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VI.

Full text: Die Reichen / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Du?“ fragte Resi — „du hast es doch nötiger 
als wir.“ 
„Vielleicht — aber ich ertrag das nicht.“ 
„Und gestern in Berlin, als ich davon anfıng, 
warst du begeistert von der Idee.“ 
Elisabeth entfärbte sich und sagte zögernd: 
„Gewiß — aber da wußte ich noch nicht .. “ 
„Was wußtest du nicht?“ fragte Resi. 
Elisabeth sah den alten Baron an und sagte: 
„Ich bitte Sie, seien Sie mir nicht böse.“ 
Der Alte schüttelte den Kopf und reichte Elisa- 
beth die Hand. 
„Ich kannte Sie ja noch nicht“, sagte sie — „und 
hatte Sie mir ganz anders vorgestellt.“ 
„Darf Elisabeth denn nicht ‚du‘ zu dir sagen, 
Papa?“ fragte Richard — der froh war, daß man 
endlich von etwas anderem sprach. 
„Aber natürlich darf sie.“ 
„Ich wünsche es mir sehr“, sagte Elisabeth, er- 
hob sich und trat an den alten Baron heran. — 
Der stand auf, legte den Arm um sie und küßte 
sie auf die Stirn. Dann hob er die Hand, hielt 
sie über ihren Kopf und sprach halblaut einen 
hebräischen Segen. ; 
Als Elisabeth wieder auf ihrem Platze saß, erhob 
sich der alte Baron. 
„Großer Gott!“ entfuhr es Resi — „wir haben 
Ihn ja nicht hochleben lassen.“ 
Alle sprangen auf und riefen: 
„Adolf, du!“ 
Und Adolf klopfte ans Glas und sagte:
	        
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