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XIX.

Full text: Die Reichen / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Merk dir, Affchen, ein Mann, der schnell Kar- 
riere machen will, muß eine Frau haben, die dem 
Chef gefällt! Ich bin nicht umsonst mit einem 
Staatssekretär verheiratet gewesen. Und nun geh 
— und laß ihn nicht warten. — Ich komme nach.“ 
Adolf ging gähnend nach vorn. Der Empfang, 
den ihm der Präsident bereitete, war wenig 
freundlich. 
„Sie entschuldigen, daß ich in diesem Auf- 
zug . . .“ sagte Adolf. 
Der Präsident überhörte es und sagte: 
„Ich habe Sie in Verdacht . . .“ 
Im selben Augenblick stürzte Resi ins Zimmer 
und rief: 
„Großer Gott, was geht hier vor?“ 
Der Präsident verlor keinen Augenblick die 
Fassung. Zwar genoß er kurz den Anblick, der sich 
ihm bot, um dann aber ernst und sachlich fort- 
zufahren: 
„Sie beide sind dringend verdächtig, sechs Ge- 
fangenen aus dem Zuchthaus Brandenburg zur 
Flucht verholfen zu haben.“ 
„Himmlisch!“ rief Resi. „Endlich erlebt man 
was!“ 
„Diese Art der Gefangenenfürsorge“, fuhr der 
Präsident fort — „geht zu weit.“ 
„Erzählen Sie doch!“ drängte Resi. „Ich platze 
vor Neugier.“ 
„Wollen Sie sich nicht erst etwas übernehmen?“ 
Resi tat, als merkte sie erst jetzt, daß sie nichts 
anhatte, schrie auf und rannte aus dem Zimmer.
	        
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