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III. Kind und Natur

Full text: Das Berliner Kind und seine Lebenswelt (Public Domain)

wiegt aber das Gießen; die anderen Arbeiten treten dagegen stark 
zurück. 
Nun wenden wir uns zu Frage 2, zu den Beziehungen des 
Berliner Kindes zum Tier. 503 Kinder (44,49) geben an, daß sie 
zu Haus ein Lieblingstier haben. Die Zahl ist etwas kleiner als 
die der Blumenpfleger. Aber nicht alle pflegen die Tiere selbst 
sondern nur 312, was immerhin 62,12 sind. Für die Tierhalter 
ergeben sich folgende Prozentzahlen: 27,6, 44,1, 39,4, 48,7, 51,6, 
49,5, 57,6 in den Schuljahren, während die entsprechenden Zahlen 
für die Tierpfleger 13,5, 18,4, 242, 25,6, 32,6, 37,2, 41,9 sind. Diese 
dauernd steigenden Zahlen erweisen, daß mit zunehmendem Alter 
die Freude an der Tierhaltung zunimmt, und daß wohl sehr oft 
das Kind der treibende Faktor für die Tierhaltung gewesen ist. 
So äußerlich die Feststellungen zunächst auch zu sein scheinen, 
so steckt doch in der Tatsache des Tierhaltens und Tierpflegens 
ein Rest von dem Naturgefühl, von dem Verbundensein mit der 
Natur. Dabei gibt es auch Gelegenheit zur Beobachtung vieler 
Lebenserscheinungen, und der gegenseitige Austausch von Erfah— 
rungen ist eine Gelegenheit zu geistiger Anregung. 
Auch hier ist die Beteiligung von Knaben und Mädchen er— 
forscht worden. Die Anterschiede sind nicht groß. Tierhalter: 
K. 45,12, M. 43,695. Tierpfleger: K. 29, 16, M. 25,15. Die 
Zahlen der Knaben liegen etwas höher. Der Knabe hat eine 
größere Vorliebe für das Tier, das Mädchen für die Pflanze. 
Solche Uebereinftimmungen der Erhebung, die doch an recht viel 
Zufälle gebunden ist, mit der Erfahrung beweist wieder, wie zu⸗ 
verlässig die Angaben der Kinder gewesen sind. 
Die Frage 2) versucht die Art der gehaltenen Tiere zu er— 
forschen. Es wurden 555 Tiere genannt, darunter waren 209 
Säugetiere (37,826). Am größten ist die Zahl der Katzen, 96 
(17,49 der gehaltenen Tiere), oder rund 80 der befragten Kinder 
halten eine Katze. An zweiter Stelle stehen die Hunde, 90 (16,2). 
Hierbei ist bemerkenswert, daß fast immer die Allgemeinbezeich⸗ 
nung Hund angewendet worden ist. Die Rasse spielt keine Rolle 
Einmal wird ein Rehpinscher erwähnt und einmal ein Jagdhund. 
Aus der Angabe „kleiner Hund“ geht wohl hervor, daß der Junge 
den Hund geschenkt bekommen hat und ihn pflegt, solange es eben 
geht. Bei den Angaben „Dolly-Hündin“ und „Lux-Hund“ weisen 
die Namen auf das innige Verhältnis zum Kinde hin. Daneben 
werden genannt: Kaninchen, Pferd, Meerschweinchen. Mäuse, 
Iltis, Frettchen, Eichhörnchen. 
Die Zahl der Vögel ist etwas größer, 296 63,278). Hier 
unterscheiden die Kinder mehr Am häufigsten wird der Kanarien-⸗ 
vogel genannt, 162 mal, das sind 54,836 der gesamten Vögel. Sonst 
werden erwähnt: Zeisig, Stieglitz, Fink, Taube,. Papagei, Hänf⸗ 
ling, Spatz, Rotkehlchen, Huhn, Käuzchen, Nachtigall. Verhält— 
nismäßig groß ist auch hier die Zahl der Kinder, die nicht im— 
stande sind eine genaue Angabe zu machen, 86 oder 29,.096 
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