Path:
IV.

Full text: Das Fräulein vom Spittelmarkt / Sommerfeld, Adolf (Public Domain)

68 
— 
hatte über ihre bisherige Standhaftigkeit den Sieg 
davon getragen. — 
Das Mäödchen verschloß di D 
und weinte herzzerreißend. 
m Zimmer 
— 
Am nächsten Morgen meldete sie sich krank und 
ging seitdem nicht mehr ins Bureau. Es war ihr 
geradezu unmöglich, die Seelenkämpfe, unter denen 
sie entsetzlich litt, noch länger zu ertragen. Sie hätte 
nach dem letzten Abschied von Wolfram dem jungen 
Manne nicht mehr ins Gesicht sehen können, ohne sich 
ihm zu offenbaren. Und sie redete sich selbst ein, 
daß die Zeit alles glätten und das Schicksal dennoch 
die Wünsche ihres Herzens gewähren würde. Zunächst 
aber wollte sie es mit einem neuen Leben beginnen 
und ihr Entschluß stand deshalb fest, Berlin für einige 
Zeit zu verlassen. 
Hierbei stellte sich ihr ein bisher unbeachtetes Hin⸗ 
dernis in den Weg: ihre Mutter. 
War es schon aufgefallen, daß das sonst so ge⸗ 
schäftseifrige Töchterchen ohne sichtbaren Grund der 
Stätte ihres bisherigen Wirkens fern blieb, was sollte 
die gute Mama nun erst sagen, wenn ihr Liebling ihr 
die schmerzliche Offenbarung machte, es sei dringend 
notwendig, nach einer anderen Stadt zu übersiedeln 
und das sorgsame Mütterchen allein zurückzulassen?! 
Inge ahnte wohl, daß hier eine schwierige Arbeit 
zu leisten war, aber sie hatte schon einen triftigen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.