AG Career Service (UVB) hat mit allen an der AG beteiligten Berliner Universitäten und Hochschulen Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Gesamtprojekts diskutiert. Im Berichtszeitraum kam es zum Abschluss der Kooperationsvereinbarungen mit der TU Berlin. Hiermit verbunden war eine Podiumsdiskussion zwischen Industrie- und Hochschulvertretern zu den Themen Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Wissenstransfer. Weiterhin wurde erstmals die Fachkräfte- und Karrieremesse jobwunder an der TU Berlin durchgeführt, die 2020 mit der „Langen Nacht der Industrie“ synchronisiert werden soll. Positiv hervorzuheben ist zudem das Projekt „Komm auf Tour“, das zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung für Jugendliche ab der 7./8. Klasse beiträgt und eine Auszeichnung des Bundeswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ erhalten hat. Im Themencluster „Wissens- und Technologietransfer“ gilt das Projekt „Landeskommission Duales Studium“ mit der Einrichtung dieser Kommission formal als abgeschlossen. Die Vorstellung des Abschlussberichtes zu konkreten Empfehlungen für den Ausbau und zur Qualitätssicherung des Dualen Studiums in Berlin ist für den 13. Februar 2020 vorgesehen. Das Projekt zur Weiterentwicklung der „Transfer-Allianz“ ist weitgehend im Plan. Ziel ist die Aktivierung und Weiterentwicklung der bisherigen Transfer-Allianz zu einer noch stärker treibenden Kraft des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Bei der 1. MPI-Umsetzerkonferenz konnten zudem wichtige MINT-Akteure erfolgreich vernetzt werden. Mit der Unterstützung der „junior1stein Akademie“ und der geplanten Förderung für das „MINTgrün-Orientierungsstudium“ leistet der MPI in diesem Aufgabenfeld einen nachhaltigen Beitrag. 5 Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungsinhalten finden Sie unter: https://www.queraufstieg-berlin.de/veranstaltungen 6 Betriebserkundungen sind Veranstaltungen, die als Sonderform des Unterrichts oder als Exkursion den Kontakten zwischen Schule und betrieblicher Realität an einem außerschulischen Lernort dienen. Seite 8 | 22 2.4 Handlungsfeld „Digitalisierung“ Mit den Themenclustern „Smart City“, „Vernetzung Startups und Industrie“ und „Digitale Industrie“ Im Handlungsfeld „Digitalisierung“ liegen die Schwerpunkte auf den Themenclustern „Smart City“ mit drei aktivierten Projekten sowie „Vernetzung Startups und der Industrie“ und „Digitale Industrie“ mit jeweils 7 aktivierten Projekten. Beim aktuellen Monitoring konnten 17 der 27 geplanten Projekte dieses Handlungsfelds erfasst werden – fünf mehr als im April 2019. Aktivierungsgrad der vorgesehenen MPI-Projekte im Handlungsfeld „Digitalisierung“: Zehn der aktivierten Projekte sind derzeit in Bearbeitung, drei bereits abgeschlossen und vier befinden sich in Vorbereitung. Dabei laufen acht Projekte voll und drei weitgehend im Plan. Für zwei Projekte wur- Projektstatus der aktivierten Projekte den keine Angaben zum Umsetzungsstand gemacht. im Handlungsfeld „Digitalisierung“: Abweichungen gibt es bei vier Vorhaben: • • • Bei zwei Projekten im Themencluster „Vernetzung Startups und Industrie“ soll die Digitalagentur die Federführung übernehmen. Der Projektstart verzögert sich bis zur Aufnahme ihrer operativen Geschäftstätigkeit. Im Projekt „de:hub“ (Themencluster „Digitale Industrie“, Federführung: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe i.V.m. Berlin Planabweichungen bei aktivierten Projekten Partner) müssen zunächst noch offene Fragen im Handlungsfeld „Digitalisierung“: zur Rechtsform sowie zur Förderung des Berliner Ablegers der deutschlandweiten Initiative geklärt Voll im Plan 2 werden. Die neue angestrebte Form ist ein VerWeitgehend im Plan ein, der bis zum 1. Quartal 2020 registriert sein 2 soll. Eine geplanter Förderantrag für ein GRWkeine Angabe 8 Kooperationsnetzwerk ist vorerst, aufgrund der 2 Abweichung vom Plan Partnerstruktur, nicht umsetzbar. Die Klärungsphase der Förderfähigkeit hat zudem mehr Zeit Starke Abweichung vom 3 beansprucht als zunächst angenommen. Plan „Dialog: Vernetzung und Beratung I“ (ThemenStand: 15.10.2019 cluster „Digitale Industrie“) stagniert, da es bislang nicht gelungen ist, ein geeignetes Umsetzungsformat zu finden. Ziel dieses Vorhabens ist es, Akteure aus dem Bereich der digitalen Transformation der Industrie zusammenzubringen und mögliche Synergien bei der Angebots- und Veranstaltungsplanung zu identifizieren. Hierin besteht die Chance, Redundanzen und Kannibalisierungen zu vermeiden sowie durch mögliche Kooperation bei Veranstaltungen, insgesamt eine höhere Reichweite zu erzielen. Das weitere Vorgehen soll zwischen Berlin Partner als federführendem Umsetzer, der Senatsverwaltung für Seite 9 | 22 Wirtschaft, Energie und Betriebe und dem Netzwerk Industriepolitik auf dem nächsten Arbeitstreffen im Januar 2020 besprochen werden. Im Themencluster „Smart City“ wurde die „Konzeption eines Data Hubs zur Vernetzung städtischer Datenquellen“ entwickelt; alle Meilensteine wurden planmäßig erreicht. Sobald die noch offenen Finanzierungsfragen geklärt sind, soll das Konzept unter der Federführung von SenWEB (Mitarbeit Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie IT-Dienstleistungszentrum Berlin) umgesetzt werden. Für die Projekte „ITZ 4.0 Schöneweide“ 7 und „Anbindung des Marienparks an den Öffentlichen Nahverkehr“8 wurden im Rahmen des Monitorings formal keine Angaben gemacht. Die weiterführenden politischen Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse laufen. Folgende Sachstände sind bekannt: • • Für das Bauvorhaben „ITZ 4.0 Schönweide“ ist die WISTA Management GmbH darauf angewiesen, dass der Bezirk Treptow-Köpenick ein Flurstück in Oberschöneweide an die WISTA überschreibt, um den Antrag auf GRW-Mittel stellen zu können. Dies ist bislang noch nicht geschehen. Wenn keine Möglichkeit besteht, das Flurstück überschrieben zu bekommen, gibt es Überlegungen, das Zentrum auch an anderer Stelle zu errichten, vorzugsweise im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof. Für den 3D-Druck Hub ist die Fördermittelzusage für die Erstellung eines Geschäftsmodells im September 2019 eingegangen, so dass demnächst weitere Aktivitäten starten können. Es liegt bereits ein erster Entwurf für einen Mietvertrag des Democenters auf dem Marienpark vor. Dieser wird aktuell rechtlich geprüft. Allerdings ist für die erfolgreiche Etablierung des 3D-Druck-Hubs im Marienpark die verkehrliche Anbindung durch den S-Bahnhof Kamenzer Damm entscheidend. Trotz Beschlüssen der betreffenden Bezirksverordnetenversammlung und des grundlegenden Einverständnisses der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) wurde dieser bisher nicht vom Berliner Senat bei der Deutschen Bahn AG bestellt, da zunächst Fragen im Zusammenhang mit weiteren Bahnprojekten im Zusammenhang mit der Anbindung des Südkreuzes an den BER zu klären sind. Voll im Plan ist die Entwicklung eines geeigneten „Kooperationsformats für Start-ups und Industrieunternehmen“ unter der Federführung von Berlin Partner. In einer Umfrage unter ca. 800 Firmen wurde ermittelt, wie Unternehmen mit Startups zusammenarbeiten und welche Formen der Zusammenarbeit bisher gewählt wurden. Hieraus soll ein zielgruppengerechtes Workshop-Format entstehen, für das eine Förderung aus dem MPI-Budget beantragt wurde. Die IHK Berlin, das Leistungszentrum Digitale Vernetzung und die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin wurden als Kooperationspartner gewonnen. Klärungsbedarf besteht bezüglich des Umgangs mit Smart-City-Projekten im Rahmen des MPI: • • 7 8 Die Eröffnung des CityLABs Berlin im Juni 2019 führte nicht zu einer Aktivierung des vorgesehenen MPIProjekts „Interessenausgleich zwischen Datenschutz und Verwendung von Daten für Smart-City-Lösungen“. Die Schwerpunkte des CityLABs sind nach Eröffnung andere als zur Zeit der Masterplan-Erstellung; im Portfolio ergibt sich aktuell kein konkreter Industriebezug. Zu Verzögerungen kommt es auch deshalb, weil eine geplante ressortübergreifende Arbeitsgruppe Smart City noch nicht ihre Arbeit aufgenommen hat. Diese steht aber gemäß MPI u.a. für die Vorhaben „Erstellung von Leitfäden für smarte Vergaben“, Aufbau einer „Vergabedatenbank“ sowie „Kooperation bei Großprojekten“ in der Verantwortung. Ursprünglich plante das Land Berlin mit Bundesmitteln, um https://bit.ly/2rK997t https://bit.ly/2rC4RPk Seite 10 | 22 die entsprechenden Arbeitsstrukturen aufzubauen. Da diese nicht zugesagt wurden, sind zunächst Finanzierungsfragen zu klären. Es ist zu klären, inwiefern Smart-City-Projekte weiterhin Teil des MPI bleiben sollten. Mit dem „Zukunftspakt Verwaltung“ und der Smart-City-Strategie von 2015, gibt es perspektivisch zwei strategische Vorhaben unter dem Dach der kommenden Digitalstrategie, die die Ziele dieses Clusters näher in den Fokus rücken und verwirklichen können. Seite 11 | 22 2.5 Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“ Mit den Themenclustern „Fläche“, „Finanzierung“, „Verwaltung/Infrastruktur“ und „Energie“ In das Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“ fallen die Themencluster „Flächen“ (zehn aktivierte Projekte), „Finanzierung“ (fünf aktivierte Projekte), „Verwaltung und (digitale) Infrastruktur“ (vier aktivierte Projekte) und „Energie“ (sieben aktvierte Projekte. Aktivierungsgrad der vorgesehenen MPI-Projekte im Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“: Beim aktuellen Monitoring konnten 26 der 31 geplanten Projekte dieses Handlungsfelds erfasst werden – zehn mehr als im April 2019. 16 der aktivierten Projekte sind derzeit in Bearbeitung, fünf bereits abgeschlossen und weitere fünf befinden sich in Vorbereitung. Dabei laufen zehn Projekte voll und sieben weitgehend im Plan. Für neun Projekte wurden keine Angaben zum Umsetzungsstand gemacht. Projektstatus der aktivierten Projekte im Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“: In den vergangenen sechs Monaten wurden zahlreiche Meilensteine erreicht. Der Stadtentwicklungsplan (StEP) Wirtschaft 2030“ 9 wurde im April 2019 durch den Senat beschlossen. Am 19. September hat der Rat der Bürgermeister den StEP Wirtschaft 2030 zur Kenntnis genommen und liegt nun dem Berliner Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme vor. VorausPlanabweichungen bei aktivierten Projekten sichtlich im 1. Quartal 2020 wird die Broschüre verfügbar sein. Mit dem Senatsbeschluss zum StEP Wirt- im Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“: schaft 2030 ist das Projekt bei der Senatsverwaltung Voll im Plan 2 für Stadtentwicklung und Wohnen (SenSW) abgeWeitgehend im Plan schlossen. Die Flächensicherung über Bebauungs2 pläne liegt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in keine Angabe 8 der Zuständigkeit der Bezirke. Dies ist eine Dauerauf2 Abweichung vom Plan gabe und kann dementsprechend nicht mit einem zeitlichen Zeithorizont im MPI versehen werden. Starke Abweichung vom 3 Plan Ähnliches gilt für das Projekt „Neue Stadtquartiere“: Es dient der Entwicklung gemischt genutzter neuer Stadtquartiere¸ in dessen Planungen neben Stand:Wohnraum, 15.10.2019 auch die Bedarfe von entsprechenden Arbeitsstätten sowie Anforderungen an die soziale und technische Infrastruktur angemessen berücksichtigt werden. Da hier die Umsetzung der Maßnahme, sprich die Aufstellung von Bebauungsplänen, kein „Projekt“ darstellt, kann hier nicht mit Start- und Endtermin, Meilensteinen o.ä. gearbeitet werden. 9 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtentwicklungsplanung/de/wirtschaft2030/index.shtml Seite 12 | 22 Ebenfalls unter der Federführung der SenSW ist der Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) am 1. Juli 2019 in Kraft getreten und veröffentlicht worden. Das „Gewerbeflächeninformationssystem GeFIS“ befindet sich aktuell in einer internen, verwaltungsübergreifenden Testphase. Es steht daher bereits als verwaltungsinternes Instrument zur Verfügung und weist die Gewerbeflächenpotentiale in Berlin aus. GeFIS erhöht die Transparenz im Gewerbeflächenmarkt und hilft bei der Beurteilung von Vergaben landeseigener Grundstücke sowie als wichtige Entscheidungshilfe bei der Aktivierung und Intensivierung von Flächen. Weitgehend im Plan ist der „Ankauf von Flächen“ unter der Federführung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Verbindung mit den Senatsverwaltungen für Finanzen sowie Stadtentwicklung und Wohnen. Eine Ankaufstrategie liegt vor. Die Bearbeitung zur Ausübung von vertraglich gesicherten Vorkaufsrechten durch das Land Berlin bei gewerblich genutzten Grundstücken ist mittlerweile bei SenWEB etabliert. Die angemeldeten Ankäufe bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sind bislang nicht umgesetzt, da größtenteils kein Ankaufspreis seitens der BImA genannt worden ist. Die WISTA stellt sich aktuell für die anstehenden Zielsetzungen auf (personell, gesellschaftsrechtlich, rechtlich), landeseigene Industrie- und Gewerbeflächen nachhaltig zu entwickeln und zu vermarkten. Bezüglich der Gewerbeflächenentwicklung und des Baus neuer landeseigener Gewerbehöfe wurden rechtliche Expertisen eingeholt, vor allem betreffend des Beihilferechts bei Flächenzugriff und Bauzuschüssen. Erste geeignete Grundstücke für die Errichtung landeseigener Gewerbehöfe wurden identifiziert und werden aktuell planungsrechtlich eingeschätzt. Das Ziel ist hier ein Bauantrag Anfang 2020. Besonderheiten im Themencluster „Energie“ Alle vorgesehenen sieben Projekte im Themencluster „Energie“ konnten seit April aktiviert werden. Diese werden regelmäßig im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK) umgesetzt. Eine Ausnahme bildet Der „Smart Business District“ (siehe „Leuchtturmprojekte“), der im Rahmen des MPI (Handlungsfeld „Digitalisierung“) und des BEK umgesetzt wird. In diesem Themencluster bzw. im Rahmen einer Förderung durch das BEK ergeben sich für einige bisher beschlossene Umsetzungsvorschläge vor allem beihilferechtliche Herausforderungen, die den Gesamtprozess verlangsamen. Das Vorhaben „Virtuelle Kraftwerke“ befindet sich aktuell in Vorbereitung und wird durch das Projekt WindNODE adressiert. Dieses ist mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und unter Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters durch Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie und der Wirtschaftsförderung Brandenburg initiiert worden und stellt eines von fünf bundesgeförderten regionalen Schaufenstern zur Intelligenten Energie dar. Zur „Förderung von Stromspeichern“ werden nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den Investitionen in stationäre, netzdienliche Stromspeichersysteme gewährt. Grundlage hierfür ist die „Förderrichtlinie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin für Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 – Stromspeicher Berlin“. Ziel der Förderung ist es, zum Schutz des Klimas und zur Erreichung der gesetzlichen Klimaschutzziele des Landes Berlin, den Ausbau der Photovoltaik (PV) in Berlin zu unterstützen, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auch in sonnen- und windarmen Zeiten und damit insgesamt zu erhöhen, die Möglichkeiten zur Eigenversorgung mit selbst erzeugtem PV-Strom zu stärken sowie die Strom-Verteilnetze zu entlasten. Das Förderprogramm wird von der IBB Business Team GmbH umgesetzt. Es stehen über die Laufzeit von Oktober 2019 bis Dezember 2021 drei Millionen Euro für Förderungen zur Verfügung. Seite 13 | 22 2.6 Handlungsfeld „Marketing“ Mit dem Themencluster „Marketing“ Beim aktuellen Monitoring konnten acht der 14 geAktivierungsgrad der vorgesehenen MPI-Projekte planten Projekte des Handlungsfelds „Marketing“ er- im Handlungsfeld „Marketing“: fasst werden – eines mehr als im April 2019. Alle acht aktivierten Projekte sind derzeit in Bearbeitung. Dabei laufen sechs Projekte voll und zwei weitgehend im Plan. Bei einigen Maßnahmen handelt es sich um öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Alle konnten planmäßig durchgeführt werden. Projekte wie der „Berlin Urban Tech Summit“, im Zuge dessen Industriethemen in Panels und Workshops diskutiert werden, gelten formal als abgeschlossen, werden aber Projektstatus der aktivierten Projekte jedes Jahr neu aufgesetzt. Ähnliches gilt für die wie- im Handlungsfeld „Marketing“: derkehrenden Formate „Lange Nacht der Industrie“ und „Deep Tech Award“, die jährlich stattfinden. Im Projekt „Employer Branding“ gab es leichte Verzögerungen im Projektverlauf, da der Dienstleister zum Betrieb des Portals www.talent-berlin.de turnusmäßig neu auszuschreiben war. Mittlerweile wurde der Zuschlag erteilt. Hinzu kommt, dass die Überarbeitung bzw. Synchronisierung der Websites der Welcome App10 und der Industriekampagne11 wieder angeschoben werden konnte. Leichte Verzögerungen gibt es auch beim Projekt „Talent Attraction Management“ unter der Federführung von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie. Im Rahmen einer Ausschreibung wurde ein Human-Ressource-Dienstleister zur Durchführung einer entsprechenden Kampagne gesucht. Da kein zuschlagsfähiges Angebot einging, konnte die Maßnahme nicht wie geplant durchgeführt werden. Derzeit befindet sich eine neue Ausschreibung in Vorbereitung, mit dem Ziel, die Kampagne im Frühjahr 2020 zu starten. Planabweichungen bei aktivierten Projekten im Handlungsfeld „Marketing“: Stand: 15.10.2019 Voll im Plan ist die fortlaufende Maßnahme der IHK, die ihre Gremienarbeit dafür nutzt, MPI-spezifische Themen zu diskutieren. Bislang wurden folgende MPI-Themen in den Gremien thematisiert und die 10 11 https://app.welcome.berlin/ https://www.be.berlin/projekte/industriekampagne/ Seite 14 | 22 Anmerkungen sowie Erwartungen der Wirtschaft teilweise in verschiedenen Workshop-Formaten mit Vertretern aus Politik und Verwaltung erörtert: • • • • Wissens- und Technologietransfer / Stärkung der Transferstrukturen Wirtschaftsschutz in der Industrie / Cyber Security Innovationsförderung / Evaluation der Förderinstrumente (u.a. ProFIT, ProFIT-Frühphasenfinanzierung, Innovationsassistentenförderung, VC Fonds Technologie, Transfer BONUS) Digitale Infrastruktur Nach Aussage des federführenden Akteurs sind weitere Austauschformate – insbesondere zu den Themen Wirtschaftsverkehr, Flächen und zu Innovationsräumen – geplant. Das Handlungsfeld „Marketing“ wird als Querschnittsaufgabe im Arbeitstreffen mit dem Netzwerk Industriepolitik im Januar 2020 thematisiert. Ziel ist die gemeinsame Koordination von geplanten Aktivitäten sowie deren Priorisierung. Seite 15 | 22 3. Leuchtturmprojekte 3.1 Junior1stein Akademie Die Idee der Junior1stein Akademie ist es, mehr Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern sowie den natürlichen Entdeckerdrang und die kindliche Neugierde von Mädchen und Jungen zu fördern. Das Programm setzt bei Angeboten in der Kita an, umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität für Schülerinnen und Schülern und reicht bis zur Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen. Das Konzept der Junior1stein Akademie, die unter dem Dach des Masterplans Industriestadt Berlin auf die nachhaltige Ausbildung naturwissenschaftlich qualifizierter Fachkräfte abzielt, wurde von einem Team engagierter Lehrkräfte des OSZ Lise-Meitner in Berlin-Neukölln entwickelt und wird federführend von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) betreut. Um ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit zu überprüfen, werden die Maßnahmen zunächst im direkten Umfeld der Lise-Meitner-Schule ausprobiert. Nach anschließender Evaluation und eventuellen Anpassungen kann die schrittweise Übertragung auf weitere Stadtteile erfolgen, so dass die Junior1stein Akademie perspektivisch jedes Kind in Berlin erreicht. Das Team der junior1stein Akademie ist bereits mit dem OSZ Lise-Meitner, Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen wie bspw. der TU Berlin vernetzt. Dadurch sind gute Rahmenbedingungen für die operative Umsetzung des Projektes gelegt. Langfristig ist zusätzlich der Bau eines Kinder-Forschungszentrums geplant, in dem viel experimentiert und entdeckt werden kann. Fotos: Facebook Lise-Meitner-Schule Berlin Seite 16 | 22 3.2 MINTgrün-Orientierungsstudium Mehr junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium in Bereichen wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik zu begeistern, ist das Ziel des MINTgrün-Orientierungsstudiums. Das große Spektrum an Studiengängen überfordert Viele. Wer aber „irgendwas mit Technik oder Naturwissenschaften“ studieren möchte, hat im MINTgrün-Orientierungsstudium die Möglichkeit, genau herauszufinden, welcher Studiengang besonders gut passt oder ob eine Ausbildung die bessere Wahl wäre. In zwei Semestern, also einem Jahr, können die Teilnehmenden an der Technischen Universität Berlin (TU) die unterschiedlichen Fachbereiche kennenlernen und in den speziellen MINTgrün-Laboren experimentieren. Die erbrachten Leistungen können auf ein möglicherweise anschließendes naturwissenschaftliches Studium angerechnet werden. Zudem haben die Teilnehmenden wichtige interdisziplinäre Erfahrungen gesammelt, die hilfreich für die Arbeit in zukünftigen Forschungsprojekten sein können oder die Bewältigung auftretender Herausforderungen während der Ausbildung leichter meistern lassen. Ein weiterer Vorteil des Orientierungsstudiums ist, dass durch die gut überlegte Studienwahl die Zahl der Studienabbrecher reduziert werden kann. Im Rahmen des MPI sind Informationsveranstaltungen geplant, um noch mehr Schülerinnen und Schüler auf das Angebot aufmerksam zu machen. 3.3 Smart Business District Im Rahmen des MPI haben sich die Partner des InfraLabs – bestehend aus Berliner Stadtreinigung (BSR), Berliner Wasserbetrieben (BWB) und Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) – als lokaler Verbund zusammengeschlossen, um ein bestehendes Industrie- und Gewerbegebiet im Südwesten Berlins als Innovationsraum zu entwickeln und für die Anwendung von Zukunftstechnologien zu qualifizieren. An diesem Gewerbestandort entsteht ein Pilotprojekt für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit Bild: InfraLab in urbanen Ballungsgebieten, das über Sektorengrenzen hinweg die industrielle Vielfalt stärkt und neuartige Synergien beim Flächenbedarf schafft. Mithilfe innovativer Technologien und einem integrierten Planungsansatz, d.h. durch die Entwicklung eines zukunftsfähigen Verkehrs-, Energie- und Regenwasserbewirtschaftungskonzepts, soll in Berlin-Steglitz ein beispielhafter Beitrag zur effizienten, klimafreundlichen und multifunktionalen Flächennutzung entstehen. Zusätzlich wird ein intelligentes Abrechnungsmodell entwickelt. Seite 17 | 22 Es werden neue Wege der Standortkooperation von Großunternehmen eingeschlagen und erprobt, um sie unter Realbedingungen zu testen und im Alltag anzuwenden. Um die Übertragbarkeit und überregionale Strahlkraft dieses Pilotstandorts sicherzustellen, verpflichten sich die Projektbeteiligten, das Vorhaben stetig zu evaluieren und die Ergebnisse öffentlich bereitzustellen. Der Smart Business District leistet zudem aktiv ein Beitrag zum Klimaschutz. Das Projekt wird gemeinsam aus Mitteln des Masterplan Industriestadt Berlin und Berliner Klimaschutzkonzept gefördert. 3.4 Talentplattform der Berliner Zukunftsorte Eine innovative Talentplattform soll Arbeitssuchende und Unternehmen digital zusammenbringen sowie den Weiterbildungsbedarf der Fachkräfte ermitteln, um entsprechende Angebote zu schaffen. Dieses ambitionierte Ziel verfolgt die Geschäftsstelle der Berliner Zukunftsorte. Die Plattform soll nicht als gewöhnlicher Online-Stellenmarkt gestaltet sein. Der innovative Charakter zeigt sich durch Analyse des vorhandenen und fehlenden Wissens der Fachkräfte und des Bedarfs der Unternehmen. Zukünftige Fortbildungsangebote sollen somit zielgerichteter entwickelt werden. Die Idee ist, den tatsächlichen Bedarf der Wirtschaft zu verdeutlichen, Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und Industriestandorten zu stärken und langfristig Innovationskraft zu fördern. Ein anwendungsorientiertes Konzept, unter Einbeziehung der Bedarfsanalyse der Zukunftsorte, wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer Talentplattform erstellt. Das MPI-Budget sichert die Finanzierung der Studie. Das Projekt zeigt den interdisziplinären Charakter des Masterplans Industriestadt Berlin, indem aus dem ursprünglichen Flächenthema „Berliner Zukunftsorte stärken“, nun ein Bogen zu den Themenclustern „Fachkräfte“ sowie „Wissens- und Technologietransfer“ geschlagen wird. Seite 18 | 22 4. Förderung durch das MPI-Budget Ein Novum in der aktuellen Fortschreibung des Masterplans Industriestadt Berlin ist die Hinterlegung eines Budgets, das zur finanziellen Unterstützung von Projekten innerhalb der definierten Maßnahmen für eine Anschub-, Folge- oder Kofinanzierung ganz unterschiedlicher Vorhaben zur Verfügung steht. Auf Grundlage der Erfahrungen im ersten und zweiten Förderzeitraum haben sich Implikationen für die Entwicklung eines bedarfsgerechten und ergebnisorientierten Workflows ergeben, der sich aktuell in der abschließenden Abstimmung befindet. Für die Bearbeitung der Förderanträge wurde im Spätsommer 2019 eine neue Stelle im Fachbereich der SenWEB geschaffen. Aufgrund der Laufzeiten für die Beantragung von Fördergeldern für die jeweiligen Haushaltsjahre, werden die gewählten Stichtage gegenwärtig ebenfalls einer internen Prüfung unterzogen und gegebenenfalls verschoben. Hierzu wird zeitnah ein neuer Sachstand kommuniziert. Für die Vergabe der finanziellen Mittel wird es aufgrund der Vielfalt der Projekte weiterhin keine einheitliche Förderrichtlinie geben. Übersicht 1. Förderaufruf per 1. März 2019 (Förderung bewilligt) Themencluster Projekt Federführende Institution Verwendungszweck HANDLUNGSFELD 1: Fachkräfte und Innovation Fachkräfte Junior1stein Senatsverwaltung für Bildung, Ausformung eines Landeskonzepts Jugend und Familie zur Steigerung der Qualität der MINT-Bildung in allen Regeleinrichtungen und Aufbau eines qualifizierten Bildungsmanagements HANDLUNGSFELD 2: Digitalisierung Smart City Smart Business Di- Senatsverwaltung für Wirtstrict schaft, Energie und Betriebe und Berlin Partner Evaluation der rechtlichen Grundlagen zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit an einem innovativen und vernetzten Gewerbestandort Digitale Industrie IAM Hub 3D-Druck Mobility goes additive e.V. Geschäftsmodellentwicklung am Campus Marienpark und Potentialstudie „3D-Druck in der Medizintechnik/ im Gesundheitswesen“ HANDLUNGSFELD 3: Rahmenbedingungen Flächen Berliner Zukunftsorte stärken Geschäftsstelle Zukunftsorte Machbarkeitsstudie für die Entwicklung einer zukunftsweisenden Plattform für Arbeitssuchende und Unternehmen Seite 19 | 22 Im zweiten Förderzeitraum wurden fünf Projektskizzen eingereicht. Diese sind im Folgenden näher aufgeführt: Übersicht 2. Förderaufruf per 1. September 2019 (Förderentscheidungen noch ausstehend) Themencluster Projekt Federführende Institution Verwendungszweck HANDLUNGSFELD 1: Fachkräfte und Innovation Fachkräfte Broschüre „Studie- RBm. WissForsch i. V. m. Seren ohne Abitur“ nIAS Erstellung der Informationsbroschüre „Studieren ohne Abitur“ plus begleitende, öffentlichkeitswirksame Kampagne MINT-Orientierungsstudium Öffentlichkeitsarbeit zur Profilierung des Orientierungsstudiums Hochschulen / TU Berlin für MINT-Orientierungsstudium HANDLUNGSFELD 2: Digitalisierung Vernetzung Startups und Industrie Beratungs- & Vernetzungsangebot Berlin Partner, IHK, Leistungs- Entwicklung eines Beratungs- und zentrum Digitale Vernetzung Netzwerkservices im Rahmen der nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Startups und Industrieunternehmen Digitale Industrie Digital + Berlin Partner, Hochschule für Hilfestellung und Studie zu Bedarfen Technik und Wirtschaft Berlin von KMU hinsichtlich Digitalisierung HANDLUNGSFELD 3: Rahmenbedingungen Finanzierung Kooperationsformate, Know-howTransfer Berlin Partner, IBB, SenWEB Beratungsformat zu Finanzierungsfragen für Multiplikatoren im Gründungsbereich Seite 20 | 22 5. Ausblick In den vergangenen acht Monaten nahm der MPI erheblich Fahrt auf. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die abgeschlossenen Vorhaben, von deren Ergebnissen alle Akteure profitieren können, seien es initiierte Veranstaltungsformate, Datenbanken oder Beratungsangebote. Um die Ergebnisse möglichst breit zu kommunizieren, werden hierfür die Kanäle der jeweiligen MPI-Umsetzungsakteure, der Geschäftsstelle und die mehrmals im Jahr stattfindenden Umsetzerkonferenzen aktiv genutzt. Nachdem seit April dieses Jahres 18 neue Projekte aktiviert werden konnten, steht nun die inhaltliche Schärfung der im MPI formulierten Maßnahmen im Mittelpunkt: Grundsätzlich werden alle Projekte aktuell einer genauen Prüfung unterzogen, die eine Konsolidierung zur Folge haben kann. Auf Grundlage der beiden bisherigen Monitorings sowie der täglichen Arbeit mit den MPI-Umsetzenden erarbeitet die Geschäftsstelle hierzu einen Vorschlag mit dem Ziel, • • • ineffektive Vorhaben zu identifizieren, um diese ggf. zu modifizieren oder einzustellen, ähnliche oder sich ergänzende Projekte zu bündeln, um Synergiepotenziale optimal zu nutzen und neue Projektideen zu integrieren, die erfolgversprechend auf die MPI-Ziele einzahlen. Anspruch ist es, den MPI-Prozess agil und bezüglich der aktuellen sowie künftigen Erfordernisse flexibel zu gestalten. Im Januar 2020 wird es ein Arbeitstreffen mit dem Netzwerk Industriepolitik geben, um die Impulse aus dem SKIP vom Dezember 2019 in den weiteren Prozess aufzunehmen. Themen sind zudem die Jahresplanung und Schwerpunktsetzung für den MPI in 2020 inkl. der Fokussierung auf das Handlungsfeld „Marketing“. Darüber hinaus widmet sich die Geschäftsstelle in den kommenden Monaten den Hemmnissen und Hürden, die von den Akteuren auf den vergangenen beiden Umsetzerkonferenzen formuliert wurden, um – wo realisierbar – Lösungen herbeizuführen: • • • • Unterschiede in der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten Mangel an Transparenz, wer im jeweiligen Prozess beteiligt ist Unklarheiten bzgl. Rollen, Erwartungshaltungen, Aufgabenverteilungen und Regeln für die jeweilige projektinterne Kommunikation Hoher, im Tagesgeschäft kaum leistbarer Aufwand für den Abruf öffentlicher Gelder Trotz und wegen der geschilderten Herausforderungen steht das gemeinschaftliche Engagement aller am MPI-Prozess Mitwirkenden weiterhin im Vordergrund. Neben der kontinuierlichen und zielgerichteten Vernetzung in den Handlungsfeldern und darüber hinaus zwischen allen Akteuren, sind dabei vor allem eine positive Grundstimmung, transparente Kommunikationsstrukturen und Ergebnisorientierung erfolgsentscheidende Faktoren, um die Hauptstadtregion nachhaltig für die Industrie von morgen zu stärken. Seite 21 | 22 Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Martin-Luther-Str. 105 10825 Berlin Seite 22 | 22
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