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Zweiter Teil. Die Entwicklung der Elektrotechnik im Spiegel der Vereinssitzungen

Full text: 50 Jahre Elektrotechnischer Verein / Görges, Hans (Public Domain)

nischen Lösungswegen gibt, die sich nach allgemeinen Gesichtspunkten aufzählen 
lassen und insofern als einander äquivalent zu gelten haben. 
Ein Sondergebiet sind ferner die „Automatischen Privat-Fernsprechanlagen“, 
über die Hoffmann vortrug, ETZ 1927, S. 372 (Text nicht veröffentlicht); 
er ging besonders auf das Anrufsucher-System der Mix & Genest A.G. ein. 
Einen zusammenfassenden Vortrag über die neuere Entwicklung des Selbst- 
anschlußwesens hielt schließlich Kruckow, ETZ 1927, S. 411 „Die Entwick- 
lung des Selbstanschlußbetriebes in den Vereinigten Staaten und bei uns‘ (Text 
nicht veröffentlicht). Während man vor dem Kriege zur Übertragung der 
Wählerimpulse die Teilnehmerleitung als Einfachleitung schaltete (Erdsystem), 
ist man 1914 zum Schleifensystem übergegangen, bei dem die Wählimpulse 
genau wie die Sprechströme die Teilnehmerleitung als Doppelleitung benutzen. 
Man hat ferner dem Bau kleiner Landzentralen besondere Aufmerksamkeit ge- 
widmet. Eine Sonderentwicklung stellen die Schnellverkehrsnetze dar, die inner- 
halb bestimmter, nicht zu ausgedehnter Bezirke dem Teilnehmer einen Fern- 
verkehr gestatten, ohne daß es erst des sonst üblichen Anmelde- und Warte- 
verfahrens bedarf. Daneben hat man das System konstruktiv so verbessert, daß 
ın den Ämtern gegen früher erheblich an Raum gespart werden kann. Die 
Reichspost hat sich jetzt entschlossen, alle deutschen Ortsnetze auf Selbstanschluß- 
betrieb umzustellen. Besonders schwierige Aufgaben erwachsen dabei in den 
zanz großen Netzen, vor allem in Berlin. 
Die riesige Ausdehnung, die die Selbstanschlußtechnik damit gewonnen hat, 
zusammen mit der Tatsache, daß sie auch für den Fachmann, soweit er nicht 
Spezialist ist, ein schwer zugängliches Gebiet darstellt, veranlaßte den Verein 
Ende des Jahres 1928, zusammen mit dem Außeninstitut der Technischen 
Hochschule eine Vortragsreihe über das ganze Gebiet zu veranstalten (ETZ 
(928, S. 1556). 
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Rundfunks hat die theoretische 
und technische Akustik in neuerer Zeit einen gewaltigen Aufschwung genommen. 
Hierüber ist der Verein durch zahlreiche Vorträge unterrichtet worden, die wir 
hier im Zusammenhang besprechen wollen, obwohl es sich zum Teil mehr um 
Fragen aus dem Gebiete des Funkwesens handelt. 
Eine technische Mitteilung über die „Messung von Schalldruck-Amplituden“ 
wurde in der Sitzung vom 22. Februar 1924 von Gerlach vorgetragen, ETZ 
1942; S. 124, vgl. auch Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Siemens- 
Konzern Bd. 3, Heft ı, S. 139. Die Druckamplitude der auf ein Bändchen 
auftreffenden Schallwelle wird hier dadurch kompensiert, daß das Bänd- 
chen sich in einem Magnetfeld bewegt und von einem Strom gleicher Fre- 
quenz, dessen Phase und Amplitude geeignet eingestellt wird, erregt wird. 
Die Schallmessung mittels Kompensation ist seitdem oft verwandt worden, 
meist allerdings nach einem elektrostatischen Verfahren. Die magnetische Aus- 
führungsform ist offenbar gelegentlich der Entwicklung des Band-Lautsprechers 
„40
	        
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