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Sechzehntes Kapitel

Full text: Raffke & Cie / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Ja,“ sagte Günther. 
„Wenn Sie also auch Ihre Arbeit innerlich 
nicht befriedigt hat,“ fuhr Frau Röhren fort, „so 
haben Sie doch schon viel damit erreicht, daß 
Sie all’ die dummen Vorurteile zerstört haben, 
und daß Sie sich heute unter uns nicht mehr 
fremd fühlen.‘ 
„Wenn ich Ihnen nun gestehe, daß ich eigent- 
lich ohne mein Zutun und gegen meinen Willen 
zu dieser sogenannten Berühmtheit gelangt bin, 
daß ich für diese Dinge weder Begabung, noch 
Interesse habe, daß ich nur mein Studium liebe 
und mich in dem Bewußtsein dieses falschen 
Ruhmes bedrückt fühle, daß dies unredliche Ge- 
fühl auch der Grund war, aus dem ich mich vor 
Ihnen die ganze Zeit über verborgen habe, be- 
greifen Sie dann, daß mein Leben verpfuscht 
ist?“ 
„Günther!“ rief sie. „Wie können Sie so re- 
den, mit Ihren zwanzig Jahren! Sie nehmen das 
Leben viel zu schwer. So, wie Sie es hinstellen, 
ist es gewiß nicht. Andernfalls... Aber das sind 
Fragen des Gewissens, in denen kein anderer 
Ihnen raten kann. Das müssen Sie mit sich 
selbst. abmachen.“ 
„Doch kann man da raten,“ sagte Röhren. 
„Man muß es sogar!“ Dann stand er auf, trat an 
Günther heran, legte die Hände auf seine 
“A
	        
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