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XXIX.

Full text: Die Reichen / Landsberger, Artur (Public Domain)

der den Baron Ernst soeben noch als Deutschlands 
Stolz gefeiert hatte, erklärte: 
„Baronin, Sie haben recht, so etwas ist un- 
möglich.“ 
„Erster in seinem Fach! Führer unter Tausen- 
den!“ erwiderte Adele, die sich wieder in der 
Gewalt hatte. „Wenn das keine Leistung ist! Und 
nur auf die Leistung legt der Alte Wert!“ 
Elisabeth stimmte ihr bei und sagte: 
„Sie hat recht. Aber man wird die Stimmen 
wägen und nicht zählen. Was ist der Beifall der 
Masse wert, die einer leeren Hofkutsche zujubelt 
und Nietzsche für einen Seiltänzer hält.“ 
„Elisabeth!“ rief Resi außer sich. „Wie kommst 
du zu so geistreichen Vergleichen?“ 
„Es wächst der Mensch mit seinen höheren 
Zwecken.“ 
„Elisabeth! du flößt mir Furcht ein.“ 
„Es ist die Zugehörigkeit zur geistigen Gemein- 
schaft, die ihr Niveau so hebt“, sagte Richard — 
und Elisabeth fuhr fort: 
„Unserm Schwiegervater in Frankfurt liegt 
daran, daß die oberen Tausend, die Führenden 
und Tonangebenden, zu seinem Sohn empor- 
blicken. Richard ist der Führer der Dichter und 
Denker. Die Gemeinschaft der oberen Tausend, 
deren Präsident er ist, und das Gemeinschaftsblatt 
„Symposion“, das er als Herausgeber zeichnet, sind 
die Orte, von denen aus unsere geistigen Führer 
zu uns sprechen. Darüber hinaus gibt es nichts. Es 
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