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Elftes Kapitel. Wie Emilie Lesser bei ihrem gesellschaftlichen Debut abschneidet

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

haben sich alle, die eine solche Ehre zu schätzen wissen, zur 
Teilnahme bereit gefunden.“ 
Wird meine Emilie 'ne Wut haben, daß sie das nicht 
gesagt hat, dachte Leopold und wagte nicht, zu ihr aufzu⸗ 
sehen. Aber Emilie suchte noch einen Trumpf darauf zu 
setzen: 
„Eine solche Ehre weiß wohl jeder, der etwas auf sich 
hält, zu schätzen,“ sagte sie. 
„Ich meine,“ erwiderte die Prinzessin, „daß jeder Mensch 
mit Herz den Wunsch haben muß zu helfen, und das nicht 
von meiner Teilnahme abhängig machen darf.“ 
„Eure Prinzessin sind zu bescheiden,“ sagte Leopold. 
„Hoheit!“ flüsterte ihm Emilie zu. 
„Eure Hoheit!“ verbesserte Leopold. 
Jetzt lächelte auch die Prinzessin. Und Beer wies auf die 
Lessers und sagte zu seiner Frau: 
„Se sind unmöglich!“ 
„Sie blamieren uns mit!“ erwiderte die. 
„Wenn Sie jetzt das Programm verlesen wollten,“ bat 
die Prinzessin. 
„Zunächst abends 8 Uhr das Konzert,“ begann die 
Gräfin Larisch. „Wir bringen mit Rücksicht auf den ver⸗ 
wöhnten Geschmack des Publikums einen modernen Ope⸗ 
retten⸗Abend in Vorschlag.“ 
„Was verstehen Sie darunter?“ fragte die Prinzessin. 
„Ein Programm,“ erwiderte die Gräfin, „das sich ledig—⸗ 
lich aus Schlagern der neuesten Operetten zusammensetzt.“ 
„Das ist im Hinblick auf den Zweck der Veranstaltung 
jedenfalls sehr sinnig,“ sagte die Komtesse. 
„Ich möchte doch zu erwägen geben,“ stimmte die 
Prinzessin bei — „ob es in diesem Falle nicht vielleicht 
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