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XXXII.

Full text: Die Reichen / Landsberger, Artur (Public Domain)

Richard las man, daß sie dieselbe Frage auf den 
Lippen hatten. 
Die drei Frauen sahen einander an -— und 
schwiegen. 
„Bitte!“ drängte Richard. „Wir wüßten es 
B 
gern.“ 
Elisabeth trat an ihn heran, nahm seine Hand 
„Du bist gewiß ein lieber Kerl, Richard. Und 
gescheiter als Ernst bist du auch. Wenn wir von 
Anfang an zusammengewesen wären, möglich, daß 
ich dann glücklicher mit dir geworden wäre als 
mit ihm. So aber habe ich mich an ihn gewöhnt 
— an seine Dummheit, Oberflächlichkeit und Eitel- 
keit — kurz an alle seine Schwächen, die du nicht 
hast und die ich nun entbehre — weil eine kluge 
Frau aus nichts soviel Kapital schlagen kann 
wie aus den Schwächen ihres Mannes. Nimm 
es mir also nicht übel, Richard, wenn ich dir ge- 
stehe, daß ich Papas Wunsch gern erfülle.“ 
„Ich lasse dir Ernst mit Freuden“, erklärte 
Adele. „Ich brauche einen Mann, bei dem ich 
von vornherein weiß, daß ich mit nichts zu rechnen 
habe. Da kann man in Ruhe disponieren und 
braucht nicht zu fürchten, daß man mit Rücksicht 
auf den eifersüchtigen Herrn Gemahl die schönsten 
Gelegenheiten verpatzt.“ 
„Und ich“, erklärte Resi, „habe erst durch mein 
Zusammenleben mit Adolf erfahren, daß nichts 
unerträglicher ist als ein dummer Mann. Ich habe 
mich förmlich danach gesehnt, mich mit dir her- 
und sagte: 
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