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Full text: Siedeln und Bauen rings um Berlin / Hoffmann, Franz (Public Domain)

IT. 
Weitere Siedlungsmöglichkeiten 
Es ist noch immer den meisten Grundstückssuchenden nicht 
bekannt, daß Reich und Staat eine indirekte Fürsorge durch 
Geländebeschaffung betreiben und daß demnach nicht nur aus 
Privatbesitz, sondern auch direkt von den Gemeinden weit mehr 
Land zu wirklich niedrigen Preisen erworben werden kann. 
Ein Wohnheimstättengesetz, das nach einer Reichstagsentschlie- 
Bung vom 5. Mai 1926 vom ständigen Beirat für Heimstätten- 
wesen im Reichsarbeitsministerium der Öffentlichkeit vorgelegt 
worden ist, enthält für alle Gemeinden die Verpflichtung, inso- 
weit Bodenvorratswirtschaft zu treiben, als die Landbeschaffung 
für Wohnheimstätten und für Kleingärtner und für sonstige 
Zwecke der Wohnungswirtschaft aller Art es erfordern. Wo der 
Bedarf anfängt und wo er aufhört, wird durch besondere behörd- 
liche Richtlinien festgestellt. 
Die Gemeinden haben die Geländebenutzung, insbesondere die 
Besiedelung ihres Gebietes, zweckentsprechend zu regeln und 
den für die Zwecke der Wohnungswirtschaft benötigten Grund 
und Boden nach Maßgabe des Gesetzes zu beschaffen. 
Geländefürsorge ist ebenso in den Reichsrichtlinien für das 
Wohnungswesen berücksichtigt. Es ist auch den Gemeinden 
durch das Reichskleingartengesetz die Verpflichtung auferlegt, in 
ihren Bebauungsplänen und bei deren Erweiterung so viel 
zeeignetes Gelände für die Festlegung als Dauer-Kleingarten- 
land vorzusehen, als erforderlich ist, um den Bedarf an Land 
zu diesem Zweck zu decken. 
Den Berliner Kleingärtnern wurde demzufolge im Jahre 1927 
vom Magistrat 1450 Hektar für Dauerkolonien und 80 Hektar 
für Heimstätten-Gartengebiete auf städtischem Gelände in Aus- 
sicht gestellt. Außerdem sollten 519 Hektar auf Gelände des 
preußischen Fiskus und 35 Hektar Privatbesitz den Klein- 
zärtnern als Dauersiedlungsland eingeräumt werden. Jetzt 
sollen zunächst 80 Hektar städtischen Geländes am Wedding, an 
den Rehbergen, in Charlottenburg, Treptow und Weißensee als 
„Reichsheimstätten‘“ verkündet werden.
	        
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