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Zweiter Teil. Die Entwicklung der Elektrotechnik im Spiegel der Vereinssitzungen

Full text: 50 Jahre Elektrotechnischer Verein / Görges, Hans (Public Domain)

Kriege verursacht worden waren, beseitigen könne. Diese Frage behandelte zu- 
erst Baumann, ETZ 1921, S. 1180 „Offene Fragen bei der Herstellung von 
Hausinstallationen‘. Besondere Beachtung wurde dabei den landwirtschaft- 
lichen Anlagen gewidmet. Krohne trug ETZ 1921, S. 604 „Über landwirt- 
schaftliche Starkstrominstallationen, ihre Akquisition, Ausführung und Instand- 
haltung“ vor und betonte dabei auch die Notwendigkeit, den Landwirt über die 
Folgen unsachgemäßer Ausführung aufzuklären. Ganz besonders befaßt sich 
mit dieser Frage der Oberingenieur der Brandenburgischen Feuersocietät 
Schneidermann,ETZ 1923, S. 353, „Der Einfluß mangelhafter Installa- 
tionen von Starkstromanlagen auf die Feuersgefahr besonders in der Landwirt- 
schaft“. Unumwunden geißelt er die mangelhaften Installationen, die nach dem 
Kriege mehr als bisher zu Schadenfeuern geführt hätten. Die Verlegung der 
Leitungen in Ställen, auf Stroh, Heu- und Häckselböden müsse mit besonderer 
Sorgfalt ausgeführt werden. Die Durchführungen durch Wände und Decken in 
5Ställen wären besonders häufig die Ursache von Brandschäden gewesen. Leitun- 
gen für Ställe seien so weit wie möglich außen zu führen, auf Heu- und Stroh- 
böden solle die Beleuchtung ganz weggelassen werden. Die Anbringung von 
Steckdosen müsse in Scheunen verboten werden. Die Verlegung von Leitungen 
in Räumen mit leicht entzündlichem Inhalt, ohne daß darin Lampen oder Moto- 
ren angeschlossen wären, sei zu verbieten, ebenso wie die Einführung von Lei- 
tungen durch Dachständer. Auf Stroh-, Heu- und Häckselböden müßten die 
Motoren in feuersicheren, möglichst abgedichteten besonderen Räumen aufgestellt 
werden, ähnlich sollten Motoren und Zubehör außerhalb der Scheunen in beson- 
deren feuersicheren Räumen aufgestellt werden. Diese Punkte seien in den neuen 
Vorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker größtenteils schon be- 
rücksichtigt. Dem Pfuschertum und der eigenmächtigen Herstellung oder Er- 
weiterung von Anlagen durch die Besitzer müsse Einhalt getan werden. Es 
schloß sich eine ausgedehnte Aussprache an, in der unter anderem gefordert 
wurde, daß offene Motoren nicht nachträglich in geschlossene Kisten gesetzt wer- 
den dürften. Bei der raschen Zunahme der Anlagen wäre Mangel an geschulten 
Monteuren vorhanden. Von Strafen solle man absehen, die Landwirte wären 
für Unterweisung allezeit dankbar und würden auf gewissenhafte Montage ach- 
ten, wenn ihnen die Gefahren schlechter Ausführungen bekannt wären. Die 
Aussprache hatte die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Folge, die aus den 
Feuerversicherungsgesellschaften, den Elektrizitätswerken und den landwirt- 
schaftlichen Verbänden zusammengesetzt ist. Diese machte es sich zur Aufgabe, 
Revisionen der landwirtschaftlichen Anlagen auszuführen und für Abstellung 
von Schäden zu sorgen. Es wurde zu dem Zweck auch ein Merkblatt über 
Revision landwirtschaftlicher Anlagen geschaffen, dessen Ausarbeitung sich der 
Elektrotechnische Verein besonders angelegen sein läßt. Diese Fragen wurden 
von Grünwald, ETZ 1923, S. 936 „Prüfung moderner Installationsanla- 
gen‘, und besonders von Hoppe, ETZ 1924, S. 169 „Zukunftsfragen der 
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