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VIII.

Full text: Das Fräulein vom Spittelmarkt / Sommerfeld, Adolf (Public Domain)

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leiche werde aus dem Fahrstuhlschacht geborgen, und 
es läge überhaupt ein Dynamitattentat vor. Natürlich 
wollten viele der müßigen Menschen die furchtbare 
Detonation mit eigenen Ohren gehört haben. 
Anuschat wußte zwar besser, was an solchen Ge— 
rüchten Wahres sein konnte, aber immerhin, — die 
verstümmelte Frauenleiche, gerade so, wie er es sich 
gedacht, wer weiß, — vielleicht — — 
Und deshalb wartete er, ohne Gewissensbisse und 
ohne Bangen, denn er glaubte sich seiner Sache völlig 
sicher. Niemand hatte ihn gesehen, niemand konnte ihn 
verdächtigen, und das einzige Beweismittel seiner Tat, 
die scharfe Feile, hatte er vorsorglicher Weise nach 
seiner Flucht aus dem Hause auf der Straße mit einem 
Stein zerschlagen und die einzelnen Stücke in einen 
Gully geworfen. Wer wollte ihm etwas beweisen?! 
Das Geheimnisvolle seines Verbrechens in Ver— 
bindung mit der aufgeregten Menschenmenge erfüllte 
Anuschat mit nicht geringem Stolz. Er dünkte sich 
als Hauptperson des aufregenden Schauspiels, das er 
dem Volke bot, und fühlte sich in seiner Eitelkeit als 
Held des Abends außerordentlich geschmeichelt. 
Diese krankhafte Selbstliebe zerrann aber wie Wachs 
auf dem Feuer, als der ihm bekannte Gastwirt in 
Begleitung zweier Schutzleute nach seiner Vernehmung 
an der Haustüre erschien und in der Menge nach sei⸗ 
nem verdächtigen Gast Umschau hielt. Instinktiv nichts 
Gutes ahnend, machte er jetzt den Versuch, seine Person 
den Blicken des Gastwirts und besonders der Polizei 
zu entziehen. Er drängte sich nun allmählich in die
	        
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