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Full text: Das Fräulein vom Spittelmarkt / Sommerfeld, Adolf (Public Domain)

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so, daß ich öfter kurze Reisen unternehmen mußte, 
zu welchem Zwecke ich mir aus Gründen der Bequem⸗ 
lichkeit und Schnelligkeit das Automobil angeschafft 
habe. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich dich darauf 
hinweisen muß, daß ich als selbständiger Geschäfts— 
führer beim besten Willen weder Veranlassung noch 
Zeit gehabt habe, mir jeweils von dir Instruktionen 
oder Reiseerlaubnis einzuholen. Der Erfolg hat be⸗ 
wiesen, daß ich durchaus zu eigener Disposition be⸗ 
fähigt bin. Solltest du aber glauben, daß deine gegen 
mich getroffenen Maßnahmen zur Sicherung deiner 
geschäftlichen Interessen notwendig waren, bin ich gern 
bereit, mich deinen Anordnungen zu unterwerfen!“ 
Der Konsul hatte aufmerksam zugehört. Jetzt 
richtete er sich etwas in die Höhe und erwiderte nicht 
ohne sichtliche Erregung mit energischer, aber dennoch 
leise vibrierender Stimme: 
„Es mag sein, Wolfram, daß ich in diesem Falle 
vielleicht etwas voreilig war, aber meine impulsive 
Handlungsweise ist — sagen wir — anderen tieferen 
Ursprungs. Im Laufe der Zeit hat sich mir die 
Ueberzeugung aufdrängen müssen, daß du auf die 
Bahn des Leichtsinns geraten bist; denn ein junger 
Mann, der sich seine frühere Sekretärin nachkommen 
läßt, um ...“ 
Hier unterbrach Wolfram sehr stürmisch: „Lieber 
Papa, bevor du etwas aussprichst, was dich selbst 
entwürdigen könnte, muß ich dich unterbrechen. Ich 
bitte um Verzeihung, aber ich glaube, es ist ganz in 
deinem Sinne, wenn ich das Unwahre bekämpfe. Du
	        
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