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6. Kapitel. Die Wiederbelebung der Bautätigkeit auf privatwirtschaftlicher Grundlage

Full text: Wohnungsversorgung und Bauordnung / Haberland, Georg (Public Domain)

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Es gibt sicherlich noch andere Möglichkeiten, wie man zwedck— 
entsprechendere Wohnungen in noch anderen Bauformen er—⸗ 
richten kann und hierin müßte eben die Freiheit gegeben werden, 
sich den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. 
Man muß ohne weiteres anerkennen, daß der derzeitige Leiter 
des Städtebauamts bestrebt ist, alle Vorbedingungen zu schaffen, die 
zur Entfaltung einer regen Bautätigkeit führen können, und es 
würde nicht den geringsten Bedenken unterliegen, ihm die Möglich— 
keit zu geben, Vorschlägen, wie den vorstehenden, im Rahmen der 
Bauordnung zuzustimmen. Diese Möglichkeit wäre ohne weiteres 
vorhanden, wenn man in dem angeführten 87, Ziffer 17 der Bau— 
ordnung den Zusatz, der die gleiche Ausnutzung zur Voraussetzung 
der Maßnahmen hat, einfach streicht. Nun können Personen natür— 
lich wechseln und aus diesem Grunde wäre es erwünscht, durch 
Polizeiverordnung die Möglichkeit solcher Ausführungen zu ge— 
währleisten. Eine geeignete Fassung für dieselben zu finden wird 
keinerlei Schwierigkeiten begegnen. 
Ein Mangel in der Bauordnung ist die Behandlung der 
Portierwohnungen. Hier muß man Mittel und Wege suchen, die 
Mieter durch die Kosten des Portiers nicht allzu schwer zu be— 
laften. Diese Belastung tritt aber ein, wenn man die Wohnung des 
Portiers von den Parterreräumen abnehmen muß. Es würde 
keinem Bedenken unterliegen, die Portierwohnung in ein Sockel— 
geschoß zu legen, wenn der Fußboden dieses Sockelgeschosses nicht 
mehr als 30 50 em unter der Erde liegt. Dies hat auch für den 
Portier einen Vorteil. Im Parterre erhält er natürlich nur 
Räume von der geringsten Ausdehnung, während man ihm im 
Sockelgeschoß eine geräumige Wohnung einräumen kann. 
Ein sehr zweischneidiges Schwert sind die Nebenanlagen 87 
Ziffer 13 der Bauordnung. Aus den entwickelten Gründen wäre 
es am zweckmäßigsten, diese Nebenanlagen überhaupt zu verbieten 
und sie nur in Ausnahmefällen zu gestatten. Den Bewohnern der 
neu entstehenden Blocks würde man damit sicherlich den besten 
Dienst erweisen. 
Alle Paragraphen und Verordnungen, auch die vor—⸗ 
geschlagenen Aenderungen haben keinen Wert, wenn man sie nicht
	        
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