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Zweiter Teil. Die Entwicklung der Elektrotechnik im Spiegel der Vereinssitzungen

Full text: 50 Jahre Elektrotechnischer Verein / Görges, Hans (Public Domain)

schaften wissen?‘“, und Hermann Osten, ETZ 1912, S. 99x „Über die länd- 
liche Elektrizitätsversorgung, eine volkswirtschaftliche Frage“, vor. Gartz 
führt das ungünstige wirtschaftliche Ergebnis der Genossenschaften auf zu hohe 
Kapitalzinsen und zu teures Bauen zurück; in der Aussprache wird auf die 
geringe jährliche Benutzungsdauer als Ursache der schlechten Ergebnisse hin- 
gewiesen. Osten behandelt den Einfluß, den die ländliche Elektrizitätsver- 
sorgung auf die Volkswirtschaft ausübt. In neuerer Zeit sprach noch W. Kir - 
stein, ETZ ı922, S. 332 „Die Versorgung ländlicher Gebiete mit Elektri- 
zität‘“, über die Transformatorenstationen, Ortsnetze und Installationen in 
landwirtschaftlichen Gebieten. 
E. Staatliche Überwachung und Gefahren durch Elektrizität. 
Im Jahre 1904 wurde dem Abgeordnetenhaus von staatlicher Seite ein Ge- 
setzentwurf vorgelegt, bei dessen Erörterung eine erhebliche Gefährlichkeit der 
Elektrizität behauptet wurde. Hieraus wollte man die Notwendigkeit einer 
Beaufsichtigung der elektrischen Anlagen herleiten. H. Passavant wies 
jedoch in seinem Vortrag, ETZ 1905, S. 1171 „Die beabsichtigte staatliche 
Überwachung elektrischer Anlagen‘, nach, daß von insgesamt 1000 tödlichen 
Unfällen in einem Jahre nur 16 auf den elektrischen Strom zurückzuführen seien, 
so daß eine allgemeine Überwachung nicht erforderlich sei. Daß die Zahl der 
Unfälle und Brände aus elektrischer Ursache nur gering ist und die Sicherheit der 
elektrischen Anlagen ständig steigt, zeigte auch G. Dettmar, ETZ 1913, 
S. 523, 550°, 588, 1152 „Die elektrischen Starkstromanlagen Deutschlands und 
ihre Sicherheit“, an Hand umfangreicher Unterlagen. 
F. Elektrizitätswirtschaft und Großversorgung. 
Etwa mit Kriegsbeginn setzte ein neuer Abschnitt in der Elektrizitätswirt- 
schaft ein, den wir im Gegensatz zu der Zeit der reinen Ortsnetze und der der 
Überlandzentralen wohl als Zeitraum der Elektrizitäts-Großversorgung bezeich- 
nen können. Wie RR. Werner in seinem Vortrage, ETZ 1922, S. 624 „Einige 
Betrachtungen und Erinnerungen über die Entwicklung der Großkraftübertra- 
gung und der Elektrizitätswirtschaft“, ausführt, waren das Goldenbergwerk der 
Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE), das noch vor dem Kriege 
in Betrieb kam und das im Kriege fertiggestellte Kraftwerk Zschornewitz der 
Elektrowerke die ersten Großkraftwerke. A. Peuck er bezeichnet ETZ 1925, 
S. 69, 377, 404, 544, 1528, 1562, 1598, 1710 „Elektrische Betriebserfahrungen 
bei der Großkraftversorgung‘, als Großkraftwerk ein „Werk, das durch Er- 
höhung der im regelmäßigen Betriebe bei genügenden Reserven abgegebenen 
Höchstleistung wirtschaftlich keine nennenswerte Absenkung der Kapital- und 
Betriebskosten durch weiteren Ausbau erfährt und technisch alle betriebsmäßig 
auftretenden Beanspruchungen aushalten oder ohne schädliche Folgen ausmerzen 
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