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Full text: Karussel Berlin / Stratz, Rudolf (Public Domain)

„Das ist nicht mein Chauffeur, sondern nur ein ausge— 
borgter Berliner Schlosser. Er heißt auch nicht Wiebe— 
king, sondern Werner!“ 
„Na, Spaß! ... Ich kenn' doch den ollen Wiebeking. 
Ich kenn' doch den Filius! Schon, wie er noch kurze Hosen 
getragen hat, hab' ich ihn gekannt! Und wenn er auch jetzt 
jahrelang in Amerika drüben war — wenn es das Pech 
will, sieht doch irgend jemand hier, wenn er mit Ihnen 
wieder wegfährt, wer er ist! ... Das gibt doch unnütz 
Gerede, gnädige Frau! Ohne allen Grund natürlich! Ich 
meine ja nur, weil es sich da wirklich nicht um den ersten 
besten handelt!“ 
s „Ja — wer soll der Mann draußen nach Ihrer Meinung 
ein?“ 
„Gnädigste: der Name Wiebeking ist Ihnen doch hoffent— 
lich nicht fremd? Eine der größten Privatbanken, die es 
in Berlin noch gibt!“ 
„Ja ... mir ist so ..“ 
„Davon ist er der einzige Sohn und Erbe! Erbe von 
Millionen! Und sitzt friedlich draußen als Ihr Chauffeur 
am Steuer! Sieht dem jungen Mann ähnlich! Aber so 
war er immer!“ 
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A. 
Am Telephon in der Kantine: „Dort Garagenmeister 
Zwickel? Hier Werner! Ich habe Frau Hüsgen den Wagen 
hier auf den Tennisplatz hinausfahren müssen! Wie? Ja 
— mir kam's natürlich auch sehr ungelegen! Aber wenn so 
ne Dame was im Kopf hat! Also heute wird's für mich zu 
spät in die Werkstatt! Recht? Ja? Wiedersehen!“ 
Der Fahrer Werner setzte sich wieder hinter seine Tasse 
Kaffee zwischen die andern Chauffeure. 
„Vom nächsten Ersten ab arbeitslos?“ sagte er zu dem 
neben ihm. „Wieviel Kinder? Auch gleich drei? Unnötig, 
Menschl! Na — ich will sehen, ob ich nich ...“ 
„Ach — sei man froh, daß du selber noch . “ 
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