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Full text: Karussel Berlin / Stratz, Rudolf (Public Domain)

auf Sie geworfen! Stillen Sie mal dem seinen Wissens— 
durst!“ 
Die Fränze ging willenlos, schleppenden Schritts, an den 
Apparat. Sie nahm den Hörer ans Ohr. Sie begann leise 
zu zittern .... 
„Kennste die Kehltöne?“ Ein tiefer, heiserer Baß raunte 
durch den Draht. „Als wie icke — der Dicke! Der Dicke in 
Lebensgröße! Verstehste mir? Nun sag' mal erst artig: 
„Guten Abend, Herr Wachtmeister!“ ....“ 
„... Guten Abend, Herr Wachtmeister ...“ 
„Ick hab' eben mit dem Ale gesprochen. Er sagt, er hätte 
dir jenau auseinanderjepolkt, was du morgen nacht zu tun 
hast . . . Sag: Jawohl, Herr Wachtmeister .. Es steht 
sicher jemand neben dir und hört zu!“ 
Die Fränze Häselich schaute einen Augenblick scheu nach 
der Jungfer Elise, zwei Schritte von ihr. Ihre Stimme er— 
losch fast. 
„Jawohl, Herr Wachtmeister!“ 
„... und ick sag' dir nur eines: Paß uff, Mächen, und 
halt' die Klappe wie'n toter Leichnam uff'm Kirchhof um 
Mitternacht ... Na — was sollste antworten: Jawohl, 
Herr Wachtmeister!“ ...“ 
„Jawohl, Herr Wachtmeister ..“ 
„Nimm dir zusammen und verpfeif' den Ale nicht noch 
mal! Sonst hau' ick dich kurz und klein, daß du deine 
Knochen im Schnupftuch sammeln kannst! Na — wie is es 
mit der Antwort?“ 
„... Jawohl, Herr Wachtmeister!“ 
„Ick verlaß' mich auf dich — dein guter Freund — der 
Dickel ... Nu sprich — so recht aus'm Jemüt: Ich bin hier 
bei guten Leuten, Herr Wachtmeister ...“ 
„Ich bin hier bei guten Leuten ...“ stöhnte die kleine 
Häselich. Die Jungfer Elise trat mißtrauisch einen Schritt 
näher. 
„Aber die Herrschaften sind über Land 
„Die Herrschaften sind über Land ..
	        
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