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Zweiter Teil. Die Entwicklung der Elektrotechnik im Spiegel der Vereinssitzungen

Full text: 50 Jahre Elektrotechnischer Verein / Görges, Hans (Public Domain)

die Größenordnung der dielektrischen Verluste bestätigt. Über die auftretenden 
Verluste bei einphasiger Verlegung von Leitungen in Papierrohr mit Messing- 
mantel und verbleitem Eisenmantel sowie in Stahlrohr berichtet Bloch, ETZ 
1913, S. 207, 483 „Über Nachteile einphasiger Verlegung von Wechselstrom- 
leitungen in Rohren“. Er gibt an, bis zu welchen Stromstärken verbleite Eisen- 
mäntel und Stahlrohre zulässig sind, ohne daß zu große Verluste auftreten. Bei 
Messingmänteln sind die Verluste unbedeutend. 
Versuche an verlegten Kabeln beschreiben Pfannkuch und 
L. Lichtenstein in ihren mehrfach erwähnten Vorträgen, ETZ 1912 und 
1913. Die vorher beschriebenen Kabel der Anlage Dessau—Bitterfeld wurden 
vor der Inbetriebnahme mit so kV gegen Erde geprüft. Eine Veränderung 
(Alterung) der Kabel konnte nach einjährigem Betriebe noch nicht festgestellt 
werden. Bei einem Vergleich der Prüfung verlegter Kabelstrecken mit Gleich- 
strom oder Wechselstrom kommt Lichtenstein zu dem Ergebnis, daß eine 
Wechselstromprüfung wegen der hohen Ladeleistung und der dadurch erforder- 
lichen großen Prüfeinrichtungen (Transformatoren) der Gleichstromprüfung 
unterlegen ist. Eine mit Delon-Gleichrichtern ausgerüstete fahrbare Gleichstrom- 
Prüfanlage beschreibt Lichtenstein, ETZ 1914, S. 1008, 1021, 1046 
„Über die Prüfung von Starkstromkabeln im Werk und nach der Verlegung 
unter besonderer Berücksichtigung des hochgespannten Gleichstroms“. In diesem 
Vortrag wird auch die Frage der Höhe der Prüfspannung bei Anwendung von 
Gleichstrom an Stelle von Wechselstrom erörtert. Lichtenstein findet als 
Verhältnis der Durchschlagsspannungen bei Gleich- und bei Wechselstrom etwa 
zu 2,5 für Gummi und getränktes Papier. Der Verband Deutscher Elektro- 
techniker hat später eine Gleichstromprüfung mit dem z w ei fachen Wert der 
angesetzten Wechselstromspannung vorgeschrieben. 
Die Steigerung der Spannung, mit der Kabel betrieben werden 
können, läßt sich an Hand der Vorträge gut verfolgen. So führt C. Dihl- 
mann, ETZ 1892, S. 78 „Die Tragweite hochgespannter Ströme“, die Probe 
eines verseilten Drehstromkabels vor, das 20 kV ausgehalten hat. Eine große 
Kraftübertragung mit Kabeln für dieselbe Spannung wird von R. Apt, 
ETZ 1908, S. 159, 185, 201 „Hochspannungskabel und Kraftübertragungen“ be- 
schrieben. Für Kabel über 20 bis 30 kV will A pt Einfachkabel den verseilten 
Mehrfachkabeln vorziehen. M. Höchstädter hält in seinem umfangreichen 
Vortrag, ETZ 1910, S. 466, 509, 537, 558, 570 „Die dielektrischen Eigen- 
schaften von Hochspannungskabeln, insbesondere solche für höchste Be- 
triebsspannungen‘“, Kabel für so kV für herstellbar und sieht keine 
wesentlichen Gründe, die gegen deren Verwendung sprechen würden. Über 
das damals bereits etwa 200 km Kabel umfassende 3o kV-Drehstromnetz 
der Berliner Elektrizitätswerke berichtet Pfannkuch, ETZ 1912, 
5. 1097, 1125 und ETZ 1913, S. 20, „Drehstromkabel für 30000 Volt“. 
Dieses Berliner Netz war das erste Kabelnetz der Welt, das mit einer solch hohen 
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