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Siebzehntes Kapitel

Full text: Raffke & Cie / Landsberger, Artur (Public Domain)

Kind eines Domestiken ist das immerhin eine 
Karriere.“ 
Leo’ nickte dann nur und erwiderte: 
„Ein rassiges Weib!“ 
Günthers glaubte sich Frida sicher. Gerade 
in der letzten Zeit waren sie viel zusammen. 
Er war es dann meist, der sie bat, theaterfreie 
Abende mit ihm zu verbringen. Aber auch am 
Tage suchte er ihre Gesellschaft und sprach es 
offen aus, daß ihr froher und leichter Sinn gut 
zu seiner schweren Art passe. 
Auch heute hatte Günther Frida versprochen, 
rechtzeitig von Wannsee fortzufahren, um nach 
Schluß des Theaters noch mit ihr zusammen zu 
treffen. 
Frida kannte die Gefühle, die Günther zu Röh- 
rens zogen. Für sie war es daher ein kleiner 
Triumph, daß er ihr dies Versprechen gab. 
Der Grund, aus dem er es tat, war freilich eir 
anderer. Er hatte, als er hinausfuhr, den festen 
Vorsatz, ein Alleinsein mit Suse zu vermeiden. 
Er glaubte sicher, daß ihm das gelingen würde. 
Dennoch rechnete er damit, daß allein das Wie- 
dersehen auf ihn stark wirken würde. Und er 
hoffte, diese Wirkung abzuschwächen, wenn er 
unmittelbar darauf mit Frida zusammenkam. 
Freilich: diese Hoffnung schwand mit dem 
Augenblick, in dem er Suse die Hand reichte. 
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