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Zweiter Teil Elftes Kapitel, in dem Emil mit einem Oberstaatsanwalt die Klingten kreuzt

Full text: Emil / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Kommen Sie mit Verbrechern in Berührung?“ 
fragte der Oberstaatsanwalt. 
Auch dieser unbewußt versetzte Hieb saß. Emil 
zuckte abermals zusammen, und der Oberstaatsan- 
walt sagte: 
„Scheinbar nicht, Denn Sie zittern ja schon bei 
der bloßen Vorstellung.“ 
„Sie werden als so grausam geschildert.“ 
„Also vor mir zittern Sie?“ 
„Aber nein! Warum sollte ich?“ 
Unverkennbar verlor Emil dem Oberstaatsanwalt. 
gegenüber einen guten Teil seiner bisherigen Sicher- 
heit und Überlegenheit. 
„Sie haben ja wohl.einen hohen Preis für den 
ausgesetzt, dem es gelingt, Sie zu überlisten.‘“ 
„Hätten Sie nicht Lust?‘ fragte der Oberstaats- 
anwalt, „Sie werden mir als ein besonders gescheiter 
und — verzeihen Sie, in meinen Augen ist das ein 
Kompliment — gerissener Mensch geschildert. Zwan- 
zigtausend Mark sind in heutiger Zeit ja kein Pap- 
penstiel.““ 
Jetzt hatte sich Emil wieder in der Gewalt. 
„Geld hat für mich keinen Reiz, Im übrigen fehlt 
mir die Zeit für derartige Scherze.‘“‘ 
„Das klingt ja beinahe verächtlich,‘ meinte der 
Oberstaatsanwalt. 
„Wenn nur die Hälfte von dem wahr ist, was 
man sich von Ihnen erzählt . . .‘“ brauste Emil auf. 
Der Öberstaatsanwalt fiel ihm ins Wort und sagte: 
„Was ist dann?“ 
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