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14. Kapitel

Full text: In der dritten Runde / Schievelkamp, Max (Public Domain)

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Die beiden Leichtgewichtler sind beinahe ein— 
ander gleichwertig. Sie leisten feine, sehr saubere 
Arbeit. Kirsch ist zweifellos überlegen, vermag aber 
Kreß, der hart ist, trotz einiger gut gelandeter Treffer 
nicht zu Boden zu bringen. So geht es mit wech— 
selndem Glück bis zur zehnten Runde. Der Schieds⸗ 
richter entscheidet nach Punkten und spricht Kirsch 
den Sieg zu, trotzdem auch Kreß sich mit unerschüt⸗ 
terlicher Zähigkeit geschlagen hat. 
Das Publikum grüßt den Sieger mit lebhaftem 
Beifall. 
Nach kurzer Pause treten in dunkle Alster ge⸗ 
hüllt Bonnet und Jandin in den „Ring“. Als die 
Formalitäten erledigt sind, staunt man über die 
feisten Rücken und feisten Bäuche der beiden. Nun 
beginnt ein sehr gemütlicher Wettstreit. Die beiden 
Gladiatoren wälzen sich langsam und bedächtig durch 
den Ring. Bonnet sieht furchtbar aus, aber er 
streichelt den gut gebauten Franzosen nur; dieser geht 
oft in den Clinch und hämmert von unten gegen das 
mit dem Handschuh gedeckte Kinn des Australiers, 
bis das Publikum der oberen Ränge in Lachen und 
dann in Johlen und Pfeifen ausbricht. Doerry 
gibt das Schlußzeichen; er bricht den Kampf ab, 
weil beide Boxer untrainiert sind. 
In den Ring gleitet in brauner Nacktheit der 
Neger Tobby. Ihm tritt Wiggers gegenüber. Der 
Neger groß, sehnig, prachtvoll gewachsen mit langen 
Armen, der Deutsche gedrungen und kleiner, schon 
dadurch im Nachteil. Das Tempo ist anfangs 
mäßig. Wiggers kämpft tief und verschlechtert da⸗
	        
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