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Zweiter Teil. Die Entwicklung der Elektrotechnik im Spiegel der Vereinssitzungen

Full text: 50 Jahre Elektrotechnischer Verein / Görges, Hans (Public Domain)

Spannung und in einer derartigen Ausdehnung betrieben wurde. Über das erste 
Hochspannungskabel für 60 kV Einphasenwechselstrom (30 kV gegen Erde) 
macht L. Lichtenstein in seinem mehrfach genannten Vortrag, ETZ 1913, 
nähere Angaben. Die weitere Entwicklung der Spannungshöhe geht aus den Be- 
richten auf den Jahresversammlungen hervor. K. W. Wagnerteilt, ETZ 1923, 
S. 250, mit, daß sich die verseilten Dreileiterkabel für 35 kV gut bewährt hätten, 
und daß man jetzt dazu übergehe, Kabel ähnlicher Bauart für so und 60 kV 
herzustellen. 1926 berichtet R. Rothe ‚ ETZ 1926, S. 172, über wesentliche 
Fortschritte der Kabeltechnik. Danach sind in Deutschland Versuchsstrecken von 
Einleiterkabeln für 110 kV Betriebsspannung verlegt worden. Der versuchs- 
weise Betrieb solcher Strecken wird, ETZ 1927, S. 184, im Jahresbericht von 
C. Köttgen mitgeteilt. Es würde bereits verschiedentlich in Erwägung gezo- 
gen, an Stelle von Freileitungen für 60 kV und selbst für 110 kV Kabelstrecken 
zu verlegen. Neue Anlagen mit 60 kV-Drehstromkabeln und 100 kV-Einleiter- 
kabeln nennt C. Köttgen, ETZ 1928, 5. 225. Nach dem von K. W. Wag- 
ner erstatteten Bericht, ETZ 1929, S. 478, ist das erste 100 kV-Kabel Deutsch- 
lands, bestehend aus drei einzelnen Bleikabeln ohne Eisenarmierung, seit einem 
halben Jahre ohne Störung in Betrieb. Dieses zwischen dem Kraftwerk Stein 
der Großkraftwerk Franken-A.G. und der Stadt Nürnberg verlegte Kabel hat 
eine Länge von 9 km und zeigt die Leistungsfähigkeit der heutigen Kabelfabri- 
kation. 
Wiederholt sind in den Vorträgen Kabelanlagen und Veränderungen 
in solchen beschrieben worden. Insbesondere spiegelt sich in ihnen die Entwick- 
lung des Berliner Netzes wider. Nach einem Bericht von C. Frischen, 
ETZ 1886, S. 236 „Über Neuerungen in der Herstellung und Anwendung iso- 
lierter unterirdischer Leitungen“, war das Berliner Kabelnetz eines der etsten, 
das mit Bleikabeln mit umpreßtem Mantel ausgerüstet wurde. Eine besondere 
Armierung erhielt nach Frischen, ETZ 1888, S. 497 „Über die elektrische 
Beleuchtung Berlins und Lichtkabel“, das für die Durchquerung der Spree 
bestimmte Kabel. Im nächsten Jahre teilte Werner v. Siemens, ETZ 
1889, S. 177 „Über unterirdische Leitungen in elektrischen Anlagen“, mit, daß 
in den bisher 130 km Bleikabeln in Berlin nur fünf Fehler aufgetreten seien, da- 
von zwei durch Pickelhiebe. Im Jahre 1885 hatte Berlin nach M. Kallmann, 
ETZ 1895, S. 211, 247 „Über die administrativen und sicherheitstechnischen 
Regulative für elektrische Starkstromverteilungsanlagen in den Straßen Berlins“, 
bereits etwa 900 km Starkstrombleikabel mit einigen tausend Muffen verlegt. 
Die Störungen werden als mäßig bezeichnet; die zu ihrer Verhütung getroffenen 
Maßnahmen werden angegeben. Über die Arten der im Berliner Netz vor- 
gekommenen Störungen spricht H. Passavant, ETZ 1894, S. 230 „Mit- 
teilungen aus dem Betriebe der Berliner Elektrizitätswerke‘“. Das Berliner 
30 kV-Netz, das, wie schon erwähnt, das erste seiner Art war, ist Gegenstand 
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