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Full text: Karussel Berlin / Stratz, Rudolf (Public Domain)

mann, von der Firma! Beide im Auftrag des Herrn Ge— 
heimrats! Die Polizei will in die Bank. ..“ 
Du hast wohl als Bub einmal aus Mutwillen einen 
Ameisenhaufen aufgestöbert, Schupo Peschke! So bringt 
ihr — du und die Polizei — jetzt die Häusergevierte 
ringsum zum Wimmeln. In wenigen Minuten kribbeln 
die Straßen hinter den Tschakoketten. Die Fenster erhellen 
sich. Menschen in Nachtgewand beugen sich hinaus. 
Drunten ist ein Gewühl. Ein Stimmengewirr. Ein dumpfes 
Tuten. Langsam bahnt sich die Limousine des Geheimrats 
Wiebeking, von einem Schupo neben dem Chauffeur be— 
hütet, ihren Weg. Hält vor der Bank. Der kleine, voll— 
bärtige Herr steigt rasch aus. Eilt in das Innere. Ein 
Kriminalschutzmann faßt ihn warnend am Arm: 
„Vorsicht, Herr Geheimrat! Da unten im Gewölbe wird 
geschossen!“ 
Zwei⸗, dreimal, dumpf wie Hammerschläge, der Widerhall 
der Pistolenknalle aus der Tiefe. Der Kommissar Dürisch 
kam die rechteckig gewinkelte Treppe von der Stahlkammer 
herauf. 
„Die Kerle waren viel weiter, als wir dachten, Herr Ge— 
heimrat! Sie hatten schon eine Reihe Safes aufgesprengt. 
Aber es kann nichts weggekommen sein. Wir haben die 
ganze Kolonne festgenommen!“ 
„Und die Schüsse?“ 
„Das ist der Führer. Der sogenannte Dicke. Der weiß. 
daß er diesmal lebenslänglich kriegt. Der will sich nicht 
ergeben! ... Hier, bis zum Treppenabsatz, können Sie 
vorsichtig hinuntersteigen, Herr Geheimrat! Aber um 
Gottes willen keinen Zoll weiter!“ 
Ein halbes Dutzend Beamte standen da in Deckung. Zu— 
weilen feuerte einer hinter der Mauerkante her einen Schuß 
in das leere, hell erleuchtete Gewölbe, in dessen wüstem 
Wirrwarr von Schuttbrocken, Aktenstücken, Schmuckkästen, 
aufgerissenen Briefen die durchschnittenen Alarmdrähte an 
den Wänden hingen. Hinter dem Knall klang ein Auf— 
schlag auf Metall. Die gestauchten Bleipilze der Kugeln 
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