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Full text: Das Fräulein vom Spittelmarkt / Sommerfeld, Adolf (Public Domain)

— 204 — 
Der Konsul strich sich mit der bleichen Hand über 
die Stirn, wandte sein Gesicht dem Sohne zu und 
sagte leise mit einem gebieterischen Unterion nur das 
eine Wort: „Rede!“ 
Wolfram räusperte sich, denn die Ausrede lag ihm 
noch nicht auf der Zunge. Aber immerhin begann 
er seine Rechtfertigung in der Ueberzeugung, daß sich 
im Laufe seiner Erklärung die wahrscheinlichste Lö⸗ 
sung des Reiserätsels von selbst einfinden würde Aus 
taktischen Gründen holte er weit aus, weil ihm daran 
lag, auf die Entstehung der Frankfurter Filiale als sein 
ureigenes Werk hinzuweisen. Ohne Schüchternheit, 
aber dennoch in einem Tone vornehmer Zurückhaltung 
und kindlichen Respekts sagte er daher: 
„Ich danke dir, lieber Papa, daß du mir trotz 
deiner körperlichen Schwäche Gelegenheit gibst, etwaige 
Irrtümer aufzuklären, um deine unzutreffende Mei⸗ 
nung über mich einer Revision zu unterziehen. Du 
wirst dich erinnern, daß ich es war, der dich auf die 
Notwendigkeit einer Niederlage im Westen aufmerksam 
gemacht hat, und du wirst auch wohl anerkennen wollen, 
daß die überaus schnelle und glänzende Entwicklung 
der Filiale lediglich meiner Organisation und meinen 
unentwegten Arbeit zu danken ist. Die Früchte meiner 
Tätigkeit sind auch in reichem Maße dir selbst zu⸗ 
gefallen. — Du hast es nun für gut befunden, mich 
aus der Goldquelle, die ich persönlich entdeckt und 
ausgebaut, kurzerhand zu verdrängen, nur weil es 
der Zufall wollte, daß eine telephonische Anfrage mich 
nicht erreichte. Die Verhältnisse im Westen liegen
	        
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