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XXVI.

Full text: Die Reichen / Landsberger, Artur (Public Domain)

den Anlaß zu Unstimmigkeiten, die sich ver- 
schärften, als Christoph, gestützt auf seine in- 
zwischen erworbene Berühmtheit und damit be- 
festigte Position, gegen Abend nicht mehr zum 
Hausmeister hinaufging, sondern ihm einen 
Küchenjungen mit dem Küchenzettel zur Unter- 
zeichnung überreichen ließ. Arbeit, Kopfweh, 
Besuch gab er anfangs als Entschuldigungen an, um 
schließlich nur sagen zu lassen, es sei ihm bequemer 
so. Daraufhin folgte ein Befehl, den er ignorierte. 
Der Hausmeister zerriß den Küchenzettel — und 
am nächsten Tage mußten Milowskis auswärts 
essen, da sich in der Küche auf Christophs Befehl 
keine Hand gerührt hatte. 
Frau Milowski, die erst vor kurzem aus einer 
andern Ehe zu ihrem neuen Gatten hinüber- 
gewechselt hatte, war weniger klug als hübsch — 
was mehr im Verkehr mit dem Personal als im 
gesellschaftlichen Verkehr auffiel. Sie war ziem- 
lich ratlos, als Hausmeister und Christoph vor 
ihr standen und eine Entscheidung forderten. 
Für den Hausmeister, den an Unterordnung 
gewöhnten Offizier, war Frau Milowski einfach 
ein Vorgesetzter, dem er zu gehorchen hatte — 
gleichviel, ob die Entscheidung gerecht oder un- 
gerecht war, ihm gefiel oder mißfiel. Bei Christoph 
hingegen... Der wußte genau, was er für 
Milowskis wert war — und so verlangte er dreist: 
Trennung der Gewalten. 
„Meine Herren!“ versuchte Frau Milowski zu 
vermitteln. „Jeder von Ihnen hat seine Meriten 
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