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Neuntes Kapitel

Full text: Raffke & Cie / Landsberger, Artur (Public Domain)

machen vermochte, war auch jetzt, wo er sich 
durch , eigene Arbeit wieder emporgerungen 
hatte, derselbe geblieben. 
Linke wurde wie ein alter Bekannter empfan- 
gen. Es war nicht das erstemal, daß er kam. 
Zu den Geburtstagen der Kinder erschien er 
stets des Morgens als erster Gratulant und 
brachte irgendein kleines Geschenk mit, das er 
selbst verfertigt und das stets irgendeine per- 
sönliche Note hatte. Er saß dabei, wenn die Fa- 
milie frühstückte, und erzählte, von den Kin- 
dern getrieben, tragikomische Szenen aus dem 
Hause Raffke, bis ihm Frau Röhren über den 
Mund fuhr und sagte: 
„Pfui, Linke! Das schickt sich nicht.“ 
Linke entschuldigte sich und sagte: 
„Ich weiß! Aber...“ und er wies auf die Kin- 
der, die sich vor Lachen die kleinen Bäuche 
nielten. 
So war Linke bei Röhrens ein Stück Familien- 
inventar, das man nur bei feierlichen Gelegen- 
heiten hervorholte. 
Möglich, daß es ein Zufall war, Tatsache war 
jedenfalls, daß an dem Tage, an dem Linke zu 
Röhrens ging, um Günthers Teilnahme an 
einem Tanzkursus zu erwirken, die jüngste 
Tochter, Suse, Geburtstag hatte. Und ebenso 
fest steht, daß sein Geschenk in Gestalt eines 
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